Klein Oßnig, , ist ein Gemeindeteil von Schorbus, einem Ortsteil der Stadt Drebkau im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg). Klein Oßnig war bis 1974 eine eigenständige Gemeinde; es hat heute ca. 120 Einwohner.

Lage Klein Oßnig liegt als Straßendorf an der B 169 ca. fünf Kilometer vor Cottbus am Fuß des Schwarzen Berges, der mit 112 Metern die höchste Erhebung der Umgebung darstellt. Markant ist der weithin sichtbare Funkturm auf dem Schwarzen Berg.

Die frühere Gemarkung wurde nach der Eingemeindung in Schorbus mit der Gemarkung von Schorbus vereinigt. Sie entspricht der Flur 5 der heutigen Gemarkung Schorbus. Die frühere Gemarkung von Klein Oßnig grenzte im Norden an Hänchen, Klein Gaglow und Groß Gaglow, im Osten und Süden an Schorbus und im Westen an Leuthen.

Nördlich des Ortskerns verläuft der Hänchener Buschgraben zunächst nach Westen, dann nach Norden Richtung Hänchen.

Geschichte Das Dorf wurde im Jahr 1457 als Cleynen Oßnigk erstmals erwähnt. Vermutlich geht der Ortsname auf aso. *Ośnik = Espe oder Espenhain zurück. Nach Rudolf Lehmann war Klein Oßnig seiner ursprünglichen Struktur nach ein Breitgassendorf. mini|Klein Oßnig, Ausschnitte aus den Urmesstischblättern 4251 Cottbus West (1846) und 4351 Drebkau (1846), kombiniert

Besitzgeschichte Am 20. Juli 1457 stellte Nickel von Czetschwytz/Zetschwitz seiner nicht namentlich genannten Ehefrau einen Leibgedingebrief über das Dorf Klein Oßnig und einen dortigen Hof aus. Am 7. März 1500 erhielt der kurfürstlich-brandenburgische Rat Hans von Pannwitz das Angefälle auf diese Güter, d. h. für den Fall, dass Nickel von Czetschwytz/Zetschwitz ohne Leibeserben sterben sollte. Er hatte anscheinend seine Frau überlebt, starb aber bald darauf ohne Leibeserben. Hans von Pannwitz muss danach tatsächlich in den Besitz von Klein Oßnig gekommen sein. 1536 erhielten die Brüder Andreas, Antonius, Hans und Wolf (I.) von Pannwitz den Lehnbrief über die Güter ihres verstorbenen Vaters, nämlich Kathlow, Schlichow, Anteil Babow, Klein Oßnig und ein Freihaus in Cottbus. Am 26. August 1538 erhielten sie auch den Lehnbrief über die von der Krone Böhmens zu Lehn gehenden Orte Hornow, Bagenz, Klein Bademeusel, Graustein, Klein Gaglow und Jehserig. Hans ist schon 1542 gestorben und hinterließ drei unmündige Söhne namens Heinrich, Hans und Dietrich, die am 26. September 1542 mit Graustein und Klein Bademeusel belehnt wurden. Mitbelehnt waren die Brüder ihres verstorbenen Vaters Andreas, Antonius und Wolf (I.) auf Kathlow sowie die Vettern Nickel und Valten von Pannwitz auf Königswartha in der Oberlausitz.

Wolf (I.) hatte Hornow, Anteil Babow, ein Freihaus in Cottbus, Jehserig und Klein Oßnig erhalten. Er war mit Sibylle Maria von Schönfeld verheiratet. Vermutlich ging er noch eine zweite Ehe ein (oder die obige Angabe in der Genealogischen Adelshistorie ist falsch), denn Mülverstedt verzeichnet für 1541 und 1551 zwei Ehestiftungen des Wolf (I.) von Pannwitz mit einer Margaretha NN. 1557 verstarb auch Wolf (I.). 1571 huldigte Antonius von Pannwitz zu Kathlow dem neuen brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg. In der Eintragung werden als Gesamthänder Hans, Wolf (II.) und Otto von Pannwitz ungesunderte Kinder, zu Klein Ossnig genannt. In die Gesamte Hand aufgenommen waren auch Heinrich und Dietrich, die Söhne des 1542 gestorbenen Hans. 1576 werden dann die Söhne des Wolf (I.), namens Hans, Wolf (II.) und Otto von Pannwitz zu Hornow, Klein Oßnig und Babow genannt. Um 1570 gehörte Wolf (II.) zu den adligen Rittergutsbesitzern, die im Winter, wenn der Spreewald zugefroren war, mit zwei Schlitten zwei Wochen lang Holz, ausgenommen waren Eichen, Eschen, Buchen und Rüstern, aus dem Spreewald holen durften. 1578 verkauften die drei Brüder Hans, Wolf (II.) und Otto von Pannwitz das Dorf Jehserig an Nicol von Löben auf Klein Buckow (Buckwitz) und Groß Döbbern. In der brüderlichen Teilung fiel Hornow an Hans, Babow und das Freihaus in Cottbus an Otto, und Wolf (II.) erhielt Klein Oßnig. Die Tochter Barbara des Wolf (I.) war mit Kaspar von Muschwitz auf Wintdorf verheiratet. Eine weitere Tochter war mit Nickel von Langen auf Münchehofe verheiratet.

Wolf (II.) war 1557 noch minderjährig. 1566 finden wir ihn in Ungarn im Sold Breslaus gegen die Türken kämpfend. Um 1570 heiratete Wolf von Pannwitz Anna von Loeben aus dem Hause Kurtschow (Herzogtum Crossen). In zweiter Ehe war er mit Marianne von Loeben aus dem Hause Groß Döbbern verheiratet, mit der er am 15. November 1614 eine Ehestiftung vereinbarte. Er hatte 1591 Groß Gaglow und 1600 Klein Gaglow erworben. 1631 ist er gestorben. Er hatte vier Töchter und einen Sohn namens Wolf (III.) oder Wolf Ernst.

Wolf (III.) (oder Wolf Ernst) war mit Anna von Ponickau verheiratet (Houwald), nach anderer Quelle wohl fehlerhaft mit Sophia von Oppen aus dem Hause Kossenblatt. Nach Houwald hatte das Paar sieben Töchter und zwei Söhne. Wolf III. (oder Wolf Ernst) starb 1630 noch vor seinem Vater. Die beiden Söhne Valtin Nickel und Wolf Ernst waren zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig. Klein Oßnig und Groß Gaglow fiel daher am 28. November 1631 an Valtin Nickel und Wolf Ernst. Später übernahm Valtin Nickel Groß Gaglow, Klein Oßnig und Anteil Döbbrick allein.

Valtin Nickel von Pannwitz auf Klein Osmig und Groß Gaglo verabredete am 30. November 1648 ein Ehegeld von 3.000 Talern mit Barbara Sabina von Pannwitz. Sie war die Tochter des Caspar von Pannwitz auf Kathlow und der Sophia von Oppen aus dem Hause Kossenblatt. Das Paar hatte insgesamt 15 Kinder, sieben Söhne und acht Töchter. Er starb am 16. Juli 1686.

Klein Oßnig kam nun zunächst an den Sohn Joachim Friedrich (* 25. Februar 1659). Er war mit Anna Margarethe von Bomsdorf, Tochter des Christoph Lothar von Bomsdorf und der Anna Sofie von Pannwitz verheiratet, die aber schon 1703 gestorben ist. In zweiter Ehe heiratete er Sofie Eleonore von Schönberg. Joachim Friedrich von Pannwitz auf Klein Oßnig hatte aus erster Ehe zwei Söhne Joachim Friedrich und Nikolaus Sigismund (* 1700, † 18. August 1748 in Berlin). Nach einer gefährlichen Krankheit macht er 1709 sein Testament und bestimmte darin seinen Bruder Friedrich Wilhelm zum Vormund für seine vier Kinder. 1710 kurz nach der Ernte, während Joachim von Pannwitz auf dem Viehmarkt in Cottbus war, brach im Gut ein Feuer aus, dem sogar das von einem Wassergraben umgebene Gutshaus nebst allen übrigen Gutsgebäuden zum Opfer fielen. Joachim Friedrich ist noch 1710 gestorben. Die Witwe heiratete danach Siegmund Friedrich von Gladis, den Landesältesten des Naumburgischen Kreises auf Groß Dobritsch und Kleindobritsch. Die Tochter Sabine Sofie verheiratete sich mit Siegmund (Sigismund) Heinrich von Gladis, die Tochter Margarethe Eleonore mit dem Justizrat Siegfried Heinrich von Gladis.

Auf Joachim (Friedrich) von Pannwitz folgten zunächst seine beiden Söhne Joachim Friedrich und Nikolaus Sigismund nach, die jedoch nicht verheiratet waren und keine leiblichen Erben hatten. Beide bekleideten hohe Offizierstellen im königlich-preußischen Herr. 1748 starb Sigismund Nickel und Klein Oßnig gehörte nun dem Joachim Friedrich allein. Joachim Friedrich von Pannwitz verließ am 20. November 1757 die Armee.

Völlig unklar ist die familiengeschichtliche Herkunft des Johann Rudolph von Loeben auf Klein-Oßnig in der Lausitz, der 1738 vor Belgrad als Königlich-Polnischer Kapitän starb. Genannt ist auch seine einzige Schwester Sophia Elisabeth Tugendreich, ist in der Historie, Poesie, Sprachen, politischen Studiis sehr erfahren. Vielleicht waren sie vor den von Gladis Verwalter oder Pächter des Gutes.

Klein Oßnig und Anteil Döbbrick kamen zu einem noch nicht gänzlich geklärten Zeitpunkt zu einem Drittel an Siegried Heinrich von Gladis, zwei Drittel an Siegmund (Sigmund Heinrich) von Gladis (1689–1758), der seinem Bruder kurz danach das eine Drittel abkaufte. Siegmund von Gladis war königlich-dänischer Leutnant und Besitzer von Groß Dobritsch, Klein Dobritsch, Dobrick und der kleinen Siedlung Seedorf bei Wiesau. und hatte bereits 1718 Sadina von Pannwitz (1693–1755) aus Klein Oßnig geheiratet. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel. Deutscher Uradel. 1931. Dreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1930, S. 151 ff. (FamilySearch) Also schon weit vor 1748 waren die von Gladis in Klein Oßnig ansässig, vermutlich zunächst als Pächter, da die eigentlichen Besitzer sich als Militärs nicht um das Gut kümmern konnten. 1748 hatte der Leutnant von Gladis (also wohl Siegmund Heinrich) eine Auseinandersetzung mit dem Förster Spreewitz um die Hütung im sogenannten Radebusch. Siegmund Heinrich von Gladis und Sabine Sofie von Pannwitz hatten zwei Töchter, von denen sich Henriette Friederike (1725/1726–1784) mit dem kurfst. sächs. Kapitän (Hauptmann) Alexander Wilhelm von Stutterheim, der Klein Oßnig zunächst gepachtet hatte, verheiratete. Der Sohn Joachim Sigismund von Gladis erhielt zwei Drittel an Klein Oßnig und Seedorf, Henriette Friederike ein Drittel. Ihre Schwester Anna Eleonore Sophie von Gladis war 1742 zwanzigjährig verstorben.

Zwei Drittel-Anteil des Joachim Sigismund von Gladis Sigismund (Joachim Sigismund) (1728–1772) von Gladis war in erster Ehe mit Johanna Auguste Charlotte von List (1725–1758) aus dem Hause Drieschnitz verheiratet. Seine Frau starb kurz nach der Geburt der ersten Tochter. Er heiratete dann in zweiter Ehe am 2. Mai 1759 Friederike Erdmuthe von Klitzing (1723–1791), Tochter des Gottlob Leopold von Klitzing, Erbherr auf Schorbus und Fröhden und der Christiane Louise von Thielau aus dem Hause Croitsch/Kroitsch. Mit ihr hatte er den Sohn Christian Sigismund Friedrich. 1783 gab es eine Regulierung der Grenzen zwischen dem dem Herrn von Kottwitz gehörenden Gut Leuthen und dem Anteil an Gut Laubst der Johanna Elisabeth von Zinck, geborene von Stutterheim, sowie zwischen dem Gut Klein Oßwig der Frau von Gladis, geborene von Klitzing und dem Gut Leuthen. Christian Sigismund Friedrich von Gladis erbte die zwei Drittel an Klein Oßning von seinem Vater bzw. seiner Mutter. Durch die Heirat mit NN Gluer vereinigte er die beiden Anteile wieder in einer Hand.

Ein Drittel-Anteil der Henriette Friederike von Gladis Henriette Friederike von Gladis heiratete am 19. Juni 1754 Alexander Wilhelm von Stutterheim, der das Gut Klein Oßnig gepachtet hatte. Das Paar hatte die zwei Töchter Eleonore und Johanna. Christian Gulde gibt für 1784 die Geschwister von Stutterheim als Besitzer von Klein Oßnig und Döbern (Anteil Döbbrick?) an.

Eleonore von Stutterheim war mit Woldemar von Malachowski, königlich-preußischer Leutnant im Husarenregiment Usedom, Landrat des Kreises Kowal in Südpreußen verheiratet. Johanna von Stutterheim hatte den Gottfried von Pastnau, königlich-preußischer Rittmeister geheiratet, der 1806 Postmeister in Gransee war. Die beiden Schwestern verkauften ihr Drittel an Frau von Gluer. Nach Lehmann folgte noch ein von Schonowski. Dessen Tochter Johanna von Schonowski heiratete (Christian) Friedrich Siegmund von Gladis, der das Gut bzw. die zwei Anteile wieder vereinigte. Friedrich Wilhelm Bratring nennt für 1805 noch die Frau von Gluer als Besitzerin.

Gesamtgut nach 1805 Wann genau (Christian) Friedrich Siegmund von Gladis Johanna von Schonowski heiratete und die beiden Anteile an Klein Oßnig wieder vereinigte, ließ sich bisher nicht ermitteln. Heinrich Friedrich von Gladis, der Sohn des Christian Sigismund Friedrich von Gladis, geriet als sächsischer Seconde-Lieutenant bei Willna (Vilnius?) in russische Gefangenschaft und starb im Lazarett von Dobreczin. Der Vater Christian Sigismund Friedrich ließ ihn 1819 für tot erklären. 1833 ist Christian Sigismund Friedrich von Gladis verstorben. Ihm folgte sein Sohn Adolf Carl Friedrich von Gladis (1822–1866) nach. Er war mit Ulrike von Muschwitz verheiratet. Rauer nennt für 1857 den Leutnant Karl Friedrich Adolph von Gladiss als Besitzer von Klein Oßnig. Auch Adolf Frantz verzeichnet ihn als Besitzer von Klein Oßnig.