mini|300px|Bestandteile einer Telefonnummer
Eine Rufnummer oder Telefonnummer (bei Adressangaben oft mit Tel. abgekürzt, seit einiger Zeit auch mit Fon bzw. Phone) ist eine Ziffernfolge zur Anwahl eines Zielteilnehmers bei einem Telefongespräch. Im engeren Sinne bezeichnet Teilnehmerrufnummer oder Durchwahlrufnummer die einmalig vorkommende Nummer innerhalb eines Ortsnetzes. Faxnummern sind Rufnummern für die Anwahl von Faxgeräten, Einwahlnummern sind Rufnummern für die Anwahl von Telefonmodems über das Telefonnetz. Bestimmte Instant-Messaging-Dienste wie z. B. SMS oder WhatsApp nutzen ebenfalls Rufnummern zur Adressierung eines Empfängers.
Wortwahl-Nummern (auch Vanity-Nummern genannt) enthalten Buchstaben statt Ziffern. Beim eigentlichen Wählvorgang werden die Buchstaben durch die Eingabe auf einem Zifferntastenfeld automatisch in Ziffern übersetzt. Wortwahl-Nummern sind keine speziellen Nummern, sondern nur Merkhilfen.
Rufnummernvergabe Die Rufnummern im öffentlichen Telefonnetz werden hauptsächlich von Telefongesellschaften vergeben. Diese sind dabei an nationale Nummerierungspläne gebunden, die üblicherweise von nationalen Regulierungsbehörden verwaltet werden. So verwaltet etwa die Bundesnetzagentur (BNetzA) den deutschen Nummernraum. Bundesnetzagentur; abgerufen am 30. Mai 2010. Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) verwaltet österreichische Rufnummern.Nationale Rufnummern. RTR.at; abgerufen am 21. März 2008. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) verwaltet schweizerische Nummern. BAKOM; abgerufen am 21. März 2008.
In Nordamerika haben sich mehrere Staaten zu einem gemeinsamen nordamerikanischen Nummerierungsplan zusammengeschlossen. In Europa wurde ein europäischer Telefonnummerierungsraum eingerichtet.
Die Internationale Fernmeldeunion koordiniert internationale Vorwahlen und veröffentlicht den internationalen Nummerierungsplan E.164. Die Europäische Kommission harmonisiert Telekommunikationsstandards innerhalb der EU.Telecoms in the European Union. ec.europa.eu; abgerufen am 22. März 2008.
Vorwahlen
Vorwahl zur Rufnummer Um mit einem Telefon eine Rufnummer wählen zu können, müssen häufig noch zusätzliche Ziffern vorgewählt (oder weggelassen) werden. Der Begriff Telefonvorwahl wird dabei uneinheitlich gebraucht. Er umfasst zum einen Verkehrsausscheidungsziffern (einschließlich Amtsholung), geographische Gebiete (wie Ortsnetzkennzahlen) und Dienstekennzahlen (wie Netzauswahl im Mobilfunk und Sonderrufnummern) und zum anderen die Internationale Telefonvorwahlen (auch als Länder- oder Landescodes bezeichnet).
Die Regeln für die Umsetzung einer Rufnummer in eine wählbare Ziffernfolge hängen vom Telekommunikationsanbieter des Anrufers ab. Um etwa einen Festnetzanschluss in München („089 1234567“) zu erreichen, muss ein Call-by-Call-Nutzer in München andere Ziffern wählen („0101X 1234567“) als etwa ein Mobilfunkteilnehmer in den USA („011 49 89 1234567“ oder „+49 89 1234567“). Auch Nebenanschlüsse besitzen häufig eigene Regeln. Ein großer Teil dieser Wahlregeln sind in den internationalen und nationalen Nummernplänen festgelegt.
Codeeingaben Von den eigentlichen Telefonvorwahlen zu unterscheiden sind die USSD-Codes. Manche werden zwar auch vor einer Telefonnummer gewählt, sind aber Befehle an das Telefonnetz. Zur Abgrenzung von der Telefonnummer werden die USSD-Nummern von Stern- (*) und/oder Raute-Zeichen (#) umrahmt, z. B. #31#/*31# zur (Nicht-)Übermittlung der Rufnummer. Für einige Funktionen (z. B. Einrichtung einer Weiterleitung zur Mailbox) ist das „Infix“ (vgl. Unterschiede zwischen Vorwahl- und Blockkennungsgrenze) von Bedeutung.
Mobilfunknummern Rufnummern für Mobiltelefone werden nach verschiedenen Regeln vergeben. In großen Flächenländern wie beispielsweise den USA besitzen Mobilfunkanschlüsse geografische Rufnummern, um die erhöhten Kosten für nationale Fernvermittlung besser abrechnen zu können (siehe auch NANP). Damit ist es dem rufenden Teilnehmer einerseits besser möglich, seine Kosten vor einem Anruf zu bestimmen, andererseits zahlt er nur für die Wegstrecke bis zur Heimzelle des Angerufenen, die weitere Wegstrecke trägt der Angerufene –die sogenannte Roaminggebühr.
In Deutschland wurden bei der Einführung des Mobilfunks spezielle Vorwahlen geschaffen. Anhand der Vorwahl 015x, 016x, 017x ist eine Mobilfunknummer sofort erkennbar. Die Vorwahlbereiche werden einzelnen Mobilfunkgesellschaften zugeteilt (siehe auch Telefonvorwahl (Deutschland)). Bis zur Einführung der Rufnummernmitnahme 2002 konnte der Anrufer aus der Vorwahl auch auf die Mobilfunkgesellschaft schließen.
In Österreich beginnen die Vorwahlen der Mobilfunknetze mit der Ziffernfolge 06xx. Da aber die Ortskennzahlen im Bundesland Salzburg und teils im nahen Oberösterreich mit 06xx beginnen, kann man aus der Vorwahl nicht ohne Weiteres schließen, ob es sich um eine Mobilfunk- oder Festnetznummer handelt (siehe auch Telefonvorwahl (Österreich)).
Sonderrufnummern
Kurzrufnummern Für einige Dienste werden auf nationaler Ebene Kurzrufnummern oder spezielle Vorwahlen (Nummernräume) bereitgestellt. Die Gesprächstarife für diese Sonderrufnummern weichen stark von Anrufen bei regulären Festnetz- oder Mobilfunkanschlüssen ab. Einige Dienste sind für den Anrufer kostenlos, wie etwa Notrufnummern oder 0800-Nummern. Andere Dienste rechnen teilweise sehr hohe Tarife ab.
Beispiele für Kurzrufnummern: Notruf – 112 (Europa), 911 (Nordamerika) Telefonauskunft
Beispiele für spezielle Vorwahlen: Freephone-Telefonnummern – Vorwahl 0800 oder 800 (in vielen Ländern) Service-Dienste Mehrwertdienst – Vorwahl 0900 oder 900 (in vielen Ländern) Call-by-Call
Zusätzlich vergeben Mobilfunkanbieter spezielle Kurzwahlnummern für SMS.
Rufnummern für Medienproduktionen, „Drama Numbers“ Zur Verwendung von Rufnummern in Medien wie Filmen, Büchern, Broschüren, Dokumentationen oder Lehrmaterialien haben sich sogenannte Drama Numbers etabliert. Diese Nummern sind dauerhaft keinem Teilnehmer zugeteilt und sollen Belästigung vermeiden, wenn aus Neugier oder anderen Motiven eine „Drama Nummer“ angerufen wird.
Deutschland Die Bundesnetzagentur stellt verschiedene Nummernbereiche für mehrere Ortsnetze und für Mobilfunknetzbetreiber bereit. Die im Amtsblatt festgelegten Rufnummern können genehmigungsfrei in Medien gezeigt, abgedruckt und gesprochen verwendet werden.Bundesnetzagentur, Mitteilung 148/2021 (Amtsblatt 07/21 vom 14.04.2021): Rufnummern für Medienproduktionen („Drama Numbers“). (Online)
Vereinigten Staaten von Amerika In amerikanischen Filmen und Serien sind das immer Nummern, die mit 555 beginnen. Sie wurden zwischen Filmgesellschaften und den Telefongesellschaften oder Aufsichtsbehörden im Rahmen langjähriger Absprachen vergeben und können für diese Zwecke frei verwendet werden.teltarif.de
Schreibweisen Für die Schreibweise von Telefonnummern in Druckerzeugnissen und Geschäftsbriefen gibt es zahlreiche Standards.Joerg Kilian: kilde.com, Mai 2001; abgerufen am 23. März 2008. International am einflussreichsten sind die Empfehlung E.123 der Internationalen Fernmeldeunion und das kanonische Adressformat MSDN, Stand 2005 (deutsch); abgerufen am 24. April 2009. der Firma Microsoft.
Länge von Rufnummern Die Spezifikation E.164 begrenzt die Länge von Rufnummern im internationalen Verkehr auf höchstens 15 Ziffern, einschließlich Ländercode, ausschließlich Verkehrsausscheidungsziffern. Die Berliner Nummer +49 30 1234567 hat demnach elf Ziffern.
Seit Mitte 2011 werden in Deutschland Ortsnetzrufnummern (mit ONKz, aber ohne Verkehrsausscheidungsziffer) grundsätzlich mit elf Ziffern vergeben, eine Ausnahme bilden Einzelrufnummern in den Ortsnetzen Berlin, Hamburg, Frankfurt und München mit zehn Ziffern. Bundesnetzagentur; abgerufen am 11. Januar 2012. Im nationalen Verkehr können jedoch mehr als 15 Ziffern verwendet werden, dies gilt insbesondere für Sonderrufnummern.
Die 3GPP-Standards für Mobilfunknetze sehen für die Rufnummer („Dialling Number/SCC String“) einen BCD-codierten Bereich von 10 Bytes vor. Die Verkehrsausscheidungsziffer beziehungsweise ein führendes „+“ wird dabei nicht mitgezählt, sondern kodiert in einem eigenen Byte (TON/NPI – Type Of Number / Numbering Plan Identification). Wenn die MSISDN länger als 20 Ziffern ist, werden die zusätzlichen Ziffern in Erweiterungsblöcken (EFEXT1) eingetragen, die jeweils einen BCD-codierten Bereich von 11 Bytes vorsehen. Die Teilnehmernummer von maximal 20 Ziffern kann so um weitere Funktionsziffern erweitert werden, um Zusatzdienste zu realisieren. Die ISDN-Subadresse, die durch das Telefonnetz transparent transportiert wird, ist dabei technisch auf 20 BCD-codierte Bytes beschränkt und wird gewöhnlich auf 32 Ziffern begrenzt.
Historisches Da insbesondere in Telefonsystemen des Ostblocks in den 1970er Jahren mitunter nur 12 Ziffern verarbeitet werden konnten, wurden zumindest in den zwei folgenden Fällen für Großbetriebe mit unterschiedlichen Methoden die Gesamtnummern verkürzt:
Linz, ehemals unter der Vorwahl 7222 erreichbar, erhielt am 1. Oktober 1977 wie die meisten Landeshauptstädte mit 732 eine 3-stellige Vorwahl. Damit das Stahlunternehmen VOEST mit 3-stelliger Teilnehmernummer und 5-stelligen Nebenstellen 12-stellig erreichbar wird, wurde zusätzlich in den 1960ern oder 1970ern – ohne öffentliche Ankündigung und vor 1997 nur vom Ausland her erreichbar – die 2-stellige Vorwahl 70 für Linz eingeführt, die nur bis 12. Mai 2014 funktionierte – (00) 43 70 585-12345 ist 12-stellig. Die 1969 gegründete Großforschungseinrichtung GSI in Darmstadt hat den Telefonanschluss im Nachbarort Messel bekommen, da nur in diesem Ortsnetz noch eine zweistellige Teilnehmernummer verfügbar war, bei wie in Darmstadt 4-stelliger Orts-Vorwahl und 4-stelligen Nebenstellen im GSI. (00) 49 6159 71-1234 ist 12-stellig.
Nationales
Deutschland
Schreibweisen In Deutschland ist die DIN 5008 maßgeblich, nationale Rufnummern werden folgendermaßen dargestellt:
Schreibweise Bemerkungen 030 12345-67 DIN 5008: Funktionale Gliederung mit Leerzeichen. Durchwahl mit Bindestrich. 0900 5 123456 DIN 5008: Inhaltekennzahlen (hier: „5“) bei Mehrwertdiensten mit Leerzeichen abtrennen. (030) 12345 67 E.123: Vorwahl in Klammern, wenn sie nicht immer gewählt wird. Bei Bedarf Gliederung mit Leerzeichen. (030) 12345 67 / 89 E.123: Bedeutet, dass am Ende entweder die 67 oder die 89 gewählt werden kann. 0 30 / 1 23 45 67 Übliche, mindestens bis zur Jahrtausendwende als Richtlinie durch die Duden-Redaktion genormte Variante: Gliederung in Zweiergruppen von rechts nach links durch Leerzeichen, Abtrennung der Vorwahl mittels Schrägstrich.
Die folgenden Beispiele von internationalen Rufnummern enthalten den Ländercode 49, die Ortsnetzkennzahl 30, die Teilnehmerrufnummer 12345 und die Durchwahl 67:
Schreibweise Bemerkungen +49 30 12345-67 DIN 5008: Funktionsbezogene Trennung durch Leerzeichen, Durchwahl mit Bindestrich abgetrennt. +49 30 12345 67 E.123 +49-30-1234567 Uniform Resource Identifier nach RFC 3966; wie E.123, jedoch mit Bindestrich statt Leerzeichen. +49.3012345×67 Extensible Provisioning Protocol (EPP) nach RFC 5733; abgeleitet von E.164. +49 (30) 12345 - 67 Microsofts Kanonisches Adressformat (TAPI): Ortsnetzkennzahl eingeklammert, keine Vorgaben zur Unterteilung von Teilnehmernummer und Durchwahl, dennoch wird die Durchwahl mit Bindestrich abgetrennt. +49 (0)30 12345-67 In Deutschland und Österreich verbreitete, aber nicht standardkonforme Schreibweise: Verkehrsausscheidungsziffer 0 wird in Klammern eingefügt. Bei der automatischen Rufnummernerkennung z. B. mobiler Geräte kann es zu Fehlern kommen, da die Nummer wegen der eingeschobenen Null ungültig und eine Anwahl deshalb nicht möglich ist.
Festnetznummern