Das Große Nixenkraut (Najas marina), auch Meeres-Nixenkraut oder Großes Nixkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Nixenkräuter (Najas) innerhalb der Familie der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae). Es ist eine Unterwasserpflanze.
Beschreibung und Ökologie miniatur|links|Illustration mini|Bestachelter Stängel mini|Stängel mit weiblicher Blüte bzw. Frucht und deutlich gezähnten Laubblättern
Das Große Nixenkraut ist einjährige krautige Pflanze, die Wuchslängen von 10 bis 50 Zentimetern erreicht. Es hat steife, gabelspaltige und zerbrechliche Stängel. Die gegenständig an den Stängeln stehenden Laubblätter sind linealisch, 1 bis 6 Millimeter breit, grob gewellt und stachelig gezähnt.
Das Große Nixenkraut ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die unter Wasser erscheinenden Blüten sind unauffällig. Die männliche, 1,7 bis 3 Millimeter lange Blüte besteht nur aus einem Staubblatt. Die weibliche, 2,5 bis 5,7 Millimeter lange Blüte enthält einen 1,2 bis 1,7 Millimeter langen Griffel, der mit einer dreilappigen Narbe endet. Die Bestäubung der Blüten findet unter Wasser statt.
Die rötlich-braune Nussfrucht ist bei einer Länge von 2,2 bis 8 Millimetern sowie einer Breite von 1,2 bis 2,5 Millimetern eiförmig. Sie wird vor allem endozoisch durch Enten ausgebreitet. Als Ausbreitungsstrategie nutzt das Große Nixenkraut dabei die Verdauungsausbreitung. Die Früchte können das Verdauungssystem von Enten unbeschadet passieren.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12, seltener 14.
Vorkommen Das Große Nixenkraut kommt weltweit in subtropischen und gemäßigten Zonen vor, schwerpunktmäßig auf der Nordhalbkugel: Nordamerika, Lateinamerika und Eurasien.
Dabei besiedelt sie stehende oder langsam fließende Gewässer bis zu einer Wassertiefe von 3 Metern. Wie alle Nixenkräuter gedeiht auch das Große Nixenkraut im Süßwasser. Daneben ist es jedoch in Schweden und Dänemark im Brackwasser der Ostsee zu finden. In der stärker salzhaltigen Nordsee dagegen fehlt das Große Nixenkraut. Insgesamt ist das Große Nixenkraut nur selten anzutreffen und befindet sich aufgrund von Wasserverschmutzung im Rückgang. Jedoch ist sie verstärkt in wärmeren Seen anzutreffen. Das Große Nixenkraut ist daher eine Wasserpflanze, welche mit zunehmender Erderwärmung andere Wasserpflanzen verdrängen kann, was bereits in einigen Oberbayerischen See beobachtet wurde.Grüne Pest bedroht Bayerns Seen. In: Münchner Merkur. Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG, 28. August 2008, aktualisiert: 23. Mai 2009 Sie ist eine Charakterart des Potamogetoneto-Najadetum marinae aus dem Verband Potamogetonion. In Deutschland kommt die Art ab Schleswig-Holstein östlich vor, außerdem an der Mosel, am Oberrhein und Mittelrhein, im Bodensee und in Bayern. In Österreich kommt sie in Salzburg, Niederösterreich, Kärnten, Burgenland und Steiermark vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 5u (untergetaucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (tolerant).
Taxonomie und Systematik Das Große Nixenkraut wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 1015 als Najas marina erstbeschrieben.
Je nach Autor gibt es von Najas marina vier Unterarten und mehrere Varietäten: Najas marina subsp. arsenariensis : Sie kommt in Algerien vor. Najas marina var. brachycarpa : Sie kommt von Zentralasien bis ins nördliche China vor. Najas marina subsp. commersonii : Sie kommt auf Mauritius, Réunion und Madagaskar vor. Najas marina var. grossidentata : Sie kommt vom nordöstlichen China bis Korea vor. Mittleres Nixenkraut (Najas marina var. intermedia ); Syn.: Najas marina subsp. intermedia : Es kommt vom Mittelmeergebiet bis Yunnan und Südafrika vor. Najas marina subsp. marina: Sie ist weltweit verbreitet. Najas marina subsp. sumatrana : Sie kommt im westlichen Sumatra vor. Najas marina var. zollingeri : Sie kommt nur im Batur-See in Bali vor.
Quellen Robert R. Haynes: Hydrocharitaceae.: Najas marina - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2000, ISBN 0-19-513729-9.
Einzelnachweise Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 108. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
Weblinks
Datenblatt mit Verbreitung in den Niederlanden. (niederl.) Verbreitung auf der Nordhalbkugel nach Eric Hultén. Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Die Wasserpflanze des Jahres 2007 bei nabu.de.
Kategorie:Froschbissgewächse Kategorie:Aquarienpflanze