mini|Aktuelles Barbie-Logo Barbie gilt als eine der bekanntesten und meistverkauften Puppen der Welt und gehört damit zu den Spielzeugklassikern. Sie kam 1959 auf den Markt. Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen des US-amerikanischen Spielwarenherstellers Mattel und bezeichnet die Produktionsreihe von Modepuppen im Maßstab 1:6. Auch die Puppe Ken, das männliche Pendant, gehört zum Barbie-Franchise.

Geschichte Vorgeschichte Bereits vor Barbie gab es Modepuppen; von den ersten wurde aus dem Frankreich des 13. Jahrhunderts berichtet. Dass Barbie Teil der westlichen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts wurde, verdankt sie dem von der Gründerin von Mattel, Ruth Handler, erstellten und im Laufe der Jahre verfeinerten Konzept, das folgende Hauptpunkte aufweist:

Gestaltung der Puppe Barbie Schwerpunkt Kleidung Einbeziehung verschiedener ethnischer Zielgruppen Erweiterung der Produktreihe um weitere Puppenpersönlichkeiten Entwicklung der Puppe vom Luxus- zum Massenspielzeug Produktion von Sammlerpuppen neben den Spielpuppen Barbiepuppe als Schönheitsideal mini|Die „Mutter der Barbie-Puppe“: Ruth Handler (1961) Mattel wurde 1945 vom Ehepaar Ruth und Elliott Handler sowie von Harold Matson gegründet. Der kleine Betrieb produzierte zunächst Bilderrahmen, Modeschmuck und Puppenmöbel, später auch anderes Spielzeug. Nach Aussage von Ruth Handler hatte sie bereits Anfang der 1950er Jahre die Idee, nach dem Vorbild der Ankleidepuppen, mit denen ihre Tochter Barbara spielte, eine Puppe zu produzieren, die einem Mannequin glich. Ihr Mann sei jedoch der Ansicht gewesen, die Produktion würde zu teuer. Auf einer Europareise entdeckte Ruth Handler eine solche Puppe in einem Schaufenster in Luzern und kaufte sie. Sie war etwa 30 Zentimeter groß und hatte eine blonde Pferdeschwanzfrisur.

Bei der Puppe aus dem Schaufenster handelte es sich um die Bild-Lilli, eine Puppe nach dem Vorbild eines Comics, den Reinhard Beuthien seit 1952 für die BILD-Zeitung zeichnete und die seit 1955 auf dem Markt war. Modelliert hatte sie Max Weißbrodt von O. & M. Hausser in Neustadt bei Coburg. Zurück in den USA gingen die Handlers daran, ihr Puppenprojekt umzusetzen. Über die genauen Umstände, unter denen das geschah, gibt es zwei Versionen – die von Hausser und die von Mattel.Rolf Hausser's Story. Interview in der Zeitschrift Barbie Bazaar, Februar 2000 (englisch). Am 9. März 1959 wurde die erste Mattel-Puppe auf der American Toy Fair in New York präsentiert (benannt nach der Tochter der Handlers). Die Vermarktungsrechte an der Bild-Lilli kaufte Mattel jedoch erst 1964, sodass deren Produktion erst daraufhin eingestellt wurde. Damit konnte die Barbie-Puppe 1964 auch in Deutschland verkauft werden.

Veränderungen der Puppe mini|Barbies erste Kleiddesignerin Charlotte Johnson mit einem Modell von 1965 Barbie, die Hauptfigur dieser Puppenwelt, orientierte sich von Anfang an an aktuellen Modetrends und ist daher immer eine Verkörperung des jeweiligen Zeitgeistes. Entsprechend hat sich ihr Erscheinungsbild immer wieder geändert:

Die erste Barbie war erhältlich in blond und brünett, jeweils mit Pferdeschwanz und gelocktem Pony. Zunächst wurde sie nur hellhäutig produziert. Ihre Kopfform mit geschlossenem Mund und anmodellierten Wimpern war der der Lilli nachempfunden, und genau wie diese hat sie einen Körper mit weiblichen Formen und trägt kräftiges Make-up. Anders als die meisten anderen Puppen spreizt sie ihre Beine beim Hinsetzen nicht, sondern hält sie damenhaft parallel (dies war schon bei Lilli so). Später gab es sie auch mit Kurzhaarfrisuren und in anderen Haarfarben. 1967 bekam Barbie ein neues Gesicht. Die Lippen sind leicht geöffnet und die Wimpern sind aufgemalt oder aus richtigen Haaren. Insgesamt wirkt sie mädchenhafter als die Vorgängerin. 1977 erschien die Superstar Barbie. Sie hatte als Erste den Kopf, der die folgenden 20 Jahre lang für Barbie verwendet wurde: ein breit lächelndes Gesicht mit großen Augen und Grübchen am Kinn. Es ist die von Mattel am häufigsten verwendete Kopfform. Die Vielfalt der Haarfarben wurde mit dieser Puppe aufgegeben: Barbie war von nun an grundsätzlich blond. Erst ab 1991 gab es Barbie wieder mit anderen Haarfarben. Seit 1980 gibt es die meisten Modelle auch in einer hispanischen und afroamerikanischen Version, um den Kindern aus diesen Ethnien Barbies in ihrer eigenen Hautfarbe zu bieten. Asiatische Barbies werden gelegentlich auch angeboten, sind aber selten. Auch von Barbies Freund Ken und ihren Schwestern gibt es gelegentlich andere ethnische Versionen. Davon unabhängig hat Barbie Freunde aus verschiedenen Ethnien (siehe unter Freunde und Verwandte). Seit 1996 gibt es die Aerobic-Barbie mit mehr Beweglichkeit in den Körpergliedern. Seit 1996 hat Barbie ein neues Gesicht mit geschlossenem Mund. 2000 wurde das Superstar-Gesicht modifiziert; es ist seitdem schmaler und das Grinsen nicht mehr so übertrieben. Diese beiden Kopfformen werden heute noch verwendet; seit 2005 allerdings in einer Version, die etwa 10 % größer ist. Zu Anfang des Jahres 2003 brachte Mattel Puppen mit einer neuen Körperform auf den Markt; Rumpf und Beine sind kürzer und die Hüften breiter. Diese Form wurde nach zwei Jahren wieder aufgegeben und Mattel kehrte zur vorherigen Größe zurück. 2006 stellte die Soferet Jen Taylor Friedman die sog. Tefillin-Barbie her, eine inoffizielle Variante mit den Ritualgegenständen Tallit und Tefillin, welche normalerweise in der jüdischen Orthodoxie nur Männer tragen dürfen. Anfang 2016 veröffentlichte Mattel „The Doll Evolves“ und von nun an gibt es „Barbie“ mit verschiedenen Körpern in dick, groß und klein. November 2017 wurde vom Hersteller die erste Barbie mit Hidschab für 2018 angekündigt. Vorbild für das Modell aus der Serie Sheroes – she + hero, Frauenheldinnen ist die olympische Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad aus den USA, sie trug auch bei den Wettkämpfen ihr Kopftuch.So wie Ibtihaj Muhammad: Barbie trägt jetzt Hidschab, n-tv, 14. November 2017, abgerufen am 10. März 2018. Im selben Monat präsentiert Mattel auch eine Barbie-Puppe mit einem „Love Wins“-T-Shirt. Das Original ist von der Modebloggerin Aimee Song entworfen und soll die Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Liebe unterstützen.Puppe mit eindeutiger Botschaft: Barbie kämpft jetzt für die Homoehe, n-tv, 29. November 2017, abgerufen am 10. März 2018. Bekannte Persönlichkeiten aus der Geschichte sowie aus Politik, Kultur und Sport werden regelmäßig in Barbie-&-Ken-Form dargestellt. Zum Frauentag am 8. März 2018 wurde eine Serie von 19 „Inspirierenden Frauen“ (Inspiring Women) vorgestellt. Sie sollen in Mädchen die Vorstellung zu vielfältiger Entwicklung fördern. Ein Begleitheft beschreibt die Leistungen der Vorbilder. Kritisiert wird an den Ausformungen der Figuren jedoch mitunter das Stereotyp kurzer Oberkörper/Wespentaille/lange Beine.Barbie Celebrates Role Models (englisch).Auf Frida Kahlos Spuren: Barbie würdigt Power-Frauen, n-tv, 8. März 2018, abgerufen am 10. März 2018.Familie droht wegen Frida-Kahlo-Barbie mit Klage, orf.at, 9. März 2018, abgerufen am 10. März 2018. Folgende Frauen wurden in die Serie aufgenommen:

Amelia Earhart (1897–1937), Pilotin, Frauenrechtlerin, USA Frida Kahlo (1907–1954), Malerin, Mexiko Katherine Johnson (1918–2020), Mathematikerin und Physikerin bei NASA, USA Hélène Darroze (* 1967), Restaurantköchin, Frankreich Leyla Piedayesh (* 1970), Berliner Designerin, Deutschland Patty Jenkins (* 1971), Filmregisseurin, USA Ava Duvernay (* 1972), Filmregisseurin, USA Martyna Wojciechowska (* 1974), Journalistin, Polen Yuan Yuan Tan (* 1977), Primaballerina, China, USA Misty Copeland (* 1982), Afroamerikanerin, Primaballerina, USA Nicola Adams (* 1982), Boxerin, GB Ibtihaj Muhammad (* 1985), Säbelfechterin, USA Ashley Graham (* 1987), Plus-Size-Model, USA Sara Gama (* 1989), Fußballerin, Italien Hui Ruoqi (* 1991) Volleyball, Olympiagold 2016, China Gabby Douglas (* 1995), Turnerin, 2012 Olympiagold, USA Xiaotong Guan (* 1997), Schauspielerin, China Bindi Irwin (* 1998), Naturschützerin, Australien Chloe Kim (* 2000), Snowboard Olympiagold 2018, USA

Im Juli 2022, an ihrem 88. Geburtstag, erschien Jane Goodall, Umwelt- und Primaten-Forscherin als Puppe – jung abgebildet, mit Feldstecher, Notizbuch oder Tablet und einem Schimpansen.Vorbildwirkung : Affen-Forscherin Jane Goodall als Barbie-Puppe. Kronenzeitung, Print, 13. Juli 2022, S. 8.

Zum Frauentag 2023 wurde eine Serie von 7 herausragenden Frauen aus MINT-Berufen vorgestelltNeue Kollektion ehrt sieben Karrierefrauen. In: Stern, 8. März 2023. Abgerufen am 13. März 2023.: Antje Boetius (* 1967), Meeresbiologin Susan Wojcicki (1968–2024), Google-Sonderberaterin Anne Wojcicki (* 1973), 23andME-CEO Janet Wojcicki (* 1970), Pädiatrie-Professorin Maggie Aderin-Pocock (* 1968), Weltraumwissenschaftlerin Kat Echazarreta, Elektroingenieurin Li Yinuo, Wissenschaftspädagogin 2023 gab es die erste Barbie mit Down-Syndrom. Ab 2026 wurde die erste autistische Barbie stark diskutiert, da sie nur ein Bild der Krankheit zeichne. Die Merkmale der Puppe sind eine besonders reizarme Kleidung und Kopfhörer gegen Lärm, die starke Empfindlichkeit gegenüber Reizen symbolisieren sollen.

Um das Spielen mit Barbie interessanter zu gestalten, entwickelte Mattel im Laufe der Jahre ständig Veränderungen, zum Beispiel knickbare Beine (bendable legs), auswechselbare Perücken, färbbare Haare (Color Magic). Regelmäßig kamen auch sprechende Puppen auf den Markt. Mehrere Male wurde für Barbie ein beweglicherer Körper mit weiteren Gelenken entwickelt, der neben dem herkömmlichen Körper mit starren Armen und nur begrenzt knickbaren Beinen eingesetzt wurde. Diese Körper wurden aber nur wenige Jahre produziert.

Produktion Schon die erste 1959 auf den Markt gebrachte Ausgabe der Barbie wurde nicht in den USA, sondern vollständig in Japan produziert. Wenige Jahre später wurde nicht nur Barbies Kleidung (Heimarbeit), sondern auch die Figuren in China hergestellt. 1990 kommen wichtige Maschinen zur Produktion der Barbie aus den USA und Europa nach China. Vorprodukte werden zum Beispiel aus Japan, Taiwan oder den USA zu den Produktionsstandorten geliefert.Hahn, Barbara: Welthandel. Geschichte, Konzepte, Perspektiven, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1. Auflage 2009, S. 49.

Kleidung mini|Barbie-Puppen mit verschiedenen Kostümen Der kommerzielle Erfolg von Barbie beruht zu einem wesentlichen Teil darauf, dass sie von Anfang an mit einer reichhaltigen Garderobe für jede Gelegenheit ausgestattet war. Barbie wurde ursprünglich nur im Badeanzug verkauft. Die ersten Kleider waren von den Modellen der Haute Couture beeinflusst und trugen wie diese Namen. Anfang der 1960er Jahre war Jacqueline Kennedy stilbildend, dieser Einfluss ist auch in Barbies Kleidung spürbar. Ab 1967 trug Barbie Modelle, die sich an den Mod-Kleidern der Carnaby Street orientierten.

Barbie ging immer mit der Mode und trug die aktuellen Farben der Saison. In den 1950er und frühen 1960er Jahren waren das eher Pastelltöne, erst Ende der 1960er Jahre kamen leuchtende Farben in Mode. Auch spätere Trends, wie die von der Fernsehserie Dynasty (dt.: Der Denver-Clan), beeinflussten die Mode der 1980er Jahre, Discomode und Designerjeans gingen an Barbie ebenfalls nicht spurlos vorüber.

Ab den 1990er Jahren wurden nicht mehr nur Kleider für mehr oder weniger alltägliche Situationen angeboten, sondern Barbie konnte sich nun auch als Meerjungfrau, Blumenelfe oder Märchenprinzessin verkleiden.

Schon in den 1960er Jahren bot Mattel Kleidungsstücke an, die von den Kindern mittels beigefügter Stoffmalfarben, Applikationen oder Pailletten selbst neu gestaltet werden konnten. Derartige Stücke werden bis heute produziert und stellen eine erhebliche Erweiterung der Spielmöglichkeiten dar.

Puppen der My-Scene-Reihe