Canitz ist seit 1974 ein Ortsteil der sächsischen Stadt Riesa im Landkreis Meißen. Der Ortsteil bildet zusammen mit dem Ortsteil Pochra die Ortschaft Canitz nach der Sächsischen Gemeindeordnung. Diese hat gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. Zu Ortsteil Cantiz gehört die Ortslage Schwarzroda.
Geographie Der Ort liegt zwei Kilometer westlich der Stadt direkt nördlich der Leipzig-Dresdner Eisenbahn, in der Nähe des Riesaer Ortsteils Mautitz. Nordöstlich grenzt der Riesaer Ortsteil Pochra an. Durch das Dorf fließt die Döllnitz, die bei Merzdorf in die Elbe mündet.
In Canitz leben rund 540 Einwohner (2019). Um den alten Dorfkern herum wurden vor allem seit 1990 zahlreiche Einfamilienhäuser neu gebaut.
Geschichte Canitz ist eine slawische Gründung; das Dorf existierte vermutlich schon im 9. Jahrhundert. Nach der deutschen Eroberung der Gegend an der Elbe wurde in Canitz zur Wende vom 10. zum 11. Jahrhundert eine Wasserburg als Herrensitz errichtet. Im 13. Jahrhundert wurde die Kirche erbaut.
Die alte Wasserburg wurde um 1550 durch einen Schlossbau ersetzt, der im Dreißigjährigen Krieg abbrannte. Auch das gesamte Dorf hatte sehr in diesem Krieg sehr unter Durchzügen, Plünderungen, Verwüstungen und Seuchen zu leiden.
Von 1693 bis 1697 ließ Andreas Dietrich von Schleinitz, Besitzer von Canitz, die Kirche umbauen und erweitern. Unter anderem wurde ein neuer höherer Turm hinzugefügt. Fehler beim Bau führten immer wieder zu Schäden, insbesondere Rissen am Turm, die mehrfach kostspielig repariert werden mussten. Im Siebenjährigen Krieg plünderten preußische Soldaten 1758 die Kirche; sie stahlen unter anderem die Orgelpfeifen aus Zinn. mini|Schloss Canitz 1764 wurde in Canitz ein neues Schloss erbaut. 1819 wurde die erste Canitzer Schule errichtet. 1824 wurde Florian Risse erster offizieller Ortsratsvorsitzender.
1945 wurde das Schloss enteignet und Flüchtlinge dort einquartiert. 1948 verfügten die Behörden den Abriss. An Stelle des Schlosses und des zugehörigen Gartens wurde ein Sportplatz angelegt.
Wegen Einsturzgefahr musste 1967 die Kirche geschlossen werden. Da zu DDR-Zeiten keine Mittel für die Renovierung vorhanden waren, entschloss sich die Kirchgemeinde zum Abriss, der dann im Sommer 1975 erfolgte, wobei man aber die Außenmauern etwa vier bis fünf Meter hoch stehen ließ. mini|Reste der Kirche Canitz Im Jahr 1974 wurden Canitz und das benachbarte Pochra nach Riesa eingemeindet.
2005 hat sich ein Verein gebildet, der den Wiederaufbau der Dorfkirche betreibt. Dieser konnte mit der Wiedereröffnung im Jahr 2022 erfolgreich abgeschlossen werden.
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner 1551 23 besessene Mann, 45 Einwohner 1764 23 besessene Mann, 15 Häusler, 10,5 Hufen je 40 Scheffel 1834 341 1871 372 1890 452 1910 515 Jahr Einwohner. 1925 591 1939 685 1946 910 1950 877 1964 1043
Persönlichkeiten
Carl (Karl) Traugott Thieme (1745–1802), Pädagoge, Theologe
Weblinks
Website der Stadt Riesa
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Riesa Kategorie:Ort im Landkreis Meißen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Meißen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Ersterwähnung 1221