Langeoog (; ostfriesisch für ‚lange Insel‘) ist mit einer Fläche von knapp 20 km² die drittgrößte der Ostfriesischen Inseln im Nordwesten Deutschlands. Diese Inseln sind dem Festland des Landes Niedersachsen zwischen der Mündung der Ems und der Weser in der Deutschen Bucht vorgelagert. Mit einer Länge von rund zwölf Kilometern ist die Düneninsel Langeoog länger als ihre Nachbarinseln Spiekeroog im Osten und Baltrum im Westen, aber kürzer als Norderney und Juist. Die Inselgemeinde Langeoog gehört als Einheitsgemeinde zum Landkreis Wittmund.

Geografie mini|297px|Lage von Langeoog innerhalb der Ostfriesischen Inseln mini|Langeoog von Südwesten aus der Luft gesehen; dahinter Spiekeroog und Wangerooge mini|Das Pirolatal vom Standort der ehemaligen Seenotbeobachtungsstation aus gesehen. Große Teile der seewärtigen Dünen des Pirolatals wurden künstlich aufgeschüttet mini|Im Inselwald von Langeoog mini|Blick auf den Ort vom Wasserturm mini|Die Kaapdünen auf Langeoog, im Hintergrund der Wasserturm mini|Langeoog von Osten aus der Luft gesehen; im Vordergrund der Osterhook

Geografische Lage Langeoog gehört zu den Inseln vor der Küste Ostfrieslands. Teile der Insel und das Wattenmeer um die Insel gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Nachbarinseln sind, getrennt durch die Seegatte Otzumer Balje, Hullbalje und Schillbalje, Spiekeroog im Osten und Baltrum knapp zwei Kilometer entfernt im Westen, getrennt durch das Accumer Ee. Die Entfernung von der südlichsten Spitze der Insel bis zum Festland beträgt vier Kilometer. Die Areale im Wattbereich südlich der Insel in Richtung Festland heißen (von West nach Ost) Dornumer Nacken, Accumersieler Balje, Neiderplate, Dollart, Ruteplate, Langeooger Plate, Stüversplate, Hungat Plate und Seriemer Watt. Der große Priel Rute führt südlich der Ruteplate in Richtung Hullbalje.

Beschreibung Langeoog hat eine Fläche von rund 20 Quadratkilometern und einen etwa 14 Kilometer langen Sandstrand. Diesem schließt sich eine Dünenlandschaft mit bis zu hohen Dünen an. Die Dünenbereiche sind von Westen nach Osten wie folgt angeordnet: Flinthörndünen, Süderdünen, Kaapdünen und Heerenhusdünen.

Unter den ostfriesischen Inseln ist Langeoog die einzige, die bisher seeseitig ohne massive Küstenschutzbauwerke auskommt, um die Strände und Dünen gegen andauernde Erosionen zu schützen.NLWKN: Faltblatt zur Strandaufspülung Langeoog 2017/2018 – Abschnitt Küstenschutz auf Langeoog (PDF; 2,96 MB), abgerufen am 23. Dezember 2024.

Im Südwesten der Insel befindet sich das sogenannte Flinthörn (Flint ist ein Synonym für Feuerstein und Hörn bedeutet Fluthaken, Landspitze). Das ausgeprägte Salzwiesen- und Dünengebiet entstand mit der Zeit aus einer eigenständigen, sich anlagernden Sandbank. Begünstigt durch den von 1937 bis 1944 errichteten Flinthörndeich entwickelte sich das Deichvorland ungestört von der Sandbank über die unterschiedlichsten Stadien der Dünenentwicklung bis hin zu den älteren Graudünen. Seit 1963 steht das Flinthörn unter Naturschutz und darf nicht mehr betreten werden. Eine Ausnahme bildet der „Naturpfad Flinthörn“. Ausgehend vom 7,4 Meter hohen Flinthörndeich führt er über 1,5 Kilometer zu einer Beobachtungsplattform am Dünenrand und weiter bis zum Flinthörnstrand. Start und Ende des Naturpfades sind durch Stelen gekennzeichnet. Bebilderte Informationstafeln erläutern die vorkommenden Lebensräume mit ihren Vogel- und Pflanzenarten.

Nördlich der Flinthörndünen folgen die Süderdünen. Südöstlich davon liegt ein ausgedehnter Inselwald, der dort nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem ehemaligen Militärflugplatz entstand. Der Wald wird von Wander-, Rad- und Reitwegen sowie einem Fitnesspfad durchzogen. Am Rande erstreckt sich eine Schrebergartenkolonie.

An die Süderdünen schließen sich in nordöstlicher Richtung die Kaapdünen an. Sie trennen die Wohnbebauung des Inseldorfes von den hier beginnenden offiziellen Strandabschnitten. Ein gepflasterter Weg führt als „Höhenpromenade“ durch die Dünen in Richtung Osten bis zu den Heerenhusdünen, denen sich das langgezogene Pirolatal anschließt. Südlich der beiden letztgenannten Gebiete befindet sich im Inselinneren das sogenannte Meedland. Es wird im Süden vom alten, 1932/1933 errichteten Polderdeich begrenzt. Der Deich trägt auch den Namen Schniederdamm (Sniederdiek), da er unter Aufsicht eines Langeooger Schneiders in Notstandsarbeit errichtet wurde. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs verlor er seine Bedeutung durch den Neubau eines vier Meter hohen, südöstlich in Richtung Hafen verlaufenden Seedeichs. Der neue Deich wurde 1971 auf 6,16 bis 6,80 Meter erhöht.

In der östlich vom Pirolatal verlaufenden Dünenlandschaft liegt der Schloppsee (Sloppersee) nahe dem Großen Schlopp (Grote Sloop). Der See entstand erst 1971 durch Sandentnahme für den Küstenschutz. Es folgen die Melkhörndünen mit der etwa hohen Melkhörndüne. Sie ist die höchste Erhebung der Insel und war mit einstmals 21,3 Metern Höhe lange Zeit auch die höchste natürliche Erhebung Ostfrieslands. Das Melkhörn (= Melkecke) verdankt seinen Namen dem Umstand, dass hier an der ehemaligen 1. Meierei bis 1952 die Kühe gemolken wurden. Heute ist im Gebäude die Langeooger Jugendherberge untergebracht.Dünen auf Langeoog. Auf www.nordwestreisemagazin.de. Östlich der Melkhörndünen erstreckt sich nach dem Kleinen Schlopp (Lütje Sloop) ein Dreebargen genanntes Gebiet. Bis zum Inselende am Osterhook nimmt der Bewuchs und die Ausprägung der Dünen kontinuierlich ab.

Im südlichen Gebietsabschnitt des Großen und Kleinen Schlopp wurde in den Jahren 1934 und 1935 ein 218 ha großes Salzwiesenareal durch die Errichtung eines 5,5 Kilometer langen Sommerdeiches vom Wattenmeer abgetrennt, sodass ein Sommerpolder entstand. Dieser wurde in den Jahren von 2002 bis 2005 renaturiert, als man im Zuge der Verlegung der Europipe I und II – Gasleitungen im Accumer Ee eine Kompensationsfläche für diesen Eingriff in die Natur brauchte. Durch die Beseitigung des Sommerdeiches wurde der ursprüngliche Gebietscharakter wiederhergestellt.Renaturierung Langeooger Sommerpolder auf www.nlwkn.niedersachsen.de

Obwohl Langeoog vom Salzwasser der Nordsee umgeben ist, befindet sich im Sediment unterhalb des Inselkerns ein Süßwasservorkommen, das je nach Dünenhöhe unterschiedlich groß ist. Das Vorkommen in Form einer mächtigen Süßwasserlinse ist seit mehreren Jahren stark gefährdet, da die Sturmfluten im Winter die Schutzdünen nördlich des Pirolatals immer mehr abbrechen lassen.

Anstieg des Meeresspiegels Große Teile von Langeoog liegen nur wenige Meter über Normalhöhennull. Dadurch ist die Insel vom weltweiten Anstieg des Meeresspiegels infolge der globalen Erwärmung langfristig bedroht.Britt-Marie Lakämper, Berliner Morgenpost: Klimawandel: Diese deutschen Städte werden im Meer versinken, 14. Oktober 2021, abgerufen am 7. April 2023. Bisher war kein signifikanter Anstieg des Wasserstands zu erkennen; erwartet wird er ab der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Das Land Niedersachsen richtet seine Küstenschutzstrategie im Nordseebereich darauf aus, dass der Meeresspiegel laut dem Bericht des Weltklimarats (IPCC) von 2019 bis zum Jahr 2100 um 60 bis 110 cm steigen wird. In der Folge ist eine erosionsbedingte Gefährdung von Stränden und Vorstränden zu erwarten, was sich negativ auf den Tourismus auf der Insel auswirken würde.Niedersächsische Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels 2021 des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (pdf, 11,5 MB) Zum Schutz soll die Umsetzung des 2010 erstellten „Generalplans Küstenschutz - Ostfriesische Inseln“ des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beitragen.Generalplan Küstenschutz - Ostfriesische Inseln des NWKLN vom Mai 2010 (pdf, 3,8 MB)

Einige Einwohner von Langeoog verklagten 2018 das europäische Parlament und den Rat der Europäischen Union wegen Nichteinhalten von Klimaschutzzielen.Felicitas Boeselager, Deutschlandfunk: Warum eine Familie auf Langeoog die EU verklagt, 11. Oktober 2018, abgerufen am 7. April 2023. 2019 wies das Gericht der Europäischen Union den Antrag als unzulässig ab. Die Kläger kündigten an, in Revision zu gehen.Familie von Langeoog mit Klima-Klage gescheitert in NWZ vom 22. Mai 2019

Flächennutzung Die Flächenaufteilung der Insel Langeoog ist detailliert in der folgenden Tabelle angegeben:Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen-Online: Tabelle Z00100001 – 462007 – Gemeinde Langeoog.

Flächennutzung (Stand 2005) Fläche in ha Anteil in % Bauflächen 102 5,2 Flächen für den Gemeinbedarf 9 0,4 Verkehrsflächen 24 1,2 Ver- und Entsorgungsflächen 5 0,3 Grünflächen 49 2,4 Landwirtschaftsflächen 555 28,2 Forstwirtschaftsflächen 104 5,3 Wasserflächen 59 3,0 Flächen für Aufschüttungen und Abgrabungen 8 0,4 Sonstige Flächen 1054 53,6 Gesamtfläche 1967 100,0

Klima und Wetterextreme Auf der Insel Langeoog herrscht ein Seeklima mit eher milderen Wintern und kühleren Sommern. Das durchschnittliche Jahrestemperaturmittel liegt bei 8,8 °C. Das Monatstemperaturmittel liegt im Februar bei 1,1 °C, im August bei 16,4 °C. Seit 2000 werden durchschnittlich 14 Tage im Jahr mit einer Höchsttemperatur über 25 °C (sogenannte Sommertage) registriert. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 680 Millimetern, wobei der August der niederschlagsreichste Monat ist. Der geringste Niederschlag ist im März zu verzeichnen.

Es wird von jeweils harten Eiswintern in den folgend aufgeführten Jahren berichtet:

1929 – In diesem Jahr machte das zugefrorene Wattenmeer die Schiffspassage zwischen Januar und März unmöglich. Jedoch konnte die geschlossene Eisdecke mittels Wagen, teilweise auch Autos, überquert werden.Langeoog.de Geschichtlicher Abriss – Überblick auf gut 600 Jahre Siedlungsgeschichte der Insel Langeoog. e Eingesehen am 21. August 2010. 1955/1956 – Über Wochen lag auch hier der Fährverkehr lahm. Die Inselversorgung wurde über die Seenotrettungsboote Borkum, Lübeck und Langeoog gewährleistet. Auf langeoognews.de vom 16. Januar 2013, abgerufen am 27. Februar 2026. 1962/1963 – Infolge wochenlanger Abgeschnittenheit mit bis zu drei Meter hoch am Strand aufgetürmten Eisschollen erfolgte die Versorgung mit Bundeswehr-Hubschraubern.1963, als der Winter auf den Inseln eisig war auf ndr.de vom 2. Januar 2013, abgerufen am 11. März 2017.

Inselschutz Auf der Seeseite ist Langeoog nur durch natürliche Dünen, die als Schutzdünen bezeichnet werden, vor den Kräften der Nordsee geschützt. Die Dünen sind über 20 Kilometer lang, sie beginnen im Südwesten am Flinthörn und enden im Osten der Insel am Osterhook. Massive Schutzanlagen wie Stein- oder Spundwände sind nicht vorhanden. 2018 wurden vom Land Niedersachsen durch den Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Finanzaufwendungen von 2 Millionen Euro aus den Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz im Anschluss an bereits 2017 vorgenommene Sandaufspülungen noch einmal 200.000 Kubikmeter Sand auf einer Länge von 1,5 Kilometern am oberen Strandbereich zum Ausgleich noch fehlender Höhen aufgespült. Dies diente der Sicherung der Dünen vor dem Pirolatal und damit dem Schutz des Pirolatals vor dem Einbrechen von Wasser bei Sturmfluten.Pressemitteilung des NLWKN vom 30. Mai 2018 (Webseite des NLWKN), abgerufen am 14. Juni 2018. Der Schutz des Pirolatals ist für die Sicherung der Siedlung nötig. Unter diesem Tal liegt die Süßwasserlinse, aus der das Trinkwasser für Langeoog gewonnen wird. Bei einer Überflutung des Tals würde es mit Salzwasser vermischt und damit ungenießbar.Darstellung des Inselschutzes für Langeoog auf der Website des NLWKN (), abgerufen am 14. Juni 2018.

Flora und Fauna

Heidekrautgewächse