Das Sicherheitskonzept Deutsche Küste stellt durch vornehmlich präventive, hoheitliche Maßnahmen die Abwehr von Gefahren für die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sowie von der Schifffahrt ausgehender Gefahren an der deutschen Küste sicher. Der Erfolg dieses Konzepts spiegelt sich in der geringen Unfallquote im gesamten deutschen Küstenmeer wider. Diese wurde in der Deutschen Bucht bei einem jährlichen Verkehrsaufkommen von ca. 65.000 meldepflichtigen Schiffen (Länge größer 50 m) auf 0,0035 Prozent reduziert. Entsprechendes gilt für die deutsche Ostsee trotz des derzeit erheblich zunehmenden Schiffsverkehrs aus dem osteuropäischen Raum.
Zuständige Behörden Als Behörden der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) sind die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt sowie die ihnen nachgeordneten Wasser- und Schifffahrtsämter zuständig für die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sowie der Verhütung von der Schifffahrt ausgehender Gefahren auf See. Aufgrund dieser Aufgaben wurde von den Dezernaten Schifffahrt der genannten Wasser- und Schifffahrtsdirektionen das Verkehrssicherungskonzept „Deutsche Küste“ entwickelt, das aus verschiedenen Modulen besteht und mit seinen präventiven Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren die Sicherheit an der Deutschen Küste gewährleistet.
Ziel Vorrangiges Ziel der Wasser- und Schifffahrtsdirektionen und der ihnen nachgeordneten Ämter ist es, mittels präventiver Maßnahmen die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sicherzustellen und Gefahren und insbesondere Störungen gar nicht erst eintreten zu lassen.
Module
Das Verkehrssicherungskonzept enthält folgende Module:
1. Verkehrswegeführung Verkehrstrennungsgebiete Fahrwassereinrichtung Festlegung von Schifffahrtswegen 2. Schifffahrtszeichenwesen Laterale Bezeichnung der Verkehrswege Kardinale Bezeichnung von Schifffahrtshindernissen Errichtung von Navigationshilfen in Form fester Schifffahrtszeichen 3. Verkehrsvorschriften Anwendung, Mitgestaltung und Pflege der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO) Bekanntmachungen zur SeeSchStrO Herausgabe von Befahrensregelungen Verordnung über Sperr- und Warngebiete 4. Meldepflichten der Schifffahrt nach Anlaufbedingungsverordnung und Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung 5. Seelotswesen Anwendung, Mitgestaltung und Pflege des Seelotsgesetzes Herausgabe der Revierlotsverordnungen Herausgabe der Lotsverordnungen außerhalb der Reviere 6. Maritime Verkehrssicherung Einrichtung und Betrieb von Verkehrszentralen 7. Unfallmanagement Verfügbarkeit von Notschleppkapazitäten Verkehrsbezogener Brandschutz Schadstoffbekämpfung Beseitigung von Störungen (Unfällen) 8. Strom- und schifffahrtspolizeiliche Einzelmaßnahmen durch die Wasser- und Schifffahrtsämter Erteilung von Genehmigungen, Befreiungen und Verfügungen 9. Schifffahrtspolizeilicher Vollzug Maßnahmen der eigenen Verwaltung Vereinbarungen und Übereinkommen mit der Wasserschutzpolizei, dem Zoll und der Bundespolizei 10. Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten Zusammenarbeit beim Unfallmanagement Zusammenarbeit in der Maritimen Verkehrssicherung Zusammenarbeit in der Verkehrswegeführung 11. Erhaltung der Bundeswasserstraßen in einem für die Schifffahrt erforderlichen Zustand Unterhaltung und Betrieb der Wasserstraßen und bundeseigenen Anlagen und Häfen Aus- und Neubau der Bundeswasserstraßen Ausübung der strompolizeilichen Aufgaben 12. Maritime Security Einrichtung und Betrieb des Point of Contact ISPS-Sicherheitsmaßnahmen für den Nord-Ostsee-Kanal
Siehe auch Koordinierungsverbund Küstenwache Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger Rettungsleitstelle See
Weblinks Verkehrsmanagement und Verkehrszentralen auf Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Einzelnachweise
Kategorie:Küstenwache (Deutschland) Kategorie:Sicherheit in der Schifffahrt Kategorie:Seerecht (Deutschland) Kategorie:Verkehrssicherheit (Deutschland)