mini|Italienischer Admiralstabschef (Vizeadmiral in besonderer Dienststellung) mit seinem Adjutanten (Korvettenkapitän) am 2. Juni 2006 in Rom (im Hintergrund ein Carabiniere). Die Dienstgrade der italienischen Streitkräfte werden durch das Parlament im Militärorganisationsgesetzbuch (Codice dell’ordinamento militare) festgelegt.Codice dell’ordinamento militare auf normattiva.it, Art. 626ff Es bestehen die Laufbahngruppen der Offiziere, der Unteroffiziere, der sogenannten Chargen und Mannschaften. Bei Offizieren und Unteroffizieren ist eine weitere Unterteilung in Dienstgradgruppen festgelegt. Auf Grund der NATO-Mitgliedschaft teilen Italiens Streitkräfte ihren Dienstgraden zu deren Vergleichbarkeit NATO-Rangcodes zu, die hier gemäß STANAG 2116 (7) angegeben sind.STANAG 2116 APersP-01, Edition A, Version 3, NATO codes for grades of military personnel, 16. Juni 2022, Seite B3
Heer
Nachstehende Rangabzeichen sind seit 1973 in Gebrauch. Offiziere NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer ÄquivalentUfficiali generali – Generale OF-9 Generale 50px General General General(Kriegsmobilmachung) OF-8 Generale di Corpo d’Armata(Tenente Generale) 50px Generalleutnant Generalleutnant Korpskommandant OF-7 Generale di Divisione(Maggior Generale) 50px Generalmajor Generalmajor Divisionär OF-6 Generale di Brigata(Brigadier Generale) 50px Brigadegeneral Brigadier BrigadierUfficiali superiori – Stabsoffiziere OF-5 Colonnello 50px Oberst Oberst Oberst OF-4 Tenente Colonnello 50px Oberstleutnant Oberstleutnant Oberstleutnant OF-3 Maggiore 50px Major Major MajorUfficiali inferiori – Hauptleute und (als Subalternoffiziere) Leutnante OF-2 Primo Capitano 50px Stabshauptmann - - OF-2 Capitano 50px Hauptmann Hauptmann Hauptmann OF-1 Tenente 50px Oberleutnant (wörtlich „Leutnant“) Oberleutnant Oberleutnant OF-1 Sottotenente 50px Leutnant (wörtlich „Unterleutnant“) Leutnant Leutnant
Die Dienstgrade werden zu drei Dienstgradgruppen zusammengefasst: Generale, Stabsoffiziere und eine Gruppe, in der die Hauptleute und Leutnante zusammengefasst sind. Der Dienstgrad Sottotenente bedeutet wörtlich Unterleutnant, der Tenente ist daher eigentlich Leutnant. Truppendienst-Offiziere des ruolo normale, die die Accademia Militare di Modena abgeschlossen haben, führen während ihrer Fachausbildung den Dienstgrad Sottotenente und werden kurz vor dem Abschluss der insgesamt fünfjährigen Offizierausbildung zum Tenente befördert. Die beiden genannten Dienstgrade erhalten, je nach Fachrichtung, auch Absolventen (Master) ziviler Hochschulen, die bei besonderem Bedarf direkt eingestellt werden. Bei den Fachoffizieren des ruolo speciale, die unter besonders fähigen Unteroffizieren ausgewählt werden (soweit sie die Hochschulreife haben und höchstens 34 Jahre alt sind), steht der Sottotenente nicht in direktem Zusammenhang mit einem Ausbildungsabschnitt.
Den Dienstgrad Primo Tenente (Oberleutnant) kannte das italienische Heer in der Vergangenheit ebenfalls. Der Stabshauptmann (Primo Capitano) ist eine periodisch wiederkehrende Erscheinung und wird derzeit nur sehr selten vergeben (zwölf Jahre im Dienstgrad Hauptmann und keine Beförderung zum Major).
Sanitätsoffiziere führen zu ihrem Dienstgrad den Zusatz medico. Generale in den Bereichen Sanitätswesen, technische Unterstützung, Logistik und Verwaltung führen unter bei Beibehaltung obiger Abzeichen folgende besondere Dienstgrade: Tenente Generale (Generalleutnant), Maggior Generale (Generalmajor) und Brigadier Generale (Brigadegeneral).
Der Brigadier Generale ist neueren Datums. Früher hatte der Maggior Generale nur einen Stern, der Tenente Generale zwei Sterne. Bis zum Ersten Weltkrieg waren Letztere zusammen mit dem ranghöchsten Generale d’Esercito („Heeresgeneral“, drei Sterne) als allgemeine Dienstgrade in Gebrauch. Die drei in obiger Liste genannten besonderen Generalsränge wurden von 1997 bis 2004 vorübergehend nochmals zum Standard für die Heeresgenerale, dann kehrte man mangels allgemeiner Akzeptanz wieder zur Unterscheidung zwischen besonderen und allgemeinen Generalsdienstgraden zurück. Die Bezeichnung der allgemeinen Generalsränge nach den Großverbänden, die die jeweiligen Generale befehligen können, ist beispielsweise auch in Frankreich üblich, mit dem Brigadegeneral ansatzweise auch in Deutschland und vielen anderen Staaten. Letzterem folgt hier also der wörtlichen Übersetzung zufolge der „Divisionsgeneral“ und der „(Armee-)Korpsgeneral“. Die Begriffe ähneln im Übrigen denen der Schweiz.
Typisches Erkennungszeichen italienischer Generale ist die sogenannte greca, ein aus Sardinien-Piemont stammendes Mäanderornament, das in der Vergangenheit Kopfbedeckungen und Kragen zierte und mit der Reform von 1973 als Element des Dienstgradabzeichens eingeführt wurde. Davor waren die Generalsterne auf silbernem Grund. Im Zug der Reform von 1973 erhielten die Dienstgradabzeichen der Stabsoffiziere die Corona muralis, eine Mauerkrone, statt der vorigen Tresse um den Rand der Schulterklappen. Während des Zweiten Weltkrieges hatten die Offiziere Dienstgradabzeichen an den Ärmeln, die denen der Marine und der Luftwaffe ähnelten und heute noch an den dunklen Galauniformen zu sehen sind. Eine Besonderheit bei den Dienstgraden der Offiziere stellt die mögliche rote Umrandung der Sterne dar. Haben alle Sterne eine rote Umrandung, führt der entsprechende Offizier auch eine Einheit oder einen Verband. Ist der oberste Stern rot umrandet, hat der Offizier eine besondere Dienststellung inne. Dieser rot umrandete Stern ist jeweils der des nächsthöheren Dienstgrads, der dabei jedoch nicht vergeben wird. Bekanntestes Beispiel ist der Generalleutnant in besonderer Dienststellung, der zu seinen drei eigentlichen Sternen den vierten funktionalen, rot umrandeten Stern hat (und dennoch OF-8 ist). In der Regel handelt es sich dabei um den Generalstabschef des Heeres, um den Generalsekretär des Verteidigungsministeriums oder um Generalleutnante, die bei der NATO oder in anderen Bereichen die Aufgaben eines Viersternegenerals übernehmen. Der 1997 eingeführte Dienstgrad Generale (OF-9) ist dem Generalstabschef der Streitkräfte vorbehalten. Wird Letzterer noch Vorsitzender des Militärausschusses der NATO oder der EU, kann es ausnahmsweise auch mehr als einen Viersternegeneral geben. Dieser Dienstgrad ersetzt den nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschafften Armeegeneral (Generale d’Armata). Der Dienstgrad Marschall von Italien wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls abgeschafft und nie mehr eingeführt.
Für Offizieranwärter der Accademia Militare di Modena gibt es eigene Dienstgradabzeichen. Grundlage bildet die Abkürzung AU (Allievo Ufficiale), dazu können noch bis zu drei Winkel kommen. Die Bezeichnung Fähnrich (Alfiere) wird nur für Fahnenträger verwendet. Für die Dienstgradabzeichen der Kadetten der beiden Militärgymnasien in Mailand und Neapel werden ebenfalls Abkürzungen verwendet.
Unteroffiziere NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer ÄquivalentRuolo marescialli – Höhere Unteroffiziere OR-9 Primo Luogotenente 50px Oberstabsfeldwebel (Feldwebelleutnant) Vizeleutnant Chefadjutant OR-9 Luogotenente 50px Oberstabsfeldwebel (Feldwebelleutnant) Vizeleutnant Chefadjutant OR-9 Primo Maresciallo 50px Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Hauptadjutant OR-9 Maresciallo Capo 50px Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Stabsadjutant OR-8 Maresciallo Ordinario 50px Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier OR-8 Maresciallo 50px Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant UnteroffizierRuolo sergenti – Sergeanten OR-7 Sergente Maggiore Aiutante 50px Hauptfeldwebel Stabswachtmeister Hauptfeldweibel, Fourier OR-7 Sergente Maggiore Capo 50px Hauptfeldwebel Stabswachtmeister Hauptfeldweibel, Fourier OR-6 Sergente Maggiore 50px Oberfeldwebel, Feldwebel Oberwachtmeister Feldweibel OR-5 Sergente 50px Stabsunteroffizier, Unteroffizier Wachtmeister Oberwachtmeister, Wachtmeister
Die Unteroffiziere teilen sich in zwei Dienstgradgruppen: Die Marescialli (wörtl. „Marschälle“) inklusive der Luogotenenti („Leutnantstellvertreter“, eigentlich älteres Italienisch für „Leutnant(e)“) entsprechen formal den deutschen Unteroffizieren mit Portepee. Die Sergenti gelten quasi als Unteroffiziere ohne Portepee, obwohl sie laut NATO-Rangcode und gemäß ihrer Aufgabenstellung eher den deutschen Feldwebeldienstgraden gleichkommen. Früher konnte man mit einem Volksschulabschluss nach etwa acht Jahren in den Dienstgraden Sergente und Sergente Maggiore (zum Beispiel als stellvertretender Zugführer) seinen Weg als Portepee-Unteroffizier fortsetzen. Mitte der 1990er Jahre wurden die beiden Dienstgradgruppen voneinander abgekoppelt. Zivilisten mit Hochschulreife können sich seitdem für einen Direkteinstieg in die Maresciallo-Laufbahn bewerben. Die Ausbildung findet an der Unteroffiziersschule in Viterbo statt. Daneben ist dort in Zusammenarbeit mit der Universität Tuscia ein dreijähriger Bachelor-Studiengang in Wirtschafts- und Organisationswissenschaften zu absolvieren. In der Regel erfolgt nach dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres die Beförderung zum Maresciallo, nach zwei weiteren Jahren die zum Maresciallo Ordinario. Diese Portepee-Unteroffiziere übernehmen als Zugführer und Spezialisten Aufgaben, die früher fast ausschließlich Offizieren vorbehalten waren. Aus diesem Grund werden sie oft mit Warrant Officers verglichen oder tauchen als solche in NATO-Rangcodes und Pressemeldungen auf. Italien kennt jedoch keine Laufbahn zwischen den Unteroffizieren und den Offizieren, es gibt auch keinen Warrant oder sonstige Patente des Staatsoberhaupts, die einen offizierähnlichen Status verleihen. Um diesen Umständen Rechnung zu tragen, wurden den Maresciallo-Dienstgraden die NATO-Rangcodes OR-8 und OR-9 zugeteilt, nicht jedoch die Codes WO 1 bis 5.
Im Zug der Laufbahnreform wurden die Maresciallo-Dienstgrade wie folgt umbenannt:
Alter Dienstgrad Neuer Dienstgrad Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent Aiutante di Battaglia Luogotenente Oberstabsfeldwebel Vizeleutnant Chefadjutant (Aiutante di Battaglia) Primo Maresciallo Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Hauptadjutant Maresciallo Maggiore Maresciallo Capo Oberstabsfeldwebel Offiziersstellvertreter Stabsadjutant Maresciallo Capo Maresciallo Ordinario Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier Maresciallo Ordinario Maresciallo Stabsfeldwebel Oberstabswachtmeister Adjutant Unteroffizier
Vor der Reform waren nach STANAG 2116 die unteren drei Maresciallo-Dienstgrade dem deutschen Hauptfeldwebel gleichgestellt, der Aiutante di Battaglia, ein nur in Kriegszeiten vergebener Dienstgrad, dem Stabs- und Oberstabsfeldwebel. Vor der Reform der Abzeichen im Jahr 1973 wurden die Streifen auf den Schulterklappen vertikal getragen.
Die Sergeanten, die um einen Dienstgrad aufgestockt wurden (Sergente Maggiore Capo), sind zwar weiterhin Unteroffiziere, bilden jedoch de facto mit den Mannschaften und den Chargen eine Gruppe und sind deren Laufbahnziel. Ein Aufstieg in die gehobene Unteroffizierslaufbahn ist bei Bewährung und Bestehen eines Auswahlverfahrens möglich. In diesem Fall wird die weitere Ausbildung verkürzt.
Chargen NATO-Rangcode Italienischer Dienstgrad Abzeichen Deutsches Äquivalent Österreichisches Äquivalent Schweizer Äquivalent OR-4 Graduato Aiutante 50px Stabskorporal Zugsführer Korporal OR-4 Primo Graduato 50px Korporal Zugsführer Korporal OR-4 Graduato Capo 50px Oberstabsgefreiter Zugsführer Korporal OR-4 Graduato Scelto 50px Stabsgefreiter Zugsführer Korporal OR-4 Graduato 50px Stabsgefreiter Zugsführer Korporal