mini|Pfarrkirche Hl. Michael in Gleinstätten mini|LandArt-Park beim Schloss Gleinstätten mini|Burgstall von Kelzenwert in Pistorf mini|hochkant=0.7|Kapelle zum gegeißelten Heiland in Pistorf
Gleinstätten ist eine Marktgemeinde im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Leibnitz, Steiermark, Österreich und hat Einwohner (Stand ). Im Rahmen der steiermärkischen GemeindestrukturreformSteiermärkische Gemeindestrukturreform. 2015 wurde die Nachbargemeinde Pistorf Gleinstätten einverleibt.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 13. Juni 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Gleinstätten und der Gemeinde Pistorf, beide politischer Bezirk Leibnitz. Steiermärkisches Landesgesetzblatt Nr. 63/2013, 20. Stück, . S. 333.
Geografie Geografische Lage Gleinstätten liegt im Sulmtal nordöstlich des Zusammenflusses der Schwarzen und der Weißen Sulm bei Prarath.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus sieben Katastralgemeinden (Fläche Stand ) bzw. gleichnamige Ortschaften (Einwohner Stand ):
Katastralgemeinde Fläche abweichender Ortschaftsname Einw. Dornach Gleinstätten Haslach Mayerhof Maierhof Pistorf Prarath Sausal bei Pistorf Sausal
Der Name Gleinstätten bezeichnet einen Ort in einer lehmigen Gegend, was sich durch die im Ort bestehende Ziegelherstellung bestätigt (ähnlich Gleinz). Haslach wird von Haselnusspflanzen abgeleitet, die an einem größeren Bach, einer Ache stehen. Prarath ist 1136 als Preurat, 1310 als Prewrewt belegt; es wird allerdings nicht als Hinweis auf eine Rodung gesehen, sondern von slowenisch prevrat „Umkehrung, Kehre“ abgeleitetFritz Lochner von Hüttenbach: Die Rodungsnamen der Steiermark. In: Michaela Ofitsch, Christian Zinko: 125 Jahre Indogermanistik in Graz. Festband anläßlich des 125-jährigen Bestehens der Forschungseinrichtung „Indogermanistik“ an der Karl-Franzens-Universität Graz. Verlag Leykam, Graz 2000, ISBN 3-7011-0026-8, S. 249., was durch den Verlauf der Flüsse in dieser Gegend erklärbar sein kann (Einmündung der Weißen und Schwarzen Sulm sowie des Leibenbaches zur Sulm).
Eingemeindungen Mit 1. Jänner 1965 wurden die Gemeinden Gleinstätten und Prarath unter dem Namen Gleinstätten zusammengelegt. 2015 wurde die Nachbargemeinde Pistorf Gleinstätten einverleibt.
Nachbargemeinden
Geschichte Gleinstätten hieß ursprünglich Micheldorf. 1245 wird hier die Befestigung eines Konrad Micheldorfer urkundlich genannt. Von 1285 bis 1607 war das Salzburger Dienstmannengeschlecht der Gleinzer Herren des Orts. Von 1728 bis 1885 befand sich die Herrschaft in den Händen der Grafen von Khünberg. 1848 erfolgte die Aufhebung der Grundherrschaft. Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.
Gleinstätten wurde am 1. Jänner 1980 zur Marktgemeinde ernannt.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche und Schloss um 1830,Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz mini|Schloss Gleinstätten Bauwerke
Schloss Gleinstätten: Das Schloss wurde im 16./17. Jahrhundert erbaut. Das heutige Erscheinungsbild ist ein dreigeschoßiger Vierflügelbau mit einem Arkadenhof, 1666 nach einem Brand von Franz Isidor Carlone im Stil der Renaissance wieder hergestellt. Eine Säule im Erdgeschoß ist mit 1556 datiert. 1975 bis 1978 erfolgte eine grundlegende Sanierung, Restaurierung und Adaptierung für die Volksschule und das Gemeindeamt. Der Arkadenhof wurde überdacht. Es finden regelmäßig die Gleinstättner Schlosskonzerte und andere Veranstaltungen statt.Gerhard Stenzel: Von Schloss zu Schloss in Österreich. Kremayr & Scheriau, Wien 1976, ISBN 3-218-00288-5, S. 176.
Pfarrkirche Gleinstätten: Die Kirche wurde 1381 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist dem Hl. Michael geweiht. 1692 wurde sie neu errichtet. Der Turm wurde 1754/57 gebaut. Der barocke Hochaltar stammt aus der Kapelle des Schlosses. An der Nordwand befindet sich ein romanisches Relief mit zwei kämpfenden Löwen mit Flechtbandornamentenaus dem 13. Jahrhundert, vermutlich der einzige Rest der ersten Kirche.Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio-Handbuch: Steiermark (ohne Graz). Die Kunstdenkmäler Österreichs – Topographisches Denkmälerinventar. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll, Wien 1982, ISBN 3-7031-0532-1, S. 136–137. mini|Romanisches Relief an der Pfarrkirche Gleinstätten
Filialkirche St. George: Die Filialkirche St. Georgen am Lukowisch liegt auf einer Hügelkuppe südlich Gleinstätten. Sie ist urkundlich 1383 erwähnt und in gotischem Stil erbaut.Dehio-Handbuch. S. 426–427.
Tondachwerk und Stadion: Die Werksanlage der Tondach Gleinstätten AG und das mit ihrer Hilfe erbaute „Tondachstadion“ zeugen von der wirtschaftlichen Bedeutung der Ziegelerzeugung im Gebiet. Das Tondachstadion fasst etwa 2.000 Personen.
Naturlehrpfad hinter dem Schloss Schlosspark mit „Landart“-Projekt (mit Skulpturen verschiedener Künstler wie Marina Bauer, Susanne Baumhakel, Michael Kinzer, Fritz Panzer, Wilhelm Scherübl und Gustav Troger) Theresienkapelle in Gleinstätten-Höch aus 1838 mit barockem Tabernakelaltar Steinplastik der Maria Immaculata um 1760 Kapelle südlich des Schlosses, barocker, im 19. Jahrhundert veränderter Bau
Sport Der SV Union Tondach Gleinstätten, 1947 gegründet, zählt er neben dem SVL Flavia Solva und dem SV Allerheiligen bei Wildon zu den erfolgreichsten Vereinen der Region. Er spielt in der Landesliga. Die Heimspiele werden im Tondachstadion ausgetragen. In der Saison 2009/10 konnte der Verein, dank eines Frühjahrsdurchganges, in dem 38 von 45 möglichen Punkten erspielt wurden, mit insgesamt 58 Punkten den Meistertitel in der Landesliga erreichen. Mit dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Mitte im Sommer 2010, konnte der SV Union Tondach Gleinstätten den größten Erfolg seiner Geschichte feiern. Mit dem Abstieg aus der Regionalliga wurde im Sommer 2012 auch ein Umbruch im Kader vollzogen (18 Spieler verließen den Verein).
Musik Die 1979 von Karl Mustein gegründeten Schlosskonzerte im überdachten Hof von Schloss Gleinstätten sind eine der führenden Kammermusikreihen der Steiermark.
Die Marktmusik Gleinstätten wurde im Jänner 2006 gegründet. Unter Kapellmeister Franz Oswald feierte die Marktmusik bereits zahlreiche Erfolge. Beim Konzertwertungsspielen 2007 in Leibnitz wurde ein „Ausgezeichneter Erfolg“ erreicht. Im Mai 2008 wurde die Kapelle mit einer neuen Uniform ausgestattet, die am 18. Mai beim Marktfest eingeweiht wurde.
Bei der Marschmusikwertung in Wolfsberg 2008 erreichte die Marktmusik Gleinstätten mit Stabführer Johannes Knieley ebenfalls ausgezeichneten Erfolg in der Stufe C.
Wirtschaft und Infrastruktur Für den Tourismus wird die Gemeinde beschrieben als „Badeteich-Gemeinde“ und „Zentrum des Kernöls“. Die Gemeinde ist Mitgliedsgemeinde des „Naturparks Südsteirisches Weinland“. Das Umland von Gleinstätten wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, wobei der Anbau von Mais dominiert.
Zwischen Gleinstätten und Pölfing-Brunn blieben 6,1 Streckenkilometer der Ende Mai 1967 eingestellten Sulmtalbahn erhalten und dienen als Anschlussbahn für das Ziegelwerk der Tondach Gleinstätten AG. Der ehemalige Bahnhof befindet sich hinter dem Lagerhaus (Baustoffzentrum; nicht zu verwechseln mit der Zweigstelle, dem Lagerhaus-Supermarkt). Das Areal der Ziegelwerke liegt im Gemeindegebiet von Sankt Martin im Sulmtal. Das Unternehmen gehört zu den Marktführern der Dachziegelerzeugung und expandiert seit 1992 auch nach Südosteuropa.
Gleinstätten wurde für das Projekt Shared Space von der Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder ausgewählt. Dieses Projekt wurde auch vom Land Steiermark finanziert, Fertigstellung war 2011.
Tourismusverband Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Großklein, Heimschuh, Kitzeck im Sausal, St. Andrä-Höch, St. Johann im Saggautal, St. Nikolai im Sausal und Tillmisch den Tourismusverband „Sulmtal Sausal – Südsteirisches Weinland“. Dessen Sitz ist in Kitzeck im Sausal.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 323. , S. 630–631.
Politik Bürgermeister Elke Halbwirth (ÖVP) wurde nach dem Rücktritt von Franz Koller im Rahmen einer dringlichen Sitzung des Gemeinderats am 9. August 2018 zur Bürgermeisterin gewählt.Gemeinde Gleinstätten: Gemeindevorstand, abgerufen am 9. Juni 2015. Halbwirth gehörte schon viele Jahre davor dem Gemeinderat der Fusionsgemeinde Pistorf und auch dem fusionierten Gemeinderat der Marktgemeinde Gleinstätten an.
Dem Gemeindevorstand gehören weiters der Vizebürgermeister Gerhard Ully(ÖVP) und der Gemeindekassier Jürgen Holzmann(SPÖ) an.
Chronik der Bürgermeister Die Geschichte der Gemeinde weist folgende Personen als Bürgermeister aus:Gemeine Gleinstätten: Die Bürgermeister, abgerufen am 9. Juni 2015. Gleinstätten Prarath (1907 bis 1964 selbständig) 1850–1861 Wilhelm Khuenburg 1861–1871 Michael Waltel 1871–1874 Josef Stoisser 1874–1898 Franz Mörth 1898–1902 Josef Jauk 1902–1907 Franz Resch 1907–1910 Franz Mörth 1910–1928 Rudolf Brand 1928–1930 Otto Wucherer-Huldenfeld 1930–1934 Josef Jauk 1934–1934 Michael Temmel 1935 Josef Theiler 1935–1938 Franz Mörth jun. 1938–1946 Franz Haas 1946–1964 Anton Genseberger 1965 Friedrich Silberschneider 1965–1984 Franz Scherer 1984–2000 Karl Strohmeier 2000–2014 Gottfried Schober 2015–2018 Franz Koller seit 2018 Elke Halbwirth 1907–1914 Simon Sebathi 1914–1919 Franz Krainer 1919–1938 Anton Stani 1938 Karl Hörmann 1938–1945 Johann Kremser 1945–1947 Johann Prattes 1947–1950 Peter Haindl 1950–1964 Friedrich Silberschneider ab 1965 mit Gleinstätten fusioniert
Pistorf (1907 bis 2014 selbständig) bis 1946 liegen keine Aufzeichnungen vor 1946–1947 Peter Sturm 1947–1948 Gottfried Sackl 1948–1950 Josef Lampl 1950–1955 Franz Neukirchner 1955–1975 Franz Koller 1975–1987 Franz Schwarzl 1987–2000 Franz Hirschmugl 2000–2005 Hermann Nagler 2005–2014 Franz Koller ab 2015 mit Gleinstätten fusioniert
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2020 setzt sich dieser wie folgt zusammen: 10 Mandate ÖVP 4 Mandate SPÖ 1 Mandate FPÖ
+ Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse: Partei2020 2015 2010 2005 2000 Fusions-gemeinde Glein-stätten Pistorf Glein-stätten Pistorf Glein-stätten PistorfStimmen%Mandate Stimmen % Mandate St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. ÖVP8836210 1230 70 11 555 64 10 681 68 11 570 68 11 401 40 6 526 65 10 293 35 5 SPÖ372264 313 18 2 109 13 2 264 26 4 218 26 4 387 39 6 181 22 3 549 65 10 FPÖ160111 224 13 2 198 23 3 nicht kandidiert 50 6 0 nicht kandidiert 98 12 2 nicht kandidiert Liste Schwarzl nicht kandidiert nicht kandidiert 60 6 0 nicht kandidiert 206 21 3 nicht kandidiert nicht kandidiert Wahlberechtigte 2.391 1.215 1.206 1.187 1.170 1.073 1.065 Wahlbeteiligung 74 % 72 % 84 % 71 % 86 % 76 % 80 %
Wappen mini|80px|Wappen bis 2014 links|90px Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 1. Dezember 2015.106. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. November 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Gleinstätten (politischer Bezirk Leibnitz), abgerufen am 9. Dezember 2015. Die neue Blasonierung lautet: „Im schräglinks von Silber zu Rot geteilten Schild oben ein blauer, rücksehender Pfauenrumpf mit ausgebreiteten Schwingen, unten eine silberne, rot gezierte Bischofsmütze mit zwei abfliegenden Bändern.“
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1980: Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann der Steiermark 1971–1980Südost-Tagespost (1. Juli 1980), S. 6. Söhne und Töchter der Gemeinde Augustinus Karl Wucherer-Huldenfeld (* 1929), Theologe und Philosoph Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten