Die HMS Barham war ein Schlachtschiff der Queen-Elizabeth-Klasse, das in den 1910er-Jahren für die Royal Navy gebaut wurde.

Geschichte Erster Weltkrieg Die Barham, benannt nach Charles Middleton, 1. Baron Barham, wurde am 24. Februar 1913 auf Kiel gelegt, am 31. Oktober 1914 vom Stapel gelassen und am 19. Oktober 1915 für den Einsatz in der Grand Fleet in Dienst gestellt.

Die Grand Fleet brach am 26. Februar 1916 zu einer Fahrt in die Nordsee auf. Admiral John Jellicoe wollte die Harwich Force einsetzen, um die Helgoländer Bucht zu durchkämmen, aber schlechtes Wetter verhinderte Operationen in der südlichen Nordsee. Daher beschränkte sich die Operation auf das nördliche Ende des Meeres. Am 6. März begann ein weiterer Sucheinsatz, der jedoch am folgenden Tag abgebrochen werden musste, da das Wetter für die begleitenden Zerstörer zu schlecht wurde. In der Nacht zum 25. März verließen die Barham und der Rest der Flotte Scapa Flow, um Admiral Beattys Schlachtkreuzer bei dem Angriff auf den deutschen Zeppelinstützpunkt in Tondern zu unterstützen. Als sich die Grand Fleet am 26. März dem Gebiet näherte, hatten sich die britischen und deutschen Streitkräfte bereits getrennt, und ein starker Sturm bedrohte die kleineren Schiffe, so dass die Flotte den Befehl erhielt, zur Basis zurückzukehren. Am 21. April führte die Grand Fleet ein Ablenkungsmanöver vor Horns Riff durch, um es der kaiserlich russischen Marine zu ermöglichen ihre Minenfelder in der Ostsee neu zu verlegen.Jellicoe: S. 271, 275, 279f., 284, 286.

Die Barham nahm an der Skagerrakschlacht teil. Sie feuerte während der Schlacht 337 38-cm-Granaten und 25 15-cm-Granaten ab. Die genaue Anzahl der Treffer lässt sich nicht bestätigen, man geht jedoch davon aus, dass sie und die Valiant zusammen 23 oder 24 Treffer erzielten und damit zu den treffsichersten Kriegsschiffen der britischen Flotte zählten. Sie wurde in der Schlacht sechsmal getroffen, fünfmal von 30,5-cm-Granaten und einmal von einer 28,3-cm-Granate. Die Verluste beliefen sich auf 26 Tote und 46 Verwundete.Campbell 1986, S. 340, 346, 349, 354–355, 358

Zwischenkriegszeit Die Barham wurde im April 1919 Flaggschiff des 1. Schlachtgeschwaders der Atlantikflotte und besuchte im selben Monat zusammen mit dem Rest des Geschwaders Cherbourg an der französischen Küste. Kapitän Robin Dalglish löste Horne am 1. Oktober 1920 ab. Dalglish wurde seinerseits am 18. Oktober 1922 von Kapitän Percy Noble abgelöst. Die Barham nahm an der Flottenschau am 26. Juli 1924 in Spithead teil. Einige Monate später wurde sie unter das Kommando von Kapitän Richard Hill gestellt. Am 14. Oktober 1925 löste Kapitän Francis Marten Hill ab. Dieser wurde bereits am 9. März 1926 von Kapitän Joseph Henley abgelöst. Anschließend wurde sie während des Wafd-Aufstands in Ägypten ins Mittelmeer beordert. Dort kreuzte sie nun unter dem Kommando von Captain Hubert Monroe zusammen mit der Malaya und Ramillies von Dezember 1927 bis Februar 1928 entlang der westafrikanischen Küste. Anschließend kehrte sie in die Heimat zurück, wo sie für eine Überholung in Portsmouth ausgemustert wurde. Im Juli kehrte sie ins Mittelmeer zurück und nahm ab September den Dienst als Flaggschiff des 1. Schlachtgeschwaders wieder auf. Kapitän James Somerville löste Monroe am 1. Dezember ab, und Monroe wurde am 16. März 1929 von Kapitän John C. Hamilton abgelöst. Im Juni übernahm die Revenge die Aufgabe des Flaggschiffes. Im August wurde die Barham nach Palästina beordert, wo sie helfen sollte, die Aufstände nach dem Massaker von Hebron zu beenden. Im November 1929 wurde das Schiff zum 2. Schlachtgeschwader der Atlantikflotte versetzt und besuchte Mitte 1930 zusammen mit der Malaya Trondheim, Norwegen, wo sie am 9. Juni eine Salve anlässlich der Geburt von Prinzessin Ragnhild abfeuerten.

Zwischen Januar 1931 und Januar 1934 wurde das Schiff einer umfassenden Überholung unterzogen. Nach dem Abschluss der Arbeiten wurde die Barham, die nun unter dem Kommando von Kapitän Richard Scott stand, der Heimatflotte als Flaggschiff des 2. Schlachtgeschwaders zugewiesen. Von Januar bis Februar 1935 wurde das Schiff auf die Westindischen Inseln entsandt. Am 16. Juli nahm das Schiff anlässlich des Silberjubiläums von George V. an der Flottenschau in Spithead teil und wurde dann Ende August zur Mittelmeerflotte versetzt, wo Scott, von Kapitän Norman Wodehouse abgelöst wurde. Im Mai 1936 wurde sie während des arabischen Aufstands in Palästina nach Haifa beordert. Und mit dem Beginn des Spanischen Bürgerkriegs im Juli für mehrere Monate vor Gibraltar stationiert. Ab November 1936 diente die Barham als Flaggschiff des 1. Schlachtgeschwaders und nahm am 19. Mai an der Flottensschau in Spithead anlässlich der Krönung von König Georg VI. teil. Am 9. Juni wurde sie zum Flaggschiff der Mittelmeerflotte, bis sie am 8. Februar 1938 von der Warspite abgelöst wurde. Am 28. Juli 1937 übernahm Kapitän Henry Horan das Kommando, das er allerdings nur bis zum 22. April 1938 innehatte, als ihn Kapitän Algernon Willis ablöste. Im Februar 1938 nahm das Schiff seine frühere Rolle als Flaggschiff des 1. Schlachtgeschwaders wieder auf, während es in Portsmouth einer bis Mai dauernden Überholung unterzogen wurde. Willis wurde am 31. Januar 1939 von Kapitän Thomas Walker abgelöst. Während eines Besuchs in Korfu im Juli wurde das Schiff von König Georg II. von Griechenland inspiziert. Am 1. Dezember verließ sie Alexandria, um sich noch am selben Tag der Home Fleet anzuschließen.

Zweiter Weltkrieg Am 12. Dezember 1939 wurde die Barham von den drei Zerstörern Duchess, Diana und Dainty von Malta in heimische Gewässer eskortiert. Bei dichtem Nebel im Nordkanal auf Höhe des Mull of Kintyre liefen alle Schiffe trotz der schlechten Sichtverhältnisse wegen der U-Boot-Gefahr Zick-Zack-Kurse. Dabei rammte die Barham gegen 5:35 Uhr den Zerstörer Duchess, der dadurch in zwei Hälften zerbrach und mit 137 Besatzungsangehörigen sank. Es gab nur 23 Überlebende.

Torpedotreffer durch U 30 Auf einer Patrouillenfahrt vor dem Butt of Lewis bei Position 58° 47’ N, 8° 05’W wurde das Schiff am 28. Dezember 1939 vom deutschen U-Boot U 30 unter dem Kommando von Fritz-Julius Lemp gesichtet. Lemp feuerte mehrere Torpedos auf die Barham ab und einer traf das Schiff auf der Backbordseite neben den Munitionsräumen 'A' und 'B' in einer Tiefe von etwa 1,5 bis 2 Metern. Eine Wassersäule schoss etwa 60 m hoch und fiel auf das Schiff zurück, wobei die Brücke, die Boote und das Personal in der Nähe überflutet wurden. Die Abteilungen neben den Munitionslagern „A“ und „B“ an Backbord wurden sofort geflutet. Zum Zeitpunkt der Explosion waren die wasserdichten Luken geschlossen und verriegelt, so dass die Lecksicherung ausgezeichnet funktionierte. Unmittelbar nach der Explosion krängte die Barham 7° nach Backbord, was durch Umfüllen von Öl schnell wieder ausgeglichen wurde. Die Hauptmaschinen arbeiteten und das Schiff konnte mit 10 Knoten, die später auf 16 Knoten erhöht wurden, die etwa 380 Seemeilen nach Birkenhead im Zickzackkurs zurücklegen.Burt: S. 148.

Mittelmeer

Nach der Operation Catapult am 3. Juli 1940, einer kombinierten Angriff-Operation der Royal Navy auf die französische Flotte zur Verhinderung der Übergabe französischer Kriegsschiffe durch das Vichy-Regime an das Deutsche Reich, hatten die Briten keine Gewissheit, wie sich die einzelnen französischen Kolonien verhalten würden. Daher wurde beschlossen, eine Flottille aus 17 Schiffen, darunter der Flugzeugträger Ark Royal und die Schlachtschiffe Resolution und Barham sowie die eingeschiffte 101. Brigade der Royal Marines und die 13. Brigade der Fremdenlegion nach Dakar zu senden. Am Morgen des 23. September gegen 5:15 Uhr tauchten die Briten vor Dakar auf und Cunningham stellte dem französischen Kommandanten das gleiche Ultimatum wie in Mers-el-Kebir. Nachdem die Franzosen jegliche Verhandlung abgelehnt hatten, eröffneten sie gegen 7:55 Uhr das Feuer. Um 10:07 Uhr signalisierte Cunningham den Franzosen, das Feuer einzustellen, da er sonst „bedauernswerterweise gezwungen sei, das Feuer zu erwidern.“ Da die Franzosen weiter feuerten, näherten sich die Briten auf etwa 3,6 Kilometer und eröffneten ihrerseits um 11:04 Uhr das Feuer. Die schlechte Sicht verhinderte ein genaues Schießen, sodass die beiden Schlachtschiffe nur einen einzigen Treffer auf einen Frachter erzielten. Da Cunningham keine Möglichkeit sah, die französischen Streitkräfte im Hafen auszuschalten, brach er den Angriff ab. Am nächsten Tag nahmen die Schiffe ihren Beschuss wieder auf und Cunningham befahl einen Luftangriff auf die Richelieu. Um 9:35 Uhr eröffneten die Geschütze der Franzosen das Feuer auf die Briten, die das Feuer sofort erwiderten. Dabei erzielten sie einen einzigen Treffer auf der Richelieu, der kaum Schaden anrichtete. Gegen 13:00 Uhr zogen sich die Briten zurück, bevor sie um 13:05 Uhr erneut angriffen. Keines der britischen Schiffe erzielte einen Treffer. Cunningham war gezwungen, sich erneut zurückzuziehen, war jedoch entschlossen, am nächsten Morgen einen weiteren Angriff zu unternehmen. Am 25. September gegen 9:00 Uhr machten sich beide Schlachtschiffe bereit, um einen weiteren Angriff zu starten, dieses Mal unterstützt von zwei schweren Kreuzern. Dabei griff die Bévéziers die Resolution mit Torpedos an. Einer der Torpedos traf die Resolution an Backbord mittschiffs. Dies führte zu einem Wassereinbruch, der das Schiff um 12° krängen ließ. Darüber hinaus brach im Kesselraum ein Feuer aus, wodurch die Maschinenanlage ausfiel. Cunningham war gezwungen, sich zurückzuziehen und die Resolution von der Barham zur Reparatur nach Freetown schleppen zu lassen.Smith: S. 89ff. Im November wurde die Barham der Mittelmeerflotte zugeteilt. Bei ihrer Ankunft in Gibraltar am 7. November schloss sie sich der Eingreiftruppe Force H an und beteiligte sich anschließend an Operation MB8. Am 3. Januar 1941 beschoss das Schiff zusammen mit der Warspite und der Valiant Bardia.

Kap Matapan

Mit Hilfe eines abgefangenen und durch ULTRA entschlüsselten Funkspruchs der Luftwaffe erfuhr Admiral Cunningham, dass die Italiener unter dem Kommando von Vizeadmiral Angelo Iachino beabsichtigten, die britische Flotte anzugreifen, um sie vom Transport deutscher Truppen nach Nordafrika abzulenken. Nachdem die Italiener in einem Verband von 22 Schiffen, darunter das Schlachtschiff Vittorio Veneto, am 26. März in See gestochen waren, brachte Cunningham sämtliche Schiffe in Stellung, darunter die Barham. Am 28. März stießen britische Kreuzer auf die italienische Flotte, wurden jedoch durch die Vittorio Veneto zum Rückzug gezwungen. Daraufhin ordnete Cunningham einen Luftangriff an. Die Vittorio Veneto konnte mit einsetzender Dunkelheit zwar nach Westen entkommen, aber es gelang der Barham, Valiant und Warspite, sich den zurückgebliebenen italienischen Schiffen zu nähern und die schweren Kreuzer Fiume und Zara sowie zwei Zerstörer zu versenken.Beevor: S. 186f. Am 18. April eskortierte sie zusammen mit der Warspite und der Valiant die Breconshire von Alexandria nach Malta. Am Abend des 20. April wurden die drei Schiffe vor die Küste von Tripolis abkommandiert, wo sie die dortigen Verteidigungsanlagen bombardierten.

Kreta