Die Grünrüssler (Phyllobius) sind eine Gattung von Käfern aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae).

Der Name Grünrüssler kommt daher, dass viele Arten der Gattung Phyllobius durch Beschuppung grün erscheinen. Dabei besteht häufig eine große Farbvarianz zu Olivtönen hin. Wird jedoch die Beschuppung im Lauf der Zeit abgewetzt, erscheint zuerst stellenweise, dann großflächig die dunkle Farbe des Chitins. Ein braunes Tier kann also auch zu einer grünen Rüsslerart gehören. Außerdem gibt es auch braune Arten der Gattung.

Körperbau Die meisten Arten sind kleiner als ein Zentimeter und durch Beschuppung grünlich erscheinend.

Der kurze Rüssel wirkt von oben besehen rechteckig und ist nur wenig schmaler als der restliche Kopf. Der Halsschild ist nur wenig breiter und glockig gewölbt. die Flügeldecken dagegen sind deutlich breiter und setzen sich mit den ausgeprägten Schultern deutlich vom Halsschild ab. Das zwischen dem Ansatz der Flügeldecken liegende Schildchen ist deutlich sichtbar und dreieckig. Die Flügeldecken verbreitern sich nach hinten bis zum letzten Drittel leicht und laufen dann fast geradlinig zu einer Spitze zusammen.

Phyllobiusarten besitzen keine Zunge, die beiden Kieferpaare sind freiliegend. Die Fühlergrube ist oval, von oben einsehbar, und nur schwach ausgerandet. Die Fühler sind auffallend lang und dünn, das 1. Fühlerglied (der Schaft) erreicht mindestens den Vorderrand der Augen, die abgewinkelte Geisel besteht aus sieben deutlich sichtbaren Gliedern und die abschließende Keule besteht aus 4 Gliedern. Die Augen sind rundlich und seitenständig.

Die Beine sind kräftig, die Klauen an der Basis miteinander verwachsen. Die Vorderschenkel sind leicht nach innen gebogen, auf der Innenseite befindet sich meist ein gut sichtbarer Dorn.

mini|Bild 1: Fühlergrube Phyllobius mini|Bild 2: Fühlergrube Polydrusus

mini|Phyllobius oblongus mini|Phyllobius glaucus mini|Phyllobius glaucus mini|Phyllobius pomaceus mini|Phyllobius pyri mini|Phyllobius virideaeris in Kopula

Verwechslungsmöglichkeit Häufig werden Phyllobiusarten mit Arten von Polydrusus verwechselt oder wegen ihrer ökologischen Gleichheit bewusst zusammengenommen. Der gravierende systematische Unterschied liegt in der Form der Fühlergrube. Die Fühlergrube ist die Vertiefung im Rüssel, in der der Fühler eingelenkt ist. Damit die Käfer die Fühler schützend an den Körper anlegen können, mündet die Fühlergrube häufig in eine Rille, in die der Schaft des Fühlers zu liegen kommt. Bei Phyllobius ist diese Rille nur durch eine Ausbuchtung der Fühlergrube an der Rüsseloberseite angedeutet (Bild 1), bei Poydrusus verläuft sie deutlich ausgeprägt an der Rüsselseite in Richtung unter die Augen (Bild 2). Deswegen bilden Phyllobius und Polydrusus nicht nur verschiedene Gattungen, sondern sie gehören sogar verschiedenen Unterfamilien der Rüsselkäfer an.

Systematik Die einzelnen Arten unterscheiden sich durch die Behaarung und Farbe und Form der Schuppen. Das nur langsam entstandene Interesse an dieser Käfergruppe spiegelt sich darin, dass noch in C. G. Calwer’s Käferbuch Hoffmannsche Buchdruckerei in Stuttgart 1876 nur 6 mitteleuropäische Arten angegeben sind, bei E. Reitter 1916 finden sich schon 18 Arten für das Deutsche Reich und bei Freude-Harde-Lohse sind 25 Arten für Mitteleuropa angegeben.

Heute ist die Gattung Phyllobius in Europa mit 86 Arten und Unterarten vertreten.Fauna Europaea Web Service (2005) Fauna Europaea version 1.2 (7. März 2005), online: (Zugriff am 15. September 2006). In Deutschland treten davon 15 Arten auf. Phyllobius achardi , 1873 Phyllobius aetolicus , 1901 Phyllobius alpinus , 1859 Phyllobius arborator (, 1797) Silberner Grünrüssler (Phyllobius argentatus (, 1758)) Phyllobius betulinus (, 1805) Phyllobius brenskei , 1911 Phyllobius brevis , 1834 Phyllobius bulgaricus , 1916 Phyllobius canus , 1834 Phyllobius contemptus , 1832 Phyllobius crassipes , 1860 Phyllobius cupreoaureus , 1861 Phyllobius cylindricollis , 1834 Phyllobius dispar , 1849 Phyllobius emeryi , 1873 Phyllobius emgei , 1887 Phyllobius etruscus , 1873 Phyllobius euchromus , 1885 Phyllobius fessus , 1843 Phyllobius flecki , 1906 Phyllobius fulvago , 1834 Phyllobius fulvagoides , 1885 Phyllobius ganglbaueri , 1916 Phyllobius glaucus (, 1763); Syn. Phyllobius calcaratus (, 1792) Phyllobius haberhaueri , 1916 Phyllobius insidiosus , 1981 Phyllobius insulanus , 1911 Phyllobius jacobsoni , 1913 Phyllobius korbi , 1908 Phyllobius lateralis , 1857 Phyllobius leonisi , 1902 Phyllobius longipilis , 1843 Phyllobius maculicornis , 1824 Phyllobius meschniggi , 1938 Phyllobius montanus , 1862 Phyllobius noesskei , 1916 Phyllobius nudiamplus , 1916 Zweifarbiger Schmalbauchrüssler (Phyllobius oblongus) (, 1758) Phyllobius pallidus (, 1792) Phyllobius pellitus , 1843 Phyllobius peneckei , 1931 Phyllobius pilicornis , 1873 Phyllobius pilipes , 1873 Nessel-Blattrüssler (Phyllobius pomaceus , 1834) Phyllobius pyri (, 1758) Phyllobius quercicola , 1916 Phyllobius raverae , 1903 Phyllobius rhodopensis , 1898 Phyllobius roboretanus , 1882 Phyllobius rochati , 1981 Phyllobius romanus , 1890 Phyllobius schatzmayri , 1981 Phyllobius seladonius , 1832 Phyllobius squamosus , 1866 Phyllobius subdentatus , 1843 Phyllobius thalassinus , 1834 Phyllobius transsylvanicus , 1894 Phyllobius tuberculifer , 1865 Phyllobius valonensis , 1916 Phyllobius versipellis , 1916 Phyllobius vespertilio , 1884 Phyllobius vespertinus (, 1792) Phyllobius virideaeris (, 1781) Grünkragen-Blattrüssler (Phyllobius viridicollis , 1792) Phyllobius xanthocnemus , 1852

Biologie Die Käfer (Imagines) ernähren sich von Blättern verschiedener Bäume, Sträucher und krautiger Pflanzen. Die adulten Tier erscheinen im Frühjahr und Frühsommer, dann oft massenweise. Da manche Arten auch die Knospen der Obstbäume annagen, können sie schädlich werden. Fast alle Arten sind in der Wahl ihrer Nahrungspflanzen nicht festgelegt (polyphag). Manche Arten bevorzugen Weiden und Pappeln, andere Rosengewächse. Hierher gehören die Arten, die in Aprikosen- oder Pflaumenplantagen schädlich werden können. Bei einer Art wird Gras als Nahrungspflanze angegeben. Bei anderen Arten fehlt eine Angabe. Die Larvenentwicklung der Grünrüsslers erfolgt im Boden, die Larven ernähren sich von Pflanzenwurzeln.

Einzelnachweise

Weblinks

Zuverlässig bestimmte Bildgalerie zum Vergleich der verschiedenen Arten Empfehlenswerte Seite zu Ph. pyri Empfehlenswerte Seite zu Ph. urticae

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