Die Wilden Hühner ist ein deutscher Kinder- und Jugendfilm aus dem Jahr 2006, nach der aus bis dahin fünf Bänden bestehenden Buchreihe Die Wilden Hühner von Cornelia Funke. Anders als der Titel vermuten lässt, wird die Handlung des dritten Bandes Die Wilden Hühner: Fuchsalarm nacherzählt. Neben der Kinofassung existiert eine zweiteilige Fernsehversion, die am 3. und 10. April 2011 im ZDF ausgestrahlt wurde.
2007 wurde die Fortsetzung Die Wilden Hühner und die Liebe gedreht, die in Titel und Inhalt dem fünften Teil entspricht. Nur in kurzen Rückblenden wird Bezug auf den vierten Band genommen. Drehorte waren u. a. Köln, Düsseldorf, Xanten und München.Website des Dressler Verlags: Die Wilden Hühner Online, abgerufen am 27. Februar 2010.
2009 erschien ein dritter Film unter dem Titel Die Wilden Hühner und das Leben. Dieser nimmt zum Teil das Motiv des zweiten Buches (Klassenfahrt) auf, spielt aber mit einer eigenständigen Handlung nach dem fünften Band, um die Chronologie in der Filmreihenfolge zu erhalten. Kurz nach dem Kinostart erschien die Buchfassung der Filmhandlung als sechster Band der Buchreihe. Diese wurde nicht mehr von Cornelia Funke verfasst, sondern von Thomas Schmid.
Funke arbeitet an einem Drehbuch zu einem möglichen vierten Teil der Filmreihe, welcher sich um das Leben der inzwischen erwachsenen "Hühner" dreht.
Handlung Die „Wilden Hühner“ nennt Sprotte ihre Mädchen-Bande die sie gemeinsam mit ihren Freundinnen Frieda, Trude, Melanie und (später) Wilma führt. Sie liegen ständig im Streit mit den „Pygmäen“ (Fred, Torte, Steve und Willi), einer Jungenbande aus der gleichen Klasse. Die Zeit, die die "Wilden Hühner" zusammen verbringen, nutzen sie nicht selten im Hühnerstall von Sprottes Oma Slättberg, da ihnen ein "richtiges" Bandenquartier fehlt. Als die Bäuerin aber ihre Hühner schlachten möchte, da sie zu alt sind, und zu wenige Eier legen, wollen die Mädchen das Federvieh vor dem Schlachtbeil retten. Schnell merken die Mädchen, dass sie es alleine nicht schaffen werden, und Hilfe benötigen. Und da kommen eigentlich nur ausgerechnet ihre Erzfeinde, die "Pygmäen" in Frage. Auch wenn sie sich am Anfang nicht ausstehen können und sich oft streiten, sind die "Pygmäen" tatsächlich bereit, den "Hühnern" zu helfen – für eine entsprechende Gegenleistung, versteht sich. Gemeinsam gelingt es, die Tiere in Sicherheit zu bringen, dabei entpuppt sich der anfangs nur für die echten Hühner gedachte Unterschlupf zeitgleich auch als ideales Bandenquartier für die Mädchenbande der "Wilden Hühner". Die gemeinsamen Aktionen der gegenseitigen Hilfeleistung schmieden ein ganz neues, ungewohntes Band zwischen den nun gar nicht mehr so verfeindeten Banden.
Unterschiede zum Buch Herr Grünbaum und der Fahrlehrer (Freund von Sprottes Mutter) kommen im Buch nicht vor. Im Buch hat Fred genau wie Sprotte rote Haare, im Film hat er schwarze Haare. Im Film scheitern die Mädchen bei ihrem ersten Versuch, die Hühner zu klauen und bitten dann die Pygmäen um Hilfe. Im Buch gibt es diesen Fehlversuch nicht und die Mädchen bitten die Jungs direkt um Hilfe. Im Buch bekommt Trude die Haare von ihrem Cousin Paolo raspelkurz geschnitten, im Film werden ihr die langen Haare lediglich etwas kürzer geschnitten. Das Buch spielt im Winter, der Film im Sommer. Wilma ist während der gesamten Handlung des Buches erkältet und steckt später auch Frau Rose an. Im Film fällt dies weg. Das Ausspionieren der Pgymäen und Wilmas Aufnahme in die Bande passiert in der Buchreihe bereits im zweiten Teil. Im Film treffen sich die Mädchen vor dem Hühnerklau bei Sprotte zu Hause und übernachten danach auch dort. Im Buch nutzt Sprotte die Übernachtung lediglich als Vorwand und die Mädchen treffen sich in der Nähe von Oma Slättbergs Haus. Danach fahren alle in ihr jeweiliges zu Hause. Im Buch besitzt Herr Feistkorn einen Hund, im Film eine Katze. Im Film sperrt Oma Slättberg Sprotte während der Befreiung der Hühner unwissentlich im Hühnerstall ein und Fred befreit sie. Dies ist im Buch nicht passiert. Im Buch erkennt Oma Slättberg die Mädchen nach dem Hühnerklau trotz schwarzer Farbe im Gesicht und weiß so wer es war. Im Film findet sie am nächsten Morgen einen Ohrring im Stall, den Melanie beim Hühnerklau verloren hat, und kann diesen Melanie zuordnen. Im Buch entdeckt Sprottes Mutter die aufgegebene Kontaktanzeige in der Zeitung. Im Film erfährt sie über Nachrichten auf dem Anrufbeantworter davon. Diese Nachrichten gibt es im Buch nicht. Im Film findet ein Gespräch zwischen Frau Rose, den Hühnern und den Pygmäen in Frau Roses Wohnung statt, im Buch findet dieses Gespräch in der Schule und lediglich zwischen Frau Rose und Sprotte statt. Im Film wird ein Huhn vom Fuchs geholt, dies passiert im Buch nicht. Im Film nennt Sprotte den Hund von Oma Slättberg Lotta, im Buch Bella.
Auszeichnungen Paula Riemann wurde 2006 mit dem Undine Award als beste Debütantin geehrt. Der New Faces Award der Zeitschrift BUNTE ehrte 2009 mit einem Sonderpreis die gesamte Filmtrilogie. Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film die Bezeichnung wertvoll.
Weblinks
(deutsch)
Wissenschaftliche Besprechung auf KinderundJugendmedien.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2006 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Jugendfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Cornelia-Funke-Verfilmung Kategorie:Filmreihe