miniatur|hochkant=2.4|Kehrdruckpaar mit Zwischensteg der Berliner 10-Pfennig-Marke (Michel-Nr.: „202+Z+202“ wird zur Zusammendruck-Michel-Nr.: „KZ 1“) mini|150px|90-Pf-Marke(einzige nicht in Berlin erschienene Wertstufe) Bedeutende Deutsche ist eine deutsche Dauermarkenserie, die von 1961 bis 1965 erschien und bis etwa 1966 in Gebrauch war.

Es gibt 16 Werte der Deutschen Bundespost und 15 Werte der Deutschen Bundespost Berlin. In der Berliner Serie fehlt die Ausgabe zu 90 Pfennig, die Werte unterscheiden sich dabei ansonsten nur durch den zusätzlichen Schriftzug „Berlin“; Grundfarbe, Motiv und Wert sind gleich.

Philatelisten unterscheiden 27 bundesdeutsche Ausgaben, da es zwei Marken (5 und 70 Pfennig) mit gravierenden Farbunterschieden gibt und einige der Marken auf zwei Papiersorten gedruckt wurden.

Motiv und Druckverfahren Um eine brauchbare Grundform zu finden, wurden vier Künstler aufgefordert, Versuche mit den Bildnissen von Robert Bosch, Gerhart Hauptmann und Albert Einstein anzustellen. Von den Grafikern Hans Michel und Günther Kieser gingen vier Entwürfe ein. Paul Dietrich und Bert Jäger lieferten je drei Vorschläge, Herbert Kern beteiligte sich mit elf Blättern. Bei der Beurteilung handelte es sich in erster Linie darum, eine Form zu finden, mit der nicht nur das schwierige Problem der Darstellung eines Porträts in markengerechter Weise gelöst werden sollte, sondern die zugleich auch Gewähr bietet, dass eine zwar einheitliche geschlossene, zugleich aber auch lebendige Reihe entsteht. Die naheliegende Gefahr der Eintönigkeit und des schematischen Gleichmaßes galt es von vornherein zu bannen. Trotzdem musste der einheitliche Maßstab gewahrt werden.ZPF 16/61, S. 605.

Die Arbeiten der Grafiker Hans Michel und Günther Kieser wiesen in besonderem Maße die Eigenschaften auf, die das Zustandekommen wirklicher Marken erwarten ließen. Bild und Schrift wachsen in ihrer Anordnung zueinander und in der Linienführung zu einem Gebilde zusammen, das der Münze nahe verwandt ist. Der Kunstbeirat schlug daher vor und erzielte damit die Zustimmung des Bundespostministers, diese Künstler mit der Gestaltung der gesamten Serie zu beauftragen. Die neuen Marken hatten weiterhin eine technische Forderung zu erfüllen, die mit ihrer Verwendung in den damals neuzeitlichen Aufstellmaschinen zusammenhing. Für diese automatische Briefaufstellung wurde dem gebrechlichen Postwertzeichenpapier ein fluoreszierender Zusatz beigemengt, dessen Wirkung von dem richtigen Verhältnis bedruckter und unbedruckter Flächenteile abhing. Um dieses Verhältnis zu schaffen, mussten die ausgewählten Entwürfe umgearbeitet werden. Dabei erwies sich die Form eines kräftigen Rahmens als zweckmäßig, der eine nahezu quadratische Fläche für das Bildnis umschließt.ZPF 16/61, S. 606.

Die jeweils einfarbigen Briefmarken wurden sowohl in Rollen als auch in Bogen gedruckt. Einige der Marken gab es auch in Markenheftchen. Der Druck der niedrigen Wertstufen (bis einschließlich 25 Pf) erfolgte im Buchdruck, die übrigen Wertstufen (ab 30 Pf) wurden im Stichtiefdruck hergestellt.

Besonderheiten Wie bei vielen Marken, die in Rollen und Bogen gedruckt werden, bilden waagerechte Paare und Randstücke der Marken ein besonderes Sammelgebiet der Philatelie. An ihnen ist nachweisbar, dass diese Marken aus einem Bogen stammen; diese werden teilweise erheblich höher als Einzelmarken gehandelt. Innerhalb dieser Dauermarkenserie gibt es zahlreiche Farbtönungen. Bei zwei Werten der bundesrepublikanischen Ausgabe sind die Unterschiede so groß, dass jeweils zwei Varianten katalogisiert werden.

Ursprünglich war auch eine 3-DM-Marke mit dem Motiv von Albert Einstein geplant gewesen. Diesem Vorhaben hat der Testamentsvollstrecker Einsteins widersprochen. Die Deutsche Bundespost musste deshalb von der Ausgabe der Einstein-Marke absehen.ZPF: Heft 6/62, S. 223. Die Zwangslage war umso bedauerlicher, als sich Veröffentlichungen in der Deutschen Soldatenzeitung in polemischer Form gegen die „Einstein-Marke“ ausgesprochen hatten. Es wurde deshalb ausdrücklich hervorgehoben, dass diese Veröffentlichungen die Motivänderung weder veranlasst noch beeinflusst haben. Als Motiv sollte nun ein Kopfbild des Komponisten Jacques Offenbach verwendet werden.ZPF: Heft 6/62, S. 224. Zu dieser Ausgabe kam es aber auch nicht mehr, da bereits das Ministerium in einer Pressemitteilung von 1960 ankündigte, dass in Zukunft die großen Markenwerte wegfallen würden, da für sie bei der zunehmenden Barfreimachung der Pakete durch Postfreistempelmaschinen bei der Annahme kaum noch Bedarf besteht.Presse-Mitteilung des Bundesministeriums für das Post- und Fernmeldewesen, Nr. 2/1960, Blatt 3: „Die neue Postwertzeichen-Dauerserie der Deutschen Bundespost“.

Für Erprobungszwecke wurde das Einstein-Essay auf fluoreszierendem Papier mit dem Wasserzeichen 5 hergestellt. Diese Probedrucke werden im Michel-Katalog mit „P1“ in der Farbe dunkelbraunrot, „P2“ in blau und „P3“ in smaragdgrün gelistet. Der Wertaufdruck beträgt bei allen Marken 25 Pfennig. P1 ist ohne und mit Handstempelaufdruck «Entwertet» bekannt, die übrigen nur mit dem Handstempelaufdruck.Michel-Deutschland-Spezial 2004, Band 2, S. 914.

Liste der Ausgaben und Motive Jede Freimarke der Serie zeigt eine bedeutende deutsche Persönlichkeit. Die Wertstufen wurden nach den Geburtsdaten der Abgebildeten sortiert. Es wurde der im 12. Jahrhundert geborene Albertus Magnus auf der 5-Pf-Ausgabe, der 1862 geborene Gerhart Hauptmann auf dem höchsten Wert zu 2 DM abgebildet.

Dieses Schema wurde auf dem Ergänzungswert zu 90 Pf mit Franz Oppenheimer durchbrochen; es hätte eine Persönlichkeit geehrt werden müssen, die zwischen 1777 (Geburtsjahr Kleists) und 1797 (Geburtsjahr Droste-Hülshoffs) geboren wurde.

Die Werte Bund und Berlin erscheinen jeweils gleichzeitig. Alle Ausgaben wurden am 31. Dezember 1970 ungültig.

Michel-Katalognummern mit einem „y“ am Ende weisen hier auf fluoreszierendes Papier hin, ein „x“ ist unter einer UV-Lampe nicht leuchtend; die zusätzliche Kennzeichnung „a“ oder „b“ bezeichnet Farbvarianten.

BildBRDBildBerlinBeschreibungWerte inPfennigAusgabedatumAusgabeform(Bogen, Rollen,MarkenHeftchen)Mi.-Nr.Bund,BerlinFarb- und Papiervarianten (Ausgabeform) 50px Albertus Magnus 5 18. September 1961 (B, R, MH)Berlin nur (B, R) 347ya, 199 347x Papier ohne Fluoreszenz (B, R)347yb (6. Juli 1965) bräunlicholiv statt braunoliv (MH) 50px 50px Elisabeth von Thüringen 7 3. August 1961 (B, R) 348y, 200 348x Papier ohne Fluoreszenz (B, R) 50px 50px Johannes Gutenberg 8 3. August 1961 (B)Berlin auch (B, R) 349y, 201349x Papier ohne Fluoreszenz (B) 50px 50px Albrecht Dürer 10 15. Juni 1961 (B, R, MH) 350y, 202350x Papier ohne Fluoreszenz (B, R) 50px 50px Martin Luther 15 18. September 1961 (B, R, MH)Berlin nur (B, R) 351y, 203351x Papier ohne Fluoreszenz (B, R) 50px 50px Johann Sebastian Bach 20 28. Juni 1961 (B, R, MH)Berlin nur (B, R) 352y, 204352x Papier ohne Fluoreszenz (B, R) 50px 50px Balthasar Neumann 25 7. Oktober 1961 (B, R) 353y, 205 — 50px 50px Immanuel Kant 30 7. Oktober 1961 (B) 354y, 206 — 50px 50px Gotthold Ephraim Lessing 40 28. Juni 1961 (B, R) 355y, 207355x Papier ohne Fluoreszenz (B, R) 50px 50px Johann Wolfgang von Goethe 50 1. Dezember 1961 (B) 356y, 208 — 50px 50px Friedrich Schiller 60 12. April 1962 (B, R)Berlin nur (B) 357y, 209 — 50px 50px Ludwig van Beethoven 70 1. Dezember 1961 (B, R) 358ya, 210358yb (November 1962), schwarzblaugrün statt schwärzlichgrün (B, R) 50px 50px Heinrich von Kleist 80 1. Dezember 1961 (B) 359y, 211 — 50px — Franz Oppenheimer 90 3. August 1964 (B) 360y, — — 50px 50px Annette von Droste-Hülshoff 1 DM 18. September 1961 (B) 361y, 212 — 50px 50px Gerhart Hauptmann 2 DM 12. April 1962 (B) 362y, 213 — mini|150px|80-Pf-Marke(Kleist-Motiv)

Zitat

Literatur Michel-Katalog Deutschland 1999/2000 (broschiert), Schwaneberger Verlag GmbH, 1999, ISBN 3-87858-028-2. ZPF: Zeitschrift für das Post- und Fernmeldewesen mit Unterstützung des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen herausgegeben und verlegt im Josef Keller Verlag

Weblinks

5 Pfennig Dauermarken der BRD als Einzel- und Mehrfachfrankaturen / Bedeutende Deutsche

Einzelnachweise

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