mini|hochkant|Đurađ II Balšić Đurađ II. (zu dt. Georg) Stracimirović Balšić, (; bl. 1385; † 1403) aus dem Adelsgeschlecht der Balšići war von 1385 bis 1403 Fürst von Zeta.

Herkunft mini|150px|alternativtext=Ungefähres Aussehen des Emblems auf dem Dinar von Đurađ I. Balšić|Ungefähres Aussehen des Emblems auf dem Dinar von Đurađ I. Balšić mini|150px|Wappen der Herren von Les Baux Die Herkunft der Balšići (auch Balsha oder Balsa) ist unklar. Nach Aussage der Balšić selbst wäre ihre Herkunft mit der der Nemanjić verbunden.[...] молитвама и мољењима светих мојих прародитеља Симеона Немање, првога мироточца српскога и светитеља Саве [...] ([...] mit den Gebeten und Flehen meiner heiligen Vorväter Simeon Nemanja, des ersten serbischen Myrrhenpriesters und Heiligen von Sava [...], 27. Januar 1386; Franz von Miklosich, Monumenta serbica spectantia historiam Serbiae, Bosnae, Ragusii, 1858, S. 203.) "[…] il Casato Balsa disceso, ma per via di donne dal Casato imperiale de' Nemanidi, e precisamente da quel Vlk che ne sarebbe stato, […] il primo rappresentante nella Zedda. Il quale asserto è confermato da quanto ne disse anche Giorgio II Balsa che, in un suo atto del 27 Gennaio 1386 evoca la memoria de' venerati suoi progenitori Simeone Nemanja e Sava." (Giuseppe Gelcic, La Zedda e la dinastia dei Balšidi, 1899, S. 29.)Franz von Miklosich, Monumenta serbica spectantia historiam Serbiae, Bosnae, Ragusii, 1858, S. 203.

Die Hypothesen über die Herkunft der Balšići sind vielfältig. Um nur einige zu nennen: Laut dem ragusanischen Geschichtsschreiber Mavro Orbini (1601) stammten die Balšići von Balsa, einem „sehr armen Herr von Zenta“ ab."Balsa […] fu un gentilhuomo di Zenta assai pouero; e in vita dell'imperadoroe Stefan Dušan teneva solo una villa [kleiner Weiler]." (Mavro Orbini, Il regno degli Slavi hoggi corrottamente detti Schiavoni Historia, 1601, S. 286.)Mavro Orbini, Il regno degli Slavi hoggi corrottamente detti Schiavoni Historia, 1601, S. 286.

Laut dem französischen Historiker Charles du Fresne (1680) seien die Balšići französischer Abstammung, da sie das Wappen der aus der Provence kommenden Les Baux hätten: ein goldener Stern in einem roten Feld. Sie wären mit Karl I., König von Sizilien (1266–1282) nach Italien gekommen, wo sie den Nachnamen Del Balzo angenommen hätten. So hätten sie mit den Anjou die Adria überkehrt als diese 1272 „nach Dalmatien vordrangen und Durazzo und andere benachbarte Städte eroberten“ und Karl I. das Regnum Albaniae proklamierte."[…] verum Balsae cognomen, & quae isti familiae adscribuntur insignia, stella nempe aurea in campo rubeo, fatis declarant, ex Italia, ubi sub Andegavensibus regni Neapolitani Regibus summa apud principes auctoritate ac dignitatibus fulsit, in hasce oras pervenisse, cùm Reges iidem in Dalmatiam escenderunt, ac Dyrrachium […]." (Charles du Fresne, Historia Byzantina …, 1680, S. 344.) "Il Du Cange, e con esso il Farlato, il Lenoimant ed il [Pavel] Rovinsky, forse confondendolo con qualche altro rampollo dei diversi casati occidentali emersi in quel tempo nella storia dei Balcani, scrissero essere quello del Balsa discendente dai provenzali de Baux, dai lombi de' quali fu eziandio l'ultimo imperatore titolare di Costantinopoli. Lo [Friedrich] Schweizer forse per semplice malinteso, lo dice dei Bolza". (Giuseppe Gelcic, La Zedda e la dinastia dei Balšidi, 1899, S. 28 f.) "[… ] i Bolza (Balsi) Signori di Zenta [… ]" (Friedrich Schweitzer, Notizie Peregrine Numismatica e D'Archeologia, Decade Quinta, 1860, S. 20.)Charles du Fresne, Historia Byzantina …, 1680, S. 344.

Von Professor Giuseppe Gelcich aus Ragusa (1899) erfährt man, dass die „Balša bereits 1304 als Magnaten des serbischen Hofes verzeichnet wurden als Matteo, Botschafter der Königin aus Bar [wahrscheinlich Simonida], sich in Ragusa aufhielt“.I Balša, che altri chiama anche Baoša, Balsich e Bolšié, si trovano ricordati quali magnati della corte serbiana già nel 1304, e precisamente nella persona di quel Matteo che, ai 18 Maggio dell'anno stesso, trovavasi a Ragusa, giuntovi da Antivari, quale ambasciatore della regina. (Giuseppe Gelcic, La Zedda e la dinastia dei Balšidi, 1899, S. 28.)Giuseppe Gelcic, La Zedda e la dinastia dei Balšidi, 1899, S. 28.

„Als Ahnherr der Balša erscheint Balša I., wohl ein Feldherr von Dusan's und der identisch mit jenem Balsa Barinič Bivolitschič den Uroš 1357 neben Triphon Bua zum Herrn von Meleda ernannte.“ (1868)„[…] ebenso auch Michael de Buchia, serbischer Gesandter 1350, dessen Sohn Tripa (Tryphon) am 10. April 1357 nebst Balsa Barinič Bivolitschič von Stefan Uroš mit der Insel Meleda belehnt wurde.“ (Johann Gottfried Gruber, Johann Samuel Ersch, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Erste Section A–G, Theil 86, 1868, S. 37.)Johann Gottfried Gruber, Johann Samuel Ersch, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Erste Section A–G, Theil 86, 1868, S. 42.

Während der deutsche Historiker Edgar Hösch die Balšići als einheimische albanische Familie erwähnt, die nach 1355 politische Macht erlangten,Edgar Hösch, The Balkans, A short history from Greek times to the present day, 1972, S. 86. war diese Familie laut dem deutschen Historiker Peter Bartl „wahrscheinlich serbischer Herkunft“.Peter Bartl, Balšići, 1974, S. 130. Der englische Historiker und Akademiker Noel Malcolm betrachtet die Balšići albanischer Abstammung, kulturell aber stark „serbisiert“.“The Balshas were probably of Albanian stock, but culturally Serbianized to a large degree: they had been Orthodox for a long time, and only converted to Catholicism once or twice for political reasons.” (Noel Malcolm, Kosovo: a short history, 1998, S. 370.)Noel Malcolm, Kosovo: a short history, 1998, S. 370.

Leben mini|hochkant|alternativtext=Zeta (rot) zur Zeit von Đurađ II.|Zeta (rot) zur Zeit von Đurađ II. Đurađ II. war der Sohn von Stracimir und der Enkel von Balša I. Als sein Vater Stracimir 1373 starb, wurde Đurađ von seinen beiden Onkeln Đurađ I. und Balša II. zum Mitregenten über Zeta, Skadar und die anderen Herrschaften der Familie angenommen. Als 1379 auch Đurađ I. starb, machte sich Balša II. zum Alleinherrscher, indem er Đurađ II. im Kerker verschwinden ließ. Er kam erst nach dem Tod des Onkels 1385 frei und konnte dessen Nachfolge als Fürst in der Zeta und Nordalbanien antreten; die Herrschaften im Süden Albaniens konnte er dagegen nicht behaupten.Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Erste Section A–G, Theil 86, 1868, S. 43.

Als „Gläubiger Christi und absoluter Herr der ganzen Zedda und der Küstenländer“Aus einer Urkunde vom 27. Januar 1386, in der Đurađ II. den Ragusanern ihre alten Privilegien bestätigte, bezeichnete er sich als "il fedele di Cristo ed assoluto signore di tutta la Zedda e delle terre litorali". (Giuseppe Gelcich, La Zedda e la dinastia dei Balšidi, 1899, S. 140) konnte Đurađ II. die dominierende Stellung seiner Familie in der Region nicht behaupten. Die kleineren Feudalherren Nordalbaniens sagten sich von ihm los und herrschten selbstständig auf ihren Besitzungen. Aus dem Norden wurde er vom bosnischen König Tvrtko I. bedrängt, der sich der Hafenstadt Kotor bemächtigen wollte. So blieb ihm im Wesentlichen das Gebiet um den Skutarisee und die nahe gelegene Adriaküste. Seine Residenz schlug Đurađ II. in Ulcinj auf und sein Gebiet reichte von Budva, Bar, Ulcinj, Shkodra, Drisht bis Lezha.Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Erste Section A–G, Theil 86, 1868, S. 96. Um seine Position zu festigen, akzeptierte Đurađ II. bis 1387 die osmanische Vasallität.Alexandru Madgearu, Martin Gordon, The Wars of the Balkan Peninsula - Their Medieval Origins, 2008, S. 83.

mini|alternativtext=Schlacht auf dem Amselfeld von Adam Stefanović, Öl auf Leinwand, 1870.|Schlacht auf dem Amselfeld von Adam Stefanović, Öl auf Leinwand, 1870 Am 27. Januar 1386 wurde sein venezianisches Patriziat erneuert. Noch im selben Jahr anerkannte Đurađ II. Balšić die Oberherrschaft des Fürsten Lazar Hrebeljanović von Raszien und bat um die Hand seiner Tochter Jelena (oder Elena; † März 1443).Giuseppe Gelcich, La Zedda e la dinastia dei Balšidi, 1899, S. 151.

1389 unterstützte Đurađ II. seinen Schwiegervater Lazar Hrebeljanović im Krieg gegen die Osmanen (Schlacht auf dem Amselfeld). Der Tod beider Heerführer (Lazar Hrebeljanović, Murad I.) beendete die Schlacht ohne eindeutigen Sieger; machte die Schlacht auf dem Amselfeld aber zum serbischen Mythos.Karl Kaser, Martin Prochazka, Aus den Legenden um die Schlacht von Kosovo 1389, 2006, S. 140 ff.

Als Papst Bonifatius IX. den Herrn von Durrës – Georg Thopia – am 13. April 1391 für abgesetzt erklärte, weil dieser sich mit dem Gegenpapst von Avignon eingelassen hätte, wurde die Stadt seinem Cousin Đurađ II. Balšić übertragen.Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Erste Section A–G, Theil 86, 1868, S. 92 f. Bonifatius IX. drängte Đurađ II., die Stadt zu unterwerfen und sie zum Gehorsam der römischen Kirche unterzuordnen, was ihn in Bedrängnis brachte, da er bei diesem Unterfangen völlig isoliert war, was es ihm unmöglich machte, seiner Familie das herzogliche Diadem von Durrës zurückzugeben, dessen sich sein Onkel, Balša II., wenn auch nur kurz (1385), rühmte."Balša II. entriß ihm [Karl Thopia] seine Hauptstadt [Durrës], doch erlangte dieselbe noch im nämlichen Jahr zurück, wohl mit Hilfe der Türken, die jenen in der Schlacht von bei Saura tödteten." (Johann Gottfried Gruber, Johann Samuel Ersch, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Erste Section A–G, Theil 86, 1868, S. 41.)Giuseppe Gelcich, La Zedda e la dinastia dei Balšidi, 1899, S. 163.Alexander Andrić, Geschichte des Fürstenthums Montenegro..., 1853, S. 4.Johann Gottfried Gruber, Johann Samuel Ersch, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Erste Section A–G, Theil 86, 1868, S. 41.

mini|hochkant|alternativtext=Oberzeta im 15. Jahrhundert|Oberzeta im 15. Jahrhundert