Der Landkreis Bogen gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Niederbayern. Er bestand von 1939 bis zum 30. Juni 1972. Sein Vorläufer, das Bezirksamt Bogen, wurde 1862 gegründet.

Bis zu seiner Auflösung umfasste der Landkreis weniger als die 45 unten aufgeführten Gemeinden, da es zwischen 1970 und 1972 schon einige freiwillige Zusammenschlüsse gab.

Geographie

Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren die Stadt Bogen, die Märkte Mitterfels und Schwarzach, sowie Hunderdorf.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte im Uhrzeigersinn 1972 im Nordwesten beginnend an die Landkreise Roding, Cham, Kötzting, Viechtach, Deggendorf, Straubing und Regensburg.

Geschichte

Landgericht 1839 wurde infolge der Verwaltungsreform des Königreichs Bayern von 1838 das Landgericht Bogen errichtet. Diesem wurden Gemeinden aus den umliegenden Landgerichtsbezirken zugeordnet.

Bezirksamt Dem 1882 gebildeten Bezirksamt Bogen wurden die Verwaltungsaufgaben der Landgerichte (älterer Ordnung) Bogen und Mitterfels übertragen.

Landkreis Mit der 3. Verordnung über den Neuaufbau des Reiches vom 28. November 1938 wurde die Umbenennung aller bayerischen Bezirksämter in Landratsamt und der Bezirksamtmänner in Landräte bestimmt. So wurde am 1. Januar 1939 aus dem Bezirksamt Bogen der Landkreis Bogen.

Am 1. Juli 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern der Landkreis Bogen bis auf die Gemeinde Bernried, die zum Landkreis Deggendorf kam, mit einigen Gemeinden der Landkreise Mallersdorf und Regensburg sowie dem größten Teil des Landkreises Straubing zum neuen Landkreis Straubing-Bogen zusammengefasst.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Einwohnerentwicklung JahrVor 1939 Bezirksamt Bogen Einwohner Quelle 1864 30.143 1885 32.227 1900 31.553 1910 31.927 1925 32.330 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 31.561 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1946 41.974 1950 39.893 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 35.200 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 38.100 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Bezirksamtsvorstände und Landräte

1918–1920: Michael Jobst 1920–1923: Friedrich Haenle 1923–1930: Friedrich Schreck 1930–1934: Emil Böhmer 1935–1945: Friedrich Höllerer, vom 10. Mai 1945 bis 9. Oktober 1945 von der amerikanischen Militärregierung ernannter kommissarischer Landrat, von April 1942–1945 wegen Abordnungen vertreten durch den Straubinger Landrat Franz Müller 1945: Ernst Falkner (CSU) 1948–1972: Franz Xaver Hafner (CSU), 1972–1978: Landrat Straubing-Bogen

Gemeinden mini|375px|Landkreis Bogen, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Albertsried (Schwarzach) Ascha Au vorm Wald (Hunderdorf) Auggenbach (Konzell) Bärnzell (Ascha) Bernried, jetzt Landkreis Deggendorf Bogen Bogenberg (Bogen) Dachsberg (Haselbach) Degernbach (Bogen) Eggerszell (Rattiszell) Elisabethszell (Haibach) Sankt Englmar Falkenfels Gaishausen (Hunderdorf, teilw. Mitterfels) Geraszell (Wiesenfelden) Gittensdorf (Loitzendorf) Gossersdorf (Konzell) Gschwendt (Ascha) Haibach Haselbach Haunkenzell (Rattiszell) Heilbrunn (Wiesenfelden) Herrnfehlburg (Rattiszell) Hunderdorf Irschenbach (Haibach) Konzell Landasberg (Haibach) Landorf (Stallwang) Loitzendorf Maiszell (Rattiszell) Mariaposching Mitterfels Neukirchen Niederwinkling Oberalteich (Bogen) Obermühlbach (Neukirchen) Perasdorf Pfelling (Bogen) Pilgramsberg (Rattiszell) Prünstfehlburg (Haibach) Rattenberg Rattiszell Saulburg (heute teilw. zu Wiesenfelden und Kirchroth) Scheibelsgrub (Mitterfels) Schönstein (Stallwang) Schwarzach Siegersdorf (Rattenberg) Stallwang Steinburg (Hunderdorf) Waltendorf (Niederwinkling) Wiesenfelden Windberg Zinzenzell (heute teilw. zu Wiesenfelden und Stallwang)

Gemeindefreie Gebiete Am 1. Oktober 1966 gab es im Landkreis zwei gemeindefreie Gebiete mit einer Fläche von zusammen 634,32 ha, was 1,2 % der Landkreisfläche entsprach:

Böbracher Staatswald, 206,26 ha Schwarzacher Hochwald 428,06 ha

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BOG zugewiesen. Es wurde bis zum 23. August 1974 ausgegeben. Aufgrund der Kennzeichenliberalisierung ist diese Buchstabenfolge seit dem 2. Juli 2018 erneut möglich.

Literatur Franz Xaver Hafner: Der Landkreis Bogen. Rückschau auf 18 Jahre Arbeit und Aufbau seit der Währungsreform, insbesondere auf die Leistungen in der abgelaufenen Verwaltungsperiode vom 1. Mai 1960 – 30. April 1966. Landratsamt, Bogen 1968.

Einzelnachweise

Bogen Kategorie:Geschichte (Landkreis Straubing-Bogen) Bogen Kategorie:Aufgelöst 1972