mini|Altes Ortsschild: Landkreis Marktoberdorf
Der Landkreis Marktoberdorf gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Vor der Gebietsreform in Bayern Anfang der 1970er Jahre umfasste er 37 Gemeinden.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 Das ehemalige Kreisgebiet liegt heute größtenteils im Landkreis Ostallgäu.
Geographie
Wichtige Orte Die größten Orte waren Marktoberdorf, Obergünzburg, Unterthingau und Aitrang.
Nachbarkreise Anfang 1972 grenzte der Landkreis im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Mindelheim und Kaufbeuren, an die kreisfreie Stadt Kaufbeuren sowie an die Landkreise Schongau, Füssen, Kempten (Allgäu) und Memmingen.
Geschichte
Bezirksamt Das Bezirksamt Oberdorf wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Oberdorf und Obergünzburg gebildet.
Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Oberdorf am 1. Januar 1880 die Gemeinde Lengenwang des Bezirksamtes Füssen.
Am 26. Februar 1898 wurde das Bezirksamt Oberdorf in Bezirksamt Markt Oberdorf umbenannt.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Marktoberdorf (amtlich Markt Oberdorf).
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Marktoberdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern umgestaltet. Seine Gemeinde Ingenried wurde dem Landkreis Weilheim-Schongau im Regierungsbezirk Oberbayern zugeordnet. Die übrigen Gemeinden wurden mit dem größten Teil des Landkreises Kaufbeuren sowie dem Landkreis Füssen zum neuen Landkreis Marktoberdorf zusammengefasst, der am 1. Mai 1973 in Landkreis Ostallgäu umbenannt wurde.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
Landräte 1938–1940: Oskar Nattermann (NSDAP) 1942–1945: Jakob Pirro (NSDAP)
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 19.452 1885 21.744 1900 23.443 1910 25.582 1925 26.885 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 25.240 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 40.846 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 38.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 41.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Gemeinden Die 37 Gemeinden des Landkreises Marktoberdorf vor der Gemeindereform. Heute noch existierende Gemeinden sind fett geschrieben. mini|375px|Landkreis Marktoberdorf, Gemeindegrenzenkarte von 1961 frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Aitrang Aitrang Landkreis Ostallgäu Altdorf Biessenhofen Landkreis Ostallgäu Bayersried Eggenthal Landkreis Ostallgäu Bernbach Bidingen Landkreis Ostallgäu Bertoldshofen Marktoberdorf Landkreis Ostallgäu Bidingen Bidingen Landkreis Ostallgäu Blöcktach Friesenried Landkreis Ostallgäu Burg Obergünzburg Landkreis Ostallgäu Ebenhofen Biessenhofen Landkreis Ostallgäu Ebersbach Obergünzburg Landkreis Ostallgäu Friesenried Friesenried Landkreis Ostallgäu Geisenried Marktoberdorf Landkreis Ostallgäu Görisried Görisried Landkreis Ostallgäu Hopferbach Untrasried Landkreis Ostallgäu Huttenwang Aitrang Landkreis Ostallgäu Immenthal Günzach Landkreis Ostallgäu Ingenried Ingenried Landkreis Weilheim-Schongau Kraftisried Kraftisried Landkreis Ostallgäu Lengenwang Lengenwang Landkreis Ostallgäu Leuterschach Marktoberdorf Landkreis Ostallgäu Marktoberdorf, Stadt Marktoberdorf Landkreis Ostallgäu Obergünzburg, Markt Obergünzburg Landkreis Ostallgäu Oberthingau Unterthingau Landkreis Ostallgäu Reinhardsried Unterthingau Landkreis Ostallgäu Remnatsried Stötten a.Auerberg Landkreis Ostallgäu Rettenbach a.Auerberg Rettenbach a.Auerberg Landkreis Ostallgäu Rieder Marktoberdorf Landkreis Ostallgäu Ronsberg, Markt Ronsberg Landkreis Ostallgäu Ruderatshofen Ruderatshofen Landkreis Ostallgäu Steinbach Stötten a.Auerberg Landkreis Ostallgäu Stötten a.Auerberg Stötten a.Auerberg Landkreis Ostallgäu Sulzschneid Marktoberdorf Landkreis Ostallgäu Thalhofen an der Wertach Marktoberdorf Landkreis Ostallgäu Unterthingau, Markt Unterthingau Landkreis Ostallgäu Untrasried Untrasried Landkreis Ostallgäu Wald Wald Landkreis Ostallgäu Willofs Obergünzburg Landkreis Ostallgäu
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen MOD zugewiesen. Die Kfz-Kennzeichen der Landkreise Marktoberdorf und Füssen (FÜS) blieben nach der Auflösung dieser Landkreise am 1. Juli 1972 noch für einige Jahre gültig. Insbesondere wegen heftiger Proteste aus dem vormaligen Landkreis Füssen galt erst seit dem 1. August 1979 für den gesamten Landkreis uneingeschränkt das Kfz-Kennzeichen OAL.
Seit dem 10. Juli 2013 ist das Unterscheidungszeichen MOD im Landkreis Ostallgäu wieder erhältlich (Kennzeichenliberalisierung).
Einzelnachweise
Literatur Richard Dertsch: Landkreis Marktoberdorf (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Schwaben, Bd. 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1953
Marktoberdorf Kategorie:Geschichte (Landkreis Ostallgäu) Marktoberdorf Kategorie:Aufgelöst 1972