mini|Lünerseefabrik (2008) Die Lünerseefabrik (amtlich ehem. Spinnerei und Weberei Lünersee) ist eine denkmalgeschützte ehemalige Textilfabrik in Bürs in Vorarlberg. Der 1836 bis 1838 errichtete Bau gilt als einer der frühesten Industriehochbauten Vorarlbergs.

Geschichte Das Textilunternehmen Getzner, Mutter & Cie erwarb 1835 ein Grundstück am Ortseingang von Bürs und errichtete dort ab 1836 einen mehrgeschoßigen Fabrikbau für Spinnerei und Weberei, der in den Jahren 1850 sowie 1856/57 erweitert wurde. Ihren Namen erhielt die Fabrik nach dem Lünersee, aus dessen Einzugsgebiet der Alvierbach das Werk mit Wasserkraft versorgte; das zugehörige Alvierwerk zählte zu den größten privaten Kraftwerken Österreichs.

1908 erstreikten die Beschäftigten der Spinnerei den Zehnstundentag bei vollem Lohnausgleich. Während des Zweiten Weltkriegs richtete die Stadt Bludenz in den oberen Geschoßen 1940 ein Kriegsgefangenen- und 1942 ein Zwangsarbeiterlager ein; ab 1944 wurden im Gebäude Rüstungsgüter gefertigt.

Nach dem Krieg kamen Nähfadenerzeugung, Stoffdruckerei und Bettwäschekonfektion hinzu. Die Fabrik war bis in die späten 1970er-Jahre durchgehend in Betrieb und wurde 1985 im Zuge der Zentralisierung des Unternehmens Getzner stillgelegt; 1998 wurde das Areal verkauft. Auf dem ehemaligen Fabriksgelände entstand ein Gewerbegebiet. Der erhaltene Fabrikschornstein wurde mit einer Lichtinstallation der Künstlerin Brigitte Kowanz versehen. Das Fabrikgebäude selbst wird heute als Gewerbestandort unter dem Namen „Lünersee Fabrik“ genutzt.

Architektur Der sechsgeschoßige Baukörper mit 20 Fensterachsen an der Längsseite entspricht der schlichten Industriearchitektur seiner Entstehungszeit mit glatten Putzflächen und kleinteiligen Holzfenstern. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (ObjektID 65189).

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Einzelnachweise

Kategorie:Bürs Kategorie:Baudenkmal (Vorarlberg) Kategorie:Erbaut in den 1830er Jahren Kategorie:Industriedenkmal in Österreich