zentriert|160px|Patrice Émery Lumumba Patrice Lumumba wird erster Ministerpräsident des unabhängigen Kongo, und innerhalb von drei Monaten bei einem Staatsstreich gestürzt zentriert|160px|Cassius Clay (Muhammad Ali) Cassius Clay (später Muhammad Ali) holt Gold bei den Olympischen Spielen in Rom und wird Profiboxer zentriert|250px|Besichtigung der Wrackteile der U-2 Francis Gary Powers wird mit einer U-2 über dem Ural abgeschossen und in der Sowjetunion wegen Spionage verurteilt.

Das Jahr 1960 wird auch als Afrikanisches Jahr bezeichnet, weil gleich 18 afrikanische Kolonien die Unabhängigkeit von ihren Kolonialmächten erlangten: Kamerun, Togo, Madagaskar, die Republik Kongo, Benin, Niger, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Tschad, die Zentralafrikanische Republik, Gabun, Senegal, Mali, Nigeria, Mauretanien sowie Britisch-Somaliland und Italienisch-Somaliland, die sich zum heutigen Somalia vereinigten.

In den USA beginnt mit der Wahl von John F. Kennedy zum Präsidenten eine neue Ära.

Ereignisse Jahreswidmungen Afrikanisches Jahr

Politik Januar 1. Januar: Max Petitpierre wird zum dritten Mal Bundespräsident der Schweiz 1. Januar: Das Atomgesetz zur friedlichen Kernenergieverwendung tritt in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft 1. Januar: Währungsreform in Frankreich: 1 Franc hat den Wert von 100 alten Franc 1. Januar: Ostkamerun (Kamerun) erhält die Unabhängigkeit von Frankreich 12. Januar: Die Tätigkeit der Parteien in Indonesien werden drastisch eingeschränkt 20. Januar: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Honduras und der Bundesrepublik Deutschland 24. Januar–1. Februar: Algerienkrieg: Sogenannte „Barrikadenwoche“ in Algier. Überzeugt, von De Gaulle verraten worden zu sein und im festen Glauben an die Unterstützung des populären, von De Gaulle aus Algier abberufenen General Massu beginnen rechtsgerichtete Franzosen angeführt von Pierre Lagaillarde und Jean-Jacques Susini mit der Vorbereitung eines Aufstandes in Algier. Die französische Armee verhängt daraufhin über die Stadt den Belagerungszustand. In Frankreich kommt es zu zahlreichen Hausdurchsuchungen, darunter gegen Jean-Marie Le Pen. 27. Januar–1. Februar: Besuch des britischen Premierministers Harold Macmillan in Südafrika; er warnt vor der Fortsetzung der bisherigen Rassentrennungspolitik; dies wird als Einmischung in die inneren Angelegenheiten Südafrikas zurückgewiesen 29. Januar: In einer Fernsehansprache ruft der französische Staatspräsident Charles de Gaulle die Armee zur Loyalität auf, worauf der Aufstandsversuch in Algier in sich zusammenbricht und dessen Anführer die Organisation de l’armée secrète (OAS) gründen.

Februar 1. Februar: In Greensboro (North Carolina) veranstalten afroamerikanische Studenten das weltweit erste Sit-in. Mit dem Sitzstreik protestieren sie gegen das Reservieren eines Restaurants ausschließlich für Weiße. 2. Februar: Guinea wird Mitglied in der UNESCO 13. Februar: Algerien „Gerboise bleue“ („blaue Wüstenspringmaus“) In der algerischen Sahara zündete Frankreich zum ersten Mal eine Atombombe siehe Französische Kernwaffentests in Algerien.

März 4. März: Im Hafen von Havanna ereignen sich auf dem Frachtschiff La Coubre, das Kuba belgische Waffen anliefert, Explosionen, deren Ursache nicht geklärt werden kann. Zwischen 70 und 100 Menschen sterben, etwa 200 Verletzte sind zu versorgen. 6. März: Im Kanton Genf (Schweiz) erhalten nach einer Volksabstimmung die Frauen das Stimmrecht 17. März–26. April: Tagung der UNO-Seerechtskonferenz in Genf mit 88 Ländern 21. März: Im südafrikanischen Township Sharpeville werden 69 Schwarze bei einer Demonstration erschossen (Sharpeville-Massaker) 30. März: Die Regierung von Südafrika verbietet den Afrikanischen Nationalkongress sowie die Panafrikanische Bewegung zunächst für ein Jahr

April 1. April: Der UNO-Sicherheitsrat fordert Südafrika auf, die Rassentrennung zu beenden. 2. April: Unterzeichnung des Vertrags über die Unabhängigkeit Madagaskars (Madagassische Republik). In Kraft am 26. Juni 8. April: Unterzeichnung des deutsch-niederländischen Ausgleichsvertrags über den endgültigen Grenzverlauf nach dem Zweiten Weltkrieg; die von den Alliierten 1949 unter niederländische Verwaltung gestellten Gebiete Elten und Selfkant fallen an Deutschland zurück. 21. April: Brasília wird fertiggestellt und löst damit Rio de Janeiro als Hauptstadt von Brasilien ab. 23. April: Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Premierminister Michel Debré eröffnen die bislang einzige Deutsch-Französische Gartenschau in Saarbrücken. Das Gelände entwickelt sich in der Folge als Deutsch-Französischer Garten zu einem gut besuchten Naherholungsort. 27. April: Der südkoreanische Staatspräsident Rhee Syng-man tritt nach Vorwürfen des Wahlbetrugs auf Druck der USA zurück. 27. April: Togo wird von Frankreich unabhängig.

Mai 1. Mai: Abschuss eines US-Aufklärungsflugzeugs vom Typ U-2 über Swerdlowsk durch sowjetische Streitkräfte. Bekanntgegeben am 5. Mai. Der US-Pilot Francis Gary Powers überlebt; er wird am 10. Februar 1962 gegen den Spion Rudolf Abel ausgetauscht 1. Mai: Mit dem Bombay Reorganisation Act wird der indische Bundesstaat Bombay in die beiden Nachfolgestaaten Maharashtra und Gujarat aufgeteilt. 3. Mai: Das Übereinkommen zur Errichtung der EFTA tritt in Kraft 5. Mai: Ahmadou Ahidjo wird erster Präsident der Republik Kamerun 7. Mai: Der Oberste Sowjet wählt Leonid Breschnew zum neuen Vorsitzenden seines Präsidiums, nachdem Kliment Woroschilow zurückgetreten war 11. Mai: Der israelische Geheimdienst Mossad ergreift Adolf Eichmann in Buenos Aires 27. Mai: Das türkische Militär putscht unter Führung von General Cemal Gürsel gegen die Regierung von Adnan Menderes, der hingerichtet wird. Eine neue Verfassung, die liberaler ist als die vorherige, wird verabschiedet, garantiert aber keine erweiterten Rechte für Kurden. Der kurdische Separatismus (türkisch: „Kürtcülük“) wird zum Staatsverbrechen erklärt Mai: Ein von Argentinien aus unternommener Putschversuch gegen das Regime von General Alfredo Stroessner in Paraguay scheitert nach kurzer Zeit

Juni 5. Juni: In einer Volksabstimmung in Kambodscha stimmen mehr als 99 % (1,3 Mio.) für den Prinzen Norodom Sihanouk; er verfolgt eine neutralistische Politik 15. Juni: In der japanischen Hauptstadt Tokio kommt auf dem Höhepunkt der Studentenproteste gegen die Neuauflage des Bündnisses mit den USA eine Studentin bei Zusammenstößen mit der Polizei ums Leben, über 500 werden verletzt. Der Vertrag wird vier Tage später automatisch ratifiziert. 17. Juni: Der US-Kongress schlägt einen Verfassungszusatz vor, der den Bewohnern des District of Columbia erlaubt, an der Wahl zum Präsidenten und Vizepräsidenten teilzunehmen. Dieser wird am 29. März 1961 als 23. Zusatzartikel ratifiziert. 18. Juni: Unabhängigkeit der Republik Senegal 23. Juni: Der Sicherheitsrat der UN fordert Israel auf, eine angemessene Wiedergutmachung gegenüber Argentinien vorzunehmen, nachdem es in der Eichmann-Entführung dessen Souveränität verletzt hatte. Die Entschließung macht klar, dass sie nicht als Entschuldigung der Verbrechen Eichmanns angesehen werden darf 26. Juni: Madagaskar wird von Frankreich unabhängig 26. Juni: Unabhängigkeit von Somaliland (vormals British Somaliland) 30. Juni: Die Republik Kongo erhält die Unabhängigkeit von Belgien

Juli 1. Juli: Unabhängigkeit von Italienisch-Somaliland (südliches Somalia) 1. Juli: Vereinigung von Somaliland und Italienisch-Somaliland zu Somalia 11. Juli: Im eben erst in die Unabhängigkeit entlassenen Kongo ruft Moïse Tschombé, der Präsident der Provinz, den Autonomen Staat Katanga aus. Die völkerrechtliche Anerkennung dieser Sezession bleibt aus. 14. Juli: Der Konvent der Demokratischen Partei der USA wählt Senator John F. Kennedy zum Präsidentschaftskandidaten für die im November stattfindenden Wahlen; als Kandidat für den Vizepräsidenten wird Lyndon B. Johnson aufgestellt 15. Juli: Hồ Chí Minh wird als Präsident von Nordvietnam wiedergewählt 20. Juli: In Ceylon gewinnt die Sri Lanka Freedom Party (SLFP) unter Sirimavo Bandaranaike die Parlamentswahlen; weltweit wird damit erstmals eine Frau gewählte Regierungschefin eines Landes. 28. Juli: Der Parteitag der Republikaner wählt Richard Nixon zum Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahlen, als Kandidat für den Vizepräsidenten wird UNO-Botschafter Henry Cabot Lodge aufgestellt.

August 1. August: Wegen Streitigkeiten um Niederländisch-Neuguinea dürfen niederländische Schiffe keine Häfen in Indonesien mehr anlaufen. 1. August: Dahomey (ab 1975 Benin) wird von Frankreich unabhängig. 3. August: Die Republik Niger wird von Frankreich unabhängig. 5. August: Obervolta (ab 1984 Burkina Faso) wird von Frankreich unabhängig. 7. August: Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) wird von Frankreich unabhängig. 9. August: Das erste Jugendarbeitsschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird veröffentlicht. Unter anderem dürfen danach Jugendliche unter 16 Jahren maximal 40 Stunden pro Woche beschäftigt werden, Akkord- und Fließbandarbeit sind Jugendlichen unter 18 Jahren verwehrt. 11. August: Die Republik Tschad wird von Frankreich unabhängig. 13. August: Die Zentralafrikanische Republik wird von Frankreich unabhängig. 15. August: Die Republik Kongo erlangt ihre Unabhängigkeit von Frankreich. 16. August: Zypern erlangt seine Unabhängigkeit von Großbritannien. 17. August: Die Republik Gabun erhält ihre Unabhängigkeit von Frankreich. 20. August: Senegal wird als Republik von Frankreich unabhängig. 30. August: Die Regierung der DDR verbietet Bürgern der Bundesrepublik Deutschland die Einreise für die Dauer von fünf Tagen; es finden verschärfte Kontrollen an den innerdeutschen Grenzen statt.

September 5. September: Staatskrise in der Demokratischen Republik Kongo: Präsident Joseph Kasavubu und Premier Patrice Lumumba erklären sich gegenseitig für abgesetzt. 5. September: Im Senegal wird Léopold Sédar Senghor zum ersten Präsidenten des zuvor unabhängig gewordenen Staates gewählt. 8. September: Staatsstreich in Laos, neuer Führer des Landes wird Suvanna Phūmā 9. September: Bürger der Bundesrepublik Deutschland dürfen ab sofort nicht mehr ohne besondere Aufenthaltsgenehmigung nach Ost-Berlin einreisen. Im Gegenzug erhalten Einwohner der DDR kein Visum mehr für Reisen außerhalb der Ostblock-Länder 14. September: Gründung der OPEC in Bagdad. Die Gründungsmitglieder sind Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela 14. September: Portugal wird Mitglied der OEEC (Vorläufer der OECD) 20. September: Die Zentralafrikanische Republik, Zypern, Somalia, Niger, Madagaskar, Kamerun, die Republik Kongo, Gabun, Obervolta, Côte d’Ivoire, Zaire und Dahomey werden Mitglied der Vereinten Nationen 22. September: Mali wird unabhängige Republik (vorher Föderation mit Senegal) 28. September: Die Republiken Senegal und Mali werden Mitglied bei den Vereinten Nationen

Oktober 1. Oktober: Nigeria wird von Großbritannien unabhängig 1. Oktober: Die Malischen Streitkräfte werden gegründet. 5. Oktober: Referendum 1960 in der Südafrikanischen Union zur Bildung einer Republik 7. Oktober: Nigeria wird Mitglied bei den Vereinten Nationen 11. Oktober: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kolumbien. In Kraft seit dem 18. November 1965 13. Oktober: Vor der UNO-Vollversammlung trommelt UdSSR-Chef Nikita Chruschtschow mehrmals mit seinem Schuh auf das Pult, um Ruhe im Plenarsaal zu bewirken 18. Oktober: Dahomey (Benin) wird Mitglied in der UNESCO 27. Oktober: Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) wird Mitglied in der UNESCO 28. Oktober: In Bonn wird der Bundestagsabgeordnete Alfred Frenzel (SPD) der Spionage für die Tschechoslowakei verdächtigt und verhaftet.

November mini|hochkant|John F. Kennedy

7. November: Mali wird Mitglied in der UNESCO