Cauco ist ein Dorf in der Gemeinde Calanca im italienischsprachigen Teil des Kantons Graubünden in der Schweiz. Bis zum 31. Dezember 2014 war Cauco eine eigene politische Gemeinde. Am 1. Januar 2015 fusionierte sie mit den Gemeinden Arvigo, Braggio und Selma zur neuen Gemeinde Calanca.

Geographie Die ehemalige Gemeinde liegt auf einem Schuttkegel eines Bergsturzes von 1513 am linken Ufer des Flusses Calancasca und besteht neben dem eigentlichen Dorf noch aus den Ortsteilen Bodio GR, Lascial und Masciadon. Vom gesamten ehemaligen Gemeindegebiet von 1089 ha sind 539 ha Wald und Gehölz, 437 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge), 96 ha landwirtschaftliches Nutzgebiet (meist Alpwirtschaften) und 17 ha Siedlungsfläche.

Cauco grenzt an Lostallo, Rossa, Santa Maria in Calanca, Soazza, Verdabbio und an den Kanton Tessin.

Geschichte mini|x230px|Kapelle Madonna di Loreto in Bodio mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2015 Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1497 unter dem damaligen Namen Cauco. Cauco teilte bis 1851 die politische Geschichte der Squadra di Calanca und war dann bis 2014 selbstständige politische Gemeinde.

Die 1497 erstmals erwähnte Kirche S. Antonio Abate ist seit 1633 Pfarrkirche. Sie wurde 1683 erweitert sowie mit einem neuen Glockenturm ausgestattet und 1978 bis 1989 renoviert.

In Cauca standen einige Mühlen und eine Dreherei, in der Gefässe aus Lavezstein hergestellt wurden. Im Ort liegen auch viele aufgegebene Maiensässe. Die Vieh- und Alpwirtschaft war die hauptsächliche Erwerbsquelle der Einwohner. Um ein Auskommen zu finden, waren viele von ihnen zur saisonalen Emigration gezwungen.

Seit 1957 befindet sich in Cauco das Ausbildungszentrum des Bund Schweizerischer Pfadfinderinnen, welches heute auch ein Informations- und Dokumentationszentrum, einen Laden und ein Bistro betreibt sowie Angebote für die die lokale Bevölkerung.

Wappen

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1683 1803 1850 1900 1950 2000 2004 2014 Einwohner 400 149 120 92 30 37 38 36

Von den Ende 2004 38 Bewohnern waren 37 (= 97,37 %) Schweizer Bürger. Im Jahr 2014 sprachen 53,8 % der Einwohner deutsch als Hauptsprache und 46,2 % italienisch.Historischer Atlas der Eidgenössischen Volkszählungen auf atlas.bfs.admin.ch

Verkehr Cauco ist von Süden her über die bei Grono im Misox abzweigende Kantonsstrasse erreichbar, die am gegenüberliegenden Ufer der Calancasca verläuft. Mit dem öffentlichen Verkehr war Cauco seit dem 1. März 1890 durch die Pferdepost erschlossen. Seit dem 4. Juli 1921 verkehrten zwei Omnibusse, als die Società Anonima Automobili Calanca con sede in Arvigo den Betrieb aufnahm. Am 16. Mai 1931 wurde wegen finanzieller Schwierigkeiten der Betrieb durch die Post (Postautohalter) übernommen.

Sehenswürdigkeiten

Die katholische Pfarrkirche Sant’Antonio Abate, erstmals erwähnt 1497, erweitert 1683Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 519, ISBN 978-88-7713-482-0 Das Beinhaus (17. Jahrhundert)Ossario di Cauco (Calanca) – Vista d’insieme della facciata (italienisch) auf lanostrastoria.ch/entries/ mit Fresko auf der FassadeLa Morte che non si fa corrompere (italienisch) auf lanostrastoria.ch/entries/ und mit Fresken im Innern

Kultur Archivio regionale CalancaArchivio regionale Calanca

Persönlichkeiten Vittore Veneziani (* 25. Mai 1878 in Ferrara; † 14. Januar 1958 ebenda), ein italienischer Chordirektor und Komponist wohnte in CaucoVittore Veneziani (italienisch) auf ti.ch/can/oltreconfiniti (abgerufen am: 5. September 2016.)Vittore Veneziani auf ricercamusica.ch (abgerufen am: 5. September 2016.).

Literatur Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 519. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Band VI: Die italienischbündnerischen Talschaften Puschlav, Misox und Calanca (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 17). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1945, ISBN 978-3-906131-55-9. Balser Puorger: Cauco. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2: Brusino – Caux. Attinger, Neuenburg 1921, S. 520 (Digitalisat).

Verschiedene Autoren: Cauco. In: Storia dei Grigioni. 3 Bände. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2000.

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Calanca Bundesinventar: Bodio/Cauco (Cauco) (italienisch) Catalogo ASTI, Cauco auf www3.ti.ch/DECS/dcsu/ac/asti/cff (abgerufen am 5. März 2018). Cauco: ASTi, catalogo dei fondi fotografici Cauco auf poststempel-graubuenden.ch Wanderungen im Calancatal ab Bodio-Cauco auf calancatal.ch

Einzelnachweise

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