Schönewalde ist eine amtsfreie Kleinstadt im Landkreis Elbe-Elster im Süden Brandenburgs.
Geografie Die Stadt Schönewalde liegt zwischen Jüterbog und Herzberg (Elster) in einem ausgesprochenen Tiefland mit kleinen Erhebungen, wie dem Weinberg mit 109 m und dem Hörning mit 86 m über NHN. In der ländlich geprägten Region mit ihren großen Kiefernwaldflächen liegen die einzelnen Ortsteile inmitten von Feldern, Wiesen und Fließen. Die Stadt selbst und insbesondere die nördlich des Schweinitzer Fließes gelegenen Ortsteile bilden den Großteil des im Landkreis Elbe-Elster liegenden Teils des Fläming.
Nachbargemeinden
Das Territorium der Stadt bedeckt den äußersten Nordwesten des Landkreises Elbe-Elster. Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Niederer Fläming, Ihlow, Lebusa, Schlieben, Kremitzaue, Herzberg (Elster), Jessen (Elster), wo sich der Fliegerhorst Holzdorf als Standort der Bundeswehr befindet.Truppenbetreuung Schönewalde
Stadtgliederung Die Stadt Schönewalde gliedert sich in 11 OrtsteileDienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt SchönewaldeHauptsatzung der Stadt Schönewalde: Ahlsdorf/Hohenkuhnsdorf mit dem Gemeindeteil Hohenkuhnsdorf und dem Wohnplatz Ahlsdorf Bernsdorf Brandis/Horst mit dem Gemeindeteil Horst Dubro Grassau Jeßnigk Knippelsdorf mit dem Wohnplatz Siedlung Schönewalde mit den Gemeindeteilen Freywalde, Grauwinkel und Schmielsdorf sowie dem Wohnplatz Buschhaus Stolzenhain/Hartmannsdorf mit dem Gemeindeteil Hartmannsdorf Wiepersdorf Wildenau
Eingemeindungen
Die heutige Stadt Schönewalde entstand durch den Zusammenschluss der Gemeinden Heideeck, Themesgrund, Wildberg und Schönewalde am 31. Dezember 2001.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Ahlsdorf 31.12.1998 Zusammenschluss mit Brandis und Stolzenhain zu Heideeck Bernsdorf 31.12.1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Themesgrund Brandis 31.12.1998 Zusammenschluss mit Ahlsdorf und Stolzenhain zu Heideeck Dubro 31.12.1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Themesgrund Freywalde 01.01.1960 Grassau 31.12.1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Themesgrund Grauwinkel 01.07.1950 Hartmannsdorf 01.01.1974 Eingemeindung nach Stolzenhain Heideeck 31.12.2001 Hohenkuhnsdorf 01.01.1957 Eingemeindung nach Ahlsdorf Horst 01.01.1974 Eingemeindung nach Brandis Jeßnigk 31.12.1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Themesgrund Knippelsdorf 31.12.1998 Zusammenschluss mit Wiepersdorf und Wildenau zu Wildberg Schmielsdorf 01.01.1974 Stolzenhain 31.12.1998 Zusammenschluss mit Ahlsdorf und Brandis zu Heideeck Themesgrund 31.12.2001 Wiepersdorf 31.12.1998 Zusammenschluss mit Knippelsdorf und Wildenau zu Wildberg Wildberg 31.12.2001 Wildenau 31.12.1998 Zusammenschluss mit Knippelsdorf und Wiepersdorf zu Wildberg
Geschichte Das um 1200 von deutschen und flämischen Kolonisten gegründete Angerdorf entwickelte sich zur Ackerbürgerstadt und erhielt 1474 die Stadtrechte.Webpräsenz der Stadt 1346 wurde der Ort als Schonewalde benannt, später auch Schonwalda. Der Name ist deutschen Ursprungs und bedeutet Dorf im/am schönen Walde.Die Ortsnamen der Länder Brandenburg u. Berlin Die Stadt gehörte zum kursächsischen Amt Schweinitz, welches ab 1806 eine Verwaltungseinheit im neu gebildeten Königreich Sachsen wurde. Nach den Befreiungskriegen gelangte die Stadt 1815 schließlich an die neugebildete preußische Provinz Sachsen und wurde dort 1816 dem Landkreis Schweinitz im Regierungsbezirk Merseburg angegliedert. 1950 wurde der Kreis Schweinitz in Kreis Herzberg umbenannt, der 1952 dem DDR-Bezirk Cottbus zugeordnet wurde. 1992 wurde das nun brandenburgische Amt Schönewalde gebildet. Im Jahre 1993 ging der Kreis Herzberg im Zuge der Kreisreform im heutigen Landkreis Elbe-Elster auf. Zum 31. Dezember 2001 wurde das Amt Schönewalde aufgelöst. Die zwischenzeitlich amtsangehörigen Gemeinden Themesgrund, Wildberg, Heideeck sowie die nun amtsfreie Stadt bilden seither das Gebiet der Stadt Schönewalde.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 000 1890 1 000 1910 900 1925 899 1933 910 1939 869 Jahr Einwohner 1946 1 368 1950 1 490 1964 1 294 1971 1 284 1981 1 194 1985 1 135 Jahr Einwohner 1990 1 113 1995 1 075 2000 1 057 2005 3 702 2010 3 307 2015 3 115 Jahr Einwohner 2020 3 056 2021 3 034 2022 2 959 2023 2 926 2024 2 899 2025 2 827 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 26–30Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von Schönewalde mit den Gemeinden Heideeck, Themesgrund und Wildberg zur neuen Stadt Schönewalde im Jahr 2001 zurückzuführen.
Religion Schönewalde wurde durch die Reformation evangelisch-lutherisch.
Evangelisch-lutherische Kirche Die Stadtpfarrkirche St. Nikolai und ihre Kirchengemeinde gehören zum Pfarrbereich Schönewalde im Kirchenkreis Bad Liebenwerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Römisch-katholische Kapelle Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen durch die Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa wieder Katholiken in größerer Zahl nach Schönewalde und in die umliegenden Ortschaften, sodass 1964 ein Grundstück am Mittelweg gepachtet und dort eine Kapelle errichtet wurde, die am 18. Dezember 1966 benediziert wurde.Rudolf Joppen: Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Band 21, Teil 10, Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg vom Ausgang der Weimarer Republik bis zum Ende des zweiten Weltkrieges 1930–1945. St. Benno Verlag, Leipzig 1978, S. 109. Zur Gründung einer katholischen Gemeinde kam es in Schönewalde nicht, Schönewalde blieb stets nur eine Seelsorgestation. Nachdem die Zahl der Katholiken in Schönewalde wieder erheblich abgesunken war und der Pachtvertrag für das Kapellengrundstück 1994 ausgelaufen war, wurde die Kapelle wieder geschlossen und abgerissen. Heute gehören Katholiken in Schönewalde zur Pfarrei St. Franziskus Bad Liebenwerda, die nächstgelegene katholische Kirche ist die Corpus-Christi-Kirche in Herzberg (Elster).
Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Schönewalde besteht aus 16 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister als stimmberechtigtem Mitglied. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2024 hatte bei einer Wahlbeteiligung von 74,0 % (2019: 64,2 %) folgendes Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 23,4 % 4 24,9 % 4 AfD 11,3 % 2 14,5 % 2 Unabhängige Wählergemeinschaft Bernsdorf/Grassau 9,8 % 2 13,7 % 2 Wählergruppe Seniorenverein Dubro 9,4 % 1 7,6 % 1 Wählergruppe Freunde der Region – – 7,2 % 1 Unabhängige Wählergemeinschaft Schönewald 9,9 % 2 6,7 % 1 Die Linke 7,5 % 1 6,0 % 1 Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Knippelsdorf 2,9 % – 5,7 % 1 Einzelbewerber Gerwin Hinrich 4,6 % 1 4,0 % 1 Einzelbewerberin Katrin Lehmann – – 3,2 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 5,8 % 1 2,7 % 1 Einzelbewerberin Manuela Hoch – – 2,2 % – Einzelbewerber Steffen Ern – – 1,6 % – Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Wiepersdorf 4,0 % 1 – – Einzelbewerberin Renate Rziha 3,5 % 1 – – Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Ahlsdorf 3,4 % – – – Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Brandis 3,2 % – – – Einzelbewerber Ingo Rockland 1,4 % – – – Insgesamt 100 % 16 100 % 16
Die Ortsbeiräte in den elf Ortsteilen (davon sechs Gemeindeteile) bestehen aus je zwei bis drei Mitgliedern einschließlich eines Ortsvorstehers.
Bürgermeister 1998–2005: Karl Kuba (SPD) 2005–2013: Irene KlugeIrene Kluge offiziell ins Amt eingeführt. In: Lausitzer Rundschau, 14. September 2005 seit 2013: Michael Stawski (parteilos)
Stawski wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. April 2021 mit 79,7 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. April 2021 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
Wappen mini|hochkant=0.6| Altes Wappen, bis 2002 benutzt Das Wappen wurde am 25. Juni 2002 genehmigt.
Blasonierung: „Zwischen zwei S-förmigen, gegengewendeten goldenen Flanken in Silber auf grünem Boden eine grüne Linde.“Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
Historisches Stadtwappen
Blasonierung: „In Silber auf grünem Berg eine grüne Linde.“
Ein Stadtsiegel aus dem 14. Jh. enthält drei Bäume, auf einem Dreiberg, um 1600 erschien der einzelne Baum im Siegel.Lexikon der Städte und Wappen der DDR
Städtepartnerschaft Seit 1991 besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Marienmünster in Nordrhein-Westfalen.
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Schönewalde und in der Liste der Bodendenkmale in Schönewalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale. Stadtpfarrkirche St. Nikolai, Kreuzkirche aus den Jahren 1804 bis 1806, die Kirchenausstattung stammt aus der Bauzeit Fachwerkhäuser am Markt Windmühle am nordwestlichen Stadtrand, restauriert und voll funktionstüchtig Denkmal für die 46 Gefallenen der Stadt Schönewalde im Ersten Weltkrieg, nordwestlich des Friedhofs, am 24. August 1935 auf Initiative des Pfarrers Artur Pape errichtet. Im Laufe der Jahrzehnte verfiel das Denkmal und wurde 2012 mit Fördermitteln der Denkmalbehörde sowie durch Spendengelder saniert. Die Wiedereinweihung fand am Volkstrauertag, dem 12. November 2012, statt.Informationstafel Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges 1914–1918, aufgestellt am Denkmal, August 2020. Drei Badeseen (Bernsdorf, Stolzenhain, Brandis) im Stadtgebiet Patronatskirche Ahlsdorf, Feldsteinkirche vom Ende des 14. Jahrhunderts. Ab 1710 wurde sie im Auftrag von Anton Friedrich von Seyffertitz und Joachim Hennig von Seyffertitz mit noch heute erhaltener barocker Ausstattung versehen, 1717 ein quadratischer Westturm mit geschweifter Haube und Laterne angebaut. Im August 2011 brachen mehrere Dachbalken und stürzten vor den Altar, die Kirche war daher für längere Zeit für Besucher gesperrt und wurde im Jahr 2020 wiedergeöffnet.
Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen In der Region gibt es ländlich-typische Industrie u. a. Landwirtschaft, traditionelles Handwerk, ein mittelständisches Betonwerk und ein Holzbauunternehmen sowie kleines Handelsgewerbe. Den größten Wirtschaftsfaktor stellt die Bundeswehr dar, die den Fliegerhorst Holzdorf und das CRC Einsatzführungsbereich 3 hier betreibt.
Verkehr Schönewalde liegt an den Landesstraßen L 71 nach Dahme/Mark und L 72 zwischen Linda in Sachsen-Anhalt und Kolochau. Die Bundesstraße 101 zwischen Jüterbog und Herzberg (Elster) durchquert die im westlichen Stadtgebiet gelegenen Ortsteile.
Die Stadt liegt an der Tour Brandenburg, einem Radfernweg, der das Land Brandenburg umrundet.
mini|Otto Nagel-Grundschule Bildung Eine Grundschule und fünf Kindertagesstätten stellen die Grundversorgung im Bildungswesen sicher.
Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Schönewalde sorgt mit ihren vier Löschzügen für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Gottlieb Wernsdorf der Ältere (1668–1729), lutherischer Theologe und Historiker Heinrich Ernst von Leipziger (1718–1790), preußischer Generalmajor Hans Ernst von Globig (1755–1826), Staatsrechtler, Jurist am Reichskammergericht, in Grauwinkel geboren Hans Menzel (1875–1914), Geologe und Paläontologe Siegbert Horn (1950–2016), Weltmeister und Olympiasieger im Kanuslalom, in Hartmannsdorf geboren