Der Microsoft SQL Server ist ein relationales Datenbankmanagementsystem von Microsoft, das Daten so organisiert, dass es sie in verschiedenen Tabellen speichert und mithilfe von Beziehungen zwischen diesen Tabellen verbindet. Dies ermöglicht es, Daten effizient abzurufen und zu analysieren.
Geschichte + Zeittafel Microsoft SQL ServerSQL Server Version und SP-IDs auf Microsoft SQL Server Version List (abgerufen am 26. April 2018) Versions-ID Jahr Release Name Projektbezeichnung1.0(OS/2) 1989 SQL Server 1.0(16bit) —1.1(OS/2) 1990 SQL Server 1.1(16bit) —1.11(OS/2) 1991 SQL Server 1.1(16bit) —4.2(OS/2) 1992 SQL Server 4.2(16bit) — 4.21(WinNT) 1993 SQL Server 4.21 SQLNT 6.0 1995 SQL Server 6.0 SQL95 6.5 1996 SQL Server 6.5 Hydra 7.0 1998 SQL Server 7.0 Sphinx auf Winsupersite.com (abgerufen am 13. September 2011) — 1999 SQL Server 7.0OLAP Tools Plato 8.0 2000 SQL Server 2000 Shiloh auf Microsoft.com (abgerufen am 13. September 2011) 8.0 2003 SQL Server 200064-bit Edition Liberty 9.0 2005 SQL Server 2005 Yukon 10.0 2008 SQL Server 2008 Katmai 10.25 2010 SQL Azure Matrix (aka CloudDB) 10.5 2010 SQL Server 2008 R2 Kilimanjaro (aka KJ) 11.0 2012 SQL Server 2012 Denali 12.0 2014 SQL Server 2014 Hekaton13.02016SQL Server 201614.02017SQL Server 2017Helsinki 15.02019SQL Server 2019Seattle 16.02022SQL Server 2022Dallas 17.02025SQL Server 2025
Microsoft SQL Server entstand aus einer Zusammenarbeit der beiden Unternehmen Microsoft und Sybase Ende der 1980er Jahre.MSDN: 1989 wurde die erste Version für das von Microsoft und IBM entwickelte Betriebssystem OS/2 veröffentlicht. Das Produkt entsprach prinzipiell dem Sybase SQL Server 4.0 für Unix und VMS. 1992 erschien der Microsoft SQL Server 4.2 für OS/2 1.3. Im Anschluss mit der Veröffentlichung von Windows NT im Jahr 1993 erschien schon bald Microsoft SQL Server 4.21, der anstatt auf OS/2 auf Windows NT als Betriebssystem setzte. In dieser Zeit lockerte sich außerdem die Kooperation zwischen Microsoft und Sybase. Im Jahr 1995 erschien mit Microsoft SQL Server 6.0 eine eigenständige Weiterentwicklung der Kooperation, dem 1996 die Version 6.5 folgte. Mit der Version 7.0, die im Jahr 1999 erschien, verabschiedete sich Microsoft von der mit Sybase entwickelten Codebasis und brachte eine vollkommen neue Datenbank-Engine auf den Markt. Diese war auch Basis in den darauffolgenden Versionen ab SQL Server 2000.
Ab der Version SQL Server 2017 wurde der Support für folgende Linux-Systeme ergänzt: Red Hat Enterprise Linux, SUSE Linux Enterprise Server, Ubuntu und Docker.Installieren von SQL Server 2017 unter Linux, 21. Dezember 2017, abgerufen am 5. März 2018
Eigenschaften Der SQL Server ist ein relationales Datenbankmanagementsystem, das sich am Standard der aktuellen SQL-Version orientiert. Der Microsoft SQL Server liegt in verschiedenen Editionen vor, die ein vielfältiges Angebot abdecken. Die Editionen unterscheiden sich vor allem im Preis, ihren Funktionen und Hardwareeinschränkungen. Der MSSQL-Server kann auch als Data Warehouse genutzt werden, indem es den Mitarbeitern in einem Unternehmen eine Sicht auf das Geschäft und dessen Daten ermöglicht. Durch seine Business-Intelligence-Plattform bietet er eine skalierbare Infrastruktur, die es der IT ermöglicht, die Nutzung von Business Intelligence im gesamten Unternehmen zu fördern und Business Intelligence dort bereitzustellen, wo Anwender es wünschen. Der SQL Server besteht aus vielen Services, wie z. B. Analysis Services, Reporting Services und Integration Services, und Tools, z. B. den SQL Server Data Tools (SSDT). Für den Zugriff, Entwurf und die Entwicklung unabhängig von einer konkreten Anwendung stellt Microsoft das SQL Server Management Studio kostenlos zur Verfügung.
Microsoft SQL Server verwendet für Datenbankabfragen die SQL-Variante T-SQL (Transact-SQL). T-SQL fügt hauptsächlich zusätzliche Syntax zum Gebrauch in Stored Procedures und Transaktionen hinzu. Weiterhin unterstützt MSSQL OLE DB und ODBC (Open Database Connectivity).
Seit SQL Server 2005 werden unter anderem Programmiersprachen, welche auf der .NET CLR laufen, für das Erstellen von Stored Procedures unterstützt. Mit Visual Studio wird seit 2005 auch eine passende IDE mitgeliefert.
In einer Windows-Installation (sowohl auf Servern als auch auf Individualsystemen) können gleichzeitig mehrere (gleiche oder unterschiedliche) MSSQL-Server laufen, die als Instanzen bezeichnet werden. Jede Instanz kann wiederum mehrere Datenbanken enthalten.
Redundanz / Ausfallsicherheit Microsoft bietet eine Reihe von Techniken an, um Daten redundant zu speichern.
Clustering Replication Log Shipping Mirroring AlwaysOnAvailability Groups AlwaysOnFailover Cluster Instance Einführung SQL Server 6.5 SQL Server 7.0 SQL Server 2000 SQL Server 2005 SQL Server 2012 SQL Server 2012 Mindest. Lizenz Standard / (Web) Enterprise: Peer-To-PeerStandard: Snapshot / Transactional / Merge Standard / (Web) Standard Enterprise Standard Max. Anzahl Kopien 15 unbegrenzt unbegrenzt 1 3 unbegrenzt Zusätzliche Infrastruktur geteilte Netzwerkressource (Distributor Server) Monitoring Server(Optional) Witness Server(Optional) — geteilte Netzwerkressource Failover manuell /automatisch nur manuell nur manuell manuell /automatisch manuell /automatisch manuell /automatisch Bezeichnung Quelle Node Publisher Primary Principal Primary Node Bezeichnung Kopie Node Subscriber Secondary Mirror Secondary Node Sicherung von Server / Instanz Datenbank(-objekten) Datenbank Datenbank Datenbank(-gruppe) Server / Instanz
Es ist möglich, gewisse Redundanztechnologien gleichzeitig parallel zu betreiben – zum Beispiel die Datenbankreplikation zusammen mit einer AlwaysOn-Availability-Group.Microsoft MSDN: Configure Replication for AlwaysOn Availability Groups (SQL Server) Die „Datenbankreplikation“ teilt sich weiterhin in die Untervarianten „Snapshot Replication“, „Transactional Replication“, „Merge Replication“ und „Peer-To-Peer-Replication“.
Versionen SQL Server 2012 Der SQL Server 2012 wurde am 6. März 2012 veröffentlicht. Bei den Editionen ließ Microsoft die erst beim Vorgänger eingeführte Datacenter Edition wegfallen und führte eine neue Edition Business Intelligence ein. Die Neuerungen oder Verbesserungen fanden in allen Bereichen des SQL Servers statt, darunter im Datenbankmodul, dem Analyse Service, dem Reporting Service und der Replikation.
Zu den Änderungen bzw. Neuerungen gehörten unter anderem Performanceoptimierung für SharePoint, die Hochverfügbarkeitslösung „Always On“, die Cloud-Lösung „Azure“, die Data Quality Services „DQS“, Contained Database und Columnstore Index.
Außerdem wurde die SQL-eigene Programmierschnittstelle T-SQL um weitere Funktionen ergänzt. Auf der anderen Seite wurden einige Funktionen der Vorgängerversionen entfernt und viele Funktionen als Deprecated gekennzeichnet,Microsoft TechNet: was bedeutet, dass diese Funktionen in zukünftigen Versionen wegfallen.
Neue T-SQL-Funktionen in SQL Server 2012Microsoft MSDN: Programmability Enhancements Konvertierung: PARSE() TRY_CONVERT() TRY_PARSE() Datum und Uhrzeit: DATEFROMPARTS() DATETIME2FROMPARTS() DATETIMEOFFSETFROMPARTS() EOMONTH() SMALLDATETIMEFROMPARTS() TIMEFROMPARTS() Logik: CHOOSE() IIF() Zeichenkette: CONCAT() FORMAT() Analytik: CUME_DIST() FIRST_VALUE() LAG() LAST_VALUE() LEAD() PERCENTILE_CONT() PERCENTILE_DISC() PERCENT_RANK()
SQL Server 2014 Die Version 2014 (Codename Hekaton, freigegeben am 1. April 2014) des SQL Servers wurde in Hinblick auf die performante Verarbeitung großer Datenmengen weiter optimiert, um die Echtzeit-Transaktionsverarbeitung zu verbessern. Hierzu gehören die Fähigkeit, Tabellen oder ganze Datenbanken komplett im Hauptspeicher zu halten (In-Memory-Datenbank) sowie eine verbesserte Handhabung spaltenbasierter Indexe.
Es wurde möglich, SQL-Server-Datendateien in Azure abzulegen und eine SQL-Server-Datenbank auf einem virtuellen Computer in Azure zu hosten.
Verschlüsselung von Sicherungen während des Sicherungsvorganges mittels AES 128, AES 192, AES 256 und Triple DES wurde hinzugefügt.
Die Unterstützung von Failoverclusterinstanzen wurde verbessert.
SQL Server 2016 Es besteht nun die Möglichkeit, während der Installation und Konfiguration von SQL Server mehrere tempDB-Datenbankdateien zu konfigurieren. Der neue Abfragespeicher speichert Abfragetexte, Ausführungspläne und Leistungsmetriken in der Datenbank, was eine einfache Überwachung der Leistung und Behebung von Leistungsproblemen ermöglicht.
Die neu integrierte JSON-Unterstützung in SQL Server ermöglicht Import-, Export-, Analyse- und Speichervorgänge mit JSON.
Die neue PolyBase-Abfrage-Engine integriert SQL Server mit externen Daten in Hadoop oder Azure Blob Storage. Sie ermöglicht den Import und Export von Daten sowie die Ausführung von Abfragen.
Mit der neuen Funktion Stretch Database können Daten aus einer lokalen SQL Server-Datenbank dynamisch und sicher in einer Azure SQL-Datenbank in der Cloud archiviert werden. SQL Server fragt hierzu automatisch sowohl lokale als auch Remote-Daten in den verknüpften Datenbanken ab.
Es wurden neue Sicherheitsfeatures hinzugefügt: Always Encrypted ermöglicht den Zugriff auf verschlüsselte sensible Daten in einer SQL Server 2016-Datenbank nur für Anwendungen, die über den kryptographischen Schlüssel verfügen. Der Schlüssel wird niemals an SQL Server übergeben.
SQL Server 2017 Die Version 2017 wurde am 2. Oktober 2017 freigegeben.SQL Server Blog: SQL Server 2017 now Generally Available
Der SQL Server 2017 kann nun von mehreren Linux-Distributionen, die auf Docker-Containern ausgeführt werden können, und SQL VM in Azure ausgeführt werden.
Die Unterstützung für Maschinelles Lernen wurde ausgebaut. Es wird als Sprache für die Datenanalyse nun R und Python unterstützt.
Die Engine beinhaltet nun auch eine automatische Datenbankoptimierung. Es gibt Erweiterungen von dynamischen Verwaltungsansichten und -funktionen sowie neue T-SQL-Textfunktionen.
SQL Server 2019 Die Version 2019 wurde am 4. November 2019 freigegeben. Das Update auf SQL Server 2019 bietet nun Unternehmen eine Umgebung, um mit umfangreichen Datenmengen und Big-Data-Clustern umzugehen. Die Datenvirtualisierung mit PolyBase ermöglicht es, externe Datenquellen in SQL Server zu integrieren und abzufragen. Die Funktionen der intelligenten Datenbank verbessern die Leistung und Skalierbarkeit aller Datenbankworkloads, ohne Änderungen am Datenbankentwurf vorzunehmen. Neue Funktionen wie Batchmodus bei Rowstore, Inlining benutzerdefinierter Skalarfunktionen und Verzögerte Kompilierung von Tabellenvariablen verbessern die Leistung und Qualität des Abfrageplans.
Die neuen Funktionen und Updates in SQL Server 2019 (15.x) betreffen verschiedene Bereiche, wie z. B. Überwachung, Entwicklungsumgebung, Graphdaten und Unicode-Unterstützung. Im Bereich der Überwachung gibt es Verbesserungen bei der Erfassung von Leistungsdaten für Datenbankworkloads sowie neue dynamische Verwaltungsfunktionen und Konfigurationen für die Datensammlung und das Profiling von Abfragen. In der Entwicklungsumgebung wurden Verbesserungen bei der Unterstützung von Graphdaten- und räumlichen Datentypen eingeführt. Außerdem gibt es ein neues Erweiterbarkeitsframework, das Entwicklern ermöglicht, die Sprache ihrer Wahl zu verwenden, um Einblicke in alle ihre Daten zu erhalten. Schließlich gibt es nun auch eine verbesserte Unicode-Unterstützung, einschließlich der Unterstützung der UTF-8-Zeichencodierung für Import- und Exportcodierung, Sortierung von Zeichenfolgendaten auf Datenbank- oder Spaltenebene sowie für externe PolyBase-Tabellen und Always Encrypted.
SQL Server 2022 Die Version 2022 wurde am 16. November 2022 freigegeben.