250px|mini|System i Modell 570 mit Power-6-Prozessoren (Oktober 2007) 250px|mini|i5 Modell 570 (2006)

System i (frühere Namen AS/400/eServer iSeries oder System i5) ist eine Computer-Baureihe des Unternehmens IBM.

IBMs Systeme i haben ein proprietäres Betriebssystem namens IBM i for Business und eine eigene Datenbank namens DB2, worauf in der überwiegenden Anzahl der Installationen kaufmännische Anwendungen zur Verwaltung der typischen Geschäftsprozesse eines Unternehmens, als Server- oder Client/Serveranwendung, betrieben werden. Typisch für dieses System ist die enge Verknüpfung zwischen Betriebssystem und Datenbank (vgl. Middleware), welche erste Merkmale einer Appliance aufweist. Diese Ideen wurden bei IBM PureSystems wieder aufgegriffen.

Die aktuellen IBM-Systeme i sind skalierbar, das heißt, man kann diese als relativ kleine Maschine (z. B. fünf Benutzer) betreiben, aber auch in Großrechner-Dimensionen (mit tausenden Benutzern). Die installierten Anwendungen können mehrere tausend Benutzer parallel bedienen, sofern die Hardware richtig dimensioniert ist.

Das Anfang 2016 größte verfügbare System i Modell E880 kann bis zu 16 CPUs mit 192 Power8-Prozessorkernen enthalten und bis zu 16 TB RAM adressieren.

Geschichte 1986 initiierte IBM das Projekt „Silverlake“ unter Leitung von Frank G. Soltis, Chef-Entwickler bei IBM in Rochester und Professor für Computer Engineering (auch: Technical Computer Science oder Technische Informatik genannt) an der Universität von Minnesota. Soltis entwickelte die fundamentalen Design-Konzepte des Systems AS/400, die heute noch immer in einer Partition mit dem Betriebssystem OS/400 gültig sind.

Sie gehörte ursprünglich zu den Minirechnern, wird aber hauptsächlich kommerziell verwendet und bietet eine breite Schicht an Anwendungsprogrammen. Der Begriff Minirechner wird heute (2007) nicht mehr verwendet und hat heute eine andere Bedeutung. Sie gehört in die Kategorie der Midrange-Rechner; ein Begriff, der sich Mitte der 1980er Jahre bis Ende der 1990er Jahre etablierte. Hiermit ist die Größe zwischen Servern, die auf Intel-kompatiblen Prozessoren basieren, und Großrechnern (engl. mainframes) gemeint.

Die AS/400 wurde am 21. Juni 1988 als gemeinsame Weiterentwicklung der IBM-Systeme System/36 und System/38 auf den Markt gebracht. Genauer gesagt handelte es sich um den Nachfolger der S/38 und war zu dieser sogar objektcodekompatibel, d. h. bisherige S/38-Anwendungen konnten ohne oder mit nur geringen Modifikationen wiederverwendet werden. Die S/36-Anwendungen konnten in einem speziellen Modus unverändert laufen (Befehl: STRS36), was zwar zu Geschwindigkeitseinbußen führen konnte, jedoch viele Anwender dazu bewog, auf die AS/400 zu wechseln. Im Jahre 2000 wurde die AS/400 in iSeries umbenannt, im Oktober 2003 wurde der Name iSeries i5 geprägt, und seit 2006 gibt es die Modelle IBM System i5. Der neueste Name seit 2007 ist System i. Die neuen Modelle haben auch wesentlich erweiterte Möglichkeiten, wie z. B. den Betrieb von Linux und Unix (AIX), Lotus Domino, Java und den Einsatz als Web-Server. Fast alle IP basierten Dienste können auch unter i5/OS laufen (wie z. B. SNMP, FTP, DNS, Telnet, SMTP, POP3, LDAP, VPN).

Die ersten Modelle waren die so genannten B-Modelle (B10, B20, B30, B35, B40, B50), danach folgten die D-, E- und F-Modelle. IBM ging danach zu numerischen Modellbezeichnungen über. In der Pinakothek der Moderne in München befindet sich ein Modell 520, welches im Jahre 2000 einen Design-Preis erhielt.

IBM PureSystems greift Ideen des System i bzw. der AS/400 wieder auf und erweitert sie in Richtung Appliance. Da Open Source ein immer wichtiger werdender Bestandteil von ERP-Lösungen ist, treibt IBM die Entwicklung insbesondere in diese Richtung voran.

Eigenschaften Generelles zum IBM System i Die Architektur der System-i-Modelle ist durch die Besonderheit geprägt, dass das Betriebssystem von der Hardware durch eine Isolationsschicht getrennt ist. Wenn bei Systemen ohne diese Isolationsschicht das Betriebssystem die Hardware direkt anspricht, verlangt eine Modernisierung der Hardware eine intensive Anpassung des Betriebssystems. Diese ist oft so kostenintensiv, dass vorgezogen wird, eine neue Systemreihe zu entwickeln und anzukündigen.

Die Isolationsschicht der Systeme i hingegen erlaubt, Hardwaremodernisierungen ohne Eingriff in das Betriebssystem vorzunehmen (Siehe LIC weiter unten). Dies erklärt, warum die AS/400, die vor über 35 Jahren angekündigt wurde, sich bis zum System i mit der modernsten Hardware wandeln konnte, ohne dass die Anwendungsprogramme umgeschrieben werden mussten. Denn Anwendungsprogramme basieren auf dem Betriebssystem und nicht auf der Hardware. Selbstverständlich wurde das Betriebssystem ebenfalls weiterentwickelt, aber ohne die Zwänge, die üblicherweise mit der Modernisierung der unterliegenden Hardware verbunden sind.

Das System i gibt es grundsätzlich in zwei Ausführungen, und zwar als Enterprise-Modell (für klassische AS/400-Anwendungen mit Eingabe-Bildschirm per Blockgrafik) oder als Standard-Modell (für Server-Anwendungen, wie z. B. Client-Server-Lösungen auf Java-Basis oder SAP mit Client-Server-Technologie) Es gibt kleine Systeme, die mit einer Partition ausgeliefert werden, auf denen man i/OS betreiben kann. Es gibt mittlere und große Systeme, die in verschiedene Partitionen aufgeteilt werden können. In jeder dieser Partition wird ein separates Betriebssystem gefahren. Das Betriebssystem muss nicht das IBM-eigene i/OS sein. Um diese Partitionen verwalten zu können, haben die System i einen eingebauten Verwaltungsrechner (flexible support processor = FSP). Dieser muss hochgefahren werden, bevor die Partitionen gestartet werden können. Um die Informationen des FSP editieren zu können und verwaltbar zu machen, gibt es eine Hardware Management Console (HMC). Diese ist eine Software von IBM, die unter Linux auf einem eigenen Server auf Basis einer Intel-Architektur laufen muss. Die Ressourcen Prozessoren, Hauptspeicher und Steckkarten können mit Hilfe der HMC dynamisch (d. h. im laufenden Betrieb) zwischen den Partitionen verschoben, entfernt oder hinzugefügt werden.

Hardware Bei der Gehäuseform unterscheidet man zwischen Standalone und Rackmounted. Kleinere Modelle werden auch noch als einzeln stehende Gehäuse angeboten. Ab dem Modell 550 bis zur 570 gibt es nur 19-Zoll-Gehäuse, die in ein Rack verbaut werden, das Enterprise-Modell 595 wird in speziellen 24-Zoll-Rahmen geliefert. Je nach Prozessoranzahl und Prozessorbaureihe werden die Hauptgehäuse durch eine oder mehrere Erweiterungseinheiten ergänzt. In diesen Erweiterungseinheiten sitzen dann Festplatten, IOPs, IOAs, HSL-Adapter und sonstige Adapter. Es gibt auch Erweiterungseinheiten für Prozessoren.

Man kann diese Systeme (Server) auch per iSCSI oder SAN-Adapter festplattenlos betreiben. Die Festplattenkapazitäten werden dann von einer SAN-Lösung, also einem zentralen Storage-System bereitgestellt.

Ein optionaler virtual I/O-Server (VIO), eine eigene Partition innerhalb des System i, kann physikalisch vorhandene Ethernet-, SAS-, SCSI- und FC-Adapter als virtuelle Geräte an andere Partitionen auf dem gleichen System weitergeben. So können mehrere Partitionen Adapter gemeinsam nutzen.

Spezielle Aufgaben werden nicht vom Hauptprozessor direkt, sondern von Spezialprozessoren durchgeführt, was den Durchsatz extrem erhöht. Da sind z. B. die IOPs (Input/Output-Prozessor) zu erwähnen. Die entsprechenden Adapterkarten (IOAs) für Netzwerk, Festplatten etc. werden über diese IOPs angesteuert und entlasten somit den Hauptprozessor. Bis 2006 hatte fast jedes System einen oder mehrere IOPs. Diese IOP-Karten kosten ungefähr so viel wie zwei normale Büro-PCs. Wegen der steigenden Prozessorleistung, schnellerer Bussysteme (z. B. PCI-X) und um die Systeme günstiger anbieten zu können, ist IBM dazu übergegangen, IOP-lose IOAs zu verwenden.

Für die Ver-/Entschlüsselung gibt es eigene Kryptografie-Co-Prozessoren auf PCI- oder PCI-X-Adapterkarten, welche ebenfalls den Vorgang beschleunigen und den Hauptprozessor entlasten.

Betriebssysteme Linux, AIX, Windows Ein IBM System i ist ein „Integrationssystem“. Das bedeutet, es unterstützt nicht nur OS/400 bzw. i5/OS, sondern auch Linux (native PowerPC- oder Intel-Architektur über eine PC-Steckkarte) und das hauseigene Unix-Derivat AIX, sowie Windows (über eine PC-Steckkarte). Die PC-Steckkarte (auch IPCS genannt) ist ein eigenständiger PC mit CPU und Hauptspeicher, der Festplattenplatz auf dem System i verwendet. Es können je nach Modell bis zu 60 dieser PC-Karten eingebaut werden. Zusätzlich können viele Linux-Partitionen installiert sein. Somit kann man bspw. 50 einzelne Server auf einem einzigen System i zusammenfassen, was die Administration und das Speichermanagement erheblich vereinfacht. Das Storage-System des System i kann mit einem SAN verglichen werden, welches dynamisch benötigten Platz einer jeweiligen Partition (LPAR genannt) zuweisen kann (ab V5R4).

OS/400 (i5/OS, IBM i for Business) Partition/System 200px|mini|i5 Modell 520 (inkl. HMC) (2005)

Innerhalb einer Partition (oder eines Systems mit nur einer Partition) mit OS/400 (bis V5R3), i5/OS (ab V5R4) oder IBM i for Business (ab V6R1) laufen die meisten Programme, die ab 1988 entwickelt wurden, auch heute noch. Und das, obwohl sich die Hardware und die Software (Betriebssystem und Compiler) gravierend verändert haben.

Das OS/400 ist ein herstellerspezifisches (andere Bezeichnung: proprietäres) Betriebssystem, das grundsätzlich nur auf dieser Hardware von IBM lauffähig ist. Es kann aber auch in einer Partition auf einem eServer pSeries (p5) betrieben werden. Neben dem integrierten Datenbankverwaltungssystem bietet das OS/400 u. a. integrierte Sicherheitsfeatures und Netzwerkunterstützung. Viele Systemelemente sind hier in einer Umgebung zusammengefasst. Das i im abgelösten Namen iSeries bedeutet laut IBM integrated, da die Integration verschiedener Software-Elemente wie Datenbank, Sicherheitsverwaltung, Betriebssystem, Programmierumgebung etc. die Anwendung und Administration vereinfacht.

Die System i gilt als ein sehr stabiles System; in vielen Unternehmen laufen diese Systeme seit Jahren rund um die Uhr ohne Systemabstürze. Gemeinsam mit der vergleichsweise hohen Bedienerfreundlichkeit ergibt das einen niedrigen TCO-Wert. Über Viren- und Trojanerangriffe ist bisher nicht viel bekannt. In großen Unternehmen betreut oft ein einziger Administrator eine iSeries, die mehreren Tausend Anwendern Daten und Programme bereitstellt.

Neben dem Betriebssystem OS/400 laufen auch GNU/Linux und AIX nativ auf dem System i. Zusätzlich ist es möglich, über so genannte IXS-Karten (Integrated xSeries Server for iSeries) sowie IXA-Adapter (Integrated xSeries Adapter) und deren x86-Architektur Windows auf die Hardware-Ressourcen der Maschine zugreifen zu lassen. Seit 2007 ist es auch möglich, IBM Blade Center mit entsprechenden Blade Server per iSCSI an eine i5/OS-Partition anzuschließen. In diesem Falle fungiert das System i als Plattenspeicher mit hoher Sicherheit.

Objektbasiertheit 200px|mini|iSeries Modell 810 (2003)