mini|Sergei Tchoban, 2018 Sergei Tchoban (, ; * 9. Oktober 1962 in Leningrad) ist ein deutscher Architekt und Künstler russischer Abstammung. Er ist geschäftsführender Gesellschafter des Architekturbüros Tchoban Voss Architekten und Gründer der Tchoban Foundation, die seit 2013 im dafür errichteten Museum für Architekturzeichnung in Berlin ihren Sitz hat.

Leben Sergei Tchoban wurde in Leningrad in eine Familie von Wissenschaftlern geboren. Sein Vater, Enwer Abdurachmanowitsch Tschoban, war Physiker und Professor der Polytechnischen Universität, seine Mutter, Irina Solomonowna Tschoban, war ebenda als Ingenieurin für Turbinen tätig. Auch sein Großvater, Solomon Abramowitsch Kantor war Professor der Polytechnischen Universität.

Von 1973 bis 1980 besuchte Tchoban die Mittelkunstschule der Akademie der Künste, von 1980 bis 1986 studierte er an der Architekturfakultät des Staatlichen Akademischen Repin-Instituts für Malerei, Bildhauerei und Architektur (Klasse von Sergei Speranski und Walerian Wolonsewitsch). Nach dem Studium arbeitete er in der Architekturwerkstatt von Weniamin Fabrizkij, bis er 1989 seine Tätigkeit als freier Architekt in Leningrad aufnahm.

Im Jahre 1991 zog Tchoban nach Deutschland und erhielt die deutsche Staatsangehörigkeit, womit er die russische Staatsangehörigkeit abgab. 1992 wurde er im Hamburger Büro Nietz Prasch Sigl angestellt, in dem er 1995 Partner wurde und daraufhin die Berliner Dependance übernahm. Das Büro firmierte sich 1996 zunächst in nps und partner Architekten BDA um, 2003 in nps tchoban voss Architekten und erhielt nach der Neugründung in 2017 den heutigen Namen TCHOBAN VOSS Architekten.

Nach Tchobans Entwürfen realisierte das Architekturbüro in Berlin eine Vielzahl von Projekten, unter anderem das Holz-Hybrid-Büroensemble EDGE Suedkreuz Berlin,https://www.archdaily.com/983619/edge-suedkreuz-berlin-brings-hybrid-timber-construction-to-a-new-scale-and-vision das Holz-Hybrid Bürogebäude Dockyard Berlin,https://www.archdaily.com/1032968/dockyard-hybrid-office-building-tchoban-voss-architekten die Neubebauung Rosenthaler Straße 43–45 mit dem Apple Store Rosenthaler Straße,https://www.archdaily.com/983394/rosenthaler-strasse-building-tchoban-voss-architekten den TechnoCampus Berlin,https://technocampus.de/ die Bürogebäude Greifswalder Straße 226 und Boxhagener Straße 80, die Coca-Cola Deutschlandzentrale, das Quartier LP 12 – Mall of Berlin, das Jüdische Kulturzentrum und Synagoge Chabad Lubawitsch in der Münsterschen Straße, das Hotel nhow Berlinhttps://www.dezeen.com/2011/07/18/nhow-hotel-berlin-by-nps-tchoban-voss/, das Museum für Architekturzeichnung,http://www.tchoban-foundation.de/1-0-Home.html eine Vielzahl von Wohngebäuden, darunter Living Levels, Ackerstraße 29, das Königstadt-Quartier, Embassy-Wohnen am Köllnischen Park,https://tchobanvoss.de/de/projects/embassy-wohnen-am-koellnischen-park 3 Höfe oder Schoenegartenhttps://tchobanvoss.de/de/projects/schoenegarten sowie Revitalisierungsprojekte wie Ernst-Reuter-Platz 6,https://www.dbz.de/artikel/dbz_Ernst-Reuter-Platz_6_Berlin-3679153.html Blissestraße 5 oder das Neue Kranzler Eckhttps://tchobanvoss.de/de/projects/neues-kranzler-eck.

Sergei Tchoban ist Zeichner und Sammler von Architekturzeichnungen. Mit dem Ziel, das öffentliche Interesse an der Kunst der Architekturzeichnung zu beleben, gründete er 2009 die Stiftung Tchoban Foundation,http://www.tchoban-foundation.de/1-0-Home.html die das 2013 eröffnete Museum für Architekturzeichnung in Berlin trägt. 2020 war Tchoban Präsident der American Society of Architectural Illustrators (ASAI)https://asai.org/sergei-tchoban-2020-asai-presidenthttps://asai.org/, deren Mitglied er bereits seit 1992 ist. Seine Zeichnungen wurden weltweit in zahlreichen Museen und Galerien ausgestellt und befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Victoria and Albert Museum in London, der Albertina in Wien, dem Museu Oscar Niemeyer in Curitiba, dem Museo della Grafica in Pisahttps://museodellagrafica.sma.unipi.it/, dem Istituto Centrale per la Grafica in Romhttps://www.grafica.beniculturali.it/, der Akademie der Künste und dem Mies van der Rohe – Haus in Berlin, dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main sowie in zahlreichen Privatsammlungenhttps://sergeitchoban.com/biography/.

Tchoban ist Mitglied im Bund Deutscher Architektinnen und Architekten sowie den Architektenkammern in Hamburghttps://www.akhh.de/ und Berlin.https://www.ak-berlin.de/

2018 wurde Sergei Tchoban für sein Gesamtwerk mit dem European Prize for Architecture des Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design ausgezeichnet.https://www.chi-athenaeum.org/laureates-page/2018/09/10/european-prize-for-architecture-2018/

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Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Mitglied des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Kategorie:Russe Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Mann