mini|Stadtansicht mit Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt mini|Stadtplatz in Vilsbiburg mini|Stadtpfarrkirche und Pfarrhof in Vilsbiburg

Vilsbiburg ([], im Volksmund auch , veraltend auch nur Biburg) ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Landshut. Sie erhielt ihren Namen vom Fluss Große Vils, der sie durchfließt.

Gemeindegliederung

Es gibt 152 Gemeindeteile:

Geschichte Bis zur Gemeindegründung mini|Kupferstich des Markts Vilsbiburg von Michael Wening, 1723

Eine erste Erwähnung findet der Ort um das Jahr 1000. 1308 wird Vilsbiburg erstmals als Markt und gleichzeitig Stadt benannt, hatte damals also schon sowohl Markt- als auch Stadtrechte. Nach 1340 blieb nur noch die Bezeichnung Markt bestehen. 1648 fiel mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Pest zum Opfer. 1760 wurde die Verwaltung des Pflegamts Geisenhausen auf Vilsbiburg übertragen. Es gehörte zum Rentamt Landshut des Kurfürstentums Bayern und besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. 1803 erhielt es einen Teil des Landgerichts Teisbach mit Frontenhausen. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Herkunft des Ortsnamens Erstmals wird der Ort zwischen 990 und 1000 als Pipurch erwähnt, vor 1253 als Vilspiburch. „Biburg“ ist eine alte häufig vorkommende Bezeichnung für „umwallte Burg“, dieser Bezeichnung wurde später – zur Unterscheidung von anderen ähnlich benannten Anlagen – der Flussname „Vils“ hinzugesetzt. Woher der Name „Vils“ kommt, ist nicht ganz klar, als Deutung wird auf indogermanisch *pel-, was so viel heißt wie „gießen, fließen“ angeführt, aber auch auf westgermanisch *felu-, was so viel wie „Sumpf“ bedeutet Wolf-Armin Frhr.v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen, München 2006, ISBN 978-3-406-55206-9, Stichwort Vilsbiburg.

19. und 20. Jahrhundert 1862 wurden aus dem Landgericht Vilsbiburg das Amtsgericht, Bezirksamt und Notariat. Seither prägten mehrere Textilbetriebe Vilsbiburg, was zu einem starken Bevölkerungswachstum führte. 1864 wurde die mechanische Weberei und Wäschefabrik Carl Zollner gegründet. 1919 entstand die mechanische Weberei und Wäschefabrik E. Siegelin.

1929 wurde die Marktgemeinde Vilsbiburg offiziell zur Stadt erhoben. 1950 ließ sich die ursprünglich aus Eger stammende Gebr. Seiler Kammgarnspinnerei und Textilwerk in Vilsbiburg nieder. In den 1950er Jahren kam das Werk der Firma Rank & Sohn hinzu, 1963 nahm die Firma Hudson ihre Produktion in Vilsbiburg auf.

In diese Zeit fallen auch die Ansiedlungen der heute größten Industriebetriebe Vilsbiburgs: Flottweg nahm seinen Produktionsstandort 1943 in Betrieb, Dräxlmaier wurde 1958 gegründet und Hiller entstand 1971.

Bei der Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Vilsbiburg beinahe zur Gänze dem Landkreis Landshut zugeordnet.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 aus der aufgelösten Gemeinde Bergham die Orte Baumgarten, Dasching, Falkenberg, Frauenau, Goldbrunn, Lernbuch, Lofeneck, Oed, Rieberseck, Rombach, Stadel, Stadelöd und Wald eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurden die Gemeinden Frauensattling, Gaindorf, Haarbach und Seyboldsdorf sowie große Teile der Gemeinde Wolferding nach Vilsbiburg eingemeindet.

Religionen Bekannt ist Vilsbiburg durch die katholische Wallfahrtskirche Maria Hilf am südlichen Ortsausgang, die sich aus einer Kapelle vom Jahr 1686 entwickelte, in welcher ein Maria-Hilf-Gnadenbild verehrt wird. Zusätzlich malte in dem Klosterkomplex der bayerische Redemptorist Max Schmalzl 1872 eine Kopie des berühmten römischen Gnadenbildes „Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe“, was der örtlichen Marienverehrung noch weiteren Auftrieb gab. So entstand eine überregional bekannte „Maria-Hilf-Wallfahrt“, die nach dem Weggang der Redemptoristen vor allem durch die Kapuziner gefördert wurde.

Die imposante Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt befindet sich einige hundert Meter nordöstlich des Stadtplatzes. Sie wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaut und ist dank ihres 75 Meter hohen Zwiebelturms weithin sichtbar.

Die evangelische Christuskirche wurde im Jahr 1958 erbaut. Ihre Glasfenster stellen die sieben Ich-Bin-Worte Jesu dar.

Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt:

Jahr Einwohner 1960 8.646 1970 9.355 1980 9.525 1990 10.416 1995 10.815 2000 11.147 2005 11.593 Jahr Einwohner 2006 11.550 2007 11.560 2008 11.527 2009 11.517 2010 11.426 2011 11.108 2012 11.184 Jahr Einwohner 2013 11.309 2014 11.411 2015 11.535 2016 11.711 2017 11.832 2018 12.074 2019 12.203

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 2004 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 18,93 Prozent. In den letzten zehn Jahren schrumpfte sie um 0,13 Prozent. In den letzten fünf Jahren ist aber ein Wachstum um 3,84 Prozent festzustellen.

Im Zeitraum 1988 bis 2019 stieg die Einwohnerzahl von 10.034 auf 12.203 um 2.169 Einwohner bzw. um 21,6 %.

+ Altersstruktur der Bevölkerung Vilsbiburgs gemäß Zensus 2011 Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Vilsbiburg, St (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 26. April 2014. jünger als 18 18,4 % 18 bis 29 14,1 % 30 bis 49 29,3 % 50 bis 64 19,5 % älter als 65 18,7 %

Ehemalige Gemeinden auf dem heutigen Stadtgebiet Frauensattling

Das Pfarrdorf Frauensattling liegt zwischen dem Binatal und dem Vilstal auf einem Höhenrücken auf Seehöhe. Zum Vilsbiburger Gemeindeteil Frauensattling zählen heute neben Einzelgehöften: Frauensattling, Frauensattling-Grub, Niedersattling, Hörasdorf, Solling. Frauensattling kam durch die Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 nach Vilsbiburg. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008 554 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Gaindorf

Das Pfarrdorf Gaindorf liegt im Tertiärhügelland an der oberen Vils. Es entwickelte sich am Kreuzungspunkt der alten Vilstalstraße links der großen Vils von Velden kommend, und einem sehr alten Weg, der von Altötting kommend bei Gaindorf die Vils überquerte und nach Geisenhausen in Richtung Norden führte. Zum Vilsbiburger Gemeindeteil Gaindorf zählen heute neben Einzelgehöften die Dörfer und Weiler Frauenhaarbach, Herrnfelden, Schaidham, Tannet und Pfaffenbach. Gaindorf kam durch die Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 zu Vilsbiburg. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008 437 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Haarbach

Zum Vilsbiburger Gemeindeteil und früheren Hofmarksort Haarbach zählen heute neben Einzelgehöften die Dörfer und Weiler Tattendorf, Kurzbach, Ödwimm und Schnedenhaarbach. Am 1. Mai 1978 wurde mit Durchführung der Gebietsreform die Gemeinde Haarbach aufgelöst und als Gemeindeteil der Stadt Vilsbiburg angegliedert. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008 662 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Seyboldsdorf

Seyboldsdorf ist der Stammsitz des bayerischen Uradelsgeschlechts von Seiboldsdorf und liegt 490 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Höhenrücken im Holzland zwischen großer und kleiner Vils. Zum Vilsbiburger Gemeindeteil Seyboldsdorf zählen heute neben Einzelgehöften die Dörfer und Weiler Geiselsdorf, Geratspoint, Giersdorf und Mühlen. Durch die Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 kam Seyboldsdorf zur Stadt Vilsbiburg. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008 380 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Wolferding

Das Kirchdorf Wolferding lässt sich auf eine Siedlung an einem alten Straßenverbindungsweg zurückführen. Zum Vilsbiburger Gemeindeteil Wolferding zählen heute neben Einzelgehöften die Orte Achldorf, Eibelswinn, Johanneskirchen (der Gemeinde- und Pfarrsitz), Kirchstetten, Oberenglberg, Trauterfing und Unterenglberg. Durch die Gemeindegebietsreform kam Wolferding am 1. Mai 1978 zur Stadt Vilsbiburg. Kleinere Gemeindeteile wurden nach Bodenkirchen umgegliedert. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008 792 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Politik

Stadtrat Der Stadtrat besteht aus 24 Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Nach der Kommunalwahl 2020 (zum Vergleich: Kommunalwahl 2014) sind darunter 17 (18) Männer und sieben (sechs) Frauen. Die Wahl führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

CSU 7 (8) Sitze Freie Wähler 7 (7) Sitze, SPD 6 (6) Sitze und Bürger- und Umweltliste/Grüne 4 (3) Sitze.

2008 waren die Grünen nicht im Stadtrat vertreten. 2014 und 2020 trat die Bürger- und Umweltliste zusammen mit den Grünen in einer Listengemeinschaft zur Wahl an.

Bürgermeisterin Seit 1. Mai 2020 ist Sibylle Entwistle (SPD) berufsmäßige Erste Bürgermeisterin. Diese gewann die Stichwahl am 29. März 2020 mit 56,2 % gegen Sebastian Haider (Freie Wähler).

Wahlen im Rückblick Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) nach dem Zweiten Weltkrieg in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006.

Ehemalige Bürgermeister Amtszeit Bürgermeister 1905–1917 Michael Winkler 1919–1929 Josef Brandl 1929–1934 Karl Schöx 1934–1945 Karl Köhler, NSDAP

Amtszeit Bürgermeister 1945–1946 Anton Feistle, CSU 1946–1948 Ernst Puchner, SPD 1948–1960 Hans Kögl, parteilos 1960–1990 Josef Billinger, SPD

Amtszeit Bürgermeister 1990–1996 Peter Barteit, SPD1996–2020Helmut Haider, Freie Wähler

Wappen

Städtepartnerschaften Vilsbiburg unterhält eine Partnerschaft mit 25px Buja (Italien).

Gemeindefinanzen Im Jahr 2013 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 16.427.000 Euro, davon waren 9.097.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Infolge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Stadt Vilsbiburg sind die Schlüsselzuweisungen in Höhe von 1.052.592 Euro im Jahr 2019 um 40,3 Prozent auf 1.476.712 Euro für das 2020 gestiegen.

+ Schlüsselzuweisungenin Euro Zuweisungen an Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Stadt Vilsbiburg 0 514.488Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015. 0Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016. 288.344Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2018, 20. Januar 2018. 1.052.592Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2019, 15. Februar 2019. 1.476.712Landshuter Zeitung: Kräftige Finanzspritze für die Region, 13. Dezember 2019.

Mitgliedschaften Die Stadt ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:Bayerischer Behördenwegweiser – Stadt Vilsbiburg: Mitgliedschaften in Zweckverbänden und Anzahl behördlicher Leistungen, online auf www.verwaltungsservice.bayern.de, abgerufen am 3. November 2019. Gewässerunterhaltungszweckverband Landshut-Kelheim-Dingolfing-Landau Regionaler Planungsverband Landshut Schulverband Gerzen Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern Zweckverband zur Wasserversorgung der Binatal-Gruppe

Wirtschaft und Infrastruktur Bauen und Wohnen + Bodenrichtwerte 2011/2012Landratsamt Landshut (Gutachterausschuss): Aufstellung der Bodenrichtwerte für die Kalenderjahre 2011 und 2012. Online auf landkreis-landshut.de. Abgerufen am 19. Dezember 2014. Gemeindeteil WohnbauflächenausgewieseneBaugebiete unbeplanterInnenbereich ausgewiesenegewerblicheBauflächen Ackerland Vilsbiburg 190 €150 € Grub 190 € 60 €120 € BP GE West(SO Einzelhandel) 7 € Achldorf 120 € 100 € 7 € Frauensattling 90 € 90 € 7 € Gaindorf 90 € 7 € Seyboldsdorf 80 € 80 € 7 € Haarbach 90 € 90 € 7 € Geiselsdorf 65 € 7 €

Verkehr Fernverkehr