mini|Donald Duck als Plastikfigur vor dem damaligen Firmensitz des Ehapa Verlags in Leinfelden-Echterdingen (1990er-Jahre) mini|Donald Duck beim Verewigen der Fußabdrücke vor Grauman’s Chinese Theatre in Hollywood (1984) Donald Duck ( []) ist eine Comic- und Zeichentrickfilm-Figur aus dem US-amerikanischen Disney-Studio. Sie hat die Gestalt einer anthropomorphen Ente. Donald Duck – mit vollständigem Namen Donald Fauntleroy DuckFlora OˆBrien: Walt Disney’s Donald Duck: 50 Years of Happy Frustration. HP Books, Tucson 1984, ISBN 978-0-89586-333-1, S. 30. – gehört zur fiktiven Familie Duck und lebt in Entenhausen.
Geschichte
Der Name „Donald Duck“ wurde erstmals 1931 in dem Bilderbuch The Adventures of Mickey Mouse als ein Freund von Micky Maus erwähnt.
Am 9. Juni 1934 erschien Die kluge kleine Henne (The Wise Little Hen), der erste Zeichentrickfilm mit Donald Duck, in dem er aber nur eine Nebenfigur ist. Danach folgten weitere Nebenrollen in den Micky-Maus-Trickfilmen, bis Donald seine eigene Reihe bekam. Der erste Kurzfilm dieser Reihe, Don Donald, wurde am 9. Januar 1937 uraufgeführt. In diesem Film hatte auch Daisy Duck ihren ersten Auftritt.
1938 wurden Donalds drei Neffen Tick, Trick und Track als zusätzliche Figuren eingeführt, die fortan regelmäßig in den Trickfilmen und Comics bei ihrem Onkel wohnten, da ihre Mutter Della Duck zu einer Expedition aufbrach, von der sie bislang nicht zurückgekehrt ist. Ihr Vater ist unbekannt.
1941 bis 1945 wurde Donald, wie andere Disney-Figuren auch, in starkem Maße in der amerikanischen Kriegspropaganda eingesetzt. Der Zeichentrick-Kurzfilm Donald Gets Drafted von 1942 enthüllte dabei, dass Donalds voller Name Donald Fauntleroy Duck lautet. 1943 wurde der Donald-Duck-Zeichentrickfilm Der Fuehrer’s Face mit einem Oscar für die Darstellung gegen Adolf Hitler und sein Regime gewürdigt. In diesem Film wurde Donald als einfacher Fließbandarbeiter in einer deutschen Munitionsfabrik dargestellt, der an dem totalitären NS-Regime verzweifelt.
Auf dem Höhepunkt der 3D-Filme in den 1950er-Jahren erlebte auch Donald ein Abenteuer „mit Brille“: Working for Peanuts (1953). Der Film wurde erst 2007 im Vorprogramm zum 3D-Film Triff die Robinsons (Meet the Robinsons) ebenfalls wieder in 3D aufgeführt.
Von Walt Disney selbst wurde festgelegt, dass Donald an einem Freitag, den 13. „geboren“ wurde, um seinen Status als Pechvogel auszuschmücken – daher auch sein Autokennzeichen „313“, das darauf anspielt. In dem Trickfilm Donald’s Happy Birthday (1949) wird der 13. März als Geburtstag genannt. Der Zeichner Don Rosa legte dann als Geburtsjahr 1920 fest. Verschiedene Comic-Folgen verzeichnen jedoch, dass Donald am 9. Juni 1934, dem Erscheinungsdatum 1934 von Die kluge kleine Henne (The Wise Little Hen), Geburtstag hat.Zum Beispiel „Führerschein Donals Ducks“ als Titelblatt des Lustigen Taschenbuchs 479, erschienen am 29. März 2016.
Im Jahr 2004 erhielt Donald Duck einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame bei der Adresse 6840 Hollywood Blvd.
Comics mini|hochkant|Carl Barks (1994), der berühmteste Donald-Duck-Zeichner
1936 erhielt Donald eine eigene Comic-Serie, die als täglicher Streifen und sonntägliche Seite in zahlreichen Tageszeitungen erschien. Die Comics waren meist nicht länger als vier Bilder. Al Taliaferro war lange Zeit der Zeichner dieser Comics, während Bob Karp die Texte verfasste. In diesen Kurzgeschichten trat ab 1940 auch Oma Duck auf. Einige dieser Streifen wurden in den Lustigen Taschenbüchern der Nummern 230 bis 245 nachgedruckt. Auch die Donald-Duck-Comichefte enthielten anfangs Nachdrucke dieser Zeitungscomics. Ab 1942 zeichnete Carl Barks zusätzlich längere Geschichten exklusiv für die Heftreihe. Ab 1937 erschienen einzelne Comics auch in Großbritannien und Italien.
Barks führte weitere Figuren ein. Dazu zählten Donalds reicher Onkel Dagobert Duck (1947), als Antagonist sein Vetter (Cousin) Gustav Gans (1948), der vom Glück begünstigt zu sein scheint, eine Bande von Kriminellen namens Panzerknacker (1951), der verschrobene Erfinder Daniel Düsentrieb (1952) und später Dagobert Ducks Erzfeindin Gundel Gaukeley (1964), eine Hexe, die dessen ersten selbstverdienten Zehner – in manchen Übersetzungen ist es ein Taler – erbeuten will, da diesem anscheinend alchemistische Kräfte innewohnen.
Zu den bekanntesten Zeichnern der Donald-Duck-Comics gehört unter anderem William Van Horn, der 2017 in den Ruhestand ging.
Donald Duck im deutschsprachigen Raum Am 26. Februar 1935 kam der erste Trickfilm mit Donald Duck The Wise Little Hen in die deutschen Kinos. Dies blieb in Deutschland bis Kriegsende der einzige Donald-Film, da Disney kurz darauf aufgrund der Devisenausfuhrbeschränkungen den Export von weiteren Filmen in das Deutsche Reich stoppte. In Österreich liefen noch fünf weitere Trickfilme mit Donald Duck, bevor auch dorthin keine weiteren Filme exportiert wurden.
Einige Geschichten von Donald Duck wurden 1938 in Deutschland in der Zeitschrift Lustige Blätter unter dem Titel „Hanns der Enterich“ veröffentlicht.Eckart Sackmann: Worte auf den Weg (PDF, 1,3 MB). In: Eckart Sackmann (Hrsg.): Deutsche Comicforschung 2012. comicplus+, Hildesheim 2011, ISBN 978-3-89474-218-8, S. 3. In der Schweizer Micky-Maus-Zeitung (1937, 19 Ausgaben) erschien Donald unter dem Namen „Schnatterich“ sowie in vier Ausgaben der österreichischen Kinderzeitschrift Schmetterling als „Emmerich“.
In der seit 1951 im Ehapa-Verlag erscheinenden Heftreihe Micky Maus nimmt Donald von Anfang an mehr Seiten ein als die titelgebende Maus. Seit 1967 werden die Abenteuer von Donald Duck und Micky Maus auch sehr erfolgreich als Lustiges Taschenbuch (LTB) herausgegeben.
Bis Mitte der 1970er-Jahre war Erika Fuchs für die Eindeutschung der Donald-Duck-Geschichten verantwortlich. Sie prägte auch die typischen in den deutschsprachigen Ausgaben bekannten Charaktere der Entenhausener Protagonisten. 1988 gab sie die Micky-Maus-Chefredaktion und damit auch die Verantwortung für die Übersetzungen der Donald-Duck-Geschichten in die Hände von Dorit Kinkel. Seit 1988 wird Donald Duck von einer Person aus dem deutschsprachigen Raum gesprochen, beginnend mit dem Journalisten Peter Krause, der ihn bis 2019 sprach. Es gibt weitere Synchronsprecher, die ihn jedoch nicht so lange sprachen.
Die erste Ausgabe der Micky Maus von 1951 wird als Sammlerobjekt für mehrere tausend Euro gehandelt; es gibt allerdings mehrere Nachdrucke. Ein Originalexemplar befindet sich in einem Safe des Verlags.
Die Figur Donald Duck Donald, Sohn von Dortel und Degenhard Duck, ist ein zu Wutausbrüchen neigender Choleriker, der ständig von Geldsorgen und Missgeschicken geplagt wird. Er ist ein notorischer Pechvogel, der dauernd den Kürzeren zieht, vor allem gegenüber seinen Verwandten. Donald übt keinen geregelten Beruf aus. Dafür hält er sich mit den verschiedensten Jobs über Wasser, die er aber über kurz oder lang mangels Begabung wieder aufgibt bzw. aus denen er entlassen wird. In einigen Geschichten arbeitet er in einer Margarinefabrik seines Onkels Dagobert Duck. Er ist recht faul und verbringt seine Freizeit vorzugsweise in der Hängematte. Gegenüber seiner Verlobten Daisy Duck empfindet er eine unerschütterliche Zuneigung, ohne dass die Beziehung der beiden jemals zur Eheschließung führt. Sein Vetter Gustav Gans ist – wie in vielen anderen Dingen auch – sein Rivale im Kampf um Daisy. Diese fährt oftmals zweigleisig und lässt sich sowohl von Donald als auch von Gustav den Hof machen.
Donald leidet aber stark darunter, dass dem Glückspilz Gustav das Glück geradewegs zufliegt, während er selbst nur mit Mühe durchs Leben geht. Sein zweiter Gegenspieler ist sein Onkel, der Fantastilliardär Dagobert Duck. Parallel zu dem Gegensatz von Glück und Pech gegenüber seinem Vetter Gustav wird hier ein weiterer Dualismus in Donalds Leben aufgebaut: Reichtum und Armut. Er sieht sich ständig gezwungen, Geld bei seinem hartherzigen Onkel zu leihen, wodurch dieser Macht über Donald ausüben oder ihn mit Donalds mehrere Meter langen Schuldenliste erpressen kann. Zudem ködert der kinderlose Dagobert seinen Neffen damit, ihm eines Tages sein Erbe zu vermachen. Dies ermöglicht dem geizigen Milliardär, Donald für niedere Arbeiten oder als Begleitschutz auf Expeditionen einzuspannen. Donald hat das Sorgerecht für seine drei kleinen Neffen Tick, Trick und Track, die ihm geistig überlegen sind.
Phantomias mini
Phantomias (, , , amerikanisches englisch Avenger Duck, britisches englisch Super-Duck) ist ein Alter Ego von Donald Duck, ursprünglich geschaffen, um Donald in der Nacht als Superheld Rache an Personen nehmen zu lassen, die Verbrechen planen und ausführen, wie z. B. an dem Phantom. Mit Hilfe einiger Erfindungen von Daniel Düsentrieb kann Donald so über seine Widersacher triumphieren, wenn auch nur im Geheimen. Diese Figur wurde von italienischen Zeichnern eingeführt und war daher besonders in den italienischen Donald-Duck-Comics, die in Topolino, dem Gegenstück der deutschen Zeitschrift Micky Maus, erscheinen, aber auch in Deutschland erfolgreich. Die erste Erwähnung findet im LTB Nr. 41 in der Geschichte Die Verwandlung statt. Anhand dieser Geschichte erfährt der Leser, dass Phantomias wahrscheinlich auf den genialen Dieb Fantômas zurückgeht.
Donald ist stets auf der Hut, wenn es darum geht, dass seine Verkleidung auffliegt, so sorgt er schon mal mittels einer ferngesteuerten Puppe – wobei er selbst gleichzeitig vor Ort ist – und ähnlichen Tricks dafür, dass er kaum als Phantomias infrage kommen kann. Dennoch kommt er in vielen Geschichten in Verlegenheit, weil Daisy Phantomias und gleichzeitig Donald bei einem Geburtstag dabeihaben möchte. Donald gibt sich als bester Freund von Phantomias aus und versorgt ihn so scheinbar mit Informationen. Gleichzeitig ist Donald häufig Nutznießer von Phantomias’ „halblegalen“ Aktivitäten.
Phantomias’ Versteck befindet sich im Keller von Donalds Haus. Mit einem Schrankaufzug im Schlafzimmer gelangt man in das unterirdische Domizil und von dort auch über einen unterirdischen Gang zur Garage oder durch den Schornstein an die frische Luft.
Die Entstehungsgeschichte In den 1960er-Jahren beschwerten sich viele Kinder bei Mondadori, dem Herausgeber der italienischen Disney-Comics, dass Donald immer als Verlierer dasteht. Der Autor Guido Martina und der Zeichner Giovan Battista Carpi gaben Donald daraufhin eine Geheimidentität als Rächer. Der italienische Name Paperinik war eine Anspielung auf die populäre Comic-Serie Diabolik mit dem gleichnamigen Meisterverbrecher als Hauptfigur, während der deutsche Name Phantomias offensichtlich eine Anspielung auf Fantômas ist.
Zwischen dem 8. und 15. Juni 1969 erschien in Italien die erste Phantomias-Geschichte, Paperinik il diabolico vendicatore („Phantomias der teuflische Rächer“). In Deutschland wurde die Geschichte in Walt Disneys Lustigem Taschenbuch Band 41, Donald mal ganz anders, neuer Titel Jetzt kommt Phantomias, unter dem Titel Die Verwandlung und als Neuauflage des Comictitels veröffentlicht.
In der Geschichte bringt der ewige Verlierer Donald Duck durch einen Irrtum des Postboten die Villa Rosa an sich. Die Gemeinde Entenhausen hatte ein Gewinnspiel veranstaltet, bei der die Villa Rosa verlost wurde. Dort lebte der verarmte Edelmann Phantomias, auf Italienisch „Fantomius“, der die Reichen seiner Zeit bestahl, um sich an ihnen zu rächen. Das Erbe des „Ex-Phantomias“ kam zur Versteigerung, die eigentlich Gustav Gans gewonnen hatte. Donald entdeckt in der Villa das „geheime Tagebuch des Phantomias“ und beschließt, in dessen Fußstapfen zu treten. Daniel Düsentrieb rüstet dazu Donalds Auto, den 313, zu einem High-Tech-Fahrzeug à la Batmobil auf. Das Auto verfügt fortan über verschiedene Extras wie einen Schleudersitz und besitzt zwei Nummernschilder, 313 und X.