miniatur|Porträtfotografie um 1900 miniatur|Grimm-Skulptur an der Promenade (auf Höhe der Bushaltestelle Kreuzschanze) in Münster. Julius Otto Grimm (* in Pernau, Gouvernement Livland; † 7. Dezember 1903 in Münster) war ein deutscher Komponist und Dirigent, der lange im westfälischen Münster wirkte.

Leben und Wirken Nach dem Studium in Philologie und Philosophie an der Kaiserlichen Universität Dorpat, das er 1848 mit dem Examen abschloss, begann er seine berufliche Laufbahn als Hauslehrer in Sankt Petersburg. Zeitgleich komponierte er erste Werke. Es folgte ein weiteres Studium in Dresden in den Jahren 1851/52. Im Jahre 1853 lernte er in Leipzig den zwanzigjährigen Johannes Brahms kennen; damit begann eine lebenslange Freundschaft. Im Jahre 1855 nahm er eine Stelle als Musiklehrer und Chordirigent in Göttingen, 1860 die Stelle des Dirigenten des Musikvereins Münster an. Ab dem Jahre 1878 war Grimm als Lektor für Musiktheorie und Gesang in Münster tätig und leitete zudem mehrere Musikvereine. Während seiner 40-jährigen Tätigkeit in Münster erhielt er zahlreiche Ehrungen und Ernennungen.

Werke Orchestermusik Orchestersuite Nr. 1 in Kanon-Form op. 10 Orchestersuite Nr. 2 in Kanon-Form op. 16 Zwei Märsche op. 17 Symphonie d-Moll op. 19 Orchestersuite Nr. 3 op. 25

Kammermusik Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 14

Klaviermusik Fünf Klavierstücke op. 2 Drei Elegien op. 6 Zwei Scherzi für Klavier zu 4 Händen Vier Klavierstücke „in freier canonischer Weise“

Chormusik „An die Musik“ für Soli, Chor und Orchester op. 12 „Kaiserhymne“ für Männerchor und Orchester op. 21 „Abendfeier“ „Frühlingslied“

Lieder Sechs Lieder op. 1 Sechs Lieder op. 3 Sechs Lieder op. 11 Sechs Lieder op. 15 „Deutsche Volkslieder“

Literatur

Monika Werra: Zeitgenössische Musik in Münster – Die Brahms-Rezeption 1862 bis 1876 im münsterischen Musikleben; in: Franz-Josef Jakobi, Stadtgesellschaft im Wandel. Untersuchungen zur Sozialgeschichte Münsters im 19. und 20. Jahrhundert, Münster 1995, S. 357–394 Album academicum der Kaiserlichen Universität Dorpat, Dorpat 1889, S. 338 (Digitalisat) Helmut Scheunchen: Lexikon deutschbaltischer Musik. Wedemark-Elze 2002. S. 89 ff. Richard Barth (Hrsg.): Johannes Brahms im Briefwechsel mit Julius Otto Grimm. Berlin 1912. Anna Maria Plischka und Peter Schmitz (Hrsg.): Julius Otto Grimm – ein Komponist und Dirigent des Brahms-Kreises. Waxmann Verlag, Münster und New York 2024, ISBN 9783830947592.

Weblinks

Online-Ausstellung zu Julius Otto Grimm in Münster

Findbuch zum Nachlass Julius Otto Grimm im Stadtarchiv Münster

Artikel zu Grimm im Münster-Wiki Verlagsanzeige mit Hörbeispielen und Partiturauszügen von Grimms Symphonie d-Moll Sammlung Julius Otto Grimm in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster Autographen in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek

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