mini|Die von den Österreichischen Draukraftwerken in Auftrag gegebene und mittlerweile im Gebäude an der Kohldorfer Straße 98 in Klagenfurt. (2014) mini|Mahringers Grab auf dem Friedhof der Pfarrkirche St. Georgen im Gailtal Anton Mahringer (* 26. September 1902 in Neuhausen auf den Fildern, Baden-Württemberg, Deutsches Reich; † 29. Dezember 1974 in Nötsch im Gailtal, Kärnten, Österreich) war ein österreichischer Maler, der im Speziellen für seine Landschaftsaquarelle bekannt ist. Neben Sebastian Isepp, Anton Kolig und Franz Wiegele zählte Mahringer zum Nötscher Kreis.

Leben Kindheit, Schulbildung und Lehre Anton Mahringer wurde am 26. September 1902 als drittes von sieben Kindern in Neuhausen auf den Fildern bei Stuttgart geboren. Sein Vater, Johann Alois Mahringer, der aus einer ebenso kinderreichen Familie, die auf dem Härtsfeld in der Schwäbischen Alb einen Bauernhof bewirtschaftete, stammte, war als Volksschullehrer in Neuhausen tätig. Die väterlichen Ahnen stammen wiederum aus Oberösterreich; ein von dort stammender Sebastian Maringer hatte im Jahre 1685 in den schwäbischen Bauernhof eingeheiratet. Seine Mutter, Pauline Mahringer, geborene Bauer, war die einzige Tochter des Gasthofbesitzers Zur Post in Neuhausen. Mit ihrer verwitweten Mutter arbeitete sie in der lokalen Postagentur. Im Jahre 1904 zog er mit seinen Eltern und seinen Geschwistern nach Schwäbisch Gmünd, nachdem der Vater im zweiten Bildungsweg an der Technischen Hochschule in Stuttgart die Ausbildung zum Fach- und Gewerbelehrer absolviert hatte und eine Stelle als Lehrer an der hier ansässigen Gewerbeschule und Fachschule für Goldschmiede erhielt. In späteren Jahren wurde sein Vater sogar zum Gewerbeschulrat ernannt.

Als er gerade sieben Jahre alt war, starb seine Mutter 33-jährig infolge einer Totgeburt des achten Kindes. Nach der Volksschule besuchte Anton Mahringer das Realgymnasium in Schwäbisch Gmünd. Durch die Lehrtätigkeit seines Vaters an der Fachschule für Goldschmiede bekam er bereits in dieser Zeit die Gelegenheit an Malkursen teilzunehmen. Sein Vater übernahm in den Folgejahren zunehmend auch politische Ämter und war unter anderem Fraktionsführer der christlichen Zentrumspartei, sowie später auch Stadtrat und stellvertretender Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd. Nach dem Abschluss des Realgymnasiums mit Abitur begann er im Jahre 1921 eine nur kurzweilige Tätigkeit beim Stuttgarter Zollamt. In ebendiesem Jahr erlitt er bei einem Sportunfall eine Knieverletzung, auf die eine langwierige Kniegelenksentzündung folgte. Nach einer weiteren Knieoperation im Jahre 1922, nach der er ein lebenslänglich steifes Bein hatte, musste Mahringer seine Ausbildung am Zollamt aus gesundheitlichen Gründen beenden und begann eine Banklehre in Schwäbisch Gmünd. Nebenbei besuchte er weiterhin Malkurse an der Fachschule für Goldschmiede und knüpfte zu ebendieser Zeit erste Kontakte zu lokalen Künstlern.

Aufnahme an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule und Wechsel an die Stuttgarter Akademie Im Jahre 1924 beendete er nach abgeschlossener zweijähriger Lehrzeit seine Bankkarriere und schaffte unter Rektor Bernhard Pankok die Aufnahme an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule. Parallel hierzu besuchte er den Abendakt der Stuttgarter Akademie, um sich für die Aufnahmeprüfung an der Akademie vorzubereiten. Bereits ein Jahr später schaffte er auch die Aufnahme an der Akademie und wurde ein Schüler der Zeichenklasse unter Arnold Waldschmidt. Sein Vater war mittlerweile in zweiter Ehe mit der Besitzerin eines großen Obstgrundes in Schwäbisch Gmünd verheiratet. Anton Mahringer richtete sich hier in einem Gartenhaus sein erstes Atelier ein und begann mit dem Malen von Landschaften und figürlichen Studien. Anlässlich einer Sommerexkursion der Akademie kam Mahringer im Jahre 1925 nach Tirol, wo er erstmals mit dem Hochgebirge konfrontiert wurde. 1926 besuchte Mahringer die Internationale Kunstausstellung in Dresden, wo ihn vor allem Max Slevogts ägyptische Landschaften und die deutschen Expressionisten beeindruckten. Im Frühjahr 1927 erhielt Mahringer bei den Akademiewettbewerben den Preis für die beste Aktzeichnung, sowie den Preis für Jahresgesamtleistung und verwendete das Preisgeld für eine Mal- und Studienreise nach Italien, wo er unter anderem Mailand, Florenz, Orvieto, Rom, Neapel und Palermo besuchte. Hier studierte er die Meister des Quattro- und Cinquecento und stellte Forschungen über Leonardo da Vinci und Luca Signorelli an.

In ebendiesem Jahr besuchte er anlässlich einer weiteren Exkursion der Stuttgarter Akademie zum ersten Mal die österreichische Bundeshauptstadt Wien. Ein Jahr später wechselte Mahringer an der Akademie von der Zeichenklasse zur Malklasse und wurde erster Student von Anton Kolig, der eben erst als Professor aus Kärnten an die Akademie nach Stuttgart berufen worden war. Unter Kolig setzte er sich intensiv mit dessen Aktmalerei auseinander und besuchte noch im selben Jahr eine van-Gogh-Ausstellung in Karlsruhe. Im Sommer 1928 unternahm Kolig mit seinen Studenten und Studentinnen erstmals eine Exkursion nach Nötsch im Gailtal, wo Kolig vor seiner Berufung nach Stuttgart lebte. Dort trafen sie unter anderem auch auf den hier ebenfalls seit seiner Geburt lebenden Franz Wiegele, mit dessen Schwester Katharina Kolig verheiratet war. Mit Kolig unternahm die Studiengruppe zahlreiche Ausflüge in die Kärntner Berglandschaft und unternahm Wanderungen auf den Dobratsch, zum Weißensee, ins Plöckengebiet, zum Wolayer See und zur Windischen Höhe. Im Kärntner Gailtal begann Mahringer auch seine ersten Landschaften zu malen.

Erste Lehrtätigkeit und erstes Meisteratelier Bereits im darauffolgenden Jahr 1929 übernahm er von Kolig dessen zweite Klasse und erhielt zudem ein Meisteratelier, sowie ein Stipendium der Stuttgarter Akademie. In weiterer Folge wurde er unter Kolig einer seiner führenden Mitarbeiter in der eben erst gegründeten Werkstatt für Wandmalerei an der Akademie. Ebenfalls 1929 erhielt Kolig vom Land Kärnten den Auftrag zu einem Freskenzyklus im heute nach ihm benannten Kolig-Saal im Landhaus Klagenfurt. Noch im gleichen Jahr begann Kolig mit einigen Studenten an den Arbeiten, wobei vor allem Anton Mahringer bei der Ausführung der Fresken maßgeblich beteiligt war. Zu ebendieser Zeit freundete sich Mahringer mit dem gleichaltrigen Kunsthistoriker Otto Demus, der gerade erst sein Studium beendet und die Stelle als Landeskonservator für Kärnten angenommen hatte, an. Weitere Kärntner Freunde, die er während dieser Zeit fand, waren der Leiter der Studienbibliothek und Schriftsteller Max Pirker, der Chefredakteur Heinz Paller, der Kunsthistoriker Walter Frodl, sowie der Volksschuldirektor und Dichter Andreas Fischer.

Erst im Dezember 1929 kehrte Mahringer wieder in die Akademie nach Stuttgart zurück und setzte im darauffolgenden Sommer 1930 seine Arbeit an den Fresken des Landhauses in Klagenfurt fort. Dabei gehörte er einer Gruppe von rund 20 Studenten und Studentinnen aus der Stuttgarter Akademie an, die allesamt an den Fresken mitarbeiteten; darunter auch seine spätere Ehefrau Regina Peschges. Weiters waren auch Studierende aus Berlin, darunter auch sein jüngerer Bruder Paul (1904–1969), der sich nach seiner Ausbildung im Lehrerseminar in Schwäbisch Gmünd ebenfalls dem Kunststudium gewidmet hatte, dabei. Aus Ulm kam der gleichaltrige Hans Gassebner. In diesem Jahr intensivierten sich auch Mahringers Kontakte zu Koligs Schwager Franz Wiegele. Am 10. Oktober 1930 erfolgte schließlich die feierliche Übergabe der Fresken im Klagenfurter Landhaus; rund acht Jahre später sollten diese im Winter 1938/39 von den Nationalsozialisten abgeschlagen werden. Nach der Fertigstellung blieb Anton Mahringer zusammen mit seinem jüngeren Bruder und Hans Gassebner in Nötsch. Sein Freund Otto Demus vermittelte indes eine erste kleine Ausstellung mit Werken Mahringers in der Klagenfurter Buchhandlung Leon.

Übersiedelung ins Gailtal im Jahre 1931 Im Frühjahr 1931 erfolgte eine kurzzeitige Rückkehr an die Stuttgarter Akademie, wo er schon bald darauf ein baden-württembergisches Staatsstipendium für einen Sommeraufenthalt in Rom erhielt. In der italienischen Hauptstadt lernte er daraufhin den späteren Teilhard-de-Chardin-Forscher François-Albert Viallet und die deutschen Maler Werner Gilles und Karl Kluth kennen. Nach dem Aufenthalt in Rom kehrte Mahringer nicht mehr nach Stuttgart zurück, sondern übersiedelte nun ganz ins Gailtal, wo er zusammen mit Hans Gassebner in der Ortschaft Labientschach, rund drei Kilometer vom Zentrum von Nötsch, ansässig wurde. Sein jüngerer Bruder Paul wohnte indes in unmittelbarer Nachbarschaft in Saak, das heute, wie auch Labientschach, zur Marktgemeinde Nötsch im Gailtal gehört. Zwei Tage vor seinem 30. Geburtstag heiratete Anton Mahringer am 24. September 1932 in Hamburg seine ehemalige Studienkollegin Regina Peschges, die im selben Jahr die Stuttgarter Akademie abgeschlossen hatte. Die Hochzeitsreise der beiden führte dabei über Köln bis in Mahringers neue Heimat Kärnten. In diesem Jahr erwarben der Rechtsanwalt Franz Feldner aus Villach, der Landesbaudirektor Wilhelm Effenberger und andere Sammler erste Arbeiten von Anton Mahringer. Bereits ein Jahr später kam im Jahre 1933 die gemeinsame Tochter Monika zur Welt.

Im Frühjahr 1934 unternahm das Ehepaar Mahringer mit seinem Malerfreund Hans Gassebner eine fünfmonatige Reise nach Dalmatien, wo sie zusammen in einem angemieteten Haus lebten. Bei der Rückfahrt über Venedig besuchte Mahringer die Biennale di Venezia; anschließend präsentierten die drei Maler ihre Ergebnisse des Dalmatien-Aufenthalts anlässlich einer Ausstellung des Kunstverein Kärnten im damaligen Rathaus von Villach. In diesem Jahr erwarb auch die Albertina ein erstes Aquarell Mahringers. Ebenfalls im Jahre 1934 wurde sein zweites Kind, Sohn Clemens, geboren. In den nachfolgenden Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nahm Mahringer an diversen Ausstellungen teil, so unter anderem 1935 an der Ausstellung Junge Kärntner Kunst im Landesmuseum Joanneum in Graz. 1936 absolvierte er eine ausgedehnte Kunstreise durch seine Heimat Deutschland, woraufhin er im selben Jahr an einer weiteren Ausstellung des Kärntner Kunstvereins in Klagenfurt teilnahm. Ein Jahr später folgte die Teilnahme an einer Ausstellung der Wiener Secession, wobei sich der Wiener Jugendstilmaler Carl Moll gegenüber Franz Wiegele anerkennend über Anton Mahringers Werke äußerte. Im Jahre 1938 wurde sein mittlerweile drittes Kind, Tochter Regina, geboren.

NSDAP-Mitgliedschaft Mahringer trat zum 1. Januar 1937 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.773.569).Bundesarchiv R 9361-II/667967 Februar 1940 lehnt das NSDAP-Kreisgericht Villach diese Aufnahme ab und Mahringer wurde aus der Partei ausgeschlossen.Michael Koschat: "Urgesund" und "kerndeutsch": Kärntens bildende Kunst im Schatten des Hakenkreuzes. Klagenfurt 2017. S. 323

Zeichenlehrer während des Zweiten Weltkrieges