mini|J Class World Championship mini|Velsheda, J-Klasse-Yacht im Solent 2007
J-Klasse bezeichnet eine Bootsklasse für große Kielyachten nach internationalen Regeln. Mit diesen Segelyachten wurden insbesondere Regatten um den America’s Cup zwischen den Jahren 1930 und 1937 ausgetragen.
Geschichte der Formel Britische Yachten segelten nach internationalen Regeln, die bei einer Bootslänge von mehr als 48 Fuß ein Bermuda-Rigg vorschrieben. Die Amerikaner wollten mit größeren Yachten teilnehmen. Die internationalen Formelvorschriften über die Yachtgröße war unterschieden in Buchstabenklassen. Maßstab war hier die Wasserlinienlänge. Der Buchstabe J stand für die Länge von 75 bis 87 Fuß. Die Regel basierte auf Ideen des Yachtdesigners Nathanael Herreshoff/USA. Die Wasserlinienlänge sollte beschränkt sein, die Segelfläche frei wählbar. Die Wasserverdrängung der Segelyachten sollte steigen und der Tiefgang bei 15 Fuß begrenzt werden.
Klassenformel mini|450px|Rumpfmaße mini|250px|Segelriss J-Klasse
Länge Wasserlinie (LWL): 26,51 m Länge über alles (Lüa): 41,54 m Breite über alles: 6,36 m Tiefgang: 4,57 m Segelfläche: 701 m² Verdrängung: maximal 160 t
Yachten Eine Reihe schon existierender britischer Yachten wurden der neuen J-Formel angepasst, um mit den Neubauten Regatten segeln zu können:
1928 Astra, K2, Eigner: Sir Mortimer Singer, 1928 Cambria, K4, Eigner: Sir William Berry, 1929 Candida, K8, Eigner: Herman Andrae, White Heather II, K7, Eigner: Lord Waring, 1931 Britannia, K1, Eigner: König Georg V.,
Es wurden nur zehn reine J-Klasse-Yachten gebaut, davon vier in Großbritannien und sechs in den USA:America’s Cup: J-Class Era Yachts, abgerufen am 20. Januar 2009.
NameSegelnummer Baujahr EignerYachtclub Konstrukteur WerftLand America’s CupResultat Shamrock VJ-K3 1930 Sir Thomas Lipton20px|Royal Ulster Yacht Club Royal Ulster Yacht Club Charles E. Nicholson Camper & Nicholsons GB Herausforderer im 14. ACUnterlegen mit 0:4 WeetamoeJ 1 1930 Morgan Syndicate Clinton Crane Herreshoff Auswahl zur Verteidigung beim 14. AC YankeeJ 2 oder später J-US2 1930 John Lawrence Frank Paine Lawley & Son’s USA Auswahl zur Verteidigung beim 14. AC WhirlwindJ 3 1930 Landon K. Thorne L. Francis Herreshoff Lawley & Son’s USA Auswahl zur Verteidigung beim 14. AC EnterpriseJ-US 1930 Harold S. Vanderbilt New York Yacht Club USA Starling Burgess Herreshoff USA Verteidiger im 14. ACSiegreich mit 4:0 VelshedaJ-K7 1933 W.L. Stephenson Charles E. Nicholson Camper & Nicholsons GB – EndeavourJ-K4 1934 Sir Thomas Sopwith20px|Royal-Yacht-Squadron Royal Yacht Squadron Charles E. Nicholson Camper & Nicholsons GB Herausforderer im 15. ACUnterlegen mit 2:4 RainbowJ 4 auch J-US4 1934 Harold S. Vanderbilt New York Yacht Club USA Starling Burgess Herreshoff USA Verteidiger im 15. ACSiegreich mit 4:2 Endeavour IIJ-K6 1937 Sir Thomas Sopwith20px|Royal-Yacht-Squadron Royal Yacht Squadron England Charles E. Nicholson Camper & Nicholsons GB Herausforderer im 16. ACUnterlegen mit 0:4 RangerJ 5 auch J-US5 1937 Harold S. Vanderbilt New York Yacht Club USA Starling Burgess undOlin Stephens Bath Iron Works USA Verteidiger im 16. ACSiegreich mit 4:0
Darüber hinaus wurde in Schweden 1937 mit dem Bau der J-S1 Svea nach Plänen von Tore Holm begonnen. Durch den Zweiten Weltkrieg wurde der Bau jedoch nie vollendet.Ermann Braschos: Die Auferstandenen. Yacht, Jahrgang 2007, Ausgabe 20
Die Klasse heute 450px|mini|Rainbow (Vordergrund) und Velsheda
Die J Class Association hat sich zum Ziel gesetzt, die Klasse zu erhalten und Regatten für historische und neu gebaute J-Klasse-Yachten zu ermöglichen. Teilnehmen sollen ausschließlich Yachten, die nach Original-Entwürfen aus den 1930er-Jahren gebaut wurden. Außerdem wurde ein Handicap-System definiert, das die Zeitvergütung zwischen unterschiedlich schnellen Booten regelt.J CLASS HISTORY – 2000–2008 : REBIRTH OF THE CLASS (englisch).David Glenn: Yachting World (englisch) 13. Januar 2008 SuperYachtTimes.com, 25. März 2008 (englisch) Drei original erhaltene der J-Klasse-Yachten sind noch in Fahrt, die Shamrock V, die Endeavour sowie die Velsheda, drei J-Klasse-Yachten wurden nachgebaut: Die erste wurde nach ihrem originalen Vorbild auf den Namen Ranger getauft und kam im Jahre 2004 wieder in Fahrt. Die Endeavour II wurde auf der Royal Huisman Werft unter dem Namen Hanuman nachgebaut und wurde im April 2009 fertiggestellt. Royal HuismanJK6: Hanuman (Endeavour II) (englisch) Außerdem wurde die Lionheart nach einem der verworfenen Original-Pläne der Ranger mit der Bezeichnung 77F eine Yacht von Hoek Design in den Niederlanden gebaut. Die Lionheart wurde im Juni 2010 fertiggestellt und erhielt die Segelnummer J-H1.Alessandro Vitelli: (PDF; 1,1 MB) Boat International USA (englisch)H1 : Lionheart (englisch) (englisch)
Der Bau der Svea war ab 2010 geplant.S1 : Svea (englisch) (englisch) Das Schiff wurde im Frühjahr 2017 fertiggestellt. Im Juni 2017 veröffentlichte Spiegel Online ein Foto der Svea.spiegel.de
2015 wurde Topaz fertiggestellt. Topaz basiert auf einer von Frank Paine 1935 gezeichneten Yacht, die jedoch nie fertiggestellt wurde.
Segel-nummer Name Baujahr Originalpläne Konstrukteur Werft Land J 5 Ranger 2004 Ranger Fred ElliotDanish Yachts DK J K6 Hanuman 2009 Endeavour II Gerard Dijkstra & PartnersRoyal Huisman NL J H1 Lionheart 2010 Ranger – 77F Hoek Design Bloemsma Aluminiumbouw, Claasen Jachtbouw NL J S1 Svea 2017 Svea Hoek Design Bloemsma Aluminiumbouw, Vitters Shipyard NL J H2 Rainbow 2012 Dykstra & Partners Rainbow Gerard Dijkstra & Partners Bloemsma Aluminiumbouw, Holland Jachtbouw Dykstra & Partners NL J H3 Yankee 2012 (Planung abgebrochen?) Yankee Gerard Dijkstra & Partners Bloemsma Aluminiumbouw NLJ 8Topaz2015UnbenanntFrank Paine / Hoek DesignBloemsma Aluminiumbouw, Holland Jachtbouw
Literatur
Weblinks
Foto: White Heather II Offizielle Homepage der J-Class Association
Einzelnachweise
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