mini|Double Punch
American Kenpō Karate wurde von Edmund Kealoha Parker Sr. in den 1950er Jahren erfunden. Man nennt die Kampfkunst auch Ed Parkers Kenpo Karate. Diese basiert auf japanischen und chinesischen Kampfkünsten unter Einfluss moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse. Mit Gründung der International Kenpo Karate Association (IKKA) verbreitete sich die Kampfkunst zuerst in Amerika und dann weltweit.
Geschichte des American Kenpō Karate Die Geschichte der Kampfkunst beginnt mit Edmund Kealoha Parker, welcher 1931 in Honolulu geboren wurde und in den 1940er Jahren von Frank Chow in das Kenpō eingeführt wurde. Dieser machte Parker anschließend mit William Kwai Sun Chow bekannt, einem Schüler von James Mitose. Parker erkannte, dass die moderne Zeit neue Situationen mit sich brachte, die im Kenpō nicht berücksichtigt wurden, und passte die Kampfkunst so an, dass sie auf den Straßen Amerikas leichter anwendbar war. Er nannte seinen angepassten Stil „American Kenpō Karate“. Noch vor der Veröffentlichung seiner Lehren begann er jedoch, sich von chinesischen Kampfkünsten beeinflussen zu lassen, und integrierte diese Erkenntnisse in sein System.
Im Februar 1956 begann Ed Parker, Kenpō Karate gewerblich zu unterrichten – jeweils dienstags und donnerstags abends in Roy Woodwards Bodybuilding-Studio in Provo, Utah. Roy überließ Ed eine Ecke, in der dieser zwei oder drei Schüler unterrichtete. Dies währte jedoch nicht lange, da Roy das Fitnessstudio an American Health Studios verkaufte und nach Los Angeles zog, wo er die Position des Regionalleiters bei American Health Studios übernahm. Zu der Zeit besaß Ed Parker den Judo-Sandan (3. Dan) und Kenpō brown belt. Ed Parker schloss sein Studium an der Brigham Young University (BYU) in der ersten Junihälfte 1956 ab und zog nach Pasadena, Kalifornien, wo er im September 1956 seine erste Schule eröffnete. Roy Woodward lud Ed Parker ins Hollywood Health Gym ein und machte ihn mit Bert Goodrich bekannt. Im August 1956 unterrichtete Ed Parker im Bert Goodrich Bar Bell Gym. Kurz darauf machten Roy Woodward und Bert Goodrich Ed Parker mit Terry Robinson bekannt und so bekam er Kontakt zum Beverly Wilshire Health Club und begann auch viel Prominente aus der Film und Fernsehbranche zu trainieren. Im Februar 1957 errichtete Ed Parker sein eigenes Studio.
Im gleichen Jahr wurde die Kenpo Karate Association of America (KKAA) in Kalifornien gegründet.
1960 wurde das erste Buch von Senior Grandmaster Ed Parker Sr. mit dem Titel „Kenpo Karate: Law of the Fist and the Empty Hand“ fertiggestellt und veröffentlicht.
Um diese Zeit trainierte auch Elvis Presley das American Kenpō Karate. Elvis war so sehr von Kenpo und seinem Lehrer Ed Parker Sr. begeistert, dass er das Logo seiner Kampfkunst auf der Seite seiner Gitarre anbrachte. Elvis Presley hat aber die Prüfung zum 1. Dan bei Henry (Hank) Slomanski in Fort Campbell am 21. Juli 1960 im Chitō-ryū abgelegt.
Bis 1962 gab es folgende Schwarzgurte in chronologischer Reihenfolge: Rich Montgomery, Rick Flores, Al Tracy, Jim Tracy, Chuck Sullivan, John McSweeney und Dave Hebler. John McSweeney eröffnete im gleichen Jahr eine Schule in Irland.
Die KKAA wurde im Jahr 1962 in die International Kenpo Karate Association (IKKA) umbenannt, nachdem Mitglieder des Verbandes begonnen hatten, in andere Länder weltweit abzuwandern und die Kampfkunst zu verbreiten.
Im August 1964 kamen von der KKAA James Ibrao, Rich Montgomery und Rich Flores (Ed´s ersten drei Schwarzgurte) als höchstgraduierte und älteste Schüler zur IKKA.
1964 veranstaltete Ed Parker in Long Beach, Kalifornien, seine ersten International Karate Championships (IKC), die sich über viele Jahre hinweg zum größten Kampfsportturnier der USA entwickelten.
Viele herausragende Turnierkämpfer machten sich bei diesem Turnier einen Namen, darunter Chuck Norris, Tony Martinez, Mike Stone, Joe Lewis, Benny „The Jet“ Urquidez, Billy Blanks, Jerry Piddington und „Superfoot“ Bill Wallace. Bei den Long Beach Internationals wurde Bruce Lee im August 1964 erstmals der Kampfkunstszene vorgestellt; 1968 trat er dort erneut auf.
Seine Schule hinterließ einige weltbekannte Großmeister, wie Bob White, Richard „Huk“ Planas, Larry Tatum, Ron Chapel und Frank Trejo.
1972 kam Rainer Schulte, ein Amerikaner mit deutschen Wurzeln und Schüler Ed Parkers nach Willich, Nordrhein-Westfalen, und gab im Oktober sein erstes Kenpo-Training. 1973 wird der Kenpo-Karate Club e. V. Schiefbahn gegründet. Rainer Schulte wird Vizepräsident in Ed Parkers IKKA und europäischer Direktor der IKKA.
Der einzige Deutsche, der sich als direkter Schüler von Ed Parker bezeichnen kann, ist Christian Springer. Er begann im Jahr 1973 mit dem Training des American Kenpo bei Rainer Schulte und war dessen erster Schwarzgurt. Nach einem längeren Aufenthalt in Kalifornien, wo er nicht nur in Pasadena und West Los Angeles trainiert, sondern auch Privatstunden von Ed Parker erhalten hatte, kehrte Christian Springer nach Düsseldorf zurück und eröffnete Anfang der 1980er-Jahre ein Fitnessstudio mit Kampfsportschule bei Düsseldorf.
1982 fand auf Jersey die erste IKC Europe statt, ausgerichtet von Roy McDonald und mit Mr. Parker als Ehrengast. Das Turnier existiert bis heute.
Nach Ed Parkers Tod im Jahre 1990 übernahm seine Ehefrau Marguerite Leilani Parker das Amt der IKKA-Präsidentin und blieb, unterstützt von vielen treuen Trainern weltweit, bis zu ihrem frühen Ruhestand Anfang 2003 in dieser Position. Danach übernahm Ed Parker Srs. Tochter Darlene Parker Tafua die IKKA. Sie hält alle Rechte und Trademarks in Bezug auf Ed Parker Srs. American Kenpo Karate – hierzu zählen u. a. die Namensgebung, Unterrichtsmaterial, Bilder, und Abzeichen. Leilani Parker starb am 12. Juni 2006 in Pasadena.
Heute gibt es weltweit zahlreiche IKKA-Studios, unter anderem in Jersey, Guernsey, Großbritannien, Südafrika, Irland, Spanien, den Niederlanden, Griechenland, Portugal, Schweden, Australien, Deutschland, Russland, Chile, Mexiko und Neuseeland.
Ed Parker Sr. selbst hat seine Kampfkunst nie als amerikanisches Kenpo bezeichnet, sondern immer nur als Kenpo – aufgrund der hawaiianischen Herkunft der modernen Form hat sich dieser Begriff jedoch in einigen Ländern etabliert.
Parker ernannte keinen Nachfolger als Senior Grandmaster der IKKA. Laufzeit: 1 h 22 min 48 s Stattdessen vertraute er darauf, dass seine fortgeschrittenen Schüler seine Lehren auf ihre eigene Weise fortführen würden, was zur Entstehung mehrerer eigenständiger, aus dem System hervorgegangener Stile führte.
American Kenpō Karate Glaubensbekenntnis (Creed)
Das von ihm verfasste Kenpo-Karate-Creed betonte, nach welchen Grundsätzen seine Schüler leben sollten:
American Kenpō Karate Logo, auch Kenpo Crest genannt (urheberrechtlich geschützt) mini|Edmund Kealoha Parker Sr. (links das IKC Patch und rechts das American Karate Kenpo Logo auf dem Anzug) Das erste Logo war eine Faust mit dem Untertitel Kenpo Karate und wurde von Ralph Castro 1950 entworfen.
Das zweite Logo entwarf dann 1958 Dick Tercell, als die Kampfkunst American Kenpō Karate internationale Bekanntheit erlangte. Das Design des Emblems sollte die modernisierte Form dieser Kampfkunst symbolisch darstellen und zugleich die Wurzeln des American Kenpo in den traditionellen chinesischen und japanischen Kampfkünsten würdigen.
Das Logo findet man im Bild von Ed Parker auf seinem Anzug auf der rechten Seite und ist wie folgt aufgebaut: „Der Tiger“ – Er repräsentiert die irdische Kraft, die aus den frühen Phasen des Lernens erwächst. Dies ist das Stadium, in dem der Einzelne stärker von seiner eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit beeindruckt ist. „Der Drache“ – Er steht für Geschmeidigkeit und Beweglichkeit, aber auch für geistige Stärke sowie für ein fortgeschrittenes Stadium in der Ausbildung eines Kampfkünstlers. Im Wappen ist der Drache über dem Tiger angeordnet, um zu symbolisieren, dass geistige Stärke wichtiger ist als körperliche Kraft. Dies bedeutet jedoch nicht, dass körperliche Kraft unwichtig wäre. Vielmehr verdeutlicht es, dass Kampfkünstler ihren Verstand einsetzen müssen, um ihr körperliches Handeln zu lenken. „Der Kreis“ – Er ist ein Symbol für vieles. Er versinnbildlicht das Leben selbst als einen fortlaufenden Kreislauf ohne Anfang und Ende. Ebenso verhält es sich mit der Kunst des Kenpō. Auch sie ist ein Kreislauf aus unaufhörlicher, ständiger Bewegung. Techniken folgen einem Zyklus, Bewegungen sind Teil eines Zyklus. Körperliches Können, Demut und Selbstbeherrschung sind nichts weiter als Bestandteile eines fortschreitenden Lernzyklus. Der Kreis ist die Grundlage, der unser Alphabet entspringt. „Trennungslinien“ – Die Linien innerhalb des Kreises stellen die ursprünglichen Angriffsmethoden dar, die von den frühen Praktizierenden der chinesischen Kampfkünste erlernt wurden. Sie veranschaulichen zudem die Bahnen, entlang derer sich ein Objekt bewegen kann. „Die Farben“ – Der weiße Hintergrund steht für die vielen Anfänger, die das Fundament dieser Kunst bilden. Gelb oder Orange repräsentieren die erste Stufe der Fertigkeit – das Stadium der mechanischen Ausführung, eine gefährliche Phase des Lernens. Es ist eine Zeit, in der der Schüler stärker von den körperlichen Aspekten beeindruckt ist und – ähnlich einem Studienanfänger – glaubt, auf alles eine Antwort zu wissen. „Die orientalische Schrift“ – Sie erinnert an die Begründer unserer Kunst, die Chinesen. Sie steht für den Respekt, den wir ihnen entgegenbringen – nicht dafür, dass wir ihnen dienen. Die Schriftzeichen auf der rechten Seite bedeuten „Kenpo Karate“ – das Gesetz der Faust und der leeren Hand; jene Kunst, die wir ausüben. „Die Form“ – Die Form des Logos stellt ein Haus dar, an dessen Unterseite sich die Form einer Axt befindet. Der obere Teil des Wappens auf dem Aufnäher gleicht einem Dach, das all jenen Schutz bietet, die darunter Zuflucht suchen. Die Wände und das Dach sind geschwungen, um das Eindringen des Bösen zu verhindern. Die Symbolik deutet auf die Anwendung von Kenpo als Hauptwaffe im Kampf (siehe auch das „K“ in der Axt). Die Axt ist eine ernste Mahnung: Sollte ein Kampfsportler den Ruf der Organisation schädigen, wird er vollständig „ausgeschlossen“. Das „K“ in der Axt steht für Kenpo, die Kunst, die wir praktizieren. Siehe auch : The Kenpo Crest, YouTube, 2018 (Laufzeit: 16 min 18 s)
IKC Flame Patch Im Bereich der Kampfkünste steht „IKC“ für die „International Kenpo Karate Championships“, die weltberühmten Meisterschaften, die 1964 von Ed Parker in Long Beach, Kalifornien, ins Leben gerufen wurden. Das Patch sieht man im obigen Bild auf Ed Parkers Anzug auf der linken Seite. Das sogenannte „Flame Patch“ (Flammen-Abzeichen) ist ein begehrtes Abzeichen unter Kenpo-Praktizierenden.
„Das Oval“ – Es repräsentiert die Form der Welt sowie den Rahmen, der die Flamme umschließt und kontrolliert. „Die Flamme“ – Sie steht für dauerhafte Freundschaft und Brüderlichkeit zwischen allen Karate-Stilen. „Die drei Spitzen der Flamme“ – Sie repräsentieren die drei Stadien des Lernens – primitive, mechanische und spontane Selbstverteidigung. „Die Farben“ – Sie entsprechen den Gürtelgraden, wobei Weiß für Anfänger, Braun für Fortgeschrittene, Schwarz für Experten und Rot für den Professoren- oder Meisterstatus steht.
Es symbolisiert eine beständige Freundschaft und Brüderlichkeit, die – wenn sie von allen Karate-Stilen entfacht wird – Jahr für Jahr in hellem Glanz erstrahlt. Ihre Schönheit lässt sich mit der Kampfkunst selbst vergleichen: anmutig und nützlich, doch bei Berührung tödlich. Die drei Spitzen der Flamme stehen für die drei Stadien des Lernens: das ursprüngliche, das mechanische und das spontane Stadium. – Encyclopedia of Kenpo.
Siehe auch : IKC Flame Patch, YouTube, 2009 (Laufzeit: 1 min 51 s)
American Kenpō Karate Graduierung