Der Landkreis Schongau gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern. Bei seiner Auflösung in der Gebietsreform 1972 umfasste der Landkreis 24 Gemeinden.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964

Geographie

Lage Begrenzt wurde der Landkreis Schongau von zwei markanten Vorbergen der Bayerischen Alpen: dem Auerberg im Westen und dem Hohen Peißenberg im Osten. Die Ursprünge des Landkreises Schongau liegen im ehemaligen wittelsbachischen Hochgericht Schongau, das zeitweise vom Fuchstal im Norden bis Schwangau im Süden reichte. Als Teil des oberbayerischen Pfaffenwinkels beherbergte der Landkreis Schongau die Klosterorte Steingaden und Rottenbuch, den Wallfahrtsort Hohenpeißenberg und die berühmte Wallfahrtskirche in der Wies (Wieskirche). Er war der einzige Landkreis Oberbayerns, der mit einem großen Teil seines Gebiets inklusive der Kreisstadt auf schwäbisches Gebiet westlich des Lechs ausgriff.

Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren die Kreisstadt Schongau, Peiting, Hohenpeißenberg, Altenstadt und Steingaden.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Landsberg am Lech, Weilheim in Oberbayern, Garmisch-Partenkirchen, Füssen, Marktoberdorf und Kaufbeuren.

Geschichte

Bezirksamt Das Bezirksamt Schongau folgte im Königreich Bayern 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Schongau.

Am 4. August 1865 wechselte die Gemeinde Schwangau vom Bezirksamt Schongau ins Bezirksamt Füssen.Bekanntmachung, Veränderung der Gerichts- und Amtsbezirke betr. vom 4. August 1865 (Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern, Nr. 41/1865, Sp. 883)

Am 1. November 1874 traten die Gemeinden Mundraching und Stadl zum Bezirksamt Landsberg über.Bekanntmachung, das Gesuch der Gemeinden Mundraching und Stadl um Abtrennung von dem Bezirksamte, Landgerichte und Rentamte Schongau und Zutheilung zu dem Bezirksamte, Landgerichte und Rentamte Landsberg betr. - ohne Datum (Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 33/1874, vom 11. Juli 1874, S. 400)

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Schongau am 1. Januar 1880 die Gemeinden Buching und Trauchgau an das Bezirksamt Füssen ab.Königlich Allerhöchste Verordnung, die Bestimmung der Gerichtssitze und die Bildung der Gerichtsbezirke betreffend. Vom 2. April 1879 (GVBl. S. 391)Königliche Allerhöchste Verordnung, den Bestand der Regierungsbezirke und Bezirksämter betreffend. Vom 19. Juni 1879 (GVBl. S. 678)

Am 1. Januar 1913 trat das Bezirksamt Schongau die Gemeinden Kohlgrub und Saulgrub an das Bezirksamt Garmisch ab.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich einheitlich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Schongau.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Die Gemeinde Bayersoien kam zum Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Gemeinden Apfeldorf, Epfach, Kinsau und Reichling kamen zum Landkreis Landsberg am Lech. Alle übrigen Gemeinden wurden dem Landkreis Weilheim i.OB zugeschlagen. Der Kreistag des neu geschaffenen Landkreises beschloss, den Namen mit Wirkung vom 1. Mai 1973 in Landkreis Weilheim-Schongau zu ändern.

Politik Landräte, bis 1939 Bezirksamtsvorstände Amtszeit Landrat Partei 1918 bis 1928Karl von Ungelter 1929 bis 1934Wilhelm Wagler 1935 bis 1937Karl Lippmann 1937 bis 1942/1945Ludwig Thoma 1942 bis 1945Joseph Schreiber 1945 bis 1946 Xaver Bauer 1. September 1946 bis 31. Dezember 1948 Franz Josef Strauß CSU 1. Januar 1949 bis 1970 Gustav Hilger CSU 1970 bis 1972 Manfred Blaschke CSU

Bei der Kreistagswahl am 28. April 1946 unterlag Franz Josef Strauß zwar seinem Gegenkandidaten Josef Hamberger, dieser wurde aber zugleich zum Landrat des Landkreises Augsburg gewählt und trat das Amt in Schongau nicht an. Die Wiederholungswahl am 31. August 1946 konnte Strauß für sich entscheiden.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 19.924 1885 18.020 1900 20.014 1910 22.612 1925 22.941 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 24.670 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 38.911 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 37.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 42.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Gemeinden

Die 24 Gemeinden des Landkreises Schongau vor der Gemeindereform. (abgerufen am 27. Juli 2010) Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben. mini|375px|Landkreis Schongau, Gemeindegrenzenkarte von 1961 frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Altenstadt Altenstadt Landkreis Weilheim-Schongau Apfeldorf Apfeldorf Landkreis Landsberg am Lech Bayersoien Bad Bayersoien Landkreis Garmisch-Partenkirchen Bernbeuren Bernbeuren Landkreis Weilheim-Schongau Birkland Peiting Landkreis Weilheim-Schongau Böbing Böbing Landkreis Weilheim-Schongau Burggen Burggen Landkreis Weilheim-Schongau Epfach Denklingen Landkreis Landsberg am Lech Hohenfurch Hohenfurch Landkreis Weilheim-Schongau Hohenpeißenberg Hohenpeißenberg Landkreis Weilheim-Schongau Kinsau Kinsau Landkreis Landsberg am Lech Peiting, Markt Peiting Landkreis Weilheim-Schongau Prem Prem Landkreis Weilheim-Schongau Reichling Reichling Landkreis Landsberg am Lech Rottenbuch Rottenbuch Landkreis Weilheim-Schongau Sachsenried Schwabsoien Landkreis Weilheim-Schongau Schönberg Rottenbuch Landkreis Weilheim-Schongau Schongau, Stadt Schongau Landkreis Weilheim-Schongau Schwabbruck Schwabbruck Landkreis Weilheim-Schongau Schwabniederhofen Altenstadt Landkreis Weilheim-Schongau Schwabsoien Schwabsoien Landkreis Weilheim-Schongau Steingaden Steingaden Landkreis Weilheim-Schongau Tannenberg Burggen Landkreis Weilheim-Schongau Wildsteig Wildsteig Landkreis Weilheim-Schongau Die Gemeinden Fronreiten, Lauterbach und Urspring wurden am 1. April 1939 zur Gemeinde Steingaden zusammengeschlossen.

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen SOG zugewiesen. Seit dem 16. September 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung wieder im Landkreis Weilheim-Schongau erhältlich.

Literatur Sigfrid Hofmann: Der Landkreis Schongau. Ein Heimatbuch. Verlag Bayerische Heimatbücher, München 1959.

Einzelnachweise

Schongau Schongau Schongau Kategorie:Aufgelöst 1972