Led Zeppelin [] () war eine britische Rockband. 1968 gegründet, gehört sie mit 300 Millionen verkauften Alben zu den erfolgreichsten Bands überhaupt.
Der Tod des Schlagzeugers John Bonham im September 1980 bedeutete das Ende der Band, die mit dem Sänger Robert Plant, dem Gitarristen Jimmy Page und dem Bassisten John Paul Jones durchgehend in gleicher Besetzung aktiv war. Led Zeppelin gelten als prototypische Hard-Rock-Band und übten großen Einfluss auf den aufkeimenden Heavy Metal aus. Sie wurden ihrerseits vor allem durch Bluesrock und in geringerem Maße durch Folkmusik beeinflusst.
Geschichte Vorgeschichte und Gründung Die Anfänge sind auf die britische Band The Yardbirds zurückzuführen. Jimmy Page spielte dort von 1966 an erst E-Bass, dann E-Gitarre. Nachdem Jeff Beck und später auch Keith Relf und Jim McCarty die Gruppe verlassen hatten, bauten Page und der verbliebene Bassist Chris Dreja eine neue Band auf.
Zuerst warb Page Terry Reid und Procol Harums Schlagzeuger B. J. Wilson an, doch erteilten ihm beide eine Absage. Reid empfahl Robert Plant, der zuvor Sänger der Band Obs TweedleLed Zeppelin: the Biographie, Bob Spitz, Penguin Press, 2021, S. 110Becoming Led Zeppelin, Bernard MacMahon, 2025, Anzeigenabdruck Auftritt mit Chicken Shack im Mothers, Birmingham, ca. 32:50https://citizendium.org/wiki/Obs-Tweedle mit Anzeigenabdruck Auftritt in Walsall (nach anderen Quellen: Hobbstweedle) gewesen war. Dieser schlug John Bonham als Schlagzeuger vor, der bereits mit ihm in der Band of Joy gespielt hatte. Als dann auch Dreja die Band verließ, verpflichtete man John Paul Jones. Somit war die neue Besetzung komplett. Erstmals gemeinsam zu hören war das spätere Quartett, das sich aus vier gefragten Sessionmusikern formiert hatte, allerdings in einem Song auf dem bis Anfang September 1968 aufgenommenen Album Three Week Hero von P. J. Proby. Obwohl Page das einzige ehemalige Yardbirds-Mitglied war, trat die Band im September 1968 zunächst noch unter dem Namen The New Yardbirds auf, da noch bestehende Yardbirds-Verträge erfüllt werden mussten, und änderte erst später nach einer Minitournee in Skandinavien den Namen.
Name Großer Einfluss auf die Namensgebung wird Keith Moon, dem Schlagzeuger von The Who, zugesprochen. rollingstone.com, abgerufen am 12. August 2015. Dieser soll 1966 bei den Aufnahmen zur Jeff-Beck-B-Seite Beck’s Bolero (an der Page und John Paul Jones mitwirkten) gesagt haben, eine Band um Page würde „abstürzen wie ein bleierner Zeppelin“ („The band will go over like a lead zeppelin“). Diese Bezeichnung sei im Oktober 1968 schließlich von der Band übernommen worden. Da im Englischen das Wort lead sowohl das Verb to lead [] („führen“) als auch das Substantiv lead [] („Blei“) bezeichnet, strich man auf Vorschlag des Managers Peter Grant zur Verdeutlichung der korrekten Aussprache das a, um zu verhindern, dass „doofe Amerikaner“ („thick Americans“)Stephen Davis: Hammer of the Gods: The Led Zeppelin Saga (LPC). Berkley Boulevard Books, New York 1995, ISBN 0-425-18213-4, S. 32, 44, 64, 190, 225, 277. es als „leed“ [] aussprechen.
Erstes Album: Led Zeppelin mini|Fotografie der brennenden Hindenburg, die von Led Zeppelin für ihr erstes Album als Cover benutzt wurde Während der ersten US-Tournee in den Wintermonaten 1968/69 agierte Led Zeppelin zunächst als Vorgruppe für Vanilla Fudge, Iron Butterfly, Alice Cooper und Country Joe and the Fish.
Etwa zur gleichen Zeit schloss die Band einen Vertrag mit Atlantic Records ab und nahm in nur 30 Stunden im Studio ihr Debütalbum Led Zeppelin auf, das am 12. Januar 1969 veröffentlicht wurde. Bereits auf dem Debütalbum wurden verschiedene musikalische Genres vereint: So sind Einflüsse aus dem Blues deutlich hörbar, während Good Times Bad TimesJames M. Curtis: Rock eras: interpretations of music and society, 1954–1984, Popular Press, Bowling Green, OH 1987, ISBN 0-87972-369-6, S. 291. und Communication BreakdownGeorge Case: Jimmy Page: Magus, Musician, Man : An Unauthorized Biography. Backbeat Books, 2009, ISBN 978-0-87930-947-3, S. 125.Kevin Courtright: Back To Schoolin. Xulon Press, 2009, ISBN 978-1-61579-045-6, S. 60. einen deutlich härteren Sound aufweisen. Bei den Stücken Black Mountain Side und Babe I’m Gonna Leave You sind hingegen Folkeinflüsse unverkennbar. Die Kritiken waren gemischt, erst im Rückblick erhielt das Album von der Musikpresse überwiegend positive Bewertungen. Heute wird es als „Wendepunkt in der Entwicklung des Hard Rock und Heavy Metal“ bezeichnet. Das Album konnte sich auf Platz sechs der britischen Charts platzieren und leitete den Beginn der Karriere von Led Zeppelin ein. Die Aufnahmekosten betrugen nur 1800 Pfund, das Album spielte jedoch etwa 3,5 Millionen Pfund ein.
Im April 1969 machte man sich erneut nach Nordamerika auf. Das Debütalbum war bei amerikanischen Radiostationen inzwischen sehr beliebt, was einen beträchtlichen Popularitätszuwachs und steigende Verkaufszahlen zur Folge hatte, so dass das Album Position 10 der Billboard-Album-Charts erreichen konnte.
Als wichtiger Faktor für die Entwicklung des Banderfolgs gilt der Manager Peter Grant. Er hatte bereits die Yardbirds seit 1966 betreut und handelte auch für Led Zeppelin Verträge aus, die zum kommerziellen Erfolg beitrugen. Er verfolgte zudem die Strategie, sich früh auf die US-amerikanischen Bühnen zu konzentrieren.
In Europa dagegen ließ der Durchbruch etwas länger auf sich warten. Während sich in England der Erfolg einstellte, nachdem man durch fünf Liveauftritte bei den Radiosendern der BBC im März und Juni 1969 auf sich aufmerksam machen konnte, waren die Reaktionen auf dem europäischen Festland zunächst sehr zurückhaltend. Exemplarisch dafür ist der Auftritt Led Zeppelins bei der ARD-Sendung Beat-Club: Ende März 1969 spielte man in den Studios von Radio Bremen unter anderem die Titel Babe I’m Gonna Leave You und You Shook Me ein. Die Beat-Club-Produzenten waren von den Darbietungen der Band allerdings wenig beeindruckt, sodass das aufgezeichnete Material zunächst nicht ausgestrahlt wurde. Erst als im Frühjahr 1970 der Song Whole Lotta Love in Deutschland populär wurde, griff man für die Produktion eines Videoclips auf das aufgezeichnete Filmmaterial zurück. Der Clip wurde am 28. März 1970 innerhalb des Beat-Club 53 ausgestrahlt und war mit der Studioversion von Whole Lotta Love unterlegt. Die Audiospuren der Originalaufzeichnung wurden nicht verwendet.Dave Lewis, Simon Pallett: Led Zeppelin – The Concert File. 2005, ISBN 978-0-7119-5307-9
Nach den ernüchternden Erfahrungen mit dem Beat-Club und zwei vorausgegangenen, aus Sicht der Band misslungenen Fernsehauftritten in Dänemark und Frankreich im März 1969 beschlossen Band und Management, sich zukünftig von dem Medium Fernsehen fernzuhalten. Nach Aussagen von Jimmy PageJimmy Page im Interview mit Jonathan Cohen (Billboard Magazine, USA, Juni 2003) sei man nach den negativen TV-Erfahrungen zu der Meinung gelangt, dass man nicht in das „Pop-Format“ der Sender gepasst habe und diese es nicht verstanden hätten, eine neuartige Band wie Led Zeppelin angemessen zu präsentieren. Als Resultat konzentrierte sich die Band nahezu ausschließlich auf Alben und Liveauftritte.
Der Weg zum Erfolg Das zweite Album, schlicht Led Zeppelin II benannt, folgte dem gleichen Stil wie das Debüt. Es enthält unter anderem Heartbreaker und Whole Lotta Love, die von einprägsamen Gitarrenriffs gekennzeichnet sind. Für die Plattenhülle wurde ein altes Gruppenbild mit dem Roten Baron verwendet. und späteres Albumcover Das Album erreichte Position eins der US-Charts, wo es das Beatles-Album Abbey Road verdrängte. Der Rolling Stone beschrieb Page aufgrund seiner musikalischen Leistung als „absolute number-one heaviest white blues guitarist“.
Im Rahmen einer Europatournee gab die Band im Frühjahr 1970 die ersten vier Konzerte in Deutschland, angefangen mit einem Auftritt im Münchner Circus-Krone-Bau am 8. März. Die Tournee wurde, wie auch alle späteren Auftritte in Deutschland, von der Konzertagentur Lippmann & Rau veranstaltet. In Kopenhagen traf die Band Gräfin Eva von Zeppelin während der Dreharbeiten für eine Fernsehsendung. Zeppelin äußerte gegenüber der Band ihre Unzufriedenheit und Verachtung wegen der Verwendung ihres Familiennamens als Bandnamen. Sie äußerte sich auch empört über das erste Albumcover, das das brennende Zeppelinschiff während der Hindenburg-Katastrophe zeigte. Als Reaktion auf die Klageandrohung der Gräfin beschloss die Band, ihren Namen für einen Abend während ihres Auftritts in Kopenhagen am 28. Februar 1970 in NOBS zu ändern, um rechtliche Schritte zu vermeiden.
Die Stücke für das dritte Album Led Zeppelin III schrieben Page und Plant im Bron-Yr-Aur [] (goldener Hügel), einem abgelegenen Landhaus ohne Stromversorgung in Wales. Dies führte zur häufigeren Verwendung akustischer Instrumente und zu einem Sound, der durch keltische und Folkmusik beeinflusst war. Stücke wie Gallows Pole und Tangerine zeigen Pages diesbezügliche Vielseitigkeit. Eröffnungsstück ist Immigrant Song, zu dem Robert Plant auf der Island-Tour im Sommer 1970 inspiriert wurde. Nach dem Aufenthaltsort wurden auch die Lieder Bron-Yr-Aur (später auf Physical Graffiti erschienen) und Bron-Yr-Aur Stomp (auf dem Albumcover fälschlicherweise Bron-Y-Aur Stomp betitelt) benannt. Das Album schließt mit Hats Off to (Roy) Harper, einer Hommage an den britischen Singer-Songwriter Roy Harper. Das Album erschien am 5. Oktober 1970.
Weltruhm mini|hochkant|Die Gebäude 96 und 98 St. Mark’s Place, Manhattan, sind auf dem Cover zu Physical Graffiti zu sehen Nach erfolgreichen Tourneen durch Nordamerika und Japan im Sommer 1971 erschien im November das nur mit vier kryptischen Symbolen betitelte vierte Album der Band. Bekannt wurde dieser Tonträger unter den Bezeichnungen Led Zeppelin IV oder Four Symbols. Mit dem Eröffnungsstück Black Dog schuf die Band einen Hardrocksong, der sowohl Plants Gesang als auch die musikalischen Fähigkeiten von Gitarrist Page und Drummer Bonham hervorhebt. Rock and Roll zeugt von den stilistischen Ursprüngen des Hard Rock im Rock ’n’ Roll der 1950er und 1960er Jahre. Entgegen der verbreiteten Angabe, der drum-groove eingangs basiere auf dem Titel Good Golly Miss Molly, ist es Little Richards Keep-A-Knockin’, welches als Vorlage diente. Das kommerziell erfolgreichste Werk ist die Rockballade Stairway to Heaven, die später zum Charthit wurde und laut einer Liste im Magazin Rolling Stone zu den „100 besten Songs aller Zeiten“ zählt. Bekannte Stücke sind der Folk-Rock-Titel Going to California und die Ballade The Battle of Evermore, die ein Gesangsduett von Robert Plant und Sandy Denny (Fairport Convention) enthält. Die Platte wurde überwiegend im Headley Grange, einem abgelegenen Landhaus in Hampshire, aufgenommen. Das Album erhielt nicht nur positive Kritiken, sondern verkaufte sich auch äußerst gut. Allein in den USA wurden bis 2009 24 Millionen Exemplare verkauft. Damit zählte es dort zu den vier am häufigsten verkauften Alben. Im Jahr 1972 folgten drei kurze Tourneen, die die Band neben Australien und Neuseeland abermals in den USA und Japan auftreten ließen. Auf dieser und einer späteren Tour durch die USA reisten die Musiker in einem eigenen Flugzeug, einer Boeing 720. Nach zwei Auftritten im schweizerischen Montreux begann im November eine viermonatige Tournee durch Großbritannien.
Nach einer Europatour im März 1973 folgte mit Houses of the Holy das fünfte Album und eine erfolgreiche US-Tournee. Bei den drei letzten Konzerten der Tour im New Yorker Madison Square Garden entstand ein Großteil der Film- und Tonaufnahmen für den 1976 erschienenen Konzertfilm The Song Remains the Same und den gleichnamigen Soundtrack. Die Arbeit an dem Konzertfilm wurde im Herbst fortgesetzt.