Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH, seit Februar 2024 mit dem Markennamen vhh.mobility) ist – nach der Hamburger Hochbahn AG (HHA) – das zweitgrößte Verkehrsunternehmen in Norddeutschland und beschäftigt etwa 3180 Mitarbeiter. Mit rund 800 Fahrzeugen ist die VHH der drittgrößte kommunale Busbetreiber in der Bundesrepublik Deutschland. Die meisten der auf die VHH konzessionierten Linien werden in Hamburg und den holsteinischen Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) betrieben. Die VHH ist auch Betreiber des On-Demand-Services „hvv hop“ in Hamburg(-Harburg) und Südholstein.
Bediengebiet und Angebot Die VHH betreibt neben Stadtbus- und Regionalbuslinien in Hamburg und dem Umland u. a. die Stadt- bzw. Ortsverkehre in Wedel, Schenefeld, Pinneberg, Quickborn, Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Bargteheide, Ahrensburg, Reinbek, Wentorf, Schwarzenbek, Geesthacht und Lauenburg sowie zahlreiche Buslinien im freigestellten Schülerverkehr innerhalb des HVV. Daneben werden auch Fahrten für die Schüler zwischen den Schulen und den Schwimmbädern (z. B. in Pinneberg und Norderstedt) geleistet. Die VHH bedient Hamburgs westlichste (Rissen), nördlichste (Duvenstedt), östlichste (Altengamme) und südlichste (Zollenspieker bzw. Krauel in den Vierlanden) Haltestellen. Seit Dezember 2018 betreibt die VHH mit der Buslinie E30 (seit dem 15. Dezember 2019: X30), die Bergedorf mit Harburg verbindet, nun Buslinien in allen Bezirken in Hamburg. Außerdem betreibt die VHH On-Demand-Verkehre unter dem Namen „hvv hop“ in den drei Gebieten Hamburg-Harburg, Henstedt-Ulzburg und Trittau/Brunsbek/Siek sowie im Spätverkehr ein Anruf-Sammel-Taxi-Angebot (AST 829) in den Vier- und Marschlanden.vhh.mobility Verkehrsnetz, VHH-Liniennetzplan 2026 mit Darstellung der drei On-Demand-Verkehrsgebiete Hamburg-Harburg, Henstedt-Ulzburg und Trittau/Brunsbek/Siek sowie der Ausdehnung des Anruf-Sammel-Taxi-Gebietes in den Vier- und Marschlanden, Stand Januar 2026, abgerufen am 19. Juni 2026
Busse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein bedienen im nordöstlichen Hamburg (besonders im Raum Rahlstedt) einige Linien im Auftrag der HHA, im Kreis Pinneberg werden einige Fahrten für das Tochterunternehmen Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP), besonders im Raum Barmstedt, durchgeführt. Bis zum 31. Dezember 2014 führte die VHH auch den Stadtbusverkehr von Neumünster im Auftrag der Stadtwerke Neumünster (SWN, außerhalb des HVV) durch.
Die VHH ist als sogenanntes Zentral-Verkehrsunternehmen (ZVU) für alle Verkehrsunternehmen im HVV für die HVV-Schulprojekte (vormals HVV-Schulberatung) und die HVV-Mobilitätsberatung für Senioren sowie bis Januar 2019 für Flüchtlinge zuständig. mini|200x200px|Logo der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein von September 2015 bis Februar 2024 mini|200px|Logo der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG von Dezember 2012 bis September 2015
Geschichte Die von 2000 bis 2012 bestehende VHH-PVG-Unternehmensgruppe war ein Gleichordnungskonzern der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) und der Pinneberger Verkehrsgesellschaft mbH (PVG). Sie beförderte 2011 mit einem Fuhrpark von rund 580 Omnibussen knapp 108 Millionen Fahrgäste. Seit dem 1. Dezember 2012 werden die beiden Unternehmen vereinigt als VHH weitergeführt.
Damit die VHH in ihrem angestammten Gebiet bei der Vergabe der Verkehrsleistungen in Hamburg im Rahmen einer Direktvergabe berücksichtigt werden kann, müssen verschiedene Rahmenbedingungen eingehalten werden. Dazu gehört, dass die VHH ihre Verkehrsleistungen nur noch innerhalb des HVV-Verbundraums durchführt. Deswegen wurde der vorher zur VHH gehörende Busbetrieb im nicht zum HVV-Gebiet gehörenden Neumünster zum Jahreswechsel 2014/2015 aus der VHH ausgegliedert und mit Betriebsmitteln und Personal in die zur Stadtwerke Neumünster Beteiligungen GmbH gehörenden SWN Verkehr GmbH überführt., S. 7, abgerufen am 29. November 2015 Die Auftragsleistungen für die Stadtwerke Neumünster ergaben zuletzt einen Umsatzerlös von 5,7 Mio. Euro im Jahr., hier S. 16
Zum 1. Oktober 2015 änderte die VHH ihre Gesellschaftsform von einer AG zu einer GmbH.
Die Fahrten auf der seit Jahren außerhalb des HVV betriebenen Linie A20 zwischen dem Hamburger ZOB am Hauptbahnhof und dem Flughafen Lübeck-Blankensee als Zubringer zu den Flügen über die Autobahnen A 1 und A 20 wurden am 31. Mai 2016 eingestellt, da dort kein Linienflugverkehr mehr stattfand.
Im Folgenden wird die Geschichte von VHH und PVG geschildert:
Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (1954 bis 1999)
Entstanden aus zwei Eisenbahn-Betrieben In den Hamburger Randgebieten gab es zur Erschließung des ländlichen Raumes einige Kleinbahnen, die Rentabilitätsprobleme hatten. So entstand 1942 der Gedanke der Zusammenführung solcher hamburgischen Eisenbahnunternehmen. Nach der erhöhten Nachfrage in der unmittelbaren Nachkriegszeit brach der Personenverkehr bei diesen Eisenbahnstrecken ein, das Verkehrsbedürfnis konnte mit neu an die Eisenbahnunternehmen gelieferten Omnibussen besser und mit weniger Personal kostengünstiger durchgeführt werden. Nach der Aufgabe des Personenverkehrs auf der 1907 in Betrieb genommenen Südstormarnschen Kreisbahn zum 15. März 1952 beschlossen bereits am 9. Dezember 1952 der Kreis Stormarn als Eigentümer der 1928 gegründeten Verkehrsbetriebe des Kreises Stormarn (VKSt), die die Südstormarnsche Kreisbahn betrieben, und die am 31. August 1905 gegründete Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn AG (BGE), diese beiden Unternehmen zusammenzuführen. Am 1. September 1953 übernahm die BGE auch die Betriebsleitung der VKSt mit dem Restbetrieb der Südstormarnschen Kreisbahn und ihren sieben Buslinien, 26 Omnibussen und 15 Busanhängern sowie 108 Beschäftigten, darunter 36 Fahrer und 27 Schaffner. Nach einer Hauptversammlung der BGE mit Kapitalerhöhungsbeschluss entstand am 7. April 1954 die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH). Am 2. Juni 1954 erfolgte die Eintragung im Handelsregister.Lutz Bartoschek, Harald von Carnap, Rolf Westphalen: 75 Jahre Busbetrieb · 1928–2003 · Verkehrsbetriebe des Kreises Stormarn Hamburg-Billstedt. VHH, Hamburg Die Freie und Hansestadt Hamburg hielt 88,11 % der Aktien des neuen Verkehrsunternehmens, 11,89 % hielt der Kreis Stormarn. Damals wurden 73 Omnibusse, 23 Personenanhänger und 3 Gepäckanhänger eingesetzt, auf 20 Buslinien mit 309 km Gesamtstreckenlänge der Omnibuslinien wurden 11,4 Millionen Fahrgäste im Jahr befördert.Benno Kiesler: Die historische Entwicklung der nichtbundeseigenen Eisenbahnen um Hamburg von der Gründung bis Zusammenschluß. In: Geschichtliche und technische Entwicklung der Vorortverkehrsunternehmen im Wirtschaftsraum Hamburg/Schleswig-Holstein, Internationale Industrie-Bibliothek, Band 87/182, Länderdienstverlag, Berlin/Basel 1965; S. 10 Die Gleislänge der Eisenbahnanlagen (nur noch Güterverkehr) der VHH betrug 155 km.Zusammenschluß von Bahnen in Bad.-Württ., Hamburg und Schleswig-Holstein. In: Bus und Bahn, Ausgabe 2/1954, S. 39/40 Den gesamten Betrieb der Eisenbahn auf den Betriebsanlagen der VHH, die weiterhin Eigentümer blieb, übernahm die AKN, ebenso wie nach und nach den Betrieb der anderen nichtbundeseigenen Eisenbahnen (ANB, seit Bestehen 1953, und EBO, ab Ende 1956) im Raum Hamburg nördlich der Elbe.
Die ersten drei Kraftomnibusse wurden bei der BGE am 15. Mai 1926 von Bergedorf aus über Geesthacht nach Lauenburg eingesetzt, am 15. Mai 1928 fuhren die ersten Busse bei der VKSt auf Linie.Der Stadtverkehr, Heft 11/12-1976, S. 475, Verlag Werner Stock, Bielefeld 1976
Entwicklung des BGE-Busbetriebs siehe Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn#Einsatz von Omnibussen. Entwicklung des VKSt-Busbetriebs siehe Südstormarnsche Kreisbahn#Omnibusbetrieb.
Übernommene Buslinien der BGE 1 Hamburg ZOB – Billstedt – Bergedorf – Geesthacht (– Tesperhude) / – Lauenburg (ab 2. Januar 1967 HVV-Schnellbus-Linie 21 [ab 29. Mai 1983 Linie 31, heute Linie X80] mit roter Liniennummer, streckenweise auch Linien 131 [ex 1b] nach Tesperhude und 231 [ex 1a] zusätzlich nach Lauenburg) 2 Bergedorf Bf. – Schiefe Brücke – Kirchwerder – Zollenspieker (– Krauel) (ab 24. September 1967 HVV-Linie 324 bzw. 225) 3 Bergedorf Bf. – Holtenklinke – Horst – Borghorst → Altengamme (ab September 1967 HVV-Linie 228) 4 (Hamburg ZOB – Billstedt – Boberg – Lohbrügge –) Bergedorf Bf. – Wentorf (– Reinbek) (später nur noch östlicher Abschnitt, ab 24. September 1967 HVV-Linie 235) 6a Bergedorf Bf. – Lohbrügge Markt – Reinbek, Kreuzweg – Juridwerke – Glinde (später HVV-Linie 137) 6b Reinbek Bf. – Kreuzweg – Juridwerke – Glinde (ab 24. September 1967 HVV-Linie 337 bzw. 237) 6c Bergedorf Bf. – Lohbrügge – Reinbek, Kreuzweg – Reinbek Bf. – Schönningstedt – Ohe / (– Neu-Schönningstedt) (später zunächst HVV-Linie 337, dann 136/236) 7 Bergedorf Bf. – Pollhof – Achterschlag – Curslack (später HVV-Linie 225) 10 Bergedorf Bf. – Schiefe Brücke – Howe (– Warwisch – Fünfhausen) (ab 24. September 1967 HVV-Linie 223) 11 Bergedorf Bf. – (Curslack) / Neuengamme (− Kiebitzbraak) (ab 24. September 1967 HVV-Linie 227 bzw. 327) 12 Bergedorf Bf. – Heckkathen – Oberer Landweg – Allermöhe (– Reitbrook) (ab 24. September 1967 HVV-Linie 222) 13 Hamburg ZOB – Rothenburgsort – Tiefstack Bf. – Moorfleet – Tatenberg – Ochsenwerder – Fünfhausen – Howe – Zollenspieker (am 2. Januar 1967 Bedienungsverbot von ZOB bis Rothenburgsort aufgehoben, ab 24. September 1967 HVV-Linie 120) 14 Bergedorf Bf. – Billwerder – Mittlerer Landweg – Allermöhe, Kirche (nur werktags, kein Spätverkehr; ab 24. September 1967 HVV-Linie 221) 15 Ringlinie: Bergedorf Bf. → Krankenhaus → Pfingstberg → Bergedorf Bf. (ab 24. September 1967 HVV-Linie 135) zu 15 Bergedorf Bf. – Krankenhaus – Sternwarte – Friedhof (nur sonn- und feiertags, kein Spätverkehr) 17 Ringlinie: Bergedorf Bf. → Nettelnburg → Bergedorf Bf. (ab 24. September 1967 zunächst HVV-Linie 226, ab 1. Juni 1975 Linie 235) Linien der ehemaligen Verkehrsbetriebe des Kreises Stormarn (VKSt)Harald Elsner: Hamburger Ausflugsverkehr · Ausflugsziele im Osten Hamburgs. Verkehrshistorische Reihe: Hamburger Nahverkehrsmittel Nr. 14, herausgegeben vom Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn (VVM), Hamburg 2003, 21 Hamburg ZOB – Wandsbeker Chaussee – Wandsbek Markt – Tonndorf – Rahlstedt – Stapelfeld – Großensee – (Lütjensee) – Trittau (am 2. Januar 1967 ZOB – Wandsbek Markt eingestellt, Rest erst als HVV-Linie 164, dann Linie 364) 22 Hamburg ZOB – Billstedt – Ost-Steinbek – Glinde – Neu-Schönningstedt (– Stemwarde – Langelohe) / (– Witzhave – Grande – Trittau) (ab 28. Mai 1967 ab U-Bf. Horner Rennbahn – Trittau als HVV-Linie 333) 23a Ahrensburg Bf. – Schmalenbeck – Siek (1955 als Linie 27 vom Hamburger Verkehrs-Betrieb Hans Rieck (HVB) im Auftrag der VHH betrieben, später HVV-Linie 469) 23b (Ahrensburg Bf. – Bünningstedt –) Timmerhorn – Hoisbüttel U-Bf. (– Bergstedt, Friedhof – Volksdorf U-Bf.) (bis 1957, danach Konzession bei der HHA, später HVV-Linie 376 mit Betrieb durch die VHH) 23c (Ahrensburg Bf. – Stellmoor –) Siedlung Am Hagen – Stellmoor – Volksdorf U-Bf. (wurde von 1955 bis zum 29. September 1956 vom Hamburger Verkehrs-Betrieb Hans Rieck (HVB) als Linie 23 betrieben, danach wieder VHH; zur Einführung der Linie 25 am 2. Juni 1957 eingestellt) 24 (Ahrensburg Bf. –) Groß-Hansdorf U-Bf. – Hoisdorf – Lütjensee – Trittau (– Hamfelde im Mai 1955 bis nach Basthorst verlängert) (später HVV-Linie 369)
Der Betrieb der Ahrensburger 23er Linien wurde zum 1. Januar 1955 aus Wirtschaftlichkeitsgründen an den Privatunternehmer Hamburger Verkehrs-Betrieb Hans Rieck (HVB) abgegeben, am 30. September 1956 aber wieder selbst übernommen.Bergedorfer / Stormarner Fahrplan Winter 1956/57; Gültig vom 30. September 1956 bis 2. Juni 1957, VHH / Verlag Buchdruckerei Adolf E. Franck, Hanburg-Bergedorf 1956, S. 40–42