Die Sick AG mit Sitz in Waldkirch (Breisgau) ist ein weltweit agierender Hersteller von Sensoren für die Fabrik-, Logistik- und Automatisierungstechnik. Das Unternehmen beschäftigt rund 11.800 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 1,85 Mrd. EUR.

Geschichte 1946 wurde das Unternehmen von Erwin Sick (1909–1988) in Vaterstetten bei München gegründet. Durch Vorstellung des ersten serienreifen Unfallschutz-Lichtvorhangs auf der internationalen Werkzeugmaschinenmesse in Hannover gelang 1952 der wirtschaftliche Durchbruch. 1956 zog das Unternehmen von Vaterstetten nach Waldkirch. Zu diesem Zeitpunkt waren 25 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. 1972 erfolgte die Gründung der ersten Tochtergesellschaft in Frankreich. 1976 expandierte das Unternehmen nach Übersee und gründete eine weitere Tochtergesellschaft in den USA.

Im Jahr 1988 starb Gründer Erwin Sick im Alter von 79 Jahren. Seine Frau Gisela Sick (1922–2024) übernahm ab diesem Zeitpunkt die Unternehmensführung als Hauptgesellschafterin.

1996 wurde aus der Erwin Sick GmbH eine Aktiengesellschaft.

Am 15. April 2026 gab die Sick AG bekannt, dass sie rund 500 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg abbauen will. Betroffen sind die Standorte in Waldkirch, Reute, Freiburg und Donaueschingen. Der Abbau erfolgt zusätzlich zu einem zuvor geplanten Personalabbau von etwa 100 Arbeitsstellen an den Standorten Hamburg und Karlsruhe. Das Unternehmen begründete die Maßnahme mit der Notwendigkeit, die Profitabilität zu erhöhen und Kosten zu senken. Es wurde zudem angekündigt, den betroffenen Mitarbeitern sozialverträgliche Perspektiven bieten zu wollen.

Am 4. August 2026 einigte sich die Sick AG mit dem Betriebsrat auf einen Stellenabbau von rund 450 Stellen an den Standorten in Südbaden. 230 Arbeitsplätze werden unmittelbar abgebaut. Die übrigen Stellen entfallen durch natürliche Fluktuation und altersbedingte Austritte.

Branchen Die Sick AG stellt Sensoren für die Fabrikautomation her, u. a. die Automobil-, Nahrungsmittel-, Verpackungs-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Zur Logistikautomation zählen Anwendungsbereiche wie z. B. Flughäfen, Verkehr, Handel- und Distributionszentren, Gebäudesicherheit und Häfen. Im Bereich der Prozessautomation werden Sick-Sensoren u. a. im Berg- und Schiffsbau, Kraftwerken und der Chemieindustrie verwendet.

Produkte Sick bietet Produkte zum Messen, Detektieren, Überwachen und Kontrollieren, Absichern, Verbinden und Integrieren, Identifizieren und Positionieren an.

Zum Produktportfolio zählen Lichtschranken und Lichttaster, induktive, kapazitive und magnetische Sensoren, magnetische Zylindersensoren, Automatisierungs-Lichtgitter, Distanzsensoren, Encoder, Motor-Feedback-Systeme, Füllstandssensoren, Drucksensoren, Temperatursensoren, Durchflusssensoren, Identifikationslösungen wie z. B. Barcodescanner und RFID-Leser, Laserscanner, optoelektronische Schutzeinrichtungen, Sicherheitsschalter, sichere Steuerungen, Farbsensoren, Kontrastsensoren, Lumineszenzsensoren, Gasanalysatoren, Staubmessgeräte, Ultraschall-Gasdurchflussmessgeräte und Verkehrssensoren.

Nach eigenen Angaben investierte das Unternehmen 2025 rund 239 Millionen Euro in Forschung & Entwicklung. Sick beschäftigt 1448 Mitarbeiter weltweit im Bereich Forschung & Entwicklung.

Allgemein Fünf vom Unternehmen hergestellte Laserscanner, die zudem im Bereich Objektschutz (Security), Hafen und Robotik als Sensor benutzt werden, wurden auf dem fahrerlosen Auto Stanley eingesetzt, das 2005 den Darpa-Grand-Challenge gewann. Von den 10.8158 Mitarbeitenden im Jahr 2025 waren 5662 in Deutschland beschäftigt.

Im Mai 2012 installierte die Firma ein Thermoportal auf der österreichischen Seite des Karawankentunnels. Dieser Scanner misst die Bremsentemperatur der durchfahrenden Lkw und schlägt Alarm, wenn die Bremsen eines Wagens zu heiß geworden sind. Für diese Erfindung erhielt die Firma 2013 den Deutschen Innovationspreis im Bereich Gefahrguttransport.

Das Unternehmen gehört seit mehreren Jahren zu Deutschlands besten Arbeitgebern. Die Sick AG ist Mitglied im Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden.

Sozial engagiert sich Sick vor allem in den Bereichen Ausbildung und Forschungsförderung, unter anderem als Patenunternehmen von Jugend forscht. Das Unternehmen ist Sponsor des Freiburger Barockorchesters und der Messe Freiburg (Sick-Arena).

International Mit mehr als 10.000 Mitarbeitern ist das Unternehmen weltweit mit 63 Tochtergesellschaften und Beteiligungen sowie zahlreichen Vertretungen präsent. Die Tochtergesellschaften sitzen in einigen Ländern Europas sowie in Kanada, Vereinigte Staaten, Südamerika, Australien, Nord- und Südafrika und Asien. Produziert wird in Deutschland, Ungarn, Malaysia und den Vereinigten Staaten. Größere Auslieferungslager neben Deutschland betreibt Sick in China und den Vereinigten Staaten.

Bilder

Weblinks

Website von Sick Übersicht über alle Tochterfirmen. In: sick.com Meilensteine der Technik bei Sick

Einzelnachweise

Kategorie:Sensorhersteller Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Emmendingen) Kategorie:Unternehmen (Waldkirch) Kategorie:Unternehmensgründung 1946