Devese ist ein Ort der Stadt Hemmingen in der Region Hannover in Niedersachsen. Das ehemalige Bauerndorf hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Zuzug ein großes Bevölkerungswachstum erfahren.
Geografie Devese liegt etwa einen Kilometer westlich von Hemmingen-Westerfeld auf einer kleinen Erhebung. Im Norden bildet der Bachlauf der Ihme eine natürliche Grenze zum hannoverschen Stadtteil Wettbergen. Im Westen liegt ein kleines Waldstück, im Süden das größere Bürgerholz und das Kleingewässer Ebelings Teich. Im Osten der Gemarkung Devese, jenseits von Ackerflächen und der neuen B 3, liegen Gewerbegebiete, die sich bis auf die Westerfelder Gemarkung erstrecken. Im Westen ist das nächste Nachbardorf Ihme-Roloven, im Süden Ohlendorf.
Geschichte Devese wird erstmals 1183 als „Vevesse“ oder „Deuesse“ erwähnt. Mitte des 19. Jahrhunderts existierten 19 Hofstellen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Westen des Dorfes vermutlich beim Tonstich eine Mineralwasserquelle entdeckt und bis in die 1920er Jahre als Mineralwasser unter dem Markennamen Lloydbrunnen ausgebeutet.
Mit der Gebietsreform in Niedersachsen kam das zuvor selbständige Devese am 1. März 1974 zu Hemmingen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1823 143 1848 165 1852 157 1867 192 1871 216 1910 219 1925 234 1933 256 Jahr Einwohner Quelle 1939 245 1950 528 1956 466 1960 455 1961 514 1970 540 1972 501 1973 500 Jahr Einwohner Quelle 1986 863 1996 1199 2003 1442 2006 1598 2009 1585 2011 1507
Politik Stadtrat und Bürgermeister Devese wird auf kommunaler Ebene vom Rat der Stadt Hemmingen vertreten.
Wappen Der Entwurf des Wappens von Devese stammt von dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Im Jahre 1962 erteilte die Gemeinde Devese dem Heraldiker den Auftrag, das Wappen zu entwerfen. Der Ort hat den Entwurf damals jedoch nicht weiter ausgearbeitet oder offiziell als Wappen eingeführt. Erst nach der Gebietsreform am 1. März 1974 wurde der Entwurf wieder aufgegriffen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die Kapelle Devese gehört organisatorisch gegenwärtig zur Ev.-luth. Trinitatiskirchengemeinde in Hemmingen-Westerfeld, war aber bis zum 31. Dezember 1978 der Kirche in Ronnenberg zugeordnet. Vermutlich stammt sie aus den Jahren nach dem Dreißigjährigen Krieg, in dem die vorher bestehende Wehrkapelle zerstört wurde. Die Glocke wurde vom Glockengießer Ludolf Siegfried 1643 in Hannover gegossen, wie die Inschrift belegt: „die gemeine Defess hat die Glocken zur Ehre Gottes gisen lassen 1643. Ludolf Siefriet me ficit“. Dies ist das älteste Referenzdatum für die Kapelle. 1819 wurde unter Zustimmung des Amts Koldingen ein Friedhof angelegt und unter die Verwaltung des Lehrers gestellt.
Seit 2010 gestaltet eine Bewohnerin den Vorgarten ihres Wohnhauses zu Halloween mit Geisterfrauen, Zombies, Spinnen und anderen Figuren in ein Gruselspektakel um.Torsten Lippelt: Halloween oder Reformationstag? Zwei Frauen aus Hemmingen feiern jeweils auf ihre Weise in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 29. Oktober 2025
Baudenkmale Liste der Baudenkmale in Devese
Vereine Der Bürgerverein Devese e. V., gegründet 1965, hat etwa 120 Mitglieder (2009). Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Devese e. V., gegründet 2014, hat 154 Mitglieder (2019)
Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen Die 1902 gegründete Freiwillige Feuerwehr Devese verfügt über ein Feuerwehrhaus mit Einsatzfahrzeugen und Räumlichkeiten für die Ausbildung Ein Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft
Verkehr In Devese kreuzten sich die von Hemmingen-Westerfeld kommenden Kreisstraßen 221 und 225. Die 225 führte nach Ohlendorf, die 221 führt über Ihme-Roloven nach Weetzen. Linienbusse der RegioBus Hannover verbinden Devese regelmäßig mit den anderen Ortsteilen von Hemmingen und Hannover. Der Hauptbahnhof von Hannover mit ICE-Verbindungen ist etwa 10 km entfernt. Der Flughafen Hannover ist etwa 20 km entfernt.
Im Osten der Gemarkung Devese ist die Kreisstraße 221 an die am 20. November 2020 freigegebene Ortsumgehung der Bundesstraße 3 angeschlossen. Das Dorf Devese liegt westlich der neuen und der alten B 3. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2017 war die K 221 wegen der Bauarbeiten gesperrt.
Die damalige Kreisstraße 225, die dabei als Umleitung diente, wurde ab Frühjahr 2018 zwischen Devese und Westerfeld gesperrt und wurde zu einem für den Linienverkehr freigegebenen Fuß- und Radweg mit einer Überführung über die B 3 zurückgebaut. Südwestlich der Brücke bleibt die Straße für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Seit Winter 2020/2021 ist sie zwischen Devese und Ohlendorf für Kraftfahrzeuge, abgesehen vom landwirtschaftlichen Verkehr (und einer Anliegerausnahme im südlichen Abschnitt), gesperrt und soll zu einem Wirtschaftsweg umgestaltet werden.
Literatur
Uelschen: Das Leben und Wirken des Lehrer Uelschen von 1877 bis 1910.
Weblinks
Website der Stadt Hemmingen
Einzelnachweise Akten des Staatsarchivs Hannover, 74 Han. Nr. 1169.
Kategorie:Ort in der Region Hannover Kategorie:Geographie (Hemmingen, Niedersachsen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Region Hannover) Kategorie:Ersterwähnung 1183 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974