Barry Stephen Frank Sheene MBE (* 11. September 1950 in London, England; † 10. März 2003 in Australien) war ein britischer Motorradrennfahrer. 1976 und 1977 war er Weltmeister in der 500-cm³-Klasse.

Leben Barry Sheene wurde in der Gray’s Inn Roadhttps://web.archive.org/web/20140407084542/http://sportsillustrated.cnn.com/vault/article/magazine/MAG1093774/3/index.htm abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch) in Bloomsbury, London, als zweites Kind von Frank und Iris Sheene geboren. Sein Vater war Ingenieur am Royal College of Surgeons und selbst ein erfahrener Motorradfahrer, Mechaniker und ehemaliger Rennfahrer.Motorcyclist Illustrated, Mai 1968. Seiten 35 bis 37 "Joe Dunphy's Diary (all about Dave Croxford)" "Do you like two-strokes? I don't mind Frank Sheene's, they don't seize" Er wuchs in Queen Square, Holborn, London, auf.https://web.archive.org/web/20110808031340/http://www.independent.co.uk/news/obituaries/barry-sheene-730110.html Abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch) Vor dem Beginn seiner Motorsport-Karriere arbeitete Sheene als Bote und Lieferfahrer. mini|links|Barry Sheene auf Yamaha TZ 500 (OW 54)Sheene genoss einen verschwenderischen Lebensstil. Privat war er als Partylöwe bekannt und verkehrte mit Freunden wie James Hunt, Ringo Starr und George Harrison. Er trank viel und war Kettenraucher, in den Kinnbügel seines Integralhelms hatte er ein Loch gebohrt, sodass er bis kurz vor dem Start eines Rennens rauchen konnte.

Sheene war bekannt für seine unverblümte Kritik an Rennstrecken, die er für gefährlich hielt, insbesondere am Snaefell Mountain Course auf dem die Isle of Man TT ausgetragen wurde, und den er für zu gefährlich für die Austragung eines Weltmeisterschaftslaufes hielt.

Nach seiner Heirat mit dem britischen Model Stefanie McLean wurde er ruhiger und ging nach Australien, vor allem wegen des Klimas, da er an Arthritis litt. Nach seiner Rennzeit wurde er ein erfolgreicher Geschäftsmann im Bereich Immobilienentwicklung, und arbeitete als Motorsport-Kommentator.

Im Juli 2002, im Alter von 51 Jahren, wurde bei Sheene Speiseröhren- und Magenkrebs diagnostiziert. Sheene lehnte eine konventionelle Behandlung mit Chemotherapie abhttps://www.blick.ch/sport/motorsport/motogp/koks-partys-und-brennende-toiletten-das-wilde-leben-von-toeff-rockstar-barry-sheene-52-id16087611.html und entschied sich stattdessen für einen ganzheitlichen Ansatz mit einer strengen Diät, die vom österreichischen „Heilpraktiker“ Rudolf Breuss entwickelt wurde und darauf abzielte, dem Krebs die Nahrung (Grundlage) zu entziehen. Er starb im März 2003 im Alter von 52 Jahren in einem Krankenhaus im Bundesstaat Queensland. Er hinterließ zwei Kinder.

Chris Vermeulen, dessen Freund und Förderer Sheene war, startete 2008 und 2009 im Gedenken an ihn mit seiner Startnummer, der Nummer 7.

Sportliche Laufbahn 1968 begann Sheene mit Motorradrennen auf den alten 125er und 250er Bultaco-Maschinen seines Vaters (der seine Karriere 1956 beendet hatte), und gewann erste Rennen in Brands Hatch.

1969 belegte er mit seiner 125er-Bultaco in einer nationalen Rennserie den zweiten Platz hinter Chas Mortimer.

1970 wurde Sheene im Alter von 20 Jahren britischer Meister in der 125-cm³-Klasse. Er hatte für 2000 Britische Pfund eine ehemalige Suzuki-Werksmaschine (eine Zweizylinder RT67) gekauft, die zuvor von Stuart Graham gefahren wurde.Steve Parrish u. Nick Harris „Barry: The Story of Motorcycling Legend, Barry Sheene“ . Hachette UK, 2015. ISBN 0-7515-6049-9 Ein erster internationaler Achtungserfolg war der zweite Platz beim GP von Spanien.1971 wurde er mit der Suzuki RT67 Zweiter in der 125er-Weltmeisterschaft, wobei er den Titel wahrscheinlich nur verpasste, weil er sich in Rennen, die nicht zur Meisterschaft zählten (Hengelo / Niederlande und Mallory Park) Verletzungen zugezogen hatte. Seinen ersten Grand-Prix-Sieg errang er in Belgien. Kurz darauf folgte der Sieg in der 50-cm³-Klasse auf einer Van Veen Kreidler beim Großen Preis der Tschechoslowakei auf dem Masaryk-Ring, wo er mit über zweieinhalb Minuten vor dem Zweitplatzierten Herman Meijer (NED / auf Jamathi) ins Ziel kam.

1972 bekam Sheene von Yamaha eine werksunterstützte Yamaha YZ635 für die 250er-Weltmeisterschaft. Damals hatte Yamaha kein eigenes Rennteam, aber Sheene war einer von sechs Fahrern, die Unterstützung vom Werk erhielten. Beim Grand Prix der Nationen in Imola Ende Mai, stürzte er im Training und brach sich das Schlüsselbein, was ihn daran hinderte, am Rennen teilzunehmen. Auch für die Isle of Man TT und die nächsten sieben Rennen der WM, die alle kurz hintereinander im Juni und Juli stattfanden war Sheene nicht fit für die Teilnahme.

1973 pausierte er in der regulären Weltmeisterschaft und gewann den Preis der FIM in der Formel 750 auf Suzuki TR 750. In Silverstone tauschte Sheene zwischen den beiden Läufen sein Motorrad. Er wurde daraufhin für den zweiten Lauf von der Wertung ausgeschlossen und verlor damit die acht Punkte für Rang drei. Die nachfolgenden Fahrer wurden jeweils um einen Platz heraufgestuft. In Hockenheim wurde die ursprüngliche Wertung, nach der die Addition der Zeiten der beiden Läufe für die Punkteverteilung herangezogen wurde, von Suzuki angefochten. Daraufhin wurde ein neues System angewandt, das Punkte für jeden Lauf vergab, deren Addition die Gesamtwertung ergab. Erwähnenswert ist, dass er in der gesamten Historie der Serie der einzige Champion war, der nicht auf Yamaha antrat.

1974 stellte Suzuki Sheene eine RG500 zur Verfügung, mit der er einen zweiten, dritten und vierten Platz belegte, 30 Punkte erzielte und den sechsten Platz in der Weltmeisterschaft holte. Im selben Jahr gewann er das prestigeträchtige, nicht zur WM zählende, Mallory Park Race of the Year auf einer 750er Suzuki.

In den Jahren 1976 und 1977 war Sheene Weltmeister in der 500er-Klasse auf Suzuki RG 500. Nach weiteren erfolgreichen Jahren bei den 500ern zog er sich 1984 aus dem Grand-Prix-Sport zurück.mini|Barry Sheene, signiertes Foto mini|Barry Sheene auf Suzuki 500, TT in Assen (1976) mini|Sheene hinter Pat Hennen (1978) mini|Barry Sheenes Suzuki RG 500 / Version XR27, 125 PS, bis zu 290 km/h (1979) mini|Barry Sheenes Yamaha 500 / Version OW53 (1981)

Fahrstil Sheene gilt als Mitbegründer einer neuen Fahrtechnik. Nachdem sein Landsmann Paul Smart zu Beginn der 1970er begann, sich aus Angst vor Stürzen mit dem Körper in die Kurve hineinzulegen, verfeinerte er diese Körperhaltung hin zum Hanging Off. Sheene kann somit als Erfinder dieses bis heute den Rennsport dominierenden Fahrstils gelten.https://www.motorradonline.de/szene-motorsport/barry-sheene-im-portraet-rueckblick-ein-jahrzehnt-nach-seinem-tod/ abgerufen am 8. Juli 2021

Statistik Komplette Ergebnisse: Motorrad-Weltmeisterschaft (alle Klassen) Das Punktesystem ab 1969:

(Resultate in Fettdruck bedeuten Pole Position; Resultate in Kursiv zeigen „Schnellste Runde“)

Jahr Klasse Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Punkte Rang Siege 1970 125 cm³ Suzuki GER- FRA- YUG- IOM- NED- BEL- DDR- CZE- FIN- ULS- NAT- ESP2 12 13 01971 50 cm³ Kreidler AUT- GER- NED- BEL- DDR- CZE1 SWE4 NAT- ESP- 23 6 1 125 cm³ Suzuki AUT3 GER- IOMDNF NED2 BEL1 DDR2 CZE3 SWE1 FIN1 NAT3 ESP3 79 2 3 250 cm³ Derbi AUT- GER- IOM- NED- BEL- DDR6 CZE- SWE- FIN- ULS- NAT- ESP- 5 33 0 1972 250 cm³ Yamaha GER- FRA- AUT4 NAT- IOM- YUG- NED- BEL- DDR- CZE- SWE- FIN- ESP3 18 13 0 1974 500 cm³ Suzuki FRA2 GER- AUT3 NAT- IOM- NED- BEL- SWE- FIN- CZE4 30 6 0 1975 500 cm³ Suzuki FRA- AUT- GER- NAT- IOM- NED1 BELDNF SWE1 FIN- CZEDNF 30 6 2 1976 500 cm³ Suzuki FRA1 AUT1 NAT1 IOM- NED1 BEL2 SWE1 FIN- CZE- GER- 72 1 5 1977 500 cm³ Suzuki VEN1 AUT- GER1 NAT1 FRA1 NED2 BEL1 SWE1 FIN6 CZE- GBRNC 107 1 6 1978 500 cm³ Suzuki VEN1 ESP5 AUT3 FRA3 NAT5 NED3 BEL3 SWE1 FINNC GBR3 GER4 100 2 2 1979 500 cm³ Suzuki VEN1 AUT12 GERNC NAT4 ESPNC YUGNC NED2 BELDNS SWE1 FIN3 GBR2 FRA1 87 3 3 1980 500 cm³ Yamaha NAT7 ESP5 FRANC NEDNC BEL- FIN- GBRNC GER- 10 15 0 1981 500 cm³ Yamaha AUT4 GER6 NAT3 FRA4 YUG5 NEDNC BEL4 RSM2 GBRNC FINNC SWE1 72 4 1 1982 500 cm³ Yamaha ARG2 AUT2 FRA- ESP2 NAT- NED3 BEL2 YUG3 GBRDNS SWEDNS RSMDNS GERDNS 68 5 0 1983 500 cm³ Suzuki RSA10 FRA7 NAT9 GERNC ESP- AUT13 YUG13 NEDNC BEL- GBR9 SWENC RSMNC 9 14 0 1984 500 cm³ Suzuki RSA3 NATNC ESP7 AUT10 GER10 FRA5 YUG7 NEDNC BEL9 GBR5 SWENC RSMNC 34 6 0

Ergebnisse: „Großer Preis der FIM“ (Formel 750) Die Punktevergabe war identisch mit der Weltmeisterschaft. Nur die besten vier Ergebnisse eines Fahrers zählten für die Meisterschaft. Gesamtpunktzahl in Klammern.

JahrPosFahrerMaschineIMOCHAANDHÄMSILHOCMONPunkte19731 Barry SheeneSuzuki TR 750 -132DSQ2251 (61)

Erfolge (Überblick) 1971 – 125-cm³-Vize-Weltmeister auf Suzuki 1973 – Formel-750-Meister auf Suzuki 1974 – Sieger des Mallory Park Race of the Year auf Suzuki 1975 – Sieger des Mallory Park Race of the Year auf Suzuki 1975 – Formel-750-Vize-Meister auf Suzuki 1976 – 500-cm³-Weltmeister auf Suzuki 1977 – 500-cm³-Weltmeister auf Suzuki 1978 – 500-cm³-Vize-Weltmeister auf Suzuki 1978 – Sieger des Mallory Park Race of the Year auf Suzuki 1979 – 500-cm³-WM-Dritter auf Suzuki 23 Grand-Prix-Siege

Ehrungen Aufnahme in die MotoGP Hall of Fame

Literatur Andrew Marriott: Barry Sheene und seine Welt: vom Laufburschen zum Weltmeister. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 3-87943-794-7.

Weblinks

Porträt von Barry Sheene Barry Sheene World Champion Sehr ausführliche Videoreportage mit zeitgenössischen Aufnahmen und Interviews. Auf YouTube. (englisch)

Einzelnachweise

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