mini|hochkant=1.2|Luftbild des Stadtkerns von Bad Mergentheim Bad Mergentheim (, bis 1926 Mergentheim, mundartlich MärchedolBericht über die Märchedoler Mundartfreunde in den Fränkischen Nachrichten vom 9. Oktober 2008, S. 18 []) ist eine Stadt an der Tauber im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs, etwa 35 Kilometer südwestlich von Würzburg bzw. 56 Kilometer nordöstlich von Heilbronn. Vor der Bildung des Landes Baden-Württemberg war sie die nördlichste Stadt Württembergs. Heute ist sie mit Einwohnern () die bevölkerungsreichste Stadt des Main-Tauber-Kreises und ein Mittelzentrum im Regionalverband Heilbronn-Franken.https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/Administrativ/Archiv/GVAuszugJ/31122016_Auszug_GV.html
Mergentheim wurde im Jahr 1058 erstmals urkundlich als „Mergintaim“ erwähnt und war von 1525 bis 1809 Dienstsitz des Hoch- und Deutschmeisters des Deutschen Ordens. Seit 1926 trägt die Stadt die Bezeichnung Bad; seit dem 1. April 1975 ist sie Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Assamstadt und Igersheim ist die Stadt die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Bad Mergentheim eingegangen.
Geographie Geographische Lage Bad Mergentheim liegt in Tauberfranken, einem baden-württembergischen Teil Frankens in einer Talweitung der Tauber an der Einmündung der Wachbach. Die Kernstadt befindet sich direkt an der Tauber, während ein Großteil der Ortsteile in Seitentälern liegt.
Klima In Bad Mergentheim herrscht ein humides warmgemäßigtes Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,5 Grad Celsius. In der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger wird Bad Mergentheim als Cfb eingestuft. Das Klima in Bad Mergentheim ist kontinental beeinflusst. Es zeichnet sich durch vergleichsweise starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht aus. Die Topografie in Tauberfranken verursacht ein stark variierendes Klima auf kleinem Raum. Im Jahr fallen im Schnitt 652 Millimeter an Niederschlag. Der April ist mit 31 Millimetern Niederschlag der trockenste, der Juni mit 80 Millimetern Niederschlag der nasseste Monat. Begünstigt durch die Lage Bad Mergentheims im Taubertal und die niedrige Höhe über dem Meeresspiegel, ist Bad Mergentheim im Sommer einer der wärmsten Orte Deutschlands. Der Juli ist dabei mit 20,2 Grad Celsius der wärmste Monat des Jahres. Bad Mergentheim weist ein für Baden-Württemberg eher trockeneres Klima auf, da Bad Mergentheim nach Westen hin durch den Odenwald und nach Nordwesten durch den Spessart von feuchten Luftmassen abgeschirmt ist. In Bad Mergentheim-Neunkirchen wird eine Wetterstation betrieben.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden von Bad Mergentheim sind im Uhrzeigersinn im Main-Tauber-Kreis: Assamstadt, Boxberg, Lauda-Königshofen, Igersheim, Weikersheim und Niederstetten im Hohenlohekreis: Mulfingen und Dörzbach
Stadtgliederung mini|360px|alt=Grafik der Stadtteile von Bad Mergentheim|Stadtteile von Bad Mergentheim Zu Bad Mergentheim gehören neben der Kernstadt Bad Mergentheim seit der Gemeindereform in den 1970er Jahren noch 13 ehemals selbstständige Gemeinden und heutige Stadtteile (Einwohnerzahlen vom 31. März 2004):
Bad Mergentheim-Stadt (12.488 Einwohner; 16,512 km²) mit der Stadt Bad Mergentheim ()LEO-BW.de: Bad Mergentheim – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und den Wohnplätzen Drillberg ()LEO-BW.de: Drillberg – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und Willinger Tal ()LEO-BW.de: Willinger Tal – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. sowie der abgegangenen Ortschaft RietLEO-BW.de: Riet – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Althausen (596; 12,642 km²) mit dem Dorf Althausen (),LEO-BW.de: Althausen – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. dem Gehöft Üttingshof () sowie der abgegangenen Ortschaft Tainbach oder DeinbuchLEO-BW.de: Tainbach (Deinbuch) – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Apfelbach (351; 9,105 km²) mit dem Dorf Apfelbach ()LEO-BW.de: Apfelbach – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und dem Gehöft Staatsdomäne Apfelhof ()LEO-BW.de: Apfelhof – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. sowie der abgegangenen Ortschaft HofLEO-BW.de: Hof – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Dainbach (373, einziger badischer Stadtteil; 7,276 km²) mit dem Dorf Dainbach ()LEO-BW.de: Dainbach – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Edelfingen (1357; 7,480 km²) mit dem Dorf Edelfingen ()LEO-BW.de: Edelfingen – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Hachtel (357; 8,261 km²) mit dem Dorf Hachtel ()LEO-BW.de: Hachtel – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. sowie der abgegangenen Ortschaft IgelstrutLEO-BW.de: Igelstrut – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Herbsthausen (195) mit dem Dorf Herbsthausen ()LEO-BW.de: Herbsthausen – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Löffelstelzen (1000; 5,093 km²) mit dem Dorf Löffelstelzen ()LEO-BW.de: Löffelstelzen – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. sowie den abgegangenen Ortschaften KettenburgLEO-BW.de: Kettenburg – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und LaubertsbronnLEO-BW.de: Laubertsbronn – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Markelsheim (1986; 15,118 km²) mit dem Dorf Markelsheim (),LEO-BW.de: Markelsheim – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. dem Wohnplatz Schneidmühle ()LEO-BW.de: Schneidmühle – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. sowie der abgegangenen Ortschaft AsbachLEO-BW.de: Asbach – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Neunkirchen (850; 2,557 km²) mit dem Dorf Neunkirchen ()LEO-BW.de: Neunkirchen – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Rengershausen (484; 10,669 km²) mit dem Dorf Rengershausen ()LEO-BW.de: Rengershausen – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. sowie der abgegangenen Ortschaft BucheleLEO-BW.de: Buchele – Wüstung. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Rot (263; 8,183 km²) mit dem Dorf Rot ()LEO-BW.de: Rot – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und den Ortsteilen Dörtel ()LEO-BW.de: Dörtel – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und Schönbühl ()LEO-BW.de: Schönbühl – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Stuppach (683; 15,301 km²) mit dem Dorf Stuppach ()LEO-BW.de: Stuppach – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und den Ortsteilen Lillstadt ()LEO-BW.de: Lillstadt – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und Lustbronn ()LEO-BW.de: Lustbronn – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. Wachbach (1304; 8,188 km²) mit dem Dorf Wachbach ()LEO-BW.de: Wachbach – Altgemeinde~Teilort. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018. und dem Wohnplatz Schafhof ()LEO-BW.de: Schafhof – Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 4. August 2018.
Mit Ausnahme von Bad Mergentheim-Stadt bilden die Stadtteile mit zugehörigen Ortsteilen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung; in den Ortschaften Rot und Stuppach wird die Unechte Teilortswahl entsprechend angewendet. Die Stadtteile und Ortsteile bilden jeweils Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.
Raumplanung Bad Mergentheim bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Heilbronn-Franken, in der Heilbronn als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Bad Mergentheim gehören noch die Gemeinden im Süden des Main-Tauber-Kreises Ahorn, Assamstadt, Boxberg, Creglingen, Igersheim, Niederstetten und Weikersheim.
Schutzgebiete In Bad Mergentheim gibt es drei Landschafts- und vier Naturschutzgebiete:Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007 Landschaftsschutzgebiet Igersheim: 497,4 ha; Gemarkungen Bad Mergentheim und Igersheim; seit 1979. Landschaftsschutzgebiet Bad Mergentheim: 4.044,0 ha; Gemarkung Bad Mergentheim; seit 2005. Landschaftsschutzgebiet Weikersheim: 2.718,0 ha; Gemarkungen Bad Mergentheim, Creglingen, Niederstetten und Weikersheim; seit 1993. Naturschutzgebiet Birkenberg: 26,0 ha; Stadt Bad Mergentheim, Gemarkungen Mergentheim und Edelfingen Naturschutzgebiet Kleines Knöckle: 6,1 ha; Stadt Bad Mergentheim, Gemarkung Althausen Naturschutzgebiet Neuhaus: 79,4 ha; Gemarkungen Mergentheim und Igersheim Naturschutzgebiet Ringelstaler-Weinhalde: 90 ha; Stadt Bad Mergentheim, Gemarkung Edelfingen und Stadt Lauda-Königshofen, Gemarkung Unterbalbach
Daneben gibt es auf dem Gebiet der Stadt Bad Mergentheim insgesamt 59 als Naturdenkmal geschützte Objekte.
Die folgenden FFH-Gebiete liegen teilweise auf der Gemarkung von Bad Mergentheim: Jagsttal Dörzbach-Krautheim, Taubergrund Weikersheim-Niederstetten und Westlicher Taubergrund.
Das mit Rechtsverordnung vom 7. November 1994 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Bad Mergentheim I mit der WSG-Nr. 128129 umfasst eine geschützte Fläche von 4.070,64 Hektar. Es ist damit eines der größten Wasserschutzgebiete im Main-Tauber-Kreis. Daneben gibt es noch neun weitere Wasserschutzgebiete im Gebiet der Stadt Bad Mergentheim.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Bad Mergentheim.
Geschichte mini|Torhaus des Deutschordensschlosses
Mittelalter Mergentheim wurde erstmals am 12. Juni 1058 urkundlich erwähnt als „Mergintaim“ (comitatus Mergintaim in pago Tubergewe, Grafschaft Mergentheim im Taubergau). Während der Zeit der Stammesherzogtümer gehörte die Stadt zum Herzogtum Franken. 1219 schenkten die Brüder Andreas, Friedrich und Heinrich von Hohenlohe dem Deutschen Orden Besitz und Rechte in Mergentheim, damit wurde es Kommende des Deutschen Ordens und der Grundstein für die Stadtwerdung und für die Deutschordensresidenz war somit gelegt. 1280 wurden der Siedlung die Zollrechte von Herzog Johann von Lothringen zuerkannt. Am 2. Juli 1340 wurde Mergentheim auf Bitten des Deutschmeisters Wolfgang von Nellenburg durch Kaiser Ludwig den Bayern zur Stadt erhoben.
Neuzeit Von 1526 bis 1809 war Mergentheim Hauptsitz des Deutschen Ordens (Sitz des Hochmeisters) und gehörte zur Deutschordensballei Franken. Dessen Kammergut war das Meistertum Mergentheim.
Aus den Hexenverfolgungen in Mergentheim von 1539 bis 1665 sind bisher 74 Opfer namentlich bekannt. 69 Menschen überlebten die Hexenprozesse nicht. Am 11. September 1629 wurde Magdalena Nachtrab, Frau des Bürgermeisters und Apothekers Paul Nachtrab, verhaftet und am 22. September hingerichtet. Die Konfiskationssumme betrug 1800 Gulden. Aus den Hexenverfolgungen in Markelsheim von 1617 bis 1638 sind bisher 91 Opfer namentlich bekannt. 81 überlebten die Hexenprozesse nicht.Karin Wohlschlegel: Hexenverfolgung in Mergentheim, Auswertung der Verhörprotokolle aus den Jahren 1628–1631, Magisterarbeit, Stuttgart 1989 S. A-4 – A-49. Harald Siebenmorgen, Hexen und Hexenverfolgung im deutschen Südwesten, Band I und II, Ostfildern 1994, S. 138ff. sowie 337ff. Elmar Weiß: Die Hexenprozesse in der Zent Grünsfeld, in Wertheimer Jahrbuch, hrsg. vom Historischen Verein Wertheim, 1979, S. 33–80