In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre gehörte der VfL Osnabrück zu den bekanntesten und erfolgreichsten „Spitzenteams“ des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Schon mit dem Aufstieg aus der Niedersachsenliga in die erstklassige Oberliga Nord im Jahr 1958 wurde der Grundstein für die spätere Erfolgsgeschichte der Osnabrücker Basketballer gelegt. In der Saison 1965/66 qualifizierte sich das VfL-Team als Staffelsieger der Oberliga Nord für die neue zweigeteilte Basketball-Bundesliga (BBL) und gehörte in der ersten BBL-Spielzeit 1966/67 zu den 20 Gründungsteams. Gleich in der ersten Bundesliga-Saison wurde der VfL Vize-Meister sowie Sieger im ebenfalls neuen DBB-Pokal. Gefolgt von einer weiteren Vize-Meisterschaft in der Saison 1967/68 erreichte der VfL in der Saison 1968/69 seinen ersten und einzigen Deutschen Meistertitel.
Parallel zu den Erfolgen auf nationaler Ebene nahm der VfL auch an internationalen Wettkämpfen teil. Die Osnabrücker waren in drei Spielzeiten in Europapokal-Wettbewerben des Basketball-Weltverbands FIBA vertreten. 1968 konnten die VfL-Spieler im europäischen Wettbewerb der nationalen Pokalsieger das Achtelfinale erreichen. Die Spieler der Bundesligateams waren in den Jahren des Erfolges über die Grenzen Deutschlands hinaus als Sympathieträger bekannt und wirkten für die Stadt Osnabrück als „Aushängeschild“.VfL Osnabrück wird in Gießen Meister. Höfig überreicht Kapitän Uhlig Meisterschild. In Basketball – amtliches Organ des Deutschen Basketball-Bundes, Nr. 9, 30. April 1969.Deutsche Basketball-Meisterschaften und DBB-Pokalsieger Website Sport-Komplett – Sportarten und Sportereignisse, Daten Basketball. Abgerufen 30. Mai 2012.DDR-Basketball-Meisterschaften – Plätze eins bis drei Website Sport-Komplett – Sportarten und Sportereignisse, Daten Basketball. Abgerufen 6. Mai 2012.„Cup Winners’ Cup 1967–68“ FIBA Europapokal der nationalen Pokalsieger. Website Linguasport, Sport History and Statistics. Abgerufen 30. Mai 2012.
Herausragende, in Länderspielbegegnungen ihrer Verbände und/oder durch die Teilnahme an internationalen FIBA-Wettbewerben erfahrene Bundesligaspieler waren Helmut Uhlig, Klaus Weinand und Rassem Yahya, die bereits vor ihrer Zeit beim VfL Osnabrück mit ihren früheren Erstligaclubs einmal oder mehrfach Meister des Deutschen Basketball Bundes (DBB) oder des Deutschen Basketball-Verbandes der DDR (DBV) werden konnten. Aus dem Kreis der fünf VfL-Bundesligaspieler (damals vier „aktuelle“ Spieler sowie mit Rolf Dieter ein ehemaliger VfL-Jugend- und Bundesligaspieler), die nach Oktober 1968 in der Phase der Olympiavorbereitung in der A-Nationalmannschaft zum Einsatz kamen, gehörten 1972 beim olympischen Basketballturnier in München zwei VfL-Spieler zum Olympiateam des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland. Höhenflüge, bis Saison 1976/1977. Website USC Heidelberg, Historie. Autor Peter Wittig. Abgerufen 30. Mai 2012. Website DDR-Basketball – Alles über Basketball im Osten. Abgerufen 11. August 2012. Website FIBA. Abgerufen 6. Mai 2012. Website FIBA. Abgerufen 30. Mai 2012.
Zwei VfL-Bundesligaspieler nahmen an einem Dr.-Albert-Schweitzer-Turnier (AST), einem Turnier für Nationalmannschaften der männlichen Basketballjugend (U 18), in Mannheim, teil. Der Koblenzer Klaus Weinand spielte im Dezember 1958 mit der Jugend-Nationalmannschaft des DBB das erste Turnier (damals noch mit acht Mannschaften, Rang 3). Egon Homm nahm im April 1966, als sich das Turnier nach einer mehrjährigen Unterbrechung wieder etablierte, am 3. Europa-Jugend-Basketballturnier, mit 9 Nationalmannschaften (Rang 6), teil. Albert Schweizer Tournament (AST), History Standings since 1958. Abgerufen am 6. Mai 2026.
Die VfL-Spieler hatten im Laufe ihrer Spielerkarriere mit ihrem Clubteam und/oder in einer der Nationalmannschaften ihres Basketballverbandes immer wieder Gelegenheit, sich mit den leistungsstärksten Spielern des europäischen Basketballs auf einem hohen athletischen Niveau zu messen und sich an deren herausragendem spielerischen Können zu orientieren. Neben der Auseinandersetzung mit den Spitzenspielern der europäischen Basketballwettbewerbe auf dem Parkett ergaben sich ebenfalls Begegnungen mit Trainern und Schiedsrichtern des europäischen Basketballs. (Die bedeutendsten Persönlichkeiten von ihnen wurden 2008, anlässlich des fünfzigsten Jubiläums der ersten Austragung des Europapokal-Wettbewerbs im Jahr 1958, von der EuroLeague in der Euroleague’s 50 Greatest Contributors List zusammengefasst und im Rahmen einer offiziellen Zeremonie in Madrid geehrt.)Creating a European Cup of Champion Clubs Website Linguasport, Sport History and Statistics. Abgerufen 30. Mai 2012.N.N.: Archiviert von EuroLeague—Website; Barcelona, 2. Januar 2015. Abgerufen am 2. Februar 2019 (in Englisch).
In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre gehörte der VfL Osnabrück, zusammen mit den vier weiteren Sportvereinen Alemannia Aachen, Eintracht Frankfurt, FC Bayern München und TSV 1860 München, zu der Gruppe der Erst- und Zweit-Ligaclubs des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die mit einer Basketballmannschaft im Kreis der Erstligateams des DBB vertreten waren.
Geschichte und Erfolgsfaktoren In den 1960er Jahren war Osnabrück aufgrund der sehr guten Trainingsarbeit in den Schulen und Vereinen eine der bedeutenden Basketball-Hochburgen in Niedersachsen, neben Göttingen, Hannover und Oldenburg. Der Männermannschaft des VfL Osnabrück gelang es bereits am Ende der Spielzeit 1957/1958 mit dem jugoslawischen Spielertrainer Mićo Orlović, aus der Niedersachsenliga in die Oberliga Nord, die damals höchste Spielklasse des DBB, in der gleichfalls die Berliner Mannschaften des DBB spielten, aufzusteigen. Im Anschluss daran, zu Beginn der Saison 1958/1959, übernahm der A-Nationalspieler Lothar Waldowski, später DBB-Bundestrainer der Frauen-Nationalmannschaft, als Spielertrainer die Verantwortung für das Training und Coaching des Aufsteigers. Der VfL-Mannschaft gelang es im Jahr 1959, mit dem international erfahrenen Waldowski auf der Spielmacherposition als „Neuling“ ungeschlagen „Meister“ der Oberliga Nord zu werden und sich für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft des DBB zu qualifizieren. Sehr erfolgreich spielten ebenso die früheren Zweitligaclubs Osnabrücker TC (OTC) und der MTV Osnabrück, die stets auf den vorderen Tabellenplätzen ihrer Liga zu finden waren. Alle drei Vereine leisteten, wie die zahlreichen anderen Basketballvereine im Basketballbezirk Osnabrück, eine vorbildliche Jugendarbeit. Beim VfL war der Basketball-Abteilungsleiter Klaus Manthey, damals Sportredakteur des Osnabrücker Tageblattes („OT“), bis zu seinem im Jahr 1967 beruflich bedingten Weggang aus Osnabrück stets herausragend engagiert. Manthey war bis dahin unter anderem Trainer und Coach der Osnabrücker National- und Auswahlspieler von Bock, Dieter, Volkmar Gaber, Homm, Husemann, Koppermann und Mentgen. Daneben war er ebenfalls als Spieler und Schiedsrichter sowie Funktionär im Basketballbezirk aktiv. Der damalige Vorsitzende des Basketballbezirks Osnabrück, Jürgen Molitor (seit 1961 DJK Blau-Weiß Schinkel), Ende der 1950er Jahre ein Mannschaftskamerad von Manthey in der Oberligamannschaft des VfL, der Mitte der 1980er Jahre zum DBB-Geschäftsführer bestellt wurde und in der Folge für den nationalen Sportverband mehrjährig tätig war, unterstützte aus seiner Funktion des Vorsitzenden des Osnabrücker Basketballbezirks stets den herausfordernden Spiel- und ambitionierten Trainingsbetrieb der VfL-Bundesligaspieler.FIBA Archiv, Spieler Lothar Waldowski. Website FIBA. Abgerufen 11. August 2012.VfL Osnabrück in der Oberliga Nord – Hamburger SV und Post SV Hamburg klar geschlagen. In „NT“ – Neue Tagespost, Sport am Montag, Osnabrücker Sportzeitung, erschienen 5. Juni 1958.Es war einmal: DBB-Delegation FIBA EM 1985 (PDF; 15 MB) Jürgen Molitor (pdf.Dokument 15,4 MB). Website DBB. Artikel im DBB-Journal, Nr. 24, Dezember 2011, Seite 31. Abgerufen 6. Mai 2012.FIBA Europameisterschaft der Männer 1993 – DBB-Delegation mit Jürgen Molitor. Website Sporthelden, „Der Kader des Europameisters 1993“. Abgerufen 30. Mai 2012.
Neben der gezielten Jugendarbeit war weiterhin die Verzahnung des Schulsports an den Osnabrücker Gymnasien Gymnasium Carolinum, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und Ratsgymnasium Osnabrück mit der Jugendarbeit der Vereine ein Erfolgsfaktor. Beispielhaft steht hierfür die langjährige Arbeit von Werner Henke, Oberstudienrat am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Osnabrück OStR Werner Henke - Basketballsport im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und beim VfL Osnabrück - Semesterarbeit Bodo Bernhardt, OTV (Auszüge). Abgerufen am 2. Mai 2026, als Sportfunktionär, der von 1958 bis 1966 Mannschaftsbetreuer der VfL-Oberligamannschaft war, im VfL und in dem im November 1957 gegründeten Basketballbezirk Osnabrück. (Im März 1953 fand das erste Basketballspiel einer Osnabrücker Mannschaft statt. Schüler der Staatlichen Oberschule für Jungen spielten in der Turnhalle an der Arndtstraße gegen Schüler des litauischen Gymnasiums Vasario 16 aus Diepholz. Oberstudienrat Otto Papenhausen OStR Otto Papenhausen, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium - 1953 Begründer und in der Folge Förderer des Basketballsports in Osnabrück. Abgerufen am 2. Mai 2026 gilt als derjenige Pädagoge, der in der ersten Hälfte der 1950er Jahre die Grundlagen dafür schuf, dass der Basketballsport an Osnabrücker Jungengymnasien als Sportart etabliert werden konnte.) Profitiert hat der Basketballsport im Osnabrücker Land ebenfalls vom Engagement des Hochschullehrers und ehemaligen Leichtathletik-Olympiatrainers Hermann Westerhaus, im Jahr 1924 Gewinner der deutschen Meisterschaft der Zehnkämpfer, den Basketballsport Ende der 1950er Jahre in das Ausbildungskonzept der Pädagogischen Hochschule Osnabrück aufzunehmen, um angehenden Schulpädagogen während ihres Studiums Kenntnisse zu vermitteln sowie ihnen erste eigene Erfahrungen im Training und Spiel im damals in Deutschland noch wenig verbreiteten Basketballspiel zu ermöglichen. Wichtig war daneben die nie versiegende Bereitschaft der Turnhallen-Hausmeister, die Sporthallen stets zu öffnen, wenn sie von den Jugendlichen und Ligaspielern gebraucht wurden. Die A-Jugendmannschaften des VfL waren bei den jährlich stattfindenden Jugendmeisterschaften des Niedersächsischen Basketballverbandes (NBV) stets in der Rangfolge der vorderen Turnierplatzierungen zu finden. Jugendspieler des Osnabrücker Basketballbezirks, wie Homm, Husemann, Kollmann, Mentgen, Mimitz und K. Vennegeerts, gehörten zu den erfolgreichen Auswahlmannschaften des NBV, besonders bei den Turnieren um den Jugendpokal des DBB, in der Ära des niedersächsischen Landesverbandstrainers Felix Szöllösy aus Braunschweig.„Das Basketballspiel in Osnabrück. Darstellung der Entwicklung eines Sportspiels in einer Großstadt.“ Bodo Bernhardt, Semesterarbeit Sport. Sommersemester 1968, bei Hermann Westerhaus.Niedersachsen gewann Basketball-Jugendländerpokal gegen Hessen 68:61 – Viertägiges Turnier in Osnabrück. In „NT“ – Neue Tagespost, erschienen 23. Mai 1966.