mini|Altes Ortsschild in Holzleuten, Gde. Rückholz

Der Landkreis Füssen, bis 1939 Bezirksamt Füssen, gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Bei seiner Auflösung in der Gebietsreform im Jahre 1972 umfasste der Landkreis 18 Gemeinden. Das ehemalige Kreisgebiet gehört heute zum Landkreis Ostallgäu.

Geographie Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Füssen, Pfronten, Schwangau und Nesselwang. Füssen war mit 808 m ü. d. M. die höchstgelegene Kreisstadt Bayerns.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Sonthofen, Kempten (Allgäu), Marktoberdorf, Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Im Süden grenzte der Landkreis an das österreichische Bundesland Tirol (Bezirk Reutte).

Geschichte Bezirksamt Das Bezirksamt Füssen folgte im Jahr 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Füssen.

Am 4. August 1865 wechselte die Gemeinde Schwangau aus dem Bezirksamt Schongau ins Bezirksamt Füssen.Bekanntmachung, Veränderung der Gerichts- und Amtsbezirke betr. vom 4. August 1865 (Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern, Nr. 41/1865, Sp. 883)

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Füssen am 1. Januar 1880 zwei weitere Gemeinden des Bezirksamtes Schongau (Buching und Trauchgau)Königlich Allerhöchste Verordnung, die Bestimmung der Gerichtssitze und die Bildung der Gerichtsbezirke betreffend. Vom 2. April 1879 (GVBl. S. 391)Königliche Allerhöchste Verordnung, den Bestand der Regierungsbezirke und Bezirksämter betreffend. Vom 19. Juni 1879 (GVBl. S. 678) und trat die Gemeinde Lengenwang an das Bezirksamt Oberdorf ab.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die einheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Füssen.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Füssen im Zuge der Gebietsreform in Bayern mit großen Teilen der Landkreise Kaufbeuren und Marktoberdorf zum neuen Landkreis Ostallgäu zusammengefasst, der bis zum 1. Mai 1973 noch den vorläufigen Namen Landkreis Marktoberdorf trug.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 12.774 1885 15.934 1900 18.167 1910 20.520 1925 22.667 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 25.811 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 36.924 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 34.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 36.200 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Gemeinden Die Gemeinden des Landkreises Füssen vor der Gemeindereform 1971/78. (abgerufen am 7. Juli 2010) Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben. mini|375px|Landkreis Füssen, Gemeindegrenzenkarte von 1961 frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Buching Halblech Landkreis Ostallgäu Eisenberg Eisenberg Landkreis Ostallgäu Enzenstetten Seeg Landkreis Ostallgäu Eschach Füssen Landkreis Ostallgäu Füssen (Stadt) Füssen Landkreis Ostallgäu Hopfen am See Füssen Landkreis Ostallgäu Hopferau Hopferau Landkreis Ostallgäu Lechbruck am See Lechbruck am See Landkreis Ostallgäu Nesselwang (Markt) Nesselwang Landkreis Ostallgäu Pfronten Pfronten Landkreis Ostallgäu Rieden Rieden am Forggensee Landkreis Ostallgäu Roßhaupten Roßhaupten Landkreis Ostallgäu Rückholz Rückholz Landkreis Ostallgäu Schwangau Schwangau Landkreis Ostallgäu Seeg Seeg Landkreis Ostallgäu Trauchgau Halblech Landkreis Ostallgäu Weißensee Füssen Landkreis Ostallgäu Zwieselberg Roßhaupten Landkreis Ostallgäu Die Gemeinde Faulenbach wurde am 1. November 1921 in die Stadt Füssen eingegliedert. Die beiden Gemeinden Pfronten-Berg und Pfronten-Steinach wurden am 1. April 1935 zur Gemeinde Pfronten zusammengeschlossen.

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen FÜS zugewiesen. Die Kfz-Kennzeichen der Landkreise Füssen und Marktoberdorf (MOD) blieben nach der Auflösung dieser Landkreise am 1. Juli 1972 jedoch noch für einige Jahre gültig. Insbesondere wegen heftiger Proteste aus dem vormaligen Landkreis Füssen galt erst seit dem 1. August 1979 für den gesamten Landkreis uneingeschränkt das Kfz-Kennzeichen OAL.

Seit dem 10. Juli 2013 ist das Unterscheidungszeichen FÜS im Landkreis Ostallgäu aufgrund der Kennzeichenliberalisierung wieder erhältlich.

Literatur Thaddäus Steiner: Füssen. Ehemaliger Landkreis Füssen (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Schwaben. Bd. 9). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2005, ISBN 3-7696-6861-8.

Einzelnachweise

Fussen Kategorie:Geschichte (Landkreis Ostallgäu) Fussen Kategorie:Aufgelöst 1972