zentriert|350px|Die Nationalversammlung in der Paulskirche Die Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt am Main. zentriert|181px|Titelblatt der ursprünglichen Veröffentlichung des Manifests der Kommunistischen Partei Karl Marx und Friedrich Engels verfassen das Kommunistische Manifest. zentriert|159px|Der Vertrag in Englisch (links) und Spanisch Der Vertrag von Guadalupe Hidalgo regelt die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg neu. 1848 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1296/97 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1840/41 (Jahreswechsel 10./11. September) Baha'i-Kalender 04/05 (Jahreswechsel 20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1253/54 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2391/92 (südlicher Buddhismus); 2390/91 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 75. (76.) Zyklus Jahr des Erde-Affen 戊申 (am Beginn des Jahres Feuer-Schaf 丁未) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1210/11 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4181/82 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1226/27 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1264/65 (26./27. November) Jüdischer Kalender 5608/09 (27./28. September) Koptischer Kalender 1564/65 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1023/24 Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1263/64 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2158/59 (Jahreswechsel April) Syrien: 2159/60 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1904/05 (Jahreswechsel April)

1848 ist europaweit ein Jahr der bürgerlich-revolutionären Erhebungen gegen die zu dieser Zeit herrschenden Mächte der Restauration und deren politische und soziale Strukturen. Angefacht von der französischen Februarrevolution, greift die revolutionäre Stimmung auf die Staaten des Deutschen Bundes, das Reich der Habsburger, Italien und sogar Brasilien über.

Gleichzeitig gewinnen die USA durch den Sieg im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg und den Vertrag von Guadalupe Hidalgo die Gebiete zwischen Texas und Kalifornien, und der Kalifornische Goldrausch bricht aus.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Die Ereignisse in Europa

Die Welle der revolutionären Unruhen wird zunächst – nach ersten Aufständen in Sizilien gegen die Herrschaft der spanischen Bourbonen und in der Lombardei gegen die des österreichischen Habsburgerreichs (Januar 1848) – wesentlich mit der französischen Februarrevolution von 1848 und der Ausrufung der Zweiten Französischen Republik als „Initialzündung“ ausgelöst. In einzelnen Regionen eskaliert das Geschehen bis hin zu zwischenstaatlichen Kriegen (in Norditalien im ersten italienischen Unabhängigkeitskrieg und in Holstein/Schleswig/Dänemark im ersten Schleswig-Holsteinischen Krieg), oder nimmt bürgerkriegsähnliche Ausmaße an (z. B. Wien: Oktober 1848, während der Reichsverfassungskampagne in Baden: Mai bis Juli 1849, Sachsen: Mai 1849 oder der Pfalz: Mai/Juni 1849, sowie in Ungarn: 1848/1849). Die Erhebungen sind in den jeweiligen Staaten und Regionen von unterschiedlicher Intensität und Dauer. Spätestens im Oktober 1849 enden die letzten revolutionären Kämpfe mit der endgültigen Kapitulation der ungarischen Unabhängigkeitsbewegung dieser Zeit.

mini|links|Ausrufung der Repubblica di San Marco in Venedig Neben Frankreich gelten insbesondere die Staaten des Deutschen Bundes (Märzrevolution, unter anderen Preußen, Baden, Holstein, Sachsen, Bayern, die Freie Stadt Frankfurt, Österreich und sein Kronland Böhmen), der Italienischen Halbinsel (u. a. Toskana, Lombardei und Venetien, Sardinien-Piemont, der Kirchenstaat, Neapel-Sizilien), das dreigeteilte Polen (dort hauptsächlich die unter preußischer Herrschaft stehende Provinz Posen), und das zum österreichisch-habsburgischen Reich gehörende, nach Unabhängigkeit strebende Ungarn als bedeutende Zentren der „Europäischen Revolutionen“ von 1848/1849. Im Osten Europas strahlen die Aufstände bis in die Donaufürstentümer, nach Siebenbürgen, Walachei und Moldau aus. Die Schweiz wiederum gründet nach dem Sonderbundskrieg von 1847 im Folgejahr bereits einen demokratischen Bundesstaat.

Februarrevolution in Frankreich

21. Februar: Bürgerkönig Louis Philippe von Orléans verbietet ein Bankett zur Wahlrechtsreform in Paris. Öffentliche Proteste weiten sich zur Februarrevolution aus. 24. Februar: Absetzung des französischen Königs Louis-Philippe von Orléans in der Februarrevolution 1848. Die Zweite Französische Republik wird ausgerufen. 4. November: Nach der Februarrevolution verabschiedet die französische Nationalversammlung die Verfassung der Zweiten Republik, welche die Wahl eines Präsidenten vorsieht. 10. Dezember: Nach der Februarrevolution wird Louis Napoléon Bonaparte, der Neffe Kaiser Napoleons I., zum Staatspräsidenten Frankreichs gewählt.

Deutscher Bund

9. Februar: Wegen Handgreiflichkeiten zwischen der Bevölkerung und der studentischen Leibgarde seiner Konkubine Lola Montez verfügt der bayerische König Ludwig I. die sofortige Schließung der Universität München und fordert alle Studenten zum Verlassen der Stadt auf. Dies löst tags darauf starke Proteste in der Stadt aus. 21. Februar: Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichen das Kommunistische Manifest. 27. Februar: Der Funke der französischen Februarrevolution springt auf das Großherzogtum Baden über und löst die Badische Revolution aus: Auf der Mannheimer Volksversammlung wird eine Petition mit vier Forderungen an die Regierung beschlossen. 28. Februar: Eine Mainzer Volksversammlung erhebt freiheitliche Forderungen gegenüber der großherzoglich hessischen Regierung in Darmstadt. Heinrich von Gagern stellt einen Antrag auf „Einberufung einer Nationalrepräsentation“ und auf „Erneuerung des Bundesoberhaupts“. März: Märzrevolutionen in den meisten deutschen Staaten sowie anderen europäischen Ländern 5. März: Die Heidelberger Versammlung der 51 beschließt die Einsetzung eines Siebenerausschusses, der zum Vorparlament einlädt, eine wichtige Vorentscheidung für das Entstehen der Frankfurter Nationalversammlung. 9. März: Der Bundestag des Deutschen Bundes macht Schwarz-Rot-Gold zu den deutschen Bundesfarben.

18. März: Ausbruch der Revolution in Berlin. Angriff der Kavallerie auf das Volk vor dem Berliner Schloss 19. März: Es beginnt der Barrikadenbau an der Neuen Königsstraße in Berlin. 19. März: Straßenschlachten in Berlin fordern 187 Tote. 20. März: König Ludwig I. von Bayern dankt zugunsten seines Sohnes Maximilian II. Joseph ab. 21. März: König Friedrich Wilhelm IV. reitet hinter einer schwarz-rot-goldenen Fahne durch Berlin. 22. März: Die Aufbahrung der Särge gefallener Berliner erfolgt auf den Stufen des Domes. 30. März: Einzug des Vorparlaments in die Frankfurter Paulskirche 2. April: Die Karlsbader Beschlüsse von 1819 gegen liberale Bestrebungen werden vom Deutschen Bundestag aufgehoben. 12. April: Friedrich Hecker und Gustav Struve rufen in Baden die Republik aus 13. April: Der Heckerzug beginnt. Badische Revolutionäre machen sich auf den Weg von Konstanz in die Hauptstadt Karlsruhe. 20. April: Gefecht auf der Scheideck. Friedrich von Gagern wird getötet, der Heckerzug zersprengt 27. April: Die Badische Revolution im Rahmen der Märzrevolution scheitert: Im Gefecht bei Dossenbach unterliegt die Deutsche Demokratische Legion unter Führung des revolutionären Dichters Georg Herwegh konterrevolutionären Truppen aus Württemberg. 18. Mai: Das erste gesamtdeutsche Parlament, die Frankfurter Nationalversammlung, wird in der Paulskirche eröffnet. 4. Juni: Gründung der ersten deutschen Reichsmarine 12. Juni: Beim zweiten Wartburgfest fordern Studenten, an die Frankfurter Nationalversammlung gerichtet, die Überführung der Universitäten in Nationaleigentum, akademische Selbstverwaltung und gesamtstaatliche Finanzierung. 14. Juni: Während der Deutschen Revolution kommt es zum Sturm auf das Berliner Zeughaus, wo sich die Menge mit Waffen versorgt. 14. Juni: Die deutsche Nationalversammlung beschließt in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung die Aufstellung einer Reichsflotte als erste gesamtdeutsche Marine 28. Juni: Die Frankfurter Nationalversammlung erklärt den Bundestag (Deutscher Bund) für aufgelöst. 11. Juli: Einzug des Reichsverwesers Erzherzog Johann in Frankfurt 2. September: Manifest des deutschen Arbeiterkongresses 18. September: Septemberunruhen in Frankfurt am Main: Die Abgeordneten der Nationalversammlung Hans von Auerswald und Felix Fürst Lichnowsky werden ermordet, bei Barrikadenkämpfen fallen 30 Aufständische und 12 Soldaten. 16. Oktober: Die Berliner Bürgerwehr schießt auf aufständische Arbeiter. 10. November: Mit dem Einmarsch preußischer Truppen unter Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel beginnt das Ende der Revolution in Berlin. 12. November: Die Frankfurter Nationalversammlung verabschiedet das Gesetz betreffend einer deutschen Kriegs- und Handelsflagge, das erstmals die Farben Schwarz-Rot-Gold als nationales Symbol vorschreibt. 15. November: In Preußen löst das von König Friedrich Wilhelm IV. beorderte Militär Beratungen der preußischen Nationalversammlung auf, die sich gegen die angeordnete Sitzverlegung vom revolutionären Berlin in die Stadt Brandenburg sträubt. Der König lehnt zudem – wie auch verschiedene konservative Abgeordnete – den Verfassungsentwurf, die Charte Waldeck, ab. 5. Dezember: Die ihm widerspenstige Preußische Nationalversammlung wird von König Friedrich Wilhelm IV. durch Verordnung aufgelöst. Am selben Tag erlässt der Regent die Preußen nach seinen Vorstellungen oktroyierte Verfassung. 28. Dezember: Verkündung der Grundrechte des deutschen Volkes im Reichs-Gesetz-Blatt In Berlin wird die Assoziation der Zigarrenarbeiter Deutschlands gegründet.

Kaisertum Österreich

13. März: Mit dem Sturm auf das Ständehaus in Wien bricht die Revolution in Österreich gegen die autoritäre Herrschaft im Vormärz aus. Staatskanzler Klemens Wenzel Lothar von Metternich tritt zurück und flieht nach London. 13. März: Der Ausschuss des Hl. Wenzel des Jahres 1848 wird in Böhmen ins Leben gerufen, der kurz darauf in Nationalausschuss umbenannt wird. 15. März: Im Zuge der Märzrevolution verspricht Kaiser Ferdinand I. den Österreichern den Erlass einer Verfassung. 15. März: Anfang des ungarischen Aufstandes und Freiheitskampfes gegen die österreichische Herrschaft. 18. März: Beginn des Fünf-Tage-Aufstandes in Mailand gegen die Habsburgerherrschaft.

mini|Flagge der Repubblica di San Marco 22. März: Im Rahmen der Märzrevolutionen in Mitteleuropa besetzt Daniele Manin mit mehreren Begleitern das Arsenal in Venedig, eine wichtige Absicherungsmaßnahme für die Ausrufung der Repubblica di San Marco am Folgetag. 2. Juni: In Prag beginnt unter dem Vorsitz des Historikers František Palacký ein Slawenkongress. Die Versammlung berät bis zum Ausbruch des Prager Pfingstaufstands über den Wunsch einer föderativen Umwandlung der Donaumonarchie. 7. September: Die sogenannte Erbuntertänigkeit, einer Leibeigenschaft ähnelnd, wird im Kaisertum Österreich durch ein Patent Ferdinands I. aufgehoben. 6. Oktober: Der Wiener Oktoberaufstand 1848 bricht los, als Truppenteile meutern.

mini|Die Erschießung des Cäsar Wenzel Messenhauser 23. Oktober: Das in der Zeit der Deutschen Revolution vom Oktoberaufstand erfasste Wien wird von konterrevolutionären Truppen unter dem Befehl von Joseph Jelačić von Bužim und Alfred I. zu Windisch-Graetz eingeschlossen. Der Oktoberaufstand endet am 31. Oktober mit dem Einmarsch der kaiserlichen Truppen in Wien. Wenzel Messenhauser, der bedeutendste Anführer der Aufständischen, und die Journalisten Alfred Julius Becher und Hermann Jellinek werden in den darauf folgenden Tagen hingerichtet. Auch der Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung Robert Blum wird am 9. November hingerichtet. 2. Dezember: Franz Joseph I. wird Kaiser von Österreich.