Der Münchner Stadtrat ist seit 1919 neben dem Oberbürgermeister Organ der kommunalen Selbstverwaltung der Landeshauptstadt München. Der Stadtrat wird auf sechs Jahre gewählt und tagt im Neuen Rathaus. 1972 wurde er von 60 auf 80 ehrenamtliche Mitglieder erweitert. Ihm gehört auch der Oberbürgermeister an, der den Vorsitz führt.
Sitzverteilung im Stadtrat
mini|hochkant|Zugang zur Galerie des Großen Sitzungssaals im Münchner Rathaus Im Folgenden ist die Sitzverteilung nach den Kommunalwahlen in Bayern 2026, 2020, 2014 und 2008 dargestellt:
Partei Wahl 2026 Wahl 2020 Wahl 2014 Wahl 2008 Sitze Stimmen-anteil Sitze Stimmen-anteil Sitze Stimmen-anteil Sitze Stimmen-anteilGrüne2126,5 %2329,1 %1316,6 %1113,0 %CSU1924,9 %2024,7 %2632,6 %2327,7 %SPD1519,1 %1822,0 %2530,8 %3339,8 %Linke56,6 %33,3 %22,4 %33,7 %AfD55,9 %33,9 %22,5 %- -Volt44,7 %11,8 %- -- -FDP33,4 %33,5 %33,4 %56,8 %ÖDP22,7 %34,0 %22,5 %11,7 %FW22,5 %22,5 %22,7 %11,6 %Rosa Liste11,0 %11,0 %11,9 %11,9 %Bündnis Kultur10,9 %- -- -- -Die PARTEI10,7 %11,3 %- -- -München-Liste10,7 %10,8 %- -- -BP-0,4 %10,7 %10,9 %11,5 %BIA- --0,2 %10,7 %11,4 %HUT- -- -11,3 %- -Piraten- -- -11,2 %- -
Die Sitzverteilung im Stadtrat (ohne Oberbürgermeister) seit 1946 Stadtratswahl8 März 2026 15. März 2020 16. März 2014 2. März 2008 3. März 2002 10. März 1996 12. Juni 1994 18. März 1990 18. März 1984 5. März 1978 11. Juni 1972 13. März 1966 27. März 1960 18. März 1956 30. März 1952 30. Mai 1948 26. Mai 1946Grüne2123131188986––––––––CSU1920262330323025354229161616131020SPD1518253335312936353144363428251517Die Linke53231––––––––––––AfD532––––––––––––––FDP3335323446531232–Volt41–––––––––––––––ÖDP2321111––––––––––FW2221–––––––––––––Rosa Liste111111–––––––––––Bündnis Kultur1––––––––––––––––Die PARTEI11–––––––––––––––München-Liste11–––––––––––––––BP0111–––––––134713–BIA––11–––––––––––––Piraten––1––––––––––––––HUT––1––––––––––––––Republikaner––––1146–––––––––DaGG/DaCG–––––111–––––––––ASP–––––11––––––––––BFB–––––2–––––––––––Junge Liste––––––2––––––––––SRB–––––––––1–––––––Münchner Block––––––––––12243––SD72––––––––––1––––––BHE–––––––––––1222––NPD–––––––––––1–––––Parteifreie Wählerschaft––––––––––––111––Evangelische Wählergemeinschaft––––––––––––1––––KPD–––––––––––––2462Flieger- und Kriegsgeschädigte–––––––––––––1–––Sozialgemeinschaft der Entrechteten––––––––––––––1––Königspartei––––––––––––––1––WAV–––––––––––––––31Parteilose Katholiken–––––––––––––––1–Parteilose––––––––––––––––1Sitze gesamt8080808080808080808080606060605041Wahlbeteiligung in Prozent52,349,042,047,651,052,859,265,465,066,265,363,966,660,562,679,585,0Anmerkungen: Für die Gruppe Parteilose Katholiken gehörte ab 1948 der damals 34-jährige Rechtsanwalt Otto Gritschneder dem Stadtrat an. Er setzte sich einerseits für die Aufarbeitung der NS-Justizgeschichte ein, sprach sich aber auch gegen Schwangerschaftsabbruch und staatliche Scheidungen aus. Die Sozialgemeinschaft der Entrechteten wurde ab 1952 von dem Arzt Karl von Brentano-Hommeyer vertreten, der bereits Ende 1953 zur Bayernpartei wechselte. Den Sitz für die Parteifreie Wählerschaft hatte von 1952 bis 1966 über drei Legislaturperioden der Völkerrechtler Hans Keller inne. Der Münchner Block vertrat mittelständische Interessen und stellte über insgesamt 26 Jahre Stadträte. Er wurde 1952 erstmals ins Parlament gewählt und wies prominente Repräsentanten auf, unter anderem die Professorin Liesel Beckmann. Mit der Evangelischen Wählergemeinschaft stellte sich 1960 eine Gruppierung erfolgreich zur Wahl, die die Minderheit der Protestanten in der Landeshauptstadt vertreten sehen wollte. Ilse Herrmann wurde für eine Wahlperiode gewählt. Die Junge Liste versuchte bereits 1990 zu kandidieren, wurde aber als angebliche Tarnliste der CSU nicht zugelassen. Der damalige Bezirksvorsitzende der Jungen Union und JL-Spitzenkandidat Aribert Wolf klagte erfolgreich gegen diesen Entscheid und bewirkte eine Wahlwiederholung, bei der er und ein weiterer Kandidat 1994 in den Stadtrat einzogen. Gremien/Ausschüsse Nachfolgend sind die Gremien bzw. Ausschüsse des Münchner Stadtrats in der Wahlperiode 2026 bis 2032 mit dem entsprechenden Kürzel und dem zuständigen Referat der Stadtverwaltung München gelistet:
Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft (WirtschA), Referat für Arbeit und Wirtschaft Ausschuss für Klima- und Umweltschutz (AfKU), Referat für Klima- und Umweltschutz Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung (PlA), Referat für Stadtplanung und Bauordnung Bauausschuss (BauA), Baureferat Bildungsausschuss (BildA), Referat für Bildung und Sport Finanzausschuss (FinanzA), Stadtkämmerei Gesundheitsausschuss (GesA), Gesundheitsreferat IT-Ausschuss (IT-A), IT-Referat Kinder- und Jugendhilfeausschuss (KJHA), Sozialreferat Kommunalausschuss (KommunalA), Kommunalreferat Kreisverwaltungsausschuss (KVA), Kreisverwaltungsreferat Kulturausschuss (KulturA), Kulturreferat Mobilitätsausschuss (MobiA), Mobilitätsreferat Rechnungsprüfungsausschuss (RPA), Direktorium Sozialausschuss (SozialA), Sozialreferat Sportausschuss (SportA), Referat für Bildung und Sport Stadtentwässerungsausschuss (StadtentwA), Baureferat Verwaltungs- und Personalausschuss (VPA), Direktorium Verwaltungs- und Personalausschuss als Feriensenat (VPAalsF), Direktorium Vollversammlung (VV), Direktorium
Fraktionen/Gruppierungen
Wahlperiode 2020–2026 Fraktionen: Die Grünen – Rosa Liste – Volt (seit Mai 2025, zuvor ohne Volt) CSU mit Freie Wähler (seit Februar 2022, zuvor ohne FW) SPD (seit Mai 2025, zuvor mit Volt) ÖDP / München-Liste (seit Juli 2021, zuvor ÖDP / FW) FDP / Bayernpartei Die Linke / Die PARTEI Gruppierung: AfD
Wahlperiode 2026–2032 Fraktionen: Die Grünen – Rosa Liste CSU SPD (Vorsitz: Christian Köning, Anne Hübner) FDP / Freie Wähler Die Linke AfD (Vorsitz: Jörg Schäfer) Volt ÖDP / Bündnis Kultur / München-Liste (Vorsitz: Tobias Ruff) Gruppierung: Die PARTEI
Berufsmäßige Stadträte
Neben den ehrenamtlichen Stadträten sind berufsmäßige Stadträte als kommunale Wahlbeamte Leiter der Referate der Stadtverwaltung München und beraten den Stadtrat, ohne dort jedoch Stimmrecht zu haben.
Referate für berufsmäßige Stadträte sind wie folgt besetzt:
Baureferat: Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne) Referat für Arbeit und Wirtschaft: Christian Scharpf (SPD) Referat für Bildung und Sport: Florian Kraus (Grüne) Gesundheitsreferat: Beatrix Zurek (SPD) IT-Referat: Laura Dornheim (Grüne) Kommunalreferat: N.N. Referat für Klima- und Umweltschutz: Christine Kugler (parteilos) Kreisverwaltungsreferat: Hanna Sammüller (Grüne) Kulturreferat: Marek Wiechers (parteilos) Mobilitätsreferat: Georg Dunkel (parteilos) Personal- und Organisationsreferat: Andreas Mickisch (SPD) Referat für Stadtplanung und Bauordnung: Elisabeth Merk (parteilos) Sozialreferat: Dorothee Schiwy (SPD) Stadtkämmerei: Christoph Frey (SPD)
Stadtregierung und Koalitionen Ab 1946 wurde München überwiegend von einer SPD-geführten Mehrheit regiert. Seit den Kommunalwahlen 2020 sind die Grünen stärkste Kraft im Stadtparlament.
2020–2026 Von 2020 bis 2026 bestand im Münchner Rathaus eine Koalition aus Grünen, SPD, Rosa Liste und Volt (43 der 80 Sitze). Als weitere Stimme zählte die von Oberbürgermeister Reiter.
2026–2032 Aus der Stadtratswahl 2026 ging mit Dominik Krause erstmals ein Grüner als Oberbürgermeister hervor. Zunächst wollte er die bisherige Koalition (41 Sitze) fortführen, jedoch scheiterten die Koalitionsverhandlungen mit Volt. Im Stadtrat bildete sich daraufhin eine „Mango-Koalition“ aus Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern und Rosa Liste (42 Sitze). Die Koalition verfügt mit der von OB Dominik Krause über eine weitere Stimme.
Bezirksausschüsse Durch einen Volksentscheid von 1995 werden seither die 25 Münchner Bezirksausschüsse der Stadtbezirke Münchens, die „Stadtviertel-Parlamenten“ entsprechen, direkt gewählt. Die Bezirksausschüsse vermitteln zwischen der Stadtverwaltung, dem Stadtrat und den Bürgern.Bezirksausschuss-Geschäftsstellen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 5. November 2014. Dabei kommt ihnen eine Reihe von Rechten zu.
Gemäß Anlage 1 der Bezirksausschuss-Satzung (Nr. 20 des Münchner Stadtrechts) entscheiden die Bezirksausschüsse für ihren jeweiligen Stadtbezirk selbstständig unter anderem über untergeordnete Bau- und Straßenbauvorhaben von 0,5 bis 2,5 Mio. EUR, über Neuaufstellung von Straßenmärkten, über Schul- und Straßennamen (außer bei persönlichen Ehrungen) und Ähnliches. Per Dekret des Oberbürgermeisters wurden diese Befugnisse zuletzt 2010 erweitert (zum Beispiel auf Entscheidungen über die Gewährung von Zuschüssen bis 10.000 EUR, über Sperrstundenänderungen und über die Einrichtung von Taxiständen). Voraussetzung ist jeweils, dass die Maßnahmen nur innerhalb des Stadtbezirks Bedeutung haben. In den meisten anderen Fällen besteht nur eine Anhörungs- oder Informationspflicht der Stadt München gegenüber den Bezirksausschüssen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 2. Juni 2015.
Es bestehen folgende Bezirksausschüsse:
Frauen im Münchner Stadtrat
1919 In München ziehen nach dem Ersten Weltkrieg nach der ersten Stadtratswahl erstmals sechs Frauen in den Stadtrat ein: Auguste Halbmeier (USPD), Hedwig Kämpfer (USPD), Luise Kiesselbach (DDP), Elsa Schultes (BVP), Therese Loibl (BVP) und Thusnelda Lang-Brumann (BVP). 1985 Der Münchner Stadtrat beschließt gegen die Stimmen der CSU die Einrichtung einer Frauengleichstellungsstelle, der ersten kommunalen Gleichstellungsstelle in Bayern. Die Leitung übernimmt Friedel Schreyögg (SPD). 1990 Der Münchner Stadtrat wählt mit Sabine Csampai erstmals eine Münchner Bürgermeisterin. 2004 Fünf der zwölf berufsmäßigen Münchner Stadträte sind Frauen, diese ist ein historischer Höchststand. Rosemarie Hingerl wird die erste Chefin des Baureferats. 2022 Mit der Wahl von Jeanne Marie Ehbauer und Laura Dornheim wird erstmals die Mehrheit der städtischen Referate von Frauen geführt. Neun von fünfzehn berufsmäßigen Stadträten sind Frauen.
Entschädigung für ehrenamtliche Stadträte Die ehrenamtlichen Stadträte erhalten eine monatliche Entschädigung von 2.981 Euro. Die Fraktions-Vorsitzenden bekommen 5.881 Euro, ihre Stellvertreter 4.429 Euro.Hauptsatzung der Landeshauptstadt München (§ 4 Abs. 1) vom 12. Oktober 2012, zuletzt geändert am 20. Dezember 2023. Abgerufen am 29. Mai 2025.
Einzelnachweise
Siehe auch Ergebnisse der Kommunalwahlen in München
Weblinks Ratsinformationssystem der Landeshauptstadt München
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