James Wattana (* 17. Januar 1970 in Bangkok als Wattana Phu-Ob-Om, , 2003 Namensänderung in Ratchapol Pu-Ob-Orm, , Spitzname: Thong Sitchai, , außerhalb Thailands: James Wattana) ist ein thailändischer Snookerspieler. Bis 2019 spielte er professionell.

Karriere Anfänge Wattana wurde 1970 in Khlong Toei, Bangkok, geboren. Seine Snookerkarriere begann mit neun Jahren in einem der Snookerclubs seiner Familie. Man erzählt sich, dass er sich auf einen Wasserkasten stellen musste, um die Kugeln richtig anzuspielen. Mit 14 Jahren nahm er 1984 an der Snookerasienmeisterschaft teil, wo er im Viertelfinale gegen Henry Boteju ausschied. Auch im folgenden Jahr war in dieser Runde Schluss, zusätzlich schied er in der Gruppenphase der Amateurweltmeisterschaft 1985 aus. Außerdem nahm er an seinem ersten Main-Tour-Teil Turnier: In der Gruppenphase des Thailand Masters spielte er gegen Willie Thorne Unentschieden und verlor gegen den späteren Sieger Dennis Taylor.

Die Saison 1986/87 begann für Amateur Wattana mit dem Gewinn der Snookerasienmeisterschaft 1986 gegen Gary Kwok. Bei der Amateurweltmeisterschaft schied er mit fünf Siegen aus neun Spielen in der Gruppenphase aus. Doch im August 1986 sorgte er dann für eine Sensation: Wattana nahm wieder am Thailand Masters teil und konnte sein Erstrundenspiel gegen den einmaligen Weltmeister Dennis Taylor gewinnen. Im Halbfinale traf er auf den amtierenden Weltmeister Steve Davis – und besiegte ihn mit 2:1. Im Finale besiegte er schließlich den Weltmeister von 1979, Terry Griffiths.

Bei der Snookerasienmeisterschaft 1987 unterlag er im Finale seinem Landsmann Udon Khaimuk mit 6:8. Bei der Amateurweltmeisterschaft 1987 zog Wattana als Gruppenerster ins Achtelfinale ein, wo er den Belgier Mario Lannoye besiegte. Im Viertelfinale verlor er gegen Darren Morgan, der später das Turnier gewinnen sollte. In der folgenden Saison holte er sich den Titel bei der Asienmeisterschaft durch ein 8:7-Sieg über Kenny Kwok zurück. Bei der in Thailand ausgetragenen U21-Amateurweltmeisterschaft verlor er im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Jason Peplow. Bei der Amateurweltmeisterschaft überstand er ungeschlagen die Gruppenphase und besiegte anschließend Mike Colquitt, Ron Jones und Jason Peplow, sodass er im Finale auf Barry Pinches traf. Wattana siegte trotz einem Century Break von Pinches mit 11:8. Im Mai 1988 nahm er außerdem an mehreren Qualifikationsturnieren für die Main Tour teil. Im ersten Event verlor er noch im Finale gegen Stephen Murphy, doch im zweiten Event besiegte er im Finale Duncan Campbell mit 5:1, sodass er zur Saison 1989/90 Profi wurde.

Rascher Aufstieg in die Top 10 Direkt in seinem ersten Turnier als Profi, die Hong Kong Open 1989, gewann Wattana sein erstes Spiel: In der ersten Qualifikationsrunde besiegte er Ken Owers, anschließend unterlag er Ian Graham. Bei den Asian Open überstand er die Qualifikation durch Siege über Jim Bear und Murdo MacLeod. In der Hauptrunde setzte er seine Siegesserie gegen David Taylor, Mike Hallett, Doug Mountjoy und Silvino Francisco fort, sodass er im Halbfinale stand. Er traf auf Terry Griffiths und gewann überraschend mit 5:0, sodass er in seinem zweiten Turnier direkt im Finale stand. Er verlor gegen Stephen Hendry, der zum Ende der Saison durch den Gewinn der Weltmeisterschaft eine neue Ära einläuten sollte. Bei den International Open zog er in die Runde der letzten 32, wo er gegen Stephen Hendry ausschied. Auch beim Grand Prix erreichte er die Hauptrunde und zog ins Halbfinale ein, was er gegen Dean Reynolds verlor. Beim Dubai Classic zog er in die Runde der letzten 32 ein, wo er John Parrott unterlag, anschließend unterlag er Mike Hallett in der ersten Hauptrunde des UK Championship. Beim Classic verlor er in der Qualifikation gegen Darren Morgan. Obwohl er seine erste Saison spielte, nahm er an der Wildcardrunde des Masters teil, wo er Dean Reynolds besiegte. In der ersten Hauptrunde verlor er gegen Steve Davis. Bei den anschließenden British Open 1990 erreichte er die Runde der letzten 32, wo er durch eine 3:5-Niederlage gegen Tony Knowles ausschied. Nach einer Qualifikationsniederlage bei den European Open besiegte er in der Qualifikation für die Snookerweltmeisterschaft die Engländer John Dunning, David Taylor und Ex-Weltmeister John Spencer. Doch in der letzten Runde unterlag er dem zweifachen Weltmeister Alex Higgins. Durch seine Saisonleistung wurde er zum Pontins Professional, wo er durch einen 5:4-Sieg über Martin Clark ins Halbfinale einzog, welches er gegen Stephen Hendry verlor. Zum Ende der Saison wurde er auf Weltranglistenplatz 32 gelistet.

Zum Start der Saison 1990/91 gewann Wattana die Hong Kong Challenge – das erste Turnier der World Series. Nach Auftaktniederlagen bei den London Masters und beim Grand Prix erreichte er bei den Asian Open wieder die Runde der letzten 32, wo er gegen Willie Thorne verlor. Beim Dubai Classic erreichte er ebenso ebenjene Runde, diesmal unterlag er Dean Reynolds mit 3:5. Beim UK Championship zog er nach Siegen über Anthony Harris, John Virgo und Darren Morgan ins Achtelfinale ein, wo er Jimmy White unterlag. Zum Ende des Jahres verlor er das Finale des Benson and Hedges Satellite Championship – das Qualifikationsevent für das Masters – gegen Alan McManus. Beim Classic 1991 zog Wattana ins Achtelfinale ein, diesmal unterlag er Gary Wilkinson. Nach einer Teilnahme bei der Matchroom League spielte er bei den World Masters in der ersten Runde sein erstes offizielles Maximum Break. Im weiteren Verlaufe des Turnieres schlug er Stephen Hendry, Joe Johnson und Peter Francisco und verlor im Halbfinale gegen den späteren Sieger Jimmy White. Bei den British Open zog er ins Achtelfinale ein, welches er gegen Gary Wilkinson verlor. Bei den European Open konnte er zum ersten Mal in dieser Saison Jimmy White besiegen, doch er verlor in der Runde der letzten 32 gegen den Kanadier Brady Gollan. Auch in seiner zweiten Profisaison gelang ihm die Qualifikation für die Snookerweltmeisterschaft nicht, er verlor mit 8:10 gegen Craig Edwards. Auf der Weltrangliste landete er zum Schluss auf Platz 20 – eine Verbesserung um 12 Plätze.

Nach einer frühen Niederlage bei den Thailand Masters konnte er im zweiten Saisonturnier – der Hong Kong Challenge – das Finale erreichen, was er gegen Stephen Hendry verlor. Kurz nachdem er bei der Indian Challenge eine frühe Niederlage einstecken musste, erreichte er beim Dubai Classic die Runde der letzten 32, welche er mit 2:5 gegen Dennis Taylor verlor. Nach einer Auftaktniederlage beim Grand Prix schied er im Viertelfinale des Benson and Hedges Satellite Championship aus. Beim UK Championship fand er wieder in seine alte Form zurück und besiegte Alain Robidoux, Steve Davis und Steve James, bevor er im Halbfinale an John Parrott scheiterte. Nach einer Auftaktniederlage bei der Belgian Challenge zog er auch ins Halbfinale des Classics ein, welches er gegen Stephen Hendry verlor. Bei der Matchroom League überstand er erstmals die Gruppenphase, verlor aber gegen Steve Davis im Halbfinale. Im Spiel um Platz 3 gewann er mit 9:7 gegen Jimmy White. Nach einem frühen Ausscheiden bei den Asian Open gewann er in der Wildcardrunde des Masters gegen Tony Knowles. In der Runde der letzten 16 besiegte er Steve James, anschließend unterlag er aber John Parrott. Bei den Welsh Open zog er ins Viertelfinale ein, wo ihn Nigel Bond mit 4:5 besiegen konnte. Bei den British Open gelangen ihm Siege über Dennis Taylor, Tony Drago, Doug Mountjoy und im Halbfinale gegen Ken Doherty, sodass er zum zweiten Male im Finale eines Ranglistenturnieres stand. Er verlor mit 7:10 gegen Jimmy White. Während des Turnierverlaufes spielte er sein zweites Maximum Break. Doch direkt im nächsten Ranglistenturnier – den Strachan Open – durch Siege gegen unter anderem Terry Griffiths, Cliff Thorburn und Nigel Bond ins Finale einziehen, was er mit 9:3 gegen John Parrott gewann. Nach einer Erstrundenniederlage bei den European Open gewann Wattana sein Qualifikationsspiel für die Snookerweltmeisterschaft mit 10:9 gegen Kirk Stevens. In der ersten Hauptrunde im Crucible besiegte er Tony Jones, bevor er gegen Stephen Hendry ausschied, der später den Weltmeistertitel verteidigen sollte. Zum Ende der Saison drang er mit Platz 7 in die Top 10 der Weltrangliste ein.

Etablierung in der Weltspitze Zum Beginn der Saison erreichte Wattana das Viertelfinale des Kent Classics sowie das Viertelfinale beim Scottish Masters. Beim Dubai Classic – das erste Ranglistenturnier der Saison – erreichte er das Halbfinale, was er gegen Stephen Hendry verlor. Nach einem frühen Ausscheiden beim Grand Prix gewann er das Einladungsturnier Humo Masters, welches Teil der World Series war. Beim anschließenden UK Championship erreichte er nach Siegen über Alex Higgins, Doug Mountjoy und Mike Hallett das Viertelfinale, doch er unterlag Jimmy White mit 2:9. Direkt danach unterlag er beim heimischen Kings Cup im Endspiel Nigel Bond. Sein nächstes Finale erreichte er bei der letzten Austragung des World Matchplays – er besiegte Steve Davis mit 9:4. Nach einer erfolglosen Teilnahme bei der European League zog er bei den Welsh Open ins Halbfinale ein, wo er gegen Ken Doherty verlor. Doch der größte Saisonerfolg folgte beim Masters 1993: Er besiegte Martin Clark, John Parrott und Jimmy White, sodass er zum ersten Mal im Finale eines Triple-Crown-Turnieres stand. Er verlor mit 5:9 gegen Stephen Hendry. Nach einer Auftaktniederlage bei den European Open zog er bei den British Open in sein viertes Ranglistenturnierfinale ein, welches er aber mit 2:10 gegen Steve Davis verlor. Bei den darauffolgenden Asian Open verlor er im Viertelfinale gegen Jimmy White. Nach zwei frühen Niederlagen bei den Irish Masters und bei den International Open zog Wattana zum Saisonabschluss ins Halbfinale der Snookerweltmeisterschaft ein, doch er unterlag Jimmy White mit 9:16. Zum Start der nächsten Saison wurde er auf Weltranglistenplatz 5 gelistet.

Zum Start der Saison 1993/94 erreichte er nach einer Auftaktniederlage beim Scottish Masters das Achtelfinale vom Dubai Classic, wo er gegen Ken Doherty verlor. Nach einer frühen Niederlage beim Grand Prix erreichte er das Viertelfinale vom UK Championship, wo er Stephen Hendry mit 7:9 verlor. Im Dezember gewann er den in Bangkok ausgetragenen Kings Cup. Nachdem er auch bei den European Open im Viertelfinale gegen Hendry verloren hatte, erreichte er bei den Welsh Open das Halbfinale, doch er schied gegen Steve Davis aus. Beim Masters erreichte er das Halbfinale, doch er verlor wieder gegen Stephen Hendry. Bei den International Open gelangen ihm Siege über David Roe, Steve Davis und Alan McManus, sodass er ins Finale einzog, was er aber gegen John Parrott mit 5:9 verlor. Trotz dieser Niederlage gelangen ihm bei den Thailand Open Siege über Terry Griffiths, Joe Swail und Jimmy White, sodass er direkt im nächsten Finale eines Ranglistenturnieres stand. Er traf auf den Welsh-Open-Gewinner Steve Davis und besiegte ihn mit 9:7. Es war nach den Strachan Open 1992 der zweite Sieg bei einem Ranglistenturnier für den Thailänder. Nach einer Niederlage im Viertelfinale des Irish Masters stand er auch bei den British Open im Finale. Er traf auf den jungen Ronnie O’Sullivan, der im Verlaufe der nächsten Jahre auf eine Stufe mit Steve Davis und Stephen Hendry aufsteigen sollte. O’Sullivan besiegte ihn mit 9:4. Zum Saisonabschluss kam er ins Viertelfinale der Snookerweltmeisterschaft, welches er gegen Steve Davis verlor. Auf der Weltrangliste erreichte er mit dem dritten Platz seinen höchsten Rang jemals.