Der Landkreis Mallersdorf gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Niederbayern. Der Sitz des Landratsamtes befand sich im Kreishauptort Mallersdorf. Das ehemalige Gebiet des Landkreises gehört heute zu den Landkreisen Dingolfing-Landau, Landshut und Straubing-Bogen in Niederbayern sowie zum Landkreis Regensburg in der Oberpfalz.
Geographie Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Mallersdorf, Geiselhöring, Schierling, Ergoldsbach und Neufahrn in Niederbayern.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Regensburg, Straubing, Dingolfing, Landshut, Rottenburg an der Laaber und Kelheim.
Geschichte Landgericht 1840 wurde als Folge der Verwaltungsreform des Königreichs Bayern von 1838 das Landgericht Mallersdorf errichtet. Diesem wurden Gemeinden aus den umliegenden Landgerichtsbezirken zugeordnet.
Bezirksamt Das Bezirksamt Mallersdorf folgte im Jahr 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Mallersdorf.
1875 wurde das Bezirksamt Mallersdorf um Gemeinden des Bezirksamtes Rottenburg an der Laaber vergrößert. Am 1. Januar 1891 wechselten Gemeinden des Bezirksamtes Rottenburg an der Laaber ins Bezirksamt Mallersdorf.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die einheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Mallersdorf.
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Mallersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Die Gemeinden Bayerbach bei Ergoldsbach, Ergoldsbach, Greilsberg, Langenhettenbach, Neufahrn in Niederbayern, Prinkofen und Winklsaß kamen zum Landkreis Landshut. Die Gemeinden Allkofen, Eitting, Geiselhöring, Grafentraubach, Graßlfing, Greißing, Haader, Hadersbach, Haindling, Hainsbach, Hirschling, Hofkirchen, Laberweinting, Mallersdorf, Niederlindhart, Oberhaselbach, Pfaffenberg, Sallach, Upfkofen, Wallkofen und Weichs kamen zum Landkreis Straubing-Bogen. Der ehemalige Kreishauptort Mallersdorf wurde dabei mit Pfaffenberg zum Markt Mallersdorf-Pfaffenberg vereinigt. Die Gemeinden Martinsbuch, Mühlhausen und Süßkofen kamen zum Landkreis Untere Isar (ab dem 1. Mai 1973 Dingolfing-Landau). Die Gemeinden Buchhausen, Eggmühl, Inkofen, Mannsdorf, Oberdeggenbach, Pinkofen, Schierling, Unterlaichling und Zaitzkofen kamen zum Landkreis Regensburg.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 18.087 1885 20.499 1900 22.961 1910 24.773 1925 25.115 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 24.852 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 35.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 30.100 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 29.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Gemeinden Vor dem Beginn der Gebietsreform umfasste der Landkreis Mallersdorf in den 1960er Jahren 46 Gemeinden:Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mini|375px|Landkreis Mallersdorf, Gemeindegrenzenkarte von 1961
Mehrere Gemeinden verloren bis 1964 ihre Eigenständigkeit: Feuchten, 1964 zu Bayerbach bei Ergoldsbach Gerabach, am 1. Januar 1946 zu Bayerbach bei Ergoldsbach Haimelkofen, am 1. Januar 1946 zu Hofkirchen, heute zu Laberweinting Osterham, am 1. Januar 1946 zu Hofkirchen, heute zu Laberweinting Pullach, am 1. Januar 1964 zu Wallkofen, heute zu Geiselhöring
Gemeindefreie Gebiete
1956 gab es im Landkreis Mallersdorf die gemeindefreien Gebiete Brunnleite, Buch- und Fuchsenholz, Ellenbach, Gallusbucher Forst, Hainsbacher Forst m. Wissingerholz, Hayholz (Hayforst), Osterholz mit Ziegelstadelholz.
In den Jahren 1960 bis 1966 wurden 187,35 ha gemeindefreies Gebiet eingegliedert.
Am 1. Oktober 1966 gab es im Landkreis vier gemeindefreie Gebiete mit einer Fläche von zusammen 1567,14 ha, was 3,9 % der Landkreisfläche entsprach:
Ellenbach, 226,60 ha Gallusbucher Forst, 79,25 ha Hainsbacher Forst, 500,15 ha Hayforst, 761,14 ha
Bezirksamtsvorstände und Landräte
1. Juli 1862 – 1870: Martin Zierer 1870: Karl Schönchen 1879: Ludwig Heß 1890: Eugen Crusilla 1894: Max Hausladen 1897: Nikolaus Cottel 1902: Karl Pracher 1905: Lorenz Grill 1909: Otto Speth 1914: Karl Maier 1918–1920: Otto Barbarino 1920–1924: Georg Wissel 1925–1927: Georg Bauer 1927–1933: Wilhelm Hetzel 1933–1936: Alfred Mauerer 1937: Ernst Döring 1938–1941: Michael Breu 1941–1945: vakant 1945: Hermann Hartenbach, Bankdirektor 1946: Franz Burkhard Backmund, am 11. Juli 1946 durch Verkehrsunfall ums Leben gekommen 1946: Rupert Babel, bis 31. Oktober 1946 bis Frühjahr 1947, Leitung der Amtsgeschäfte durch Oberinspektor Wittmann Frühjahr 1947 – 12. September 1947: Franz Höferer, Jahrgang 1893, ehem. Zollinspektor 13. September 1947 – 1964: Alois Maier aus Helmprechting 1964–1970: Josef Wallner 1970–1972: Ludwig Meyer (CSU)
Quelle: Alois Lederer, Einige Landräte hatten nur eine kurze Amtszeit;
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen MAL zugewiesen. Es wurde bis zum 3. August 1974 ausgegeben. Seit dem 25. Juli 2014 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung wieder im Landkreis Landshut erhältlich. Seit dem 2. Juli 2018 wird es auch im Landkreis Straubing-Bogen ausgegeben.
Einzelnachweise
Mallersdorf Kategorie:Geschichte (Landkreis Straubing-Bogen) Mallersdorf Kategorie:Aufgelöst 1972