Die Bahnstrecke Ludwigslust–Parchim ist eine Nebenbahn im Süden Mecklenburgs. Die 1880 eröffnete Strecke zwischen Ludwigslust, Neustadt-Glewe und Parchim wurde bis 1893 von der Parchim-Ludwigsluster-Eisenbahn-Gesellschaft betrieben.
Geschichte mini|links|Bahnhof Parchim
Parchim-Ludwigsluster Eisenbahn-Gesellschaft In Ludwigslust bestand seit dem Bau der preußischen Bahnstrecke Berlin–Hamburg ein Bahnhof. Um die Städte Parchim und Neustadt-Glewe ans Streckennetz anzuschließen gründeten die drei Städte sowie der Bahnbau-Unternehmer Herrmann Bachstein am 5. September 1879 die Parchim-Ludwigsluster Eisenbahn-Gesellschaft.
Am 15. Juni 1880 wurde die 26 Kilometer lange normalspurige Nebenbahn im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin eröffnet. Den Betrieb führte die Zentralverwaltung für Secundärbahnen, H. Bachstein, Berlin.
Das Unternehmen entwickelte sich erfolgreich, besonders als 1885 die Mecklenburgische Südbahn in Parchim ihre Strecke über Waren nach Neubrandenburg anschloss. Im Jahr 1888 wurden 74.753 Personen und 64.939 Tonnen Fracht befördert. Die Einnahmen betrugen 170.753 Mark und die Aufwendungen 56.792 Mark. Durch Bachstein wurde der größte Teil des Gewinnes aus dem Unternehmen entnommen und für andere Bahnbauten verwandt.
Im Rahmen der Verstaatlichung der mecklenburgischen Eisenbahnen wurde die Gesellschaft mit Vertrag vom 26. März 1893 durch Mecklenburg-Schwerin übernommen und in die Friedrich-Franz-Eisenbahn eingegliedert. Die Gesellschaft besaß zu diesem Zeitpunkt drei Lokomotiven.
Betrieb unter Staatseigentum Die Friedrich-Franz-Eisenbahn führte den Betrieb bis zur Gründung der Deutschen Reichsbahn 1920. Über die Deutsche Reichsbahn kam die Strecke in den Bestand der Deutschen Bahn.
Seit dem 15. Dezember 2002 wird der Personennahverkehr von der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) durchgeführt. Zum Einsatz kommen seitdem damals moderne Dieseltriebwagen des Typs Regio-Shuttle, welche im Stundentakt verkehren.
Vom 25. September bis 8. Dezember 2023 wurde die Strecke unter Vollsperrung saniert. Das Gleisbild-Stellwerk B1 des Bahnhofs Neustadt-Glewe ging am 25. September 2023 außer Betrieb und wurde durch ein elektronisches Stellwerk der Bauform ZSB 2000 ersetzt, welches von Parchim aus ferngesteuert wird. Im Bahnhof Neustadt-Glewe wurde ein neuer 100 Meter langer Mittelbahnsteig errichtet. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit wurde teilweise auf 80 km/h erhöht. Parallel zur Generalsanierung der Strecke Berlin–Hamburg wurde die Strecke in einer zweiten Bauphase für eine umfassende Modernisierung erneut gesperrt und für bis zu 100 km/h befahrbar gemacht. Dabei wurden auch die Haltepunkte Groß Laasch, Dütschow und Spornitz auf den neuesten Stand gebracht. Die sanierte Strecke wurde am 14. Juni 2026 wiedereröffnet.
Verlauf Die Strecke beginnt in Ludwigslust, wo Anschluss an die Hauptbahn Berlin–Hamburg besteht. Hinter dem Bahnhof zweigt die Strecke ab und wendet sich nach Nordosten. Kurz hinter dem Abzweig von der Hauptbahn befindet sich ein stillgelegtes Gleisdreieck, welches den Anschluss zur Nebenbahn nach Dömitz bildete. Bis nach Parchim orientiert sich die Strecke anschließend weitestgehend am Verlauf der Bundesstraße 191, die fast parallel zu ihr verläuft. In Parchim treffen schließlich die Strecken aus Schwerin und Karow–Waren zusammen. Bis 1945 zweigte hier außerdem eine Nebenbahn nach Suckow ab.
Weblinks
Streckendaten und Betriebsstellen auf eisenbahn-mv.de Video der Gesamtstrecke auf youtube.com
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Mecklenburg-Vorpommern Kategorie:Verkehr (Landkreis Ludwigslust-Parchim)