Mozilla Firefox (amerikanisch-englische Aussprache []), kurz Firefox genannt, ist ein freier Webbrowser des Mozilla-Projektes. Er wurde im September 2002 veröffentlicht. Im Browser-Check 2021 der deutschen Zeitschrift c’t erhielt der Browser eine „gute“ Bewertung beim Schutz der Privatsphäre.
Geschichte Das Mozilla-Projekt Firefox, damals noch unter dem Namen Phoenix, wurde von Dave Hyatt und Blake Ross als experimentelle Abzweigung aus dem Programmpaket Mozilla Application Suite initiiert, das auf dem Quellcode des Netscape Communicators basiert. Die erste lauffähige Version des Webbrowsers Phoenix 0.1 wurde am 23. September 2002 veröffentlicht.
Im Jahr 2003 entschieden sich die Entwickler der Mozilla Application Suite zu einer strategischen Kehrtwende.Brendan Eich, David Hyatt: Mozilla Development Roadmap, 9. November 2014 (englisch). Das lag unter anderem an der Entscheidung von Apple, den eigenen Webbrowser Safari auf dem KHTML-Renderer und nicht auf dem Gecko-Renderer, der von Mozilla entwickelt wird, aufzubauen.
Während die Mozilla-Entwickler zuvor für einen geringeren Speicherbedarf möglichst alle wichtigen Internetfunktionen wie Webbrowser, E-Mail-Programm, Adressbuch und HTML-Editor in einer Mozilla Application Suite zusammenfassten, strebten sie nun die Veröffentlichung einzelner, voneinander unabhängiger Komponenten an. Die Entwicklung wurde in einzelnen Komponenten vorangetrieben. Ein geringerer Speicher- und Rechenzeitbedarf ermöglichte einen schnelleren Programmstart.
Größere Umgestaltungen der Bedienoberfläche erfolgten bei Versionen 4.0 im März 2011, 29.0 „Australis“ im April 2014, 57.0 „Quantum“ im November 2017, und 89 „Proton“ im Juni 2021.
Die Webbrowser-Funktion übernahm Firefox. Die E-Mail-Funktion wurde unter dem Namen Thunderbird ausgelagert. Der Kalender wurde unter dem Namen Sunbird entwickelt, welcher jedoch 2010 zugunsten der Thunderbird-Erweiterung Lightning eingestellt wurde. Der HTML-Editor wurde bis 2006 als Nvu, bis 2010 als KompoZer weiterentwickelt. Die offizielle Mozilla Application Suite 1.7 erhielt nur noch Sicherheitsaktualisierungen. Seit Mitte 2005 arbeitet eine unabhängige Programmierergruppe an der Weiterentwicklung der Application Suite unter dem Namen SeaMonkey.
Mit XULRunner existiert eine Plattform, die die von Firefox, Thunderbird und anderen Programmen gemeinsam genutzten Funktionen enthält und damit den benötigten Speicherplatz und die Größe der Installationspakete verringern soll. Dieses Ziel wird für die offiziellen Release-Versionen nicht weiterverfolgt, stattdessen installiert sich ab Firefox 3 jede Anwendung eine eigene, private XULRunner-Umgebung.
Mit der im November 2017 im Rahmen von Firefox 57 erneuerten Browser-Engine Quantum und der neuen Benutzeroberfläche Photon verbesserten sich Geschwindigkeit und Speicherverbrauch deutlich. Add-ons auf Basis von XUL/XPCOM wurden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr unterstützt.
Am 3. Mai 2019 verursachte ein überfälliges Zertifikat auf Mozilla-Servern zeitweise eine Sperre aller Erweiterungen.
Am 29. September 2026 wurde mit der Version 157 die größte optische Überarbeitung des Browser-Designs seit Jahren veröffentlicht. Das neue Design modernisiert Symbolleisten, Seitenleiste, Menüs und Funktionen. Es enthält zudem neue Themes mit hellen und dunklen Varianten sowie einen platzsparenden Kompaktmodus, bei dem alle Elemente der Bedienoberfläche mit weniger Weißraum dargestellt werden, so dass der im Fenster dargestellte Inhalt der Website insbesondere auf kleinen Monitoren etwas mehr Platz im Verhältnis zu den Bedienelementen erhält. Das Design wurde zuvor unter dem Codenamen Nova entwickelt.
Markenzeichen und Logo
Der Name „Mozilla Firefox“ ist eine eingetragene Marke von Mozilla und darf zusammen mit dem offiziellen Firefox-Logo nur unter bestimmten Bedingungen verwendet werden. Die unveränderten offiziellen Binärdateien dürfen von jedem unter Verwendung des Firefox-Namens und -Brandings weitergegeben werden, jedoch gelten Einschränkungen für Distributionen, die den zugrunde liegenden Quellcode modifizieren.
Mozilla hat die Firefox-Logo-Dateien unter Open-Source-Lizenzen gestellt, die Markenrichtlinien verbieten jedoch die Verwendung veränderter oder ähnlicher Logos "Don't Create new elements that look enough like the Firefox logo so as to cause confusion." in Kontexten, in denen das Markenrecht gilt.
mini|hochkant|Logo von Iceweasel Die Verwendung der Marke „Firefox“ durch Open-Source-Distributionen führte zu Kontroversen. Mozilla-Foundation-Vorsitzende Mitchell Baker erklärte 2007, dass Distributionen die Firefox-Marke frei nutzen dürften, sofern sie den Quellcode nicht modifizierten. Um Distributionen des Codes ohne offizielles Branding zu ermöglichen, enthält das Firefox-Build-System einen „Branding-Schalter“, der die Kompilierung ohne offizielles Logo und Namen erlaubt.
Modifizierte Versionen unter dem Namen „Firefox“ erforderten Mozillas ausdrückliche Genehmigung und die Verwendung aller offiziellen Branding-Elemente. Als das Debian-Projekt 2006 beschloss, das offizielle Firefox-Logo nicht mehr zu verwenden, forderte Mozilla es auf, entweder die Markenrichtlinien einzuhalten oder den Namen „Firefox“ nicht mehr zu verwenden. Debian benannte seine modifizierte Version in „Iceweasel“ um, kehrte aber 2016 nach Beilegung der Streitigkeiten wieder zu Firefox zurück. GNU IceCat ist eine weitere abgeleitete Version von Firefox, die vom GNU-Projekt verteilt wird.
Name mini|Phoenix-Logo (2002) mini|Firebird-Logo (2003) mini|Der Rotfuchs – die Inspiration für das Firefox-Logo
Ursprünglich wurde Mozilla Firefox unter dem Namen Phoenix entwickelt, musste jedoch aufgrund einer Klage des US-amerikanischen BIOS-Herstellers Phoenix Technologies umbenannt werden. Zunächst erhielt der Browser den Namen Mozilla Firebird, schließlich – aufgrund der Namensgleichheit mit der Open-Source-Datenbank Firebird – mit Version 0.8 (9. Februar 2004) den Namen Mozilla Firefox.
Firefox ist die wörtliche englische Übersetzung der chinesischen Bezeichnung und bezeichnet sowohl den Rotfuchs (red fox) als auch den Kleinen Panda (red panda). Mozilla feierte die Roten Pandas anlässlich des 20-jährigen Jubiläums. Zunächst wurde der Name gewählt, ohne sich auf eine der beiden Tierarten festzulegen. Der Kleine Panda hatte jedoch in den Augen des Designers Jon Hicks keinen besonderen optischen Reiz und vermittelte „nicht wirklich die richtigen Assoziationen“, daher ließ er sich bei der Gestaltung des Logos von einer japanischen, mit „Firefox“ untertitelten Rotfuchszeichnung inspirieren.
Bis Version 1.5 wurde Fx bzw. fx als die bevorzugte Abkürzung für den Browser in den Release-Notes genannt, in späteren Release-Notes wurde dieser Hinweis weggelassen. Darüber hinaus wird jedoch auch die inoffizielle Abkürzung FF genutzt.≈10,1 Mio. Treffer für „ff firefox“ und ≈1,6 Mio. Treffer für „fx firefox“; Stand: 9. November 2014.
Branding und visuelle Identität
Das Firefox-Icon ist eine Marke zur Kennzeichnung der offiziellen Mozilla-Versionen von Firefox. Software-Distributoren, die modifizierte Versionen verteilen, verwenden daher nicht das Icon.
Frühe Firebird- und Phoenix-Versionen galten als visuell angemessen, fielen aber im Vergleich zu professioneller Software ab. Im Oktober 2003 verfasste Interface-Designer Steven Garrity einen Artikel über die Schwächen von Mozillas visueller Identität. Daraufhin lud die Mozilla Foundation Garrity ein, das neue Visual-Identity-Team zu leiten. Mit Firefox 0.8 im Februar 2004 wurden neue Branding-Bemühungen eingeführt, darunter Icon-Designs von silverorange. Die finalen Darstellungen stammen von Jon Hicks, der an Camino gearbeitet hatte. Das Logo wurde später überarbeitet und Fehler behoben, die bei Vergrößerung sichtbar wurden.
Im Juni 2019 stellte Mozilla ein überarbeitetes Firefox-Logo vor, das offiziell mit Version 70 eingeführt wurde. Das neue Logo ist Teil einer Markenstrategie rund um Firefox und seine ergänzenden Apps und Dienste, die nun als Suite unter der Firefox-Marke vermarktet werden.
Funktionen und Eigenschaften Ebenso wie die Mozilla Application Suite verwendet Firefox den Gecko-Renderer, ein programmübergreifendes Modul zur Darstellung von HTML-Seiten, und die XML-basierte Beschreibungssprache XUL zur Gestaltung der grafischen Benutzeroberfläche. Möglicherweise wird Firefox in Zukunft nicht mehr XUL verwenden.
Firefox kann durch Motive (), die die komplette Benutzerschnittstelle verändern können, und durch Personas, die zwar gegenüber den Motiven in ihrem Funktionsumfang beschränkt, aber besonders leicht zu installieren und verwenden sind, optisch an den Geschmack des Anwenders angepasst werden. Mit Erweiterungen (englisch „Add-ons“) können zudem zahlreiche Funktionen, wie z. B. Mausgesten, Werbeblocker und Webentwickler-Werkzeuge, hinzugefügt werden.
Ab Version 0.9 enthält Firefox ein neues Standardmotiv namens „Winstripe“, das „Qute“ als Standardmotiv ersetzt, um so allen Versionen von Firefox ein einheitliches, allenfalls an die Gegebenheiten der jeweiligen Plattform angepasstes Erscheinungsbild zu verleihen. „Winstripe“ basiert auf dem ab Version 0.8 unter Mac OS X eingesetzten „Pinstripe“-Motiv, das von Kevin Gerich und Stephen Horlander im Hinblick auf Apples Vorgaben zur Benutzerschnittstelle Apple Human Interface Guidelines entwickelt wurde.
Firefox unterstützt Tabbed Browsing, worunter die Darstellung mehrerer, jeweils mit Tabs versehener Webseiten innerhalb eines einzelnen Anwendungsfensters verstanden wird. Ab der Version 4.0 war es möglich, über die Funktion Panorama Tabs zu gruppieren und diese Gruppen visuell darzustellen. Mit Version 45 wurde dieses Feature aufgrund geringer Nutzung wieder entfernt.
Ursprünglich wurden RSS-Web-Feeds in Form dynamischer Lesezeichen unterstützt. Dieses Feature wurde in der Version 64.0 aus verschiedenen Gründen entfernt. Mit Hilfe von Add-ons lassen sich diese weiterhin anzeigen und abonnieren.
Firefox wird gegenwärtig in 86 Sprachen angeboten, darunter auch Deutsch. Das Programm ist freie Software und wird unter der Mozilla Public License (MPL) 2 veröffentlicht. Ab Version 3 wurde bei der Installation des Browsers der Benutzer aufgefordert, einer Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) zuzustimmen. Nach massiver Kritik an diesem Vorgehen, insbesondere aus dem Linux-Lager, wurde die EULA durch eine „Lernen Sie Ihre Rechte kennen“-Informationsleiste ersetzt, die bei der ersten Installation eingeblendet wird. Diese kann auch über die Adresszeile durch Eingabe von about:rights aufgerufen werden.
Um Suchvorgänge vereinfacht über die Adressleiste abzuwickeln, können Schlüsselwörter (Shortcuts) für das Suchen definiert werden. Die Schlüsselwortsuche ist eine leichte Abwandlung der Möglichkeit, Lesezeichen Shortcuts/Schlüsselwörter zuzuweisen.Using keyword searches: Firefox mozillazine.org. Anleitung zum Erstellen von Schlüsselwortsuchen (englisch).
Zum Organisieren und Finden von Lesezeichen kann man ihnen mehrere Schlagwörter zuweisen.
In Firefox ist ein Easter Egg eingebaut. Wenn in die Adressleiste about:mozilla eingegeben wird, erscheint Das Buch Mozilla.
Sicherheit und Datenschutz mini|Warnmeldung über eine „als attackierend gemeldete Website“ im Firefox 15 mini|Warnmeldung wegen Zertifikatsfehler aus Firefox 10.0.2