Amnéville (deutsch Amenweiler, 1902–1919 und 1940–1944 Stahlheim, lothringisch Stolem) ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Moselle in der Region Grand Est (vor 2016 Lothringen). Die Einwohner nennen sich Amnévillois.
Geographie Die Stadt liegt in Lothringen, etwa 15 Kilometer südlich von Thionville () auf der deutschen Seite der ehemaligen deutsch-französischen Sprachgrenze, die nur wenige Kilometer westlich verlief, im Tal der Orne. Der Ortsteil Malancourt La Montagne (Malandshofen) liegt zehn Kilometer westlich des Kernorts.
Geschichte Das Dorf gehörte früher zum Bistum MetzEugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 264 (google.books.de). und wurde 1075 erstmals als Amerellivilla erwähnt, gehörte bis 1766 zum Herzogtum Lothringen und dann zu Frankreich. Die Ortschaft war aber gegen Ende des 19. Jahrhunderts nur noch Teil der kleinen Gemeinde Gandrange.
Nach dem Frieden von Frankfurt vom 10. Mai 1871 kam die Region an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen und wurde dem Bezirk Lothringen zugeordnet.
Die boomende Stahlindustrie führte praktisch zu einer Neugründung des Ortes, die Rombacher Hüttenwerke errichteten 1900 auf dem Gelände eine Arbeitersiedlung, die am 15. Juni 1902 unter dem Namen Stahlheim eine selbständige Gemeinde wurde. Nach der Rückkehr des Gebietes zu Frankreich beschloss die neue Gemeindeverwaltung im Januar 1919, den Ort wieder Amnéville zu nennen.
Nach dem Ersten Weltkrieg bestimmte der Versailler Vertrag 1919 die Abtretung der Region an Frankreich. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Jahr Einwohner Anmerkungen 1901 2066 Amnéville - statistische Angaben der Arbeitsgruppe für Demographie und Geschichte der École des hautes études en sciences sociales (EHESS), Frankreich 1905 3427 1910 4194 am 1. DezemberStahlheim (einschließlich Ammanweiler), Kreis Metz, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org). Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten WeLtkriegs Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019Einwohner 8149 7878 8996 8951 8926 9314 10.150 10.416
Einrichtungen Seit 1986 ist die Gemeinde Standort von überregional bedeutsamen Kur- und Freizeiteinrichtungen, wie z. B. den Thermalbädern Saint Eloy, Thermapolis und Villa Pompéi, weshalb der Ort sich auch Amnéville les Thermes nennt. Im Ort gibt es eine Konzerthalle mit 12.000 Plätzen, eine Skihalle mit 650 m Piste. Der Zoo d’Amnéville liegt bereits in der Nachbargemeinde Hagondange. Ferner hat Amnéville einen 18-Loch-Golfplatz und ein Spielcasino zu bieten. Der CSO Amnéville ist in der Stadt beheimatet.
Ein Geschichtsmuseum versucht, die Geschichte der Malgré-nous nachzuzeichnen – unter Zwang in die Wehrmacht eingetretene Elsässer und Moselfranzosen, die im russischen Tambow gefangen gehalten wurden.
Sehenswürdigkeiten mini|Kunstinstallation an einem von vier Hochspannungsmasten Source ist ein Kunstwerk auf vier Hochspannungsmasten der Stromleitung von Amnéville nach Montois. Kirche Saint-Joseph Reformierte Kirche Kirche Saint-Martin im Ortsteil Malancourt-la-Montagne
Verkehr Der Bahnhof Gandrange-Amnéville liegt an der Bahnstrecke Saint-Hilaire-au-Temple–Hagondange. mini|Bahnhof Gandrange-Amnéville
Persönlichkeiten Eitel-Friedrich Kentrat (1906–1974), deutscher Marineoffizier, stammt aus Stahlheim Raymond Baratto (1934–2022), Fußballspieler Patrick Battiston (* 1957), Fußballspieler
Literatur Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 80–81 ( books.google.de).
Weblinks
Homepage der Gemeinde Amnéville (französisch)
Einzelnachweise
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