mini|hochkant=1.5|Karte der bekannten Meteoriten aus Deutschland

Auf dem Gebiet von Deutschland in seinen heutigen Grenzen wurden bis Juli 2026 laut Meteoritical Bulletin 59 offiziell anerkannte Funde von Meteoriten verzeichnet.Ein 57. Fund (Mauerkirchen) „wechselte“ 1816 von Bayern nach Österreich. Bei 38 von ihnen wurde vor dem Fund auch der Fall des Meteoriten beobachtet.

Hinweise und Tabelle

Unter den hier aufgelisteten Meteoriten befinden sich drei (Ortenau, Stolzenau und Rodach), von denen kein Material mehr vorhanden ist und wo, wie beim Meteorit Bad Rodach (1775), auch der Fall nur sehr mangelhaft nachgewiesen ist. Die Authentizität des Meteoriten Königsbrück als deutscher Fund wird inzwischen vielfach angezweifelt. Der Meteoritenfall Mauerkirchen (1768) ist gelistet, weil der Ort bis zu einer historischen Grenzverschiebung zum Kurfürstentum Bayern/Königreich Bayern gehörte. Bei allen fünf Ereignissen sind in der Tabelle die Namen in Klammern gesetzt.

Für zwei Meteoriten in der Tabelle, nämlich Issigau-Reitzenstein und Koblenz, gibt es (Stand Juli 2026) noch keinen Eintrag in der Meteoritical Bulletin Datenbank der Meteoritical Society.

Dem Meteoritenfall Inningen (1998) wurde die offizielle Anerkennung wieder entzogen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Finder ein Fragment des bereits bekannten Sikhote-Alin-Meteoriten als neuen Meteoriten ausgegeben hatte.Meteoritical Bulletin: Entry for Inningen. Das erfundene Ereignis wurde daher aus dieser Liste gestrichen. Der jüngste Meteoritenfall in Deutschland ereignete sich am 21. Januar 2024 in Ribbeck, nachdem der Asteroid 2024 BX1 kurz vor dem Eintreten in die Erdatmosphäre entdeckt wurde.

Redaktionelle Reihung nach Name alphabetisch.

Name Fundort Massein Gramm Klasse Falldatumoder Fundjahr Koordinaten Aachen Aachen, Nordrhein-Westfalen 21 Gewöhnlicher Chondrit (L5) Barntrup Barntrup, Nordrhein-Westfalen 17 Gewöhnlicher Chondrit (LL4) Benthullen Wardenburg, Niedersachsen 17.250 Gewöhnlicher Chondrit (L6) Bitburg Bitburg, Rheinland-Pfalz 1.500.000 Oktaedrit (IAB) Der Fund wurde auf dem Pluwiger Hammer bei Trier (teilweise) eingeschmolzen. Blaubeuren Blaubeuren, Baden-Württemberg 30.670zwei Steine: 30,26 kg und 0,41 kg Gewöhnlicher Chondrit (H4-5) , erst 2020 als Meteorit erkannt Blaubeuren (b)Blaubeuren, Baden-Württemberg17,3 Gewöhnlicher Chondrit (H5) Braunschweig Braunschweig, Niedersachsen 1.300 Gewöhnlicher Chondrit (L6) Breitscheid Breitscheid, Hessen 1.500 Gewöhnlicher Chondrit (H5) Bremervörde Bremervörde, Niedersachsen 7.250Mindestens fünf Steine, größter 2,75 kg Gewöhnlicher Chondrit (H/L3) Cloppenburg Cloppenburg, Niedersachsen 141 Gewöhnlicher Chondrit (H4-5) Darmstadt Darmstadt, Hessen 100 Gewöhnlicher Chondrit (H5) Dermbach Dermbach, Thüringen 1.500 Ataxit (ungruppiert) Eichstädt Eichstätt, Bayern 3.000 Gewöhnlicher Chondrit (H5) Elmshorn Elmshorn, Schleswig-Holstein 4.271 Gewöhnlicher Chondrit (H) Emsland Rhede, Niedersachsen 19.000 Oktaedrit (ungruppiert) Erxleben Erxleben, Sachsen-Anhalt 2.250 Gewöhnlicher Chondrit (H6) Flensburg Flensburg, Schleswig-Holstein 24,5 Kohliger Chondrit ungruppiert (C1) Forsbach Rösrath, Nordrhein-Westfalen 240 Gewöhnlicher Chondrit (H6) Gilzem Gilzem, Rheinland-Pfalz 436 Gewöhnlicher Chondrit (H5) Gütersloh Gütersloh, Nordrhein-Westfalen 1.000Zwei Steine, Gewicht des ersten Steins 1 kg, Gewicht des zweiten Steins unbekannt Gewöhnlicher Chondrit (H4) Hainholz Kreis Minden, Nordrhein-Westfalen 16.500 Mesosiderit Hungen Hungen, Hessen 112Zwei Steine. 86 g und 26 g. Gewöhnlicher Chondrit (H6) Ibbenbüren Ibbenbüren, Nordrhein-Westfalen 2.034 Achondrit (Diogenit) Issigau-Reitzenstein Issigau, Bayern 136.400 Eisenmeteorit (IIIAB) Kiel Kiel, Schleswig-Holstein 738 Gewöhnlicher Chondrit (L6) Kleinwenden Nordhausen, Thüringen 3.250 Gewöhnlicher Chondrit (H6) Koblenz Rheinland-Pfalz - Achondrit (Eukrit) (Königsbrück) Königsbrück, Sachsen 52 Gewöhnlicher Chondrit (H/L4) Krähenberg Krähenberg, Rheinland-Pfalz 15.750 Gewöhnlicher Chondrit (LL5) Linum Fehrbellin, Brandenburg 1.862 Gewöhnlicher Chondrit (L6) Machtenstein Schwabhausen (Oberbayern), Bayern 1.422 Gewöhnlicher Chondrit (H5) Fund, 1956?Wiederentdeckung 2014 Mainz Mainz, Rheinland-Pfalz 1.700 Gewöhnlicher Chondrit (L6) Marburg Marburg, Hessen 3.000 Pallasit Mässing Eggenfelden, Bayern 1.600 Achondrit (Howardit) (Mauerkirchen)Zum Zeitpunkt des Falls gehörte Mauerkirchen zu Bayern. Mauerkirchen, Oberösterreich 21.300 Chondrit (L6) Menow Fürstenberg, Brandenburg 10.500 Gewöhnlicher Chondrit (H4) Meuselbach Meuselbach-Schwarzmühle, Thüringen 870 Gewöhnlicher Chondrit (L6) Nenntmannsdorf Pirna, Sachsen 12.500 Oktaedrit (IIAB) Neuschwanstein Schwangau, Bayern 6.218Drei Steine. Zwei (1,750 kg und 1,625 kg) wurden auf bayerischem Gebiet, einer (2,843 kg) auf Tiroler Gebiet geborgen. Die hier angegebenen Koordinaten geben die Fundposition des ersten Stücks an. Enstatit-Chondrit (EL6) Niederfinow Eberswalde, Brandenburg 287 Oktaedrit (IAB) Obernkirchen Rinteln, Niedersachsen 41.000 Oktaedrit (IVA) Oesede Georgsmarienhütte, Niedersachsen 3.600 Gewöhnlicher Chondrit (H5) Oldenburg Großenkneten, Garrel Niedersachsen 16.570Zwei Steine. 11,73 kg und 4,84 kg. Gewöhnlicher Chondrit (L6) (Ortenau) Ortenau, Baden-Württemberg 4.500 Steinmeteorit, unklassifiziert Peckelsheim Peckelsheim, Nordrhein-Westfalen 118 Achondrit (Diogenit) Pohlitz Gera, Thüringen 3.000 Gewöhnlicher Chondrit (L5) Ramsdorf Velen-Ramsdorf, Nordrhein-Westfalen 4.682 Gewöhnlicher Chondrit (L6) Renchen Renchen, Baden-Württemberg 993 Gewöhnlicher Chondrit (L5-6) Ribbeck Ribbeck, Brandenburg 1.800 Achondrit (Aubrit) (Rodach)Wegen der zweifelhaften Beweislage und des verschollenen Meteoriten wird dieser Fall offiziell nicht anerkannt. Bad Rodach, Bayern 2.900 Steinmeteorit, unklassifiziert Salzwedel Salzwedel, Sachsen-Anhalt 43 Gewöhnlicher Chondrit (LL6) Schönenberg Jettingen-Scheppach, Bayern 8.000 Gewöhnlicher Chondrit (L6) Simmern Simmern, Rheinland-Pfalz 1.222Drei Steine. 610 g, 470 g und 42 g. Gewöhnlicher Chondrit (H5) Steinbach Erzgebirge, Sachsen 99.000Vier Steine an verschiedenen Fundstellen im westlichen Erzgebirge. Stein 1 „Grimma“ (Fundortbeschreibung falsch/Fundort unbekannt, vor 1724), Gewicht „etliche Pfund“. Stein 2 (Fundort Steinbach bei Johanngeorgenstadt, vor 1751), Gewicht mindestens 1,4 kg. Stein 3 (Fundort Rittersgrün, Ortsteil Ehrenzipfel, 1833), Gewicht 86,5 kg. Stein 4 (Fundort Breitenbach, Böhmen, 1861), Gewicht 10,5 kg. Siderophyr/Oktaedrit (IVA) Funde, vor 1724, vor 1751, 1833, 1861 (Stolzenau) Stolzenau, Niedersachsen 150 Steinmeteorit, unklassifiziert Stubenberg Stubenberg (Niederbayern), Bayern 1.320Mehrere kleine Bruchstücke und Splitter im Gramm-Bereich sowie ein großes Fragment (1,320 kg). Gewöhnlicher Chondrit (LL6) Tabarz Tabarz, Thüringen 150 Oktaedrit (IIICD) Trebbin Trebbin, Brandenburg 1.250 Gewöhnlicher Chondrit (LL6) Treysa Schwalmstadt, Hessen 63.000 Oktaedrit (IIIB) Unter-Mässing Greding, Bayern 80.000 Oktaedrit (IIC) Wedel Wedel, Schleswig-Holstein 3.696 Eisenmeteorit (IAB complex) Wernigerode Wernigerode, Sachsen-Anhalt 24 Gewöhnlicher Chondrit (H5)

Siehe auch Liste der Meteoriten Bayerns Liste der Meteoriten Österreichs Liste der Meteoriten der Schweiz Liste von Meteoriten

Literatur

Weblinks Meteoritical Bulletin Database Katalog von Grady (siehe Literatur)

Einzelnachweise

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