mini|hochkant=1.5|Löschzug in der Feuerwache 1 – Hauptfeuerwache mini|Aufnäher der Freiwilligen Feuerwehr München

Die Feuerwehr München ist eine öffentliche Feuerwehr; als kommunale Behörde wird sie auch als Branddirektion bezeichnet. Diese ist wiederum Teil (Hauptabteilung IV) des Kreisverwaltungsreferates. Die Feuerwehr München besteht aus einer Berufsfeuerwehr (BF), die zehn Feuerwachen (FW) unterhält und etwa 100.000 Einsätze (davon ca. 70 % im Rettungsdienst) jährlich bewältigt, sowie einer Freiwilligen Feuerwehr (FF), deren über 1000 aktive Feuerwehrangehörige in 21 Abteilungen mit fünf Jugendfeuerwehren (JF) gegliedert sind und jährlich über 4.000-mal alarmiert werden. Damit ist sie eine der größten Feuerwehren Deutschlands. Die einzelnen Feuerwachen und Feuerwehrhäuser sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt, um die gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten überall einhalten zu können.

Geschichte Vorläufer Wie bei den meisten Feuerwehren in Deutschland wurden die ersten Einheiten von Turnvereinen gegründet. Im Jahr 1848 stellte sich eine Turnerschaft als freiwillige Turnerfeuerwehr in den Dienst der Stadt. Aufgrund der politischen Gesamtlage (Revolution 1848) und den damit allgemein vorherrschenden Vorbehalten gegen Vereinen wurde diese 1850 wieder aufgelöst.

1866: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr München mini|Saurer-Automobilspritze der FF München Abt. 1 Anfang des 20. Jahrhunderts mini|Gedenkmedaille der VIII. Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr München aus dem Jahr 1912; verliehen an verdiente Gründungsmitglieder mini|Eine 1941 im Polizei-Tannengrün ausgelieferte Magirus-Kraftfahrleiter

Nach mehreren Anläufen, insbesondere in den 1860er Jahren, welche vor allem aus finanziellen Gründen scheiterten, wurde am 10. September 1866 auf Wirken von Julius Knorr, J. B. Sartorius und Stadtbaurat Arnold Zenetti die Freiwillige Feuerwehr München gegründet. Ein schweres Brandunglück vom 9. Juli 1866 im Haus Nr. 10 an der Schützenstraße (heute Dachauer Straße 40) und der festgestellte Mangel an notwendigen Schiebleitern waren das schwerwiegendste Argument, das die Stadt zum Handeln zwang. Erster Kommandant war der Baumeister Reinhold Hirschberg. Im damaligen Stadtgebiet standen sieben Feuerwachen zur Verfügung.

1870 bis 1900 Durch die Eingemeindungen von Nachbargemeinden wuchs München und damit auch die Feuerwehr ständig an. So wurde z. B. 1877 Sendling Teil der Landeshauptstadt. Die bereits vorhandenen Feuerwehren wurden als sogenannte Kompanien (Sendling VI. Kompanie) in die Münchner Feuerwehr integriert (siehe auch Abt. Sendling; unten). Bereits 1870 wurde auf Grund der schnell wachsenden Bevölkerung eine ständig besetzte Nachtwache in München eingerichtet und der Freiwilligen Feuerwehr zugeordnet. Acht Jahre später beschloss die Stadt München eine ständig besetzte Wache einzurichten. Somit wurde am 1. Juli 1879 die Berufsfeuerwehr München gegründet, ihre damalige Hauptwache war am Heumarkt (dem späteren St.-Jakobs-Platz) untergebracht. Im Jahr 1893 fand der 14. Deutsche Feuerwehrtag in München statt.

1900 bis 1945 Im Jahr 1904 bezog die Berufsfeuerwehr die neue und bis heute bestehende Hauptfeuerwache an der Blumenstraße (heute An der Hauptfeuerwache). Bis Ende 1913 waren alle Pferdegespanne bei der Feuerwehr München abgeschafft und es wurde vollkommen auf Fahrzeuge mit Benzinmotoren umgestiegen. Damit war München die erste Stadt, die ihren Feuerwehr-Fuhrpark vollständig motorisiert hatte. Gleichzeitig wurden die bis dorthin entstandenen 13 Kompanien der Freiwilligen Feuerwehr in 6 Abteilungen zusammengelegt.

Nach dem Jahr 1918 wurden weitere Gemeinden um München herum eingemeindet und auch deren Feuerwehren wurden in die Freiwillige Feuerwehr München eingegliedert. Somit entwickelte sich nur eine Freiwillige Feuerwehr in München, die mehrere Standorte unterhielt. Bis Ende 1921 hatte die Freiwillige Feuerwehr 471 aktive Mitglieder und vor dem Zweiten Weltkrieg war die Personalstärke auf 1300 Mann angestiegen.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Ende Januar 1933 wurde ein erstes Feuerlöschgesetz (FLG) erlassen, das am 1. Januar 1934 in Kraft trat. Obwohl es diese Bezeichnung offiziell nicht gab, fand sich dort bereits der Begriff „Feuerlöschpolizei“. Mit dem dann im November 1938 erlassenen „Gesetz über das Feuerlöschwesen“Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen, Reichsgesetzblatt, Jahrgang 1938, Teil I, Seite 1662 ff., abgerufen von der Österreichischen Nationalbibliothek erfolgte die amtliche Umbenennung in Feuerschutzpolizei. Ebenfalls mit dem Gesetz wurden die Ausrüstung der Wagen mit Blaulicht, die einheitlichen Storz-Kupplungen für die Schläuche und Hydranten sowie die zentrale Alarmierung über Sirenen geregelt. Die im Oktober 1938 vom Reichs- und Preußischen Minister des Innern Wilhelm Frick erlassene Durchführungsverordnung zu diesem Gesetz entzog den Ländern schließlich die umfassende Zuständigkeit für das Feuerwehrwesen. Zwar mussten die Kommunen weiterhin alle Kosten für Personal, Ausrüstung, Gebäude etc. tragen, die Dienstaufsicht und damit auch das Weisungsrecht gingen jedoch auf das Reich über. Alle Feuerwehren, auch die Werk- und Freiwilligen Feuerwehren, unterstanden nun den örtlichen Dienststellen der Ordnungspolizei des „Reichsführers SS“ und Chefs der Deutschen Polizei Heinrich Himmler. Um dies auch äußerlich zu kennzeichnen, waren die ab 1940 ausgelieferten Einsatzfahrzeuge im Tannengrün (RAL 6009) der Polizei lackiert.

Die Luftangriffe auf München forderten viele Opfer auch unter den Angehörigen der Feuerwehren. Bei Kriegsende waren viele Feuerwachen und Einsatzfahrzeuge zerstört. Die Neuanschaffung von speziellen Feuerwehrfahrzeugen nebst Ausrüstung war in der Nachkriegszeit schwierig bis unmöglich und es galt, zu improvisieren.

1945 bis 2010 Das dichte Netz aus Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr, das im Innenstadtraum vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden war, wurde durch die Besatzungsmächte aufgelöst, z. B. der Löschzug 3 „Neuhausen-Nymphenburg“ (7. Compagnie). Erst 1947 gelang auch durch Unterstützung der Berufsfeuerwehr der Wiederaufbau. In dessen Folge wurden einige Abteilung direkt wieder gegründet (mehr oder weniger weitergeführt) andere wie z. B. die Abt. Waldtrudering (1957) wurden erst viel später wieder aufgebaut. Auch entstanden neue Abteilungen wie etwa Sendling (näheres siehe unten) oder die Abteilung Stadtmitte (1967 gegründet als Löschzug Stadtmitte), welche vor dem Krieg existierende Einheiten ersetzten oder neu gliederten.

Im Jahr 1972 wurde in München im Zuge der Olympischen Sommerspiele 1972, die stille Alarmierung eingeführt, bis dahin wurde die Freiwillige Feuerwehr mit einer Sirene auf den Dächern der Feuerwehrhäuser alarmiert. Seit den 1990er Jahren wird die Freiwillige Feuerwehr zu allen Notfalleinsätzen (bei denen die gesetzliche Hilfsfrist gilt) gleichzeitig mit der Berufsfeuerwehr alarmiert.

Ende der 1970er Jahre wurde in einer Kooperation zwischen der Berufsfeuerwehr München und dem Feuerwehrfahrzeughersteller Magirus-Deutz eine neuartige Drehleiter-Bauform entwickelt, die sog. niedere Bauart. Das ab 1980 in Serie gebaute und von der Feuerwehr München in 12 Exemplaren bestellte Fahrzeug hatte eine Bauhöhe von lediglich 2,85 Metern und war damit deutlich niedriger als herkömmliche Drehleitern mit Bauhöhen zwischen 3,20 und 3,30 Metern. Damit konnten niedrige Tordurchfahrten und Hinterhöfe erreicht werden, für die herkömmliche Drehleiterfahrzeuge zu hoch waren. Durch eine Fahrzeugbreite von nur 2,40 Metern ergab sich auch eine gute Wendigkeit.

mini|Münchner HLF (Atego 1429)

Ende der 1980er Jahre wurden alle Löschzüge und Halblöschzüge der Freiwilligen Feuerwehr München in Abteilungen umbenannt z. B. von Löschzug Michaeliburg in Abteilung Michaeliburg. Mit der Beschaffung der 21 LF 16/12 wurde zum ersten Mal für die FF ein eigenständiges Fahrzeug beschafft, das auch alleine für einen Erstangriff bei Brand- oder THL-Einsätzen eingesetzt werden konnte. 2010 wurden erstmals in München insgesamt 58 einheitliche Hilfeleistungslöschfahrzeuge 20/16 für die Freiwilligen- und die Berufsfeuerwehr beschafft.

Berufsfeuerwehr mini|Fahrzeugaufschrift

Die Hauptlast der Einsätze übernimmt in München die Berufsfeuerwehr. Diese besteht aus etwa 1800 Feuerwehrbeamten (inkl. Auszubildende) und 270 Personen in der Verwaltung, IT und im technischen Dienst. Tagtäglich sind 300 Beamte auf den zehn Feuer- und neun Notarztwachen in 24h-Schichten in ständiger Alarmbereitschaft. Sie leisten pro Jahr über 7.000 Brandeinsätze, 17.000 technische Hilfeleistungseinsätze und darüber hinaus über 62.000 rettungsdienstliche Einsätze. Hinzu kommen zahlreiche Einsätze und Arbeiten von Spezialgruppen, die sich ebenfalls aus der Berufsfeuerwehr rekrutieren. Diese stammen etwa aus dem Bereich der Wasserrettung, des Umweltschutzes, der Höhenrettung, des Notarztdienstes, des Zivil- und Katastrophenschutzes, sowie der Gefahrenprophylaxe. Jedes ihrer Hilfeleistungslöschfahrzeuge ist auch für den Einsatz als First-Responder-Fahrzeug ausgerüstet.

In München unterhält die Berufsfeuerwehr zehn Feuerwachen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind und in denen auch die Spezialeinheiten untergebracht sind. Neben den Aufgaben des abwehrenden Brandschutzes erfüllen die restlichen ca. 600 Beamte, die nicht im Schichtdienst arbeiten (sog. Tagesdienstbeamte), neben Verwaltungsdienst und Arbeiten in den eigenen Werkstätten, die Aufgaben und Tätigkeiten des vorbeugenden Brandschutzes.

Standard-Löschzug Der Standard-Löschzug der Feuerwehr München besteht aus einem Einsatzleitwagen 1 (ELW), zwei Hilfeleistungslöschfahrzeuge 20/16, einer Drehleiter mit Korb 23-12 (DLK), sowie einem Rettungswagen (RTW). Die Sollstärke des Löschzuges beträgt somit 1/2/15/18 bzw. 16 gemäß AGBF, wenn man die RTW-Besatzung nicht als Feuerwehreinheit ansieht (siehe hierzu auch Einbindung in den Rettungsdienst).

Feuerwache 1 – Hauptfeuerwache/Branddirektion mini|SLF der FW 1

Die Hauptfeuerwache () wurde am 11. Juli 1904 als Ersatz des zu kleinen Zentralfeuerwehrhauses, das 25 Jahre lang von der Berufsfeuerwehr verwendet wurde, eingeweiht. Ihr damaliges Aussehen wurde, abgesehen von kleineren Renovierungen, bis heute nicht verändert. Die Hauptfeuerwache ist zugleich Sitz der Branddirektion (Teil des Kreisverwaltungsreferates) und zudem der Feuerwache (FW) 1. Dieser obliegt die Führung der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und des Katastrophen- und des Zivilschutzes in der Stadt München. Daneben arbeitet die Branddirektion auch Einsatzpläne und Ausrückordnungen aus, verteilt Einsatzmittel auf die Wachen im Stadtgebiet, leitet die integrierte Leitstelle (ILSt), entscheidet über Einstellungen, Beschaffung von Einsatzmaterial sowie den Unterhalt der Feuerwachen. Weiterhin ist sie im vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz tätig und leistet die Verwaltungsarbeit.

Auf der Hauptfeuerwache sind neben dem Löschzug, auch die Führungsfahrzeuge des Inspektionsdienstes, bzw. des Direktionsdienstes sowie des Organisatorischen Leiter und des Einsatzleiter Rettungsdienstes stationiert. Auch das Kinder-NEF (Florian München 76/10) ist hier untergebracht. Auf der Wache ist auch ein Notarztwagen NAW (Florian Mitte 70/1) stationiert.

In dem Dienstgebäude befindet sich seit 1979 das öffentliche Feuerwehrmuseum München.

Feuerwache 2 – Sendling mini|Feuerwache 2

Die Feuerwache 2 () wurde im Herbst 1967 in Betrieb genommen, nachdem die alte Feuerwache 2 an der Boschetsrieder Straße zu klein geworden war und den wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte. Der Feuerwache sind eine Atemschutz- und eine Schlauchwerkstatt sowie die Feuerwehrschule angegliedert. Insbesondere die Überprüfung und Wartung von Atemschutzgeräten, Schläuchen, Sprungrettungsgeräten, Feuerwehrleinen und ABC-Schutzkleidung erfolgt durch diese Feuerwache. Die Feuerwehrschule verfügt über einen eigenen Fuhrpark, eine Übungshalle und eine Brandsimulationsanlage (gasbefeuert).