Arnold Dyck, eigentlich Abram Bernhard Dyck (* 19. Januar 1889 in der Kolonie Hochfeld, Dnipro, Gouvernement Jekaterinoslaw, Russisches Kaiserreich; † 10. Juli 1970 in Darlaten, Deutschland) war ein plautdietscher bzw. deutscher Autor, Herausgeber und Verleger. Dyck gilt als Begründer der Literatur der Russlandmennoniten.
Leben Nach einer Ausbildung an der Mennonitischen Handelsschule in Jekaterinoslaw studierte Dyck Kunstgeschichte in München, Stuttgart und St. Petersburg. Im Ersten Weltkrieg diente er beim Roten Kreuz, ehe er in Nikolaipol als Lehrer für Kunst tätig war. 1923 wanderte er mit seiner Familie nach Kanada aus und gab ab 1924 in Steinbach die Steinbach Post heraus. Später war er Begründer und Herausgeber der Zeitung Mennonitische Volkswarte (1935–1938), des Mennonitischen Jahrbuchs (1943–1944) und Mitarbeiter des mennonitischen Echo-Verlages in Winnipeg. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er bei seiner Tochter in Deutschland.
Werk (Auswahl) Dyck war einer der jüngeren Autoren in der Tradition Fritz Reuters, der die niederdeutsche Sprache als literarische Sprache verwendete. Sein nostalgischer Roman Verloren in der Steppe gilt als Meisterwerk des autobiographischen Romans. Er schrieb auch eine Anzahl humoristischer Kurzgeschichten im Plattdeutsch der Russlandmennoniten (Plautdietsch), von denen Koop enn Bua opp Reise die bekannteste wurde, bis Anfang der 1960er zwei Fortsetzungen nach sich zog und ein Jahr vor Dycks Tod auch in der Reihe Niederdeutsche Stimmen als Sprechplatte erschien. Koop enn Bua opp Reise, 1943 Verloren in der Steppe. Mennonitischer Bildungsroman, 5 Bände, 1944–1948siehe wieder: Gesammelte Werke, Bd. 1 Koop enn Bua no Toronto, 1948 Dee Millionää von Kosefeld, 1949 Onse Lied, 1952 Koop enn Bua enn Dietschlaund, 1961 Gesammelte Werke, 4 Bände, Manitoba Mennonite Historical Society, Steinbach (Manitoba) 1985–1990 Verloren in der Steppe. Aus meinem Leben. 1985 Gesammelte Gedichte und Prosa, herausgegeben von V. G. Doerksen, 1987
Literatur Robert Zacharias: Rewriting the Break Event. Mennonites and Migration in Canadian Literature. University of Manitoba Press, Winnipeg 2013 (Behandelt wird: Lost in the Steppe) Michael L. Halley: Education and alienation in Dyck's "Verloren in der Steppe": A Novel of cultural crisis. Deutsch-kanadisches Jahrbuch – German Canadian Yearbook, Hgg. Lothar Zimmermann, Hartmut Froeschle, Myka Burke. Historical Society of Mecklenburg, Upper Canada, Toronto 2000 S. 199 – 210 André Oberlé: Book Review zu Verloren in der Steppe: Journal of Mennonite Studies, Vol. 4, 1986, S. 251 – 253, University of Winnipeg
Weblinks
Arnold Dyck im plattdeutschen Tonarchiv PLATO, Texte vorgelesen von Jack Thiessen Plautdietsch-Freunde (deutsch/plautdietsch)
Einzelnachweise
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