Bad Peterstal-Griesbach ist eine Gemeinde mit Einwohnern () im baden-württembergischen Ortenaukreis im Regierungsbezirk Freiburg.
Geographie Geographische Lage Bad Peterstal-Griesbach liegt auf bis Meter Höhe im oberen Renchtal im badischen Schwarzwald.
Gemeindegliederung Bad Peterstal-Griesbach besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Bad Griesbach und Bad Peterstal (Renchtal). Zur Gemeinde gehören 51 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.
Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Norden an Baiersbronn, im Osten an Bad Rippoldsau-Schapbach (beide im Landkreis Freudenstadt), im Süden an Oberwolfach, im Südwesten an Oberharmersbach und im Westen an die Stadt Oppenau.
Im Gemeindeteil Bad Griesbach lagen die in Bad Griesbach aufgegangene Ortschaft Döttelbach, die im Ort Wilde Rench aufgegangenen Ortschaften Herbstwasen und Hinterer Heidenbühl, das in Breitenberg aufgegangene Holzbühl sowie die abgegangenen Ortschaften Mühlbach und Wüstenbach.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd. 7. Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer. Stuttgart 1982, S. 405–407. ISBN 3-17-007174-2
Die ehemalige Gemeinde Bad Griesbach ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und dem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.
Geschichte mini|Das Bad Petersthal um 1660 (Darstellung von Matthäus Merian) Anfänge Die beiden Orte, die heute eine Gemeinde bilden, gehörten seit dem Ende des 14. Jahrhunderts zum Erzstift Straßburg, wo sie der Herrschaft Oberkirch zugeordnet waren.
19. und 20. Jahrhundert Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fielen sie 1803 an das Kurfürstentum (1803–1806), das spätere Großherzogtum (ab 1806) Baden, wo sie dem Bezirksamt Offenburg, aus dem 1939 der Landkreis Offenburg wurde, zugeteilt waren. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, kamen beide Gemeinden zum neuen Ortenaukreis. Am 1. Juli 1973 wurde die vordem selbständige Gemeinde Bad Griesbach nach Bad Peterstal-Griesbach (Umbenennung von Bad Peterstal (Renchtal)) eingemeindet.
Der Barockautor Grimmelshausen, der zeitweise in Renchen und Gaisbach im Schwarzwald lebte, ließ seine Romanfigur Simplicissimus mehrere Jahre an einem „Sauerbrunnen“ im Schwarzwald verweilen, womit Peterstal gemeint ist.
Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungsentwicklung von Bad Peterstal-Griesbach
Nachfolgend aufgelistet sind die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.
Jahr Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 2437 1. Dezember 1880 ¹ 2578 1. Dezember 1890 2533 1. Dezember 1900 ¹ 2527 1. Dezember 1910 ¹ 2574 16. Juni 1925 ¹ 2597 16. Juni 1933 ¹ 2542 17. Mai 1939 ¹ 2525 13. September 1950 ¹ 2787 6. Juni 1961 ¹ 3094 Jahr Einwohner 27. Mai 1970 ¹ 3330 1985 3256 31. Dezember 1990 3225 31. Dezember 1995 3148 31. Dezember 2000 2950 31. Dezember 2005 2853 31. Dezember 2010 2698 31. Dezember 2015 2745 31. Dezember 2020 2744 31. Dezember 2024 2583
Unterzeichnung der ersten badischen Verfassung Im Jahre 1818 unterzeichnete Großherzog Karl im heutigen Ortsteil Bad Griesbach die erste badische Verfassung.
Religion In beiden Ortsteilen gibt es eine katholische Kirche. Die ehemals selbständigen Kirchengemeinden bilden heute mit Oppenau die Seelsorgeeinheit „Oberes Renchtal“. Im Ortsteil Bad Peterstal befindet sich eine evangelische Kirche. Die zugehörige Kirchengemeinde teilt sich die Pfarrstelle mit der Nachbargemeinde Oppenau.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Bad Peterstal-Griesbach besteht aus zwölf Mitgliedern und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis.
Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands38,3541,65SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands25,6320,63FWFreie Wählervereinigung18,8219,22BVBürgervereinigung17,3218,62gesamt100,012100,012Wahlbeteiligung in Prozent65,1 %63,5 %
Bürgermeister 1982–1990: Gerold Mayer 1990–1994: Otto Stecher 1994–2010: Johann Keller 2010 bis heute: Meinrad Baumann
Wappen
Patenschaften Ein Fahrzeug der Ortenau-S-Bahn trägt den Namen Bad Peterstal-Griesbach.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke mini|Katholische Kirche in Bad Griesbach, links daneben das Schulhaus mini|Bad Peterstal, Schlüsselbad und St. Peter u. Paul mini|hochkant|Brunnentempel der Sophienquelle in Bad Peterstal mini|Glaswaldsee
Haberer-Turm. Der 16 m hohe Aussichtsturm im Ortsteil Bad Griesbach wurde 1899 zu Ehren von Medizinalrat Albert Haberer (1828–1893), dem Förderer der Renchtalbäder, auf dem 500 m südöstlich gelegenen hohen Kreuzkopf errichtet.Haberer-Turm auf schwarzwald-tourismus.info Kapelle St. Anna Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul (Ortsteil Bad Peterstal). Die Kirche wurde 1807 im klassizistischen Stil erbaut. Von 1923 bis 1927 wurde sie umfassend erweitert und im neoklassizistischen Stil umgebaut. Der Glockenturm steht seitlich vom Langhaus, der Haupteingang wird durch Säulen und Dreiecksgiebel betont; eines der besten Beispiele für Kirchen im Stil des Neoklassizismus in Baden-Württemberg. Die Altäre, das sind der Apostelfürsten- und der Magdalenenaltar sowie der Kreuzaltar mit der Darstellung Norberts von Xanten, entstammen der Kirche des ehemaligen Klosters Allerheiligen. Pavillon Bad Griesbach (Ort der Unterzeichnung der ersten badischen Verfassung) Röschenschanze Schlüsselbadklinik (derzeit geschlossen) Schwedenschanze (Zuflucht) Sophienquelle
Grünflächen und Naherholung Kurpark Bad Griesbach Kurpark Bad Peterstal
Naturdenkmäler Klagstein Naturschutzgebiet See-Ebene Teufelskanzel
Sport FIS Rollerski Weltcup Austragungsort Sommerskisprungsschanze (Ortsteil Bad Griesbach) Sportplatz (Ortsteil Bad Peterstal)
Regelmäßige Veranstaltungen Großer Zapfenstreich der Bürgermilizkapelle Bad Peterstal Peter-und-Pauls-Fest, ein Patronatsfest Sommernachtsfest des Musikvereins Bad Griesbach
„Premiumwanderort“ Das Deutsche Wanderinstitut e. V. hat Bad Peterstal-Griesbach 2017 als ersten sogenannten „Premiumwanderort“ in Deutschland zertifiziert. Bad Peterstal-Griesbach verfügt über drei Premiumwanderwege: Wiesensteig, Peterstaler Schwarzwaldsteig und Himmelssteig.
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen mini|Nutzfahrzeug „Platten“ Ortsteil Bad Peterstal MULAG Fahrzeugwerk Heinz Wössner GmbH u. Co. KG Peterstaler Mineralquellen GmbH Treyer Paletten GmbH
Ortsteil Bad Griesbach Griesbacher Mineral- und Heilquellen GmbH Hotel Dollenberg Meinrad Schmiederer e. K., 5-Sterne-Hotel Schwarzwald-Sprudel GmbH
Ehemalige Unternehmen Ernst Platten & Söhne KG (1950–2002), Fahrzeuge der Marke Platten Freyersbacher Schwarzwaldquellen GmbH & Co. KG (bis 2013)
Bildung In Bad Peterstal gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, während Bad Griesbach über eine reine Grundschule verfügt.
Verkehr mini|Triebwagen im Bahnhof Bad Griesbach
Beide Ortsteile besitzen jeweils einen Haltepunkt an der Renchtalbahn nach Appenweier, über die sie an das überregionale Schienennetz angebunden sind. Die Regionalbahnen der SWEG verkehren im Zweistundentakt, der Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten auf einen Stundentakt verdichtet wird.
Die Bundesstraße 28 durchquert beide Ortsteile. Omnibusverbindungen sind durch die regionale DB-Tochter SüdwestBus gegeben.
Söhne und Töchter der Gemeinde Joseph Kimmig (1909–1976), Dermatologe und Hochschullehrer Claus Rolfs (* 1941), Experimentalphysiker Stephan Stroux (* 1945), Schauspieler und Regisseur Christian Bassemir (* 1956), Feldhockeyspieler und Olympiateilnehmer 1984
Literatur
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach
Einzelnachweise
Kategorie:Kurort in Baden-Württemberg Kategorie:Gemeindegründung 1973