Alles ist erleuchtet ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2005 mit Elijah Wood und Eugene Hütz in den Hauptrollen. Das Comedy-Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer und ist das Regiedebüt von Liev Schreiber.

Handlung

Der amerikanische Jude Jonathan ist mit ganzer Seele ein Sammler. Alles, was ihm lieb ist, kommt in kleinen Plastiktüten in seine bestens sortierte Sammlung. Mit dem Tod seiner Großmutter erhält er ein Foto, das seinen Großvater mit einer unbekannten Frau zeigt. Diese soll ihm während des Holocaust das Leben gerettet haben. Auf der Rückseite der Fotografie findet sich der Vermerk „Trachimbrod 1940“.

Er beschließt, sich auf die Reise in die Ukraine zu machen, um das Dorf Trachimbrod zu suchen. Dort hofft er, die Frau zu finden. Um für die Reise in das fremde Land gut gerüstet zu sein, mietet Jonathan ein Team von Helfern von der „Jewish Heritage Tours“, welche sich darauf spezialisiert haben, amerikanische Juden durch das Land ihrer Vorfahren zu chauffieren.

Das Team besteht aus einem angeblich blinden Großvater, der aber trotzdem sehr gut Auto fährt, und dessen Enkel Alex. Dieser soll Jonathan als Dolmetscher dienen und erweist sich dabei als sehr kreativ im Umgang mit der englischen Sprache. Außerdem begleitet sie der Hund Sammy Davis Jr. Jr., was Jonathan missfällt, da er Angst vor Hunden hat. Mit dieser Situation hatte er zwar nicht gerechnet, trotzdem beginnt er mit der Suche. Diese stellt sich als sehr schwierig heraus, da der gesuchte Ort während des Zweiten Weltkrieges von der Wehrmacht niedergebrannt wurde und seitdem auf keiner Karte mehr verzeichnet ist.

Produktion

Vorlage und Dreharbeiten mini|120px|Regisseur Liev Schreiber (2010) mini|120px|Elijah Wood (2006) spielt Jonathan mini|120px|Eugene Hütz (2008) spielt Alex Der Film ist Liev Schreibers Regie- und Drehbuchdebüt. Das Drehbuch adaptierte er lose von Jonathan Safran Foers Roman Alles ist erleuchtet, nachdem er einen Auszug des Buches im New Yorker gelesen hatte.

Die Dreharbeiten fanden zwischen dem 14. Juni und 12. August 2004 statt. Obwohl der Film größtenteils in der Ukraine spielt, wurden nur wenige Szenen dort gedreht. Nach einigen Tagen in Odessa wechselte die Produktion nach Prag, Tschechien, und drehte ebenda in der Stadt sowie dem umliegenden Land.

Musik Die Filmmusik von Alles ist erleuchtet verbindet einen eigens von Paul Cantelon komponierten Score mit bereits existierenden Musikstücken. Im Score kommen unter anderem Zither, Klarinette, Streicher und weitere akustische Instrumente zum Einsatz. Stilistisch könnte man die Musik zwischen Klezmer-, Folk- und osteuropäischen Klängen einordnen, ergänzt durch moderne Einflüsse. Neben der Filmmusik werden im Film zahlreiche Songs verschiedener Künstler verwendet. Im Film selbst tritt außerdem die Band Gogol Bordello als Bahnhofskapelle auf. Der Frontmann der Band, Eugene Hütz, spielt den Dolmetscher Alex im Film.

Besetzung Elijah Wood als Jonathan Safran Foer; ein junger jüdisch-amerikanischer Sammler von Erinnerungsstücken, der sich nach dem Tod seiner Großeltern auf eine Reise in die Ukraine begibt. Er trägt meist einen schwarzen Anzug mit Krawatte und eine große Brille. Eugene Hütz als Alex Perchov; ein junger Ukrainer, der als Reiseleiter und Dolmetscher für Jonathan arbeitet. Er spricht ein eigenwilliges, fehlerhaftes Englisch. Er kleidet sich auffällig und ist stark von westlicher Popkultur beeinflusst. Boris Leskin als Großvater; Alex’ Großvater und Fahrer der Reisegruppe. Er gibt sich zunächst als blind aus und zeigt eine raue, scheinbar antisemitische Persönlichkeit. Seine Vergangenheit ist enger mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs verbunden, als zuerst angenommen wird. Mikki und Mouse als Sammy Davis Jr. Jr.; der Hund von Alex’ Großvater, der die Gruppe auf ihrer Reise begleitet. Tereza Veselkova als Augustine; die Frau auf dem Foto neben Jonathans Großvater. Laryssa Lauret als Lista; Augustines Schwester, und mittlerweile eine ältere Frau. Sie lebt als Hüterin der Erinnerungen an Trachimbrod. Sie hilft Jonathan bei seinen Nachforschungen.

Veröffentlichung Der Film feierte beim Telluride Film Festival 2005 Premiere. Der deutsche Kinostart folgte am 15. Dezember 2005, mit einer FSK-12 Freigabe. Bei einem geschätzten Budget von 7 Millionen US-Dollar spielte der Film etwas mehr als 3,6 Millionen US-Dollar an den weltweiten Kinokassen ein.

Rezeption

Presse-Kritik

Der Film bekam ein überwiegend positives Echo. Stand Februar 2026 verzeichnet Rotten Tomatoes eine Zustimmungsrate von 65 %, basierend auf 116 ausgewerteten Rezensionen. Der Metascore liegt bei 58/100. Zuschauer vergaben bei IMDb eine durchschnittliche Bewertung von 7,4/10 Punkten.

Der Filmkritiker Roger Ebert beschreibt Alles ist erleuchtet als einen Film, „der durch Reflexion an Bedeutung gewinnt“, und hebt insbesondere den Übergang von komödiantischen zu düsteren Tonlagen hervor. Das von Liev Schreiber adaptierte Drehbuch erhielt jedoch auch gemischte Kritiken. Während einzelne Kritiker es als eine durchdachte Adaption lobten, bemängelten andere, dass es der historischen und kulturellen Dimension der Vorlage nicht gerecht werde. So meinte beispielsweise Anthony Scott in den New York Times, der Film wirke „oberflächlich und kraftlos, skurril, wo er schwarzhumorig sein sollte, und ergreifend, wo er herzzerreißend sein sollte.“

Aber auch in deutschsprachigen Medien wurde Alles ist erleuchtet häufig positiv besprochen. Der Filmdienst (25/2005) bezeichnete den Film als „[g]roßartige Romanverfilmung“. Herausgekommen sei ein „intelligent-absurd erzählte[s] Road Movie“, das „zwar die Erzählstruktur der komplexen Vorlage“ glätte, „aber durch Situationskomik sowie pointierte Dialoge das Spannungsverhältnis in der Begegnung der Kulturen beispielhaft“ herausarbeite. Laut Björn Helbig von Filmstarts löst Schreibers Debütdrehbuch das Potenzial des Vorlagenromans nicht ein, sondern verfehle häufig die poetische Tiefe und thematische Komplexität. Nichtsdestotrotz mache die gelungene Kameraarbeit und Schauspielleistung den Film sehenswert.

Kritik an Stereotypen In einem Artikel der ukrainischen BBC wurde der Film dafür kritisiert, die Ukraine vorwiegend mithilfe vereinfachender und teils veralteter Stereotype darzustellen. Demnach zeige der Film ukrainische Figuren häufig als rückständig, grotesk oder latent antisemitisch, ohne diese Zuschreibungen historisch einzuordnen oder zu hinterfragen. Auch die visuelle Gestaltung und zahlreiche Details, wie etwa Architektur, Fahrzeuge oder Alltagsdarstellungen, entsprächen laut der Kritik eher westlichen Klischeevorstellungen als der tatsächlichen ukrainischen Realität. Zudem wird bemängelt, dass komplexe historische Hintergründe, insbesondere im Hinblick auf den Holocaust in der Region, verkürzt oder verzerrt wiedergegeben würden, was zu einem einseitigen und problematischen Bild der Ukraine beitrage.

Siehe auch

Geschichte der Juden in der Ukraine Geschichte der Ukraine während des Zweiten Weltkriegs

Weblinks

Offizielle Website (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2005 Kategorie:Holocaust-Film Kategorie:Roadmovie Kategorie:Filmdrama Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Independent-Film Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Jonathan Safran Foer